Ihr Ratgeber zu Fieber

Der sogenannte Hypothalamus ist das Wärmeregulationszentrum im menschlichen Gehirn. Er steuert die Wärmeproduktion sowie Wärmeabgabe nach Bedarf und stellt den Organismus auf einen Sollwert von rund 37 °C ein. Vor allem Infektionen verstellen diesen Wert nach oben. Daher erteilt der Hypothalamus den Befehl zum Aufheizen des Körpers: Die erhöhte Temperatur ist als Fieber unangenehm, aber bis zu etwa 40 °C bei Erwachsenen nicht bedrohlich.

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Fieber-Ratgeber

Kurzfassung

  • Fieber bezeichnet eine Körpertemperatur von mehr als 38,2 °C.
  • Mit der erhöhten Temperatur bekämpft das Immunsystem verschiedene Krankheitserreger.
  • Mit geeigneter Behandlung der auslösenden Erkrankung sinkt in der Regel auch das Fieber.
  • Fiebersenkende Mittel sind erst bei lang andauerndem oder über 40 °C steigendem Fieber sinnvoll, dann allerdings notwendig.

Definition

Die normale Körpertemperatur schwankt bei erwachsenen Menschen etwa zwischen 36,5 °C und 37,4 °C. Von Fieber sprechen Mediziner bei Temperaturen über 38,2 °C. Grundsätzlich ist Fieber keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom. Die erhöhte Körpertemperatur ist eine Abwehrreaktion des Immunsystems zur Bekämpfung von Krankheitserregern und Entzündungsfaktoren.

Wichtig: Bei Säuglingen ist in den ersten drei Monaten bereits ab einer Körpertemperatur von 38 °C der Kontakt zum Kinderarzt ratsam. Kleinkinder unter zwei Jahren bedürfen ärztlicher Hilfe, wenn das Fieber länger als einen Tag anhält.

Symptome

Sogar schwaches Fieber kann die Leistungsfähigkeit des Körpers schwächen. Je nach Alter, Geschlecht und Allgemeinzustand lösen bereits gering erhöhte Temperaturen von 38 °C ein erhebliches Unwohlsein aus. Mit steigender Körpertemperatur verstärken sich die Symptome generell.

Zu den typischen Begleitsymptomen fiebriger Erkrankungen gehören

  • Gelenkschmerzen
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Schweißausbrüche
  • Durstgefühl
  • Trockene und belegte Zunge
  • Schüttelfrost
  • Appetitlosigkeit

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Ursachen

Grippeviren gehören zu den allgemein bekanntesten Ursachen von Fieber. Zahlreiche andere Infektionen oder Autoimmunerkrankungen und Tumoren animieren die Immunabwehr ebenfalls zur Temperaturerhöhung. Mediziner unterscheiden zwischen unterschiedlichen Fiebertypen:

Bezeichnung Körpertemperatur (abhängig von Alter und Konstitution) Mögliche Auslöser

Subfebrile Temperaturerhöhung

38,0 °C bis 38,5 °C

  • Bakterielle Infektionen
  • Arzneimittel
  • Hormonelle Störung (z. B. Funktionsstörung der Schilddrüse)
  • Rheumatische Erkrankung
  • Tumorerkrankung

Febrile Temperaturerhöhung

Mehr als 38,5 °C

  • Bakterielle oder virale Infektion
  • Arzneimittel

Kontinuierliches Fieber

  • Infektionen durch Viren oder Bakterien, z. B.:
  • Lungenentzündung
  • Typhus
  • Fleckfieber
  • Scharlach

Schwankendes Fieber (bis zu 2 °C)

  • Infektionskrankheiten wie Brucellose
  • Salmonellenerkrankung
  • Nierenbeckenentzündungen
  • Tuberkulose
  • Knochenmarkentzündung

Doppelgipfliges Fieber (nach Temperaturabfall erneuter Anstieg)

  • Viruserkrankungen wie Grippe oder Masern
  • Denguefieber

Wechselfieber (Fieber mit regelmäßiger oder unregelmäßiger Folge fieberfreier Tage)

  • Malaria

Periodisches Fieber (langsamer Anstieg und Abfall des Fiebers mit fieberfreien Tagen)

Bis 42 °C

  • Lymphknotenkrebs

Hinweis: Auch bei gesunden Menschen schwankt die Körpertemperatur. Morgens ist sie am niedrigsten und steigt zum Abend hin an.

Diagnose

Da Fieber lediglich eine Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen ist, kann eine umfangreiche Diagnose erforderlich sein. Zunächst führen ausführliche Informationen über die Krankengeschichte und den Fieberverlauf sowie eine gründliche körperliche Untersuchung zu einer Verdachtsdiagnose.

Anschließend geben beispielsweise folgende Methoden entscheidende Hinweise auf den Fieberauslöser:

  • Großes Blutbild
  • Urinuntersuchung
  • Endoskopie (Spiegelung) im Bereich der Atemwege
  • Röntgenaufnahmen des Brustkorbs
  • Ultraschallaufnahmen (Sonografie) der Bauchorgane und Nieren
  • Ultraschalluntersuchung des Herzens
  • Gewebeproben (Biopsie) aus Leber, Lymphknoten oder Knochenmark
  • Spezielle Antikörpertests
  • Malaria-Schnelltest
  • Tuberkulintest

Behandlung

Erhöhte Körpertemperatur schwächt die gängigen Krankheitserreger. Denn Viren und Bakterien passen sich an die normale Körpertemperatur von 36 bis 37 °C an. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die fieberauslösende Erkrankung.

Folgende Maßnahmen können jene Beschwerden lindern, die lediglich das Fieber an sich verursacht:

Körpertemperatur Maßnahme Auswirkung

38 °C bis 39 °C

  • Bettruhe
  • Erholung
  • Konzentration des Körpers auf die Bekämpfung der eigentlichen Krankheitsursache

39 °C bis 40 °C

  • Wadenwickel
  • Abkühlung
  • Antibiotika
  • Bekämpfung bakterieller Erreger (spezifisch abgestimmt)

mehr als 40 °C

  • Schmerzmittel wie Paracetamol
  • Fiebersenkend
  • Nichtsteroidale Antiphlogistika wie Ibuprofen, ASS, Diclofenac
  • Fiebersenkend, entzündungshemmend
Tipp: Durch Schweißausbrüche erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf. Bei Fieber benötigt der Körper täglich einen halben bis einen Liter zusätzlicher Flüssigkeit für jedes Grad über 37 °C. Geeignet sind Wasser oder ungesüßte Früchtetees.

Fragen und Antworten

Wann ist Fieber gefährlich?

Bei Fieber über 40 °C kann der Körper die Temperaturabweichungen nicht mehr selbstständig regulieren. In diesem Fall ist eine ärztliche Behandlung mit fiebersenkenden Medikamenten notwendig. Eine Körpertemperatur von mehr als 42,6 °C ist lebensbedrohlich: Die Hitze schädigt Nervenzellen und lässt Eiweißstoffe im Körper gerinnen.

Welches Thermometer eignet sich zum Fiebermessen?

Zur exakten Ermittlung der Körpertemperatur sind im Wesentlichen zwei Thermometergruppen geeignet:

  • Ein herkömmliches Kontaktthermometer aus Glas liefert beim Fiebermessen im Po oder unter der Zunge zuverlässige Ergebnisse. Elektronische Kontaktthermometer vermitteln die Daten in einem kürzeren Messzeitraum digital.
  • Infrarotmessgeräte wie ein Ohrthermometer ermitteln die Temperatur direkt am Trommelfell. Für Neugeborene oder bei einer Mittelohrentzündung eignet sich diese Methode nicht. Dann messen Infrarotstrahlen mit einem Stirnthermometer die Temperatur. Diese Variante führt jedoch zu Messungenauigkeiten.

Wo ist die Messgenauigkeit eines Fieberthermometers am effektivsten?

Als zuverlässigste Methode hat sich das rektale Fiebermessen im Po erwiesen. Etwa 0,5 °C niedriger fällt das Messergebnis unter der Zunge aus. Bei der Messung im Trommelfell liegt das Ergebnis um 0,5 bis 1 °C unter dem rektal erhobenen Wert. An der Schläfe weicht der Messwert um mehr als 1 °C ab. Unter der Achsel entstehen Ungenauigkeiten von bis zu 2 °C.

Wie unterscheidet sich ein Hitzschlag von Fieber?

Bei einem Hitzschlag steigt die Temperatur auf mehr als 40 °C an. Das ausbleibende Schwitzen und die unkontrollierte Wärmeproduktion im Körper können einen lebensbedrohlichen Wärmestau auslösen. Anzeichen für einen Hitzschlag sind neben den allgemeinen Fiebersymptomen starke Krämpfe, Bewusstseinsstörungen, hoher Pulsschlag und niedriger Blutdruck.

Als Erstmaßnahmen sind folgende Schritte notwendig:

  • Patienten in kühlere Umgebung bringen
  • Notarzt rufen
  • Körper kühlen (z. B. mit feuchtkalten Tüchern)
  • Flüssigkeit verabreichen
  • Bei Bewusstlosigkeit in stabile Seitenlage bringen

Wann erfordert Fieber eine Krankschreibung?

Fieber und einhergehende Symptome verringern die Konzentration. Die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt der behandelnde Arzt für die gesamte Dauer der überhöhten Körpertemperatur. Droht etwa bei fiebrigen Infekten eine Ansteckungsgefahr für Kollegen oder Schutzbefohlene – beispielsweise in Schulen oder Kindergärten –, ist die Krankschreibung sogar verpflichtend. Wer dennoch arbeiten geht, muss gegebenenfalls mit hohen Geldstrafen rechnen.

Quellen

  • https://www.apotheken-umschau.de/Fieber
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/125845/Leitsymptom-Fieber
  • https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/was-ist-fieber/