Mittelohrentzündung bei Kindern behandeln

Eine Mittelohrentzündung beim Kind ist oft schmerzhaft und erfordert schnelles Handeln. Erfahren Sie hier alles über Symptome und Dauer oder buchen Sie bei TeleClinic direkt online einen Termin für eine ärztliche Beratung.

Mittelohrentzündung Kind: Symptome, Dauer & Behandlung

Mittelohrentzündungen (Otitis media) gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Kindesalter[cite: 1, 9]. Die Beschwerden reichen von starken Ohrenschmerzen bis hin zu Fieber und beeinträchtigen das Wohlbefinden stark. Eine frühzeitige, ärztliche Beratung ist wichtig, um die Symptome richtig zu deuten und die passende Behandlung – oft ohne Antibiotika – einzuleiten.

Was ist eine Mittelohrentzündung beim Kind (Otitis media)?

Eine Mittelohrentzündung beim Kind ist eine akute Entzündung der Schleimhaut im Mittelohr. Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Hohlraum hinter dem Trommelfell. Fast immer ist die Otitis media die Folge einer viralen oder bakteriellen Infektion der oberen Atemwege, wie zum Beispiel einer Erkältung oder eines grippalen Infekts.

Die Erreger gelangen über die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) vom Nasen-Rachen-Raum in das Mittelohr. Bei Kindern ist diese Röhre noch kürzer und horizontaler als bei Erwachsenen, weshalb Keime leichter aufsteigen können. Dies erklärt, warum Säuglinge und Kleinkinder besonders häufig betroffen sind.

KI-generiertes Bild mit Mutter und Kind. Mutter untersucht das Ohr des Kindes auf eine Mittelohrentzündung.

Mittelohrentzündung Kind: Symptome erkennen

Die Symptome einer Mittelohrentzündung können je nach Alter des Kindes variieren. Generell ist der Schmerz das dominanteste Symptom.

  • Starke Ohrenschmerzen: Oft einseitig, pochend und besonders nachts oder im Liegen sehr intensiv. Bei Säuglingen und Kleinkindern äußern sich Schmerzen durch vermehrtes Weinen, Reiben des Ohrs oder häufiges Fassen ans Ohr.
  • Fieber: Hohes Fieber über 39 °C kann, muss aber nicht, auftreten.
  • Eingeschränktes Hören: Das Kind hört schlechter, da sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt, was den Schall schlecht weiterleitet.
  • Allgemeine Krankheitssymptome: Reizbarkeit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen.
  • Flüssigkeitsaustritt (Ohrenlaufen): Wenn das Trommelfell unter dem Druck des Eiters reißt, kann eitrige oder blutige Flüssigkeit aus dem Ohr laufen. Paradoxerweise führt das oft zu einer raschen Besserung der Schmerzen.

Erkennung bei Kleinkindern und Säuglingen

Bei nicht sprechenden Kindern sind die Symptome oft unspezifisch und schwerer zuzuordnen. Achten Sie auf diese Anzeichen:

  • Unerklärliche Unruhe oder plötzliches, untröstliches Schreien.
  • Häufiges Reiben oder Ziehen am betroffenen Ohr.
  • Erbrechen und Durchfall (häufig bei Säuglingen).
  • Schlechte Trinkverweigerung aufgrund von Schmerzen beim Schlucken oder Saugen.

Wann zum Arzt und wie wird die Diagnose gestellt?

Bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung sollten Sie zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Gerade bei kleinen Kindern kann sich die Erkrankung schnell verschlimmern.

Die Diagnosestellung erfolgt primär über die Anamnese und eine Otoskopie. Hierbei untersucht die Ärztin oder der Arzt mit einem Otoskop das Trommelfell. Anhand der Rötung, Vorwölbung und der Bewegung des Trommelfells kann auf eine Entzündung geschlossen werden.

  • Sofortige ärztliche Beratung ist nötig, wenn das Kind unter 6 Monate alt ist oder die Symptome sehr stark sind.
  • Suchen Sie eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn die Schmerzen stärker werden, länger als 48 Stunden anhalten oder Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Schwellungen hinter dem Ohr hinzukommen.

Behandlung der Mittelohrentzündung: Hausmittel und Medikamente

Die Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, die Schmerzen zu lindern, da diese meist das größte Problem darstellen.

Schmerzlinderung – Der wichtigste Schritt

Das A und O bei der Behandlung der Mittelohrentzündung ist die Linderung der Schmerzen. Hierfür werden in der Regel frei verkäufliche, fiebersenkende und schmerzlindernde Wirkstoffe eingesetzt.

Antibiotika: Nur bei Bedarf

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme ist eine Mittelohrentzündung nicht immer ein Fall für Antibiotika.

Bei Kindern über zwei Jahren ist in vielen Fällen ein „abwartendes Offenhalten“ die beste Strategie. Das bedeutet: Zunächst wird mit Schmerzmitteln behandelt. Bessern sich die Symptome innerhalb von 48 Stunden nicht oder verschlechtert sich der Zustand, kann eine antibiotische Behandlung begonnen werden. Der Großteil der Otitis media heilt spontan aus.

Die Ärztin oder der Arzt wird ein Antibiotikum in der Regel nur verschreiben, wenn die Entzündung bakteriell bedingt ist und die Symptome schwerwiegend sind oder sich nach zwei Tagen nicht gebessert haben.

So kann TeleClinic bei Mittelohrentzündung Kind helfen

Über die TeleClinic App können Sie jederzeit schnell mit Ärztinnen und Ärzten sprechen. Auch spezialisierte Kinderärztinnen und -Ärzte sind über TeleClinic verfügbar.

  • Symptom-Einschätzung: Sie können jederzeit einen Termin für eine ärztliche Beratung per Videosprechstunde buchen[cite: 22, 163], um die Symptome Ihres Kindes schnell einschätzen zu lassen.
  • Behandlungsplan: Die Ärztinnen und Ärzte über TeleClinic können Ihnen basierend auf Ihren Angaben einen individuellen Behandlungsplan empfehlen und über die richtige Dosierung von Schmerzmitteln aufklären.
  • Krankschreibung anfragen: Bei Bedarf können Sie einen Kinderkrankenschein anfragen, wenn Sie Ihr krankes Kind zuhause betreuen und pflegen müssen. Die Ausstellung liegt im ärztlichen Ermessen.
  • Folgebehandlung: Im Rahmen der Telemedizin können die behandelnden Ärztinnen und Ärzte entscheiden, ob eine Weiterleitung in eine Präsenzpraxis erforderlich ist oder eine digitale Beobachtung ausreicht.

Wann ist eine ärztliche Beratung bei Mittelohrentzündung sinnvoll?

Eine ärztliche Konsultation ist immer dann dringend geboten, wenn:

  • Ihr Kind jünger als sechs Monate ist.
  • Die Schmerzen sehr stark sind und sich trotz Schmerzmitteln nicht bessern.
  • Nach 48 Stunden die Symptome nicht nachlassen oder Fieber hinzukommt.
  • Flüssigkeit aus dem Ohr läuft (Ohrenlaufen).
  • Zusätzliche Symptome wie Nackensteifigkeit, Schwellungen hinter dem Ohr oder Bewusstseinstrübung auftreten – in diesen Fällen ist sofort ein Notarzt aufzusuchen.

Das Ziel der Telemedizin ist es, Sie in der Entscheidungsfindung zu unterstützen und sicherzustellen, dass Ihr Kind die bestmögliche Betreuung erhält.

Quellen/Belege

Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformationen zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärztinnen und Ärzte weiterführend über TeleClinic. Es wird vorab geprüft, ob Ihr Anliegen für eine Videosprechstunde geeignet ist.

Inhaltsverzeichnis

Häufige Fragen

Ja, in den meisten Fällen heilt eine akute Mittelohrentzündung bei Kindern über zwei Jahren spontan, ohne den Einsatz von Antibiotika, innerhalb weniger Tage aus. Der Fokus der Behandlung liegt primär auf der effektiven Schmerzlinderung, beispielsweise durch altersgerecht dosierte Schmerzmittel. Eine Ärztin oder ein Arzt wird Antibiotika nur verschreiben, wenn die Symptome nach 48 Stunden stark anhalten, schwerwiegend sind oder eine bakterielle Ursache vermutet wird.
Sobald ein Kind Fieber hat oder starke Schmerzen empfindet, sollte es zu Hause bleiben. Solange die Mittelohrentzündung die Folge eines Atemwegsinfekts (Erkältung) ist, ist die zugrunde liegende Erkältung ansteckend. Nach Besserung des Allgemeinzustandes und 24 Stunden ohne Fieber kann das Kind in der Regel wieder in die Betreuungseinrichtung, auch wenn eventuell noch Flüssigkeit aus dem Ohr austritt. Die finale Entscheidung liegt immer bei den Eltern in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Die Mittelohrentzündung selbst ist nicht direkt ansteckend. Sie ist vielmehr eine Folgeerkrankung von viralen oder bakteriellen Infekten der oberen Atemwege (wie Erkältungen oder grippale Infekte). Die auslösenden Infekte sind jedoch ansteckend und die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen). Sobald die ursprüngliche Infektion abgeklungen ist, besteht in der Regel keine Ansteckungsgefahr mehr.
Sie sollten immer dann eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, wenn Sie sich unsicher bezüglich der Symptome oder des Krankheitsverlaufs Ihres Kindes sind. Eine sofortige Konsultation ist insbesondere geboten, wenn die Schmerzen sehr stark sind und sich trotz Schmerzmitteln nicht bessern. Achten Sie auch auf Warnzeichen wie Symptome, die nach 48 Stunden nicht nachlassen, Fieber über 39 °C oder zusätzliche Anzeichen wie Nackensteifigkeit oder eine Schwellung hinter dem Ohr.
Über TeleClinic können Sie eine ärztliche Beratung zur Mittelohrentzündung anfragen, um eine schnelle Einschätzung der Symptome und eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen zu erhalten. Die Ärztinnen und Ärzte können Sie zur richtigen Anwendung von Schmerzmitteln beraten und feststellen, ob eine Therapie notwendig ist. Bei medizinischer Notwendigkeit können Sie eine Krankschreibung für Ihr Kind anfragen. Die Ausstellung liegt im ärztlichen Ermessen.

Häufige Behandlungen

Arztgespräch, Rezept und Krankschreibung in wenigen Klicks per App anfragen. Ausstellung erfolgt nach ärztlichem Ermessen per Videosprechstunde.

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