Ihr Ratgeber zu Depressionen

223 Millionen Menschen leiden weltweit an Depressionen. Oft werden sie gar nicht erst behandelt, da die Erkrankten die Fehler bei sich selbst suchen und nicht wissen, dass sie krank sind. Da Depressionen die Lebensqualität erheblich einschränken, ist es wichtig sich frühzeitig mit einem Arzt in Verbindung zu setzen, um vor allem die Symptome zu lindern.

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Depressionen-Ratgeber

Kurzfassung:

  • Depression als potenziell lebensbedrohliche Krankheit.
  • Gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebslosigkeit gelten als Hauptmerkmale.
  • Faktoren sind neurobiologischer und sozialpsychologischer Natur.
  • Generell steigende Tendenz: Frauen und ältere Menschen sind häufig betroffen und auch bei Kindern steigt die Zahl.
  • Depressionen sind gut zu behandeln. Es gibt verschiedene Therapieformen, wie kognitive Verhaltenstherapie oder zum Beispiel Musik- oder Tanztherapie.
  • Angehörige sollten sowohl Hilfe für den Betroffenen suchen als  auch für sich selbst. Die Krankheit stellt nicht nur für den Patienten eine große Belastung dar, sondern auch für die Mitmenschen. Hilfe und Beratung wirken entlastend.

Definition

Depressionen bezeichnen eine Gruppe von Krankheitsbildern, denen gedrückte StimmungInteressenverlust und Antriebslosigkeit gemeinsam sind.

  • Sie können einmalig oder wiederholt auftreten
  • Frauen sind häufiger betroffen als Männer
  • Ein Zusammenspiel aus neurobiologischen und sozialpsychologischen Faktoren wird vermutet
Ausgestreckter Arm im Dunkeln
Depression wir häufig von dem Gefühl der Einsamkeit begleitet.

Symptome

Anzeichen werden in zwei Kategorien unterteilt:

Hauptsymptome

  • Gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust
  • Antriebslosigkeit

Nebensymptome

  • Schlafstörungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Schuldgefühle, Gefühl der Wertlosigkeit
  • Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Gedanken an oder bereits erfolgte Selbstverletzung oder Suizidhandlungen
  • Verminderter oder vermehrter Appetit
  • Freudlosigkeit
  • Mangelnde Reagibilität: freudige Ereignisse beeinflussen die Stimmung nicht
  • Morgentief; im Laufe des Tages bessern sich die Symptome
  • Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit (Unruhe)
  • Libidoverlust

Um von einer Depression oder einer depressiven Episode sprechen zu können, müssen die Symptome über mindestens zwei Wochen stabil vorliegen und es dürfen keine Symptome (anderer) psychischer Erkrankungen vorliegen.

Eine Depression ist eine schwere und potentiell lebensbedrohliche Erkrankung, daher ist es wichtig die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und adäquat zu behandeln. Wenn Sie bei sich selbst oder bei einer anderen Person verdächtige Symptome feststellen, ist es äußerst wichtig, diese offen anzusprechen und sich Beratung und Hilfe durch einen Psychologen oder Arzt zu holen.

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Ursachen

Die genaue Ursache für Depressionen ist noch nicht geklärt. Wissenschaftler vermuten ein Zusammenspiel neurobiologischer und psychosozialer Faktoren:

  • Genetische Veranlagung
  • Neurotransmitterstörungen
  • Morphologische Gehirnveränderungen
  • Serotonin-/Noradrenalinmangel
  • Hormonelle Einflüsse
  • Traumatische, belastende Erlebnisse oder Persönlichkeitsfaktoren

Depressionen bei Kindern

Auch Kindern können unter Depressionen leiden. Die Zahl der Betroffenen in Deutschland nimmt zu. Risikofaktoren, die zu depressiven Stimmungen führen können, sind zum Beispiel:

  • Ein negatives Körperbild
  • Ein problematischer Umgang mit Medien und Computerspielen
  • Niedriges interpersonales Vertrauen an die Funktionalität der Familie
  • Schulischer und/oder elterlicher Druck

Wichtig ist es das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen. Bringen Sie Ihrem Kind Verständnis entgegen und nehmen Sie seine Aussagen ernst.

Behandlung

Wird eine Depression diagnostiziert legt der behandelnde Arzt oder Psychologe in Abhängigkeit von der Schwere und Dauer der Symptome eine geeignete Therapie fest. Diese können ambulant oder stationär behandelt werden.Dazu zählen zum Beispiel:

  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Psychodynamische Psychotherapie
  • Interpersonelle Psychotherapie
  • Kunst-, Musik- oder Tanztherapie
  • Mmedikamentöse Therapie bei schweren Verläufe

Es gibt auch einige supportive Maßnahmen mit nachgewiesenen positiven Effekt:

  • Schlafentzugstherapie
  • Lichttherapie
  • Transkranielle Magnetstimulation

Rat für Angehörige

Menschen mit Depressionen verändern sich und sind nicht mehr wieder zu erkennen. Besteht Verdacht auf ein Leiden können Sie folgende Punkte beachten:

  • Wenden Sie sich an einen Arzt und vereinbaren einen Termin für den Betroffenen, denn dieser ist sich seiner Lage meist nicht bewusst und zu antriebslos oder sucht die Schuld bei sich.
  • Wenden Sie sich nicht von der Betroffenen Person ab und erinnern Sie sie, dass Sie an einer Krankheit leiden. Tun Sie die Beschwerden nicht als harmlos ab und erinnern Sie den Betroffenen, dass es vorbeigehen wird und gute Heilungschancen bestehen. Seien Sie geduldig.
  • Die Leiden des Erkrankten sind oft schwere Last für Angehörige. Erkennen Sie Ihre Grenzen und nehmen sich bewusst Auszeiten. Verfolgen Sie weiterhin Ihre Ziele und erkennen die Depression als Krankheit an und nicht als grundloses Traurig sein. Tauschen Sie sich mit anderen betroffenen Angehörigen aus und bauen Sie sich ein Netzwerk auf.
  • Halten Sie sich mit gut gemeinten Ratschlägen zurück. Der Betroffene kann Sie nicht umsetzen. Die Krankheit lässt es nicht zu. Genauso könnten Sie einem Blinden sagen, dass er genauer hinsehen soll. Unterstützen sie jedoch aufkommende Eigeninitiative des Betroffenen.
  • Treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen für den Erkrankten bezüglich der privaten oder beruflichen Zukunft. Nach der Behandlung würde der Patient die Sache vielleicht anders betrachten. Depressionen verzerren die Wahrnehmung.
  • Haben Sie den Eindruck, dass Suizidgefahr besteht, wenden Sie sich sofort an einen Arzt und sprechen den Betroffenen darauf an.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83701/Umfrage-zeigt-Unwissenheit-ueber-Depressionen
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Depression?nid=97272
  • https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe/rat-fuer-angehoerige

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