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Ratgeber zu Genitalherpes

Was Genitalherpes hervorruft, wen es betreffen kann und wie sich die Krankheit behandeln lässt

Die Diagnose Genitalherpes ist unangenehm und sie betrifft mehr Männer und Frauen, als man annehmen mag: Genitalherpes ist hoch ansteckend und zählt zu den häufig auftretenden Geschlechtskrankheiten. Verursacher sind Herpes-Viren, von denen der Typ 1 auch Lippenherpes herruft. Nach Erstinfektion verbleiben die Viren lebenslang im Körper des Menschen.

Kurzfassung

  • Genitalherpes ist eine sexuell übertragbare Krankheit, bei der Herpes-Viren den Genitalbereich befallen.
  • Frauen stecken sich bei männlichen Sexualpartnern häufiger mit Genitalherpes an als Männer bei weiblichen Sexualpartnern.
  • Größter Risikofaktor bei der Ansteckung ist ungeschützter Geschlechtsverkehr.
  • Bei stärkeren Beschwerden sollten Betroffene den Arzt aufsuchen.

Ursachen

Genitalherpes ist in der Fachsprache auch bekannt als Herpes genitalis und Herpes simplex genitalis. Wer Herpes-simplex-Viren in sich trägt, kann die Viren beim Geschlechtsverkehr an seinen Partner weitergeben. Für die Geschlechtskrankheit verantwortlich sind zwei verschiedene Arten von Herpes-Viren:

  • Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1)
  • Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2)

Herpes-Viren befallen verschiedene Körperstellen

In den meisten fällen geht Genitalherpes vom Typ 2 aus, wobei sich allerdings der von Lippenherpes bekannte Typ 1 auf dem Vormarsch befindet. Welche der Krankheit auftritt – also Genitalherpes oder Lippenherpes – ist nur eine Frage dessen, wo sich die Viren im Körper der Betroffenen angesiedelt haben.

Symptome

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Symptome von Genitalherpes:

SymptomHinweise

Jucken und Brennen im Genitalbereich

Häufig macht sich Genitalherpes durch juckende und brennende Hautirritationen im Bereich von Scheide und Schamlippen bei der Frau bemerkbar. Beim Mann sind Penis, Vorhaut und Hodensack betroffen.

Bläschen

An den betroffenen Körperstellen treten Bläschen auf, die auch den Analbereich, die Haut am Po und die Oberschenkel befallen können. Mitunter reißen die Bläschen auf, nässen und verursachen Schmerzen.

Weitere Beschwerden

Neben den charakteristischen Hauterscheinungen sind bei der Erstinfektion weitere Symptome möglich. Dazu gehören Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Unwohlsein. Genauso können geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend auf einen Genitalherpes hinweisen.

Diagnose

Bei Genitalherpes ist eine Diagnose vom Arzt erforderlich. Die Symptome lassen sich nicht immer vom Erkrankten selbst der Geschlechtskrankheit zuordnen, weshalb ein Abstrich erforderlich werden kann. Das Labor untersucht den Abstrich der betroffenen Hautbereiche auf Herpes-Viren und stellt dann eine klare Diagnose.

Ansteckung bleibt mitunter unentdeckt

Wer sich mit Herpes-Viren ansteckt, muss nicht zwangsläufig von den beschriebenen Symptomen betroffen sein. Eine Herpes-Ansteckung kann sich völlig unauffällig vollziehen. Bei manchen Infizierten kommt es kurz nach der Erstansteckung zum Ausbruch von Genitalherpes, bei anderen tritt die Geschlechtskrankheit in ihren Symptomen gar nicht auf.

Risikogruppen

Häufigste Ursache für Genitalherpes ist ungeschützter Intimverkehr, weshalb das Ansteckungsrisiko mit der Anzahl der Sexualpartner steigt. Wer sich einmal mit Herpes-Viren angesteckt hat, kann immer wieder vom Ausbruch der Krankheit betroffen sein.

Gerade, weil manche Menschen vollkommen symptomfrei bleiben und sich insofern ihrer Übertragungsgefahr nicht bewusst sind, besteht bei Genitalherpes ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Umso wichtiger ist es daher, sich beim Intimverkehr mit wechselnden Sexualpartner zu schützen.

Zur Vorbeugung von Genitalherpes gibt es bislang weder eine Impfung noch Medikamente. Am besten vermeiden Sie eine Ansteckung, indem Sie die allgemeinen Safer-Sex-Regeln einhalten:

  • Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr stets ein Kondom, wenn Sie mit dem Penis die Scheide oder den Anus penetrieren.
  • Sperma und Blut des jeweils anderen Sexualpartners sollten nicht in den Mund gelangen, da sich die Viren auch dort über die Schleimhäute übertragen können
  • Wenden Sie sich an einen Arzt, um die Ursache von Jucken, Brennen und Bläschen abzuklären. Bei einem akuten Ausbruch von Genitalherpes ist meist es besser, vorübergehend bis zur Heilung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.

Schwaches Immunsystem begünstigt erneuten Ausbruch

Die Symptome von Genitalherpes zeigen sich oftmals dann wieder, wenn das Immunsystem beispielsweise aufgrund einer anderen Erkrankung geschwächt ist. In den meisten Fällen sind die Symptome bei Folgeerkrankungen aber in abgeschwächter Form vertreten.

Abwehr besteht bei früherer Herpes-Infektion

Ist der Körper bereits von anderen Herpes-Viren befallen, bildet sich Genitalherpes bei der Erstansteckung häufig weniger stark aus. Der Grund dafür besteht in der Abwehr gegen Herpes-Viren, die der Körper in diesem Fall schon aufgebaut hat.

Wichtig: Ein höheres Risiko der Ansteckung besteht für Personen, die bereits an einer anderen Autoimmunerkrankung oder an einer Immunschwäche wie HIV (Humane Immundefizienz-Virus) leiden.

Wann bei Genitalherpes zum Arzt?

Genitalherpes gehört nicht gerade zu den Krankheiten, mit denen sich Erkrankte gerne beim Arzt vorstellen.

  • Bei Folgeausbrüchen ist der Arztbesuch auch nicht unbedingt notwendig. Sollten Sie sich im Hinblick auf die Diagnose nicht sicher sind oder die Beschwerden Sie stark einschränken, sollten Sie einen Arzt oder Apotheker zurate ziehen.
  • Der erste Ausbruch von Genitalherpes nach der Erstansteckung mit dem Herpes-Virus kann für den Erkrankten aber äußerst unangenehm ausfallen. Zudem sind Komplikationen möglich. Aus diesem Grund ist es wichtig, sich an einen Arzt zu wenden und die Notwendigkeit einer Behandlung abzuklären.

Behandlung

Es gibt bislang keine wirksame Therapie, um den Körper von Herpes-Viren zu heilen. Wohl aber bestehen Behandlungsmöglichkeiten für den akuten Ausbruch von Genitalherpes.

Dabei ist zu unterscheiden zwischen der Therapie bei der Erstinfektion und bei Folgeinfektionen:

  • Beim Erstausbruch helfen virushemmende Mittel, mit denen sich die Symptome lindern lassen.
  • Eine Behandlung bei wiederkehrenden Infektionen ist nur bei starken Beschwerden erforderlich. Auch hier kommen virushemmende Wirkstoffe zum Einsatz. Zudem ist eine Dauertherapie möglich, sollten die Rückfälle häufig auftreten.

Fragen und Antworten

Welcher Arzt ist für mich zuständig?

Bei Genitalherpes können Sie sich an Ihren Hausarzt wenden. Wenn Sie den digitalen Arztbesuch bevorzugen, helfen Ihnen die Ärzte der TeleClinic gerne weiter. Sie erreichen uns wahlweise über die App auf Ihrem Smartphone, den Browser Ihres Computers oder über das Telefon. Nach einer ersten, kurzen Registrierung haben Sie die Möglichkeit, uns Ihre medizinischen Fragen zu übermitteln.

Wie erhalte ich bei Genitalherpes eine Krankschreibung?

Sie fühlen Sie gesundheitlich angeschlagen? Sprechen Sie mit unseren Ärzten der TeleClinic und lassen Sie sich bei Bedarf eine Krankschreibung ausstellen. Unsere Ärzte können Ihnen eine Krankschreibung für Schule, Universität oder Arbeitsstelle mit einer Gültigkeit von bis zu fünf Tagen ausstellen.

Wo bekomme ich zur Behandlung von Genitalherpes ein Rezept?

Über die TeleClinic erhalten Sie abhängig von den Empfehlungen des behandelnden Arztes ein digitales Privatrezept. Das Rezept lösen Sie einfach bei einer unserer 8.000 Partner-Apotheken ein und bekommen so Ihre benötigen Medikamente.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/173430/Klinik-Diagnostik-und-Therapie-sexuell-uebertragbarer-Infektionen
  • https://www.apotheken-umschau.de/herpes-genitalis
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/19056/Der-Herpes-genitalis