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Ratgeber zur Atemwegsinfektion

Vom Schnupfen bis zur Tuberkulose: So entsteht eine Entzündung der Atemwege

Atemwegsinfektionen sind stark verbreitete Krankheiten: Erwachsene erkranken laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zwei- bis viermal, Kinder bis zu sechsmal jährlich daran. Ein intaktes Immunsystem vorausgesetzt, sind Grippe und Erkältung meist rasch auskuriert. Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung ist der Gang zum Arzt schnellstmöglich ratsam.

Kurzfassung

  • Atemwegsinfektionen sind Entzündungen des oberen oder unteren Atemapparats. Ausgelöst werden sie meist durch Viren, seltener durch Bakterien oder Pilze.
  • Häufige Varianten der Krankheit sind Erkältung, Grippe, Lungenentzündung und Nebenhöhlenentzündung.
  • Zur Therapie heftigerer Krankheitsverläufe hilft eine Kombination verschiedener Medikamente und Hausmittel.

Definition

Atemwegsinfektionen sind entzündliche und ansteckende Erkrankungen des Atmungsapparats. Mediziner unterscheiden zwei Arten der Beschwerden:

  • Infektion der oberen Atemwege – hierbei sind vor allem Nasenschleimhaut, Nasennebenhöhlen und Rachen betroffen.
  • Infektion der unteren Atemwege – hier liegt der Krankheitsherd in der Luftröhre und den Bronchien.


Oft treten weitere Infekte in Kombination mit der Atemwegsentzündung auf, zum Beispiel Mandel- oder Mittelohrentzündungen. Ist das Lungengewebe betroffen, handelt es sich um eine Lungenentzündung, fachsprachlich „Pneumonie“.

Ursachen

Verfügt der Körper nicht über ausreichend starke Abwehrmechanismen, greifen verschiedene Krankheitserreger Körperzellen an. Dadurch werden Entzündungen verursacht.

  • Viren: Über 200 verschiedene Viren sind als Infektionsauslöser am Atemapparat bekannt. Die gängigen Erkrankungen sind Grippe und Erkältungen.
  • Bakterien: Atemwegsinfektionen vor bakteriellem Hintergrund sind zum Beispiel Scharlach, Keuchhusten und Tuberkulose.
  • Pilze: Manche Pilzarten verursachen Pneumonien oder Nasennebenhöhlenentzündungen.

Lungenentzündungen können potenziell durch alle drei Erregertypen verursacht werden.

Risikofaktoren

Es gibt äußere Einflüsse, die Infektionen der Atemwege begünstigen können.

  • Kälte oder nasskaltes Wetter: Die Witterung kann das Immunsystem schwächen.
  • Trockene Luft: Zu wenig Luftfeuchtigkeit reizt die Schleimhäute der Atemwege. Das ist oft in beheizten Räumen oder solchen mit Klimaanlage der Fall.
  • Erschöpfung: Körperliche Anstrengung oder Schlafmangel erhöhen die Anfälligkeit für eine Ansteckung.
  • Personenkontakt: Wer mit vielen verschiedenen Menschen interagiert, hat ein höheres Infektionsrisiko. Umgebungen wie öffentliche Verkehrsmittel oder Wartezimmer sind typische Hotspots für Keime.
  • Vorerkrankungen: Immunschwächekrankheiten oder andere den Organismus beeinträchtigende Umstände machen angreifbar für Atemwegsinfektionen.


Weitere Risiken bergen ungünstige Faktoren wie Stress, Umweltbelastungen und Angewohnheiten wie das Rauchen.

Symptome

Typische Symptome im Verlauf einer akuten Atemwegsinfektion sind:


Chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Allergien zeigen zwar ähnliche Symptome, werden jedoch durch andere Faktoren ausgelöst. Sie zählen daher nicht zu den Atemwegsinfektionen.

Kommt es zu Luftnot sowie Schüttelfrost oder eitrigem oder blutigem Auswurf beim Abhusten, kann das auf eine Pneumonie hinweisen. In dem Fall sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Verlauf

Wie lange und heftig eine Atemwegsinfektion verläuft, ist abhängig von der individuellen Konstitution des Patienten. So gibt es Personen, die kaum Symptome aufweisen, andere sind längere Zeit ernsthaft außer Gefecht gesetzt.

Die Infektion entwickelt sich meist über mehrere Tage hinweg. Gewöhnlich sind Müdigkeit, Kratzen im Hals und Sekretabsonderung aus der Nase erste Anzeichen. Kopfschmerzen, Fieber und Husten können hinzukommen.

Speziell Grippeinfektionen setzen hingegen ganz plötzlich ein, oft mit starkem Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Atembeschwerden.

Diagnose

Um die Natur der Erkrankung zu ermitteln, führt der Arzt zunächst eine körperliche Untersuchung durch. Dazu gehören:

  • Abtasten der Lymphknoten
  • Fiebermessung
  • Untersuchung von Ohren, Nase, Mund und Rachenraum mit Diagnoseinstrumenten
  • Abhören von Bronchien und Lunge


Im Patientengespräch erfragt der Mediziner außerdem die individuellen Symptome.

Um den eigentlichen Infektionserreger zu finden, ist häufig eine Laboruntersuchung von Blut oder Sekretabstrichen nötig. Besteht Verdacht auf eine Infektion der Lunge, werden auch Röntgenbilder hinzugezogen.

Behandlung

Neben Schonung und Bettruhe können zur Therapie von Atemwegsinfektionen Arzneimittel eingesetzt werden, die einzelne Symptome der Krankheit lindern. Patienten sollten sich von Arzt und Apotheker unbedingt zu Neben- und Wechselwirkungen beraten lassen.

Mögliche Medikamente sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt:

Medikament

Wirkstoff (Beispiele)

Wirkung

Schmerzmittel

  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Lindern Schmerzen
  • Senken Fieber
  • Entlasten den Kreislauf

Hustenblocker

  • Mindern schmerzhaften Hustenreiz

Hustenlöser

  • Ambroxol
  • Bromhexin
  • Lösen zähen Schleim und fördern den Auswurf

Abschwellende Mittel

  • Tramazolin
  • Ephedrin-Verbindungen
  • Dexamethason
  • Wirken Schwellungen von Hals und Nasenschleimhaut entgegen

Antibiotika

  • Azithromycin
  • Clarithromycin
  • Bekämpfen Erreger bei bakteriell ausgelösten Infektionen

Antibiotika sind bei durch Viren oder Pilze ausgelösten Erkrankungen unwirksam. Hinweise auf eine bakterielle Infektion sind eitriger Auswurf und anhaltend hohes Fieber.

Prävention

Der beste Schutz gegen Atemwegsinfektionen ist ein starkes Immunsystem. Dazu tragen gesunde Ernährung und Bewegung in frischer Luft bei. Weiterhin sind sorgfältiges Händewaschen und ein hygienebewusstes Verhalten wichtig.

Gegen typische grippale Infekte, Pneumokokken-Bakterien oder Keuchhusten ist eine regelmäßige vorsorgliche Impfung möglich.

Hausmittel

Einfache Hausmittel zur Behandlung von unkomplizierten Atemwegsinfektionen sind zum Beispiel Honig, Nasenspülungen mit Salzwasser oder der Konsum von Kräutertees oder Holundersaft. Auch das Inhalieren von Dampf mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus kann Linderung verschaffen.

Wann muss ich mit einer Atemwegsinfektion zum Arzt?

Medizinischen Rat einholen sollten Betroffene, wenn die Infektionssymptome das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigen. Vor allem bei heftigem, hohem Fieber oder über mehrere Tage nicht sinkender Temperatur ist ärztliche Kontrolle sinnvoll. Der Mediziner kann zur Therapie passende Präparate empfehlen.

Fragen und Antworten

Wie lange ist eine Atemwegsinfektion ansteckend?

Die ersten Symptome der Erkrankung zeigen sich zwei bis fünf Tage nach der Infektion. In dieser Zeit besteht bereits Ansteckungsrisiko für andere. Die Infektionsgefahr besteht, solange Symptome vorliegen.

Wie lange dauert eine Atemwegsinfektion?

Durchschnittlich ist eine unkompliziert verlaufende Infektion im Zeitraum von einer Woche bis zu 14 Tagen auskuriert.

Nützt es, bei Atemwegsinfektionen Eis zu essen?

Tatsächlich kann der Verzehr von Speiseeis bei Infekten der oberen Atemwege durch Kühlung und Flüssigkeitszufuhr die Beschwerden im Rachenbereich temporär lindern.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/186548/Akute-Atemwegsinfektionen-Welche-Therapieformen-nuetzen-welche-nicht
  • https://www.beobachter.ch/gesundheit/krankheit/atemwegsinfektion
  • https://www.onmeda.de/krankheiten/atemwegsinfektion.html
  • https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/krankheitsbilder/atemwegsinfektionen.html
  • https://www.apotheken-umschau.de/Infektion/Infektionen-So-lange-ist-man-ansteckend-550019.html
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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