Ihr Ratgeber zu Augenentzündung

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Ratgeber zur Augenentzündung

Wissenswertes zu den unterschiedlichen Augenentzündungen und deren Behandlung

Rötung, Tränen, Sehstörungen – Augenentzündungen haben viele Gesichter und Ursachen. Unbehandelt haben einige Formen schwerwiegende Folgen und verursachen dauerhafte Schäden bis hin zur Erblindung. Erfahren Sie hier Wichtiges rund um Augenentzündungen, wie sie entstehen, woran man sie erkennt und wie sie behandelt werden.

Kurzfassung

  • Augenentzündungen können verschiedene Bereiche des Auges betreffen.
  • Infektionen sind häufig die Ursache einer äußerlichen Entzündung.
  • Unbehandelt können manche Formen zur Erblindung führen.
  • Bei Augenentzündung ist ein Arztbesuch unbedingt empfehlenswert.

Definition

Bei einer Augenentzündung handelt es sich um eine Immunreaktion im Bereich des Auges. Der Körper versucht, einen schädigenden Reiz zu entschärfen. Dieser kann unterschiedliche Ursachen haben. Die entstehende Entzündungsreaktion kann je nach Lage des Entzündungsherdes andere Symptome hervorrufen. Bleibt eine passende Behandlung aus, so droht der teilweise oder komplette Verlust der Sehfähigkeit.

Ursachen

Das Auge ist ein komplex aufgebautes Sinnesorgan. Von den Lidern bis zum Sehnerv sind zahlreiche zum Teil feinste Gewebestrukturen an der Funktion des Auges beteiligt. Fast alle Bereiche des Auges können sich entzünden. Als Ursachen für diese Immunreaktion des Körpers kommen viele unterschiedliche Reize in Betracht.

Von primären Auslösern spricht man, wenn der Reiz direkt zur Entzündung führt. Sekundäre Entzündungen entwickeln sich basierend auf anderen Erkrankungen.

Die Übersicht zeigt die häufigsten Ursachen und Formen einer Augenentzündung: 

UrsacheFormenBeispiele

Infektion

Bakterien

  • Staphylococcus aureus
  • Streptococcus pneumoniae
  • Borrelien
  • Toxoplasmen
  • Tuberkulose

Viren

  • Herpes

Pilze

  • Candida
  • Aspergillus

Parasiten

  • Amöben

Intoxikation

Kontakt mit Aerosolen

  • Säuren
  • Laugen

Gifte

  • Methanol
  • Nikotin
  • Thallium
  • Blei

Allergien/ Nebenwirkungen

Biologische Antigene

  • Pollen
  • Tierhaare

Medikamente

  • Tamoxifen
  • Ethambutol

Kosmetika

  • Puder
  • Lidschatten
  • Mascara

Irritationen

Physikalisch / mechanisch

  • Staub
  • Rauch
  • Umgeklappte Wimper
  • Fremdkörper

Chemisch

  • ätherische Öle
  • Zwiebelsaft

Thermisch

  • Trockene Hitze

Photochemisch

  • UV-Strahlung

Erkrankungen

Fortgeleitete Entzündung

Endogene (innerliche) Ursachen

Aufgrund der geringen Größe des Auges breiten sich Augenentzündungen leicht vom Ursprungsherd in tieferliegende Gewebestrukturen aus. Menschen mit Vorerkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Autoimmunerkrankungen haben ein höheres Risiko, Augenentzündungen zu entwickeln.

Formen

Am besten lassen sich die vielen Formen der Augenentzündung anhand der Lage unterscheiden. Bei den folgenden Erkrankungen ist beispielsweise das äußere Auge betroffen:

AugenentzündungBetroffenes Gewebe

Blepharitis

Lidrand

Dakryozystitis

Tränensack

Am vorderen Augenabschnitt kommt es häufig zu folgenden Entzündungen:

AugenentzündungBetroffenes Gewebe

Konjunktivitis

Bindehaut

Keratitis

Hornhaut

Keratokonjunktivitis

Bindehaut und Hornhaut

Uveitis

Augenhaut

Skleritis

Hülle des Augapfels

Diese genannten Formen der Augenentzündung sind meist gut behandelbar.

Je tiefer der Entzündungsherd im Auge liegt, desto größer ist die Gefahr langfristiger Schäden mit einem Verlust der Sehkraft bis hin zur Erblindung.

Der hintere Augenabschnitt und der Sehnerv können zum Beispiel von den folgenden Entzündungen betroffen sein:

AugenentzündungBetroffenes Gewebe

Retinitis

Netzhaut

Neuritis Nervi Optici

Sehnerv

Entzündungen am Sehnerv oder an der Netzhaut haben häufig endogene Ursachen und sind nur schwer zu behandeln. Das Risiko einer dauerhaften Schädigung ist hoch. Vorsorgeuntersuchungen sind wichtig, um diese Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Symptome

Trotz der unterschiedlichen Entzündungsformen und Ursachen ähneln sich die Symptome vieler Augenentzündungen.

  • Rötung: deutliche Rotfärbung durch Einblutungen, insbesondere im Augenweiß
  • Schwellung: geschwollene Lider bis in das umliegende Gewebe, zum Teil mit Einblutungen
  • Tränenbildung: starkes Tränen der Augen, mit Bildung eines Sekrets von farblos bis grünlich-gelb durch Eiterbildung
  • Einschränkungen bei der Sehkraft: Störungen der Sehfähigkeit bis hin zur vollständigen Erblindung
  • Schmerzen: oberflächliches Brennen bis hin zu tiefsitzenden Schmerzen

Einige der tiefliegenden, endogen verursachten Augenentzündungen verlaufen asymptomatisch, also ohne bemerkenswerte Beschwerden hervorzurufen. Sie werden oft erst entdeckt, wenn bereits ein irreparabler Schaden eingetreten ist und das Gesichtsfeld deutliche Einschränkungen aufweist. Bei der Retinitis kommt es oft recht bald zur Nachtblindheit.

Nicht jede Augenentzündung äußert sich als akuter Notfall mit spürbaren Beschwerden. Es gibt vor allem in den hinteren Augenabschnitten Entzündungen, die schleichend verlaufen.

Diagnose

Geben die Symptome einen klaren Hinweis auf eine Augenentzündung, so ist eine tiefergehende Diagnostik notwendig. Asymptomatische Entzündungen werden im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen erkannt.

Grundlage der Diagnose ist die Anamnese, ein ausführliches Gespräch über die Symptome, deren Auftreten, zeitliche Abläufe und mögliche Kontakte mit Auslösern. In diesem Rahmen müssen auch Vorerkrankungen und Medikamente angesprochen werden.

In einem zweiten Schritt untersucht der Augenarzt das Auge mithilfe der Spaltlampe. Sie erlaubt einen gut ausgeleuchteten und vergrößerten Blick auf die äußeren und zum Teil auch inneren Augenstrukturen. Schäden an der Hornhaut können mit einem fluoreszierenden Medikament sichtbar gemacht werden.

Entzündungen am äußeren Auge wie Blepharitis, Konjunktivitis oder Keratitis können so sicher erkannt und diagnostiziert werden. Bestehen Hinweise auf eine infektiöse Augenentzündung im vorderen Augenabschnitt, so wird ein Abstrich gemacht, um die genauen Erreger zu bestimmen.

Zur Beurteilung der hinteren Augenstrukturen kommt eine Funduskamera zum Einsatz. Der Augenhintergrund – einschließlich der Retina, Papille und der versorgenden Blutgefäße – lässt sich gründlich betrachten, um mögliche Entzündungsherde zu erkennen.

Bei Verdacht auf bestimmte Entzündungsvorgänge können weitere Untersuchungen wie ein neurologischer Check notwendig sein.

Behandlung

Art und Umfang der Behandlung hängen von der genauen Diagnose ab. Viele Formen der Augenentzündung können direkt mit Medikamenten behandelt werden.

Für infektiöse Augenerkrankungen kommen Antibiotika zum Einsatz. Sie müssen mehrfach täglich in die Lidfalte eingetropft oder als Salbenstrang hineingelegt werden. Bei tiefsitzenden Infektionen kann auch die orale Einnahme eines Antibiotikums notwendig sein, damit der Wirkstoff die Entzündung erreicht. Bei der infektiösen Augenentzündung ist eine Krankschreibung ratsam.

Zum Einsatz kommen außerdem Glukokortikoide, wie Cortison. Sie unterdrücken die Entzündung und geben dem Gewebe Zeit zum Heilen. Unter Umständen muss die Pupille mit einem Mydriatikum (pupillenerweiterndes Medikament) weit gestellt werden, um Spätschäden zu verhindern.

Selbstmedikation

Eine Selbstmedikation ist nur in sehr beschränktem Maße bei Entzündungen des Auges angezeigt. Vor allem bei Kindern und Patienten mit Vorerkrankungen ist Hilfe von einem Arzt bei Augenentzündung ratsam.

Patienten mit bekannten Allergien helfen sich selbst mit Antihistaminika (antiallergischen Wirkstoffen) in Form von Augentropfen, Nasenspray oder zur Einnahme.

Fragen und Antworten

Meine Lidränder sind oft entzündet. Was kann ich tun?

Entzündungen der Lidränder sind oft wiederkehrend. Das tägliche Reinigen dieser Ränder mit einem weichen, feuchten Baumwolltuch und einer sanften Reinigungslösung entfernt Sekretreste und öffnet die Poren. Diese Maßnahme kann als Hilfe in der Heilungsphase und zur Prophylaxe angewendet werden.

Gibt es etwas gegen trockene Augen?

Ja, trockene Augen kann man selbst behandeln. Hinter trockenen Augen verbirgt sich das Krankheitsbild Keratokonjunktivitis sicca. Hier helfen Tränenersatzmittel und Augensprays, um den Tränenfilm zu stabilisieren und so die Befeuchtung der Augen zu verbessern.

Ist meine Erkältung Ursache für meine entzündeten Augen?

Das ist gut möglich. Viele Patienten entwickeln bei einem starken Schnupfen auch Augenprobleme. In diesem Fall hilft ein abschwellendes Nasenspray, um die Tränenkanäle freizubekommen. Tritt keine Besserung ein, sollte ärztliche Hilfe aufgesucht werden.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/38606/Differenzialdiagnose-der-Uveitis
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/6458/Immunpathologische-Erkrankungen-des-Auges
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/117042/Bei-Augenentzuendungen-auch-an-exotische-Krankheitserreger-denken
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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