Ihr digitaler Arztbesuch – Beratung zu Gürtelrose erhalten

Ratgeber zur Gürtelrose

Entstehung, Symptome, Diagnose und Behandlung

Die Gürtelrose (lateinisch Herpes zoster oder einfach Zoster) ist eine Infektionskrankheit. Sie betrifft überwiegend die Haut und die Nerven. Auslöser der Krankheit ist das Varicella-Zoster-Virus. Es gehört zur Gruppe der Herpes-Viren und löst auch Windpocken aus. Die Erkrankung beginnt mit starken Nervenschmerzen und mündet in einem auf bestimmte Körperregionen beschränkten Bläschen-Ausschlag. Weitere Informationen über Herpes zoster finden Sie in diesem Ratgeber.

Kurzfassung

  • Gürtelrose tritt nur auf bei Menschen, die bereits an Windpocken erkrankt waren. Ein Teil der Viren bleibt im Körper, unter Umständen über viele Jahre inaktiv. Im Gegensatz zu Windpocken konzentriert sich der schmerzhafte Hautausschlag in der Regel auf einzelne Hautsegmente.
  • Eine Gürtelrose ist extrem schmerzhaft und hoch ansteckend. Begleitsymptome können Fieber, Abgeschlagenheit und ein allgemeines Krankheitsgefühl sein.
  • Eine Krankschreibung bei Gürtelrose verringert die Ansteckungsgefahr.

Wie kündigt sich eine Gürtelrose an?

Herpes zoster beginnt mit brennenden bis schneidenden Schmerzen, die einige Tage vor der eigentlichen Bläschenbildung anfangen. Bevorzugte Stellen sind unter anderem

  • Hals
  • Rumpf
  • Schulterbereich

In selteneren Fällen tritt eine Gürtelrose an und in den Ohren (Zoster oticus) auf. Begleitende Symptome sind hier unter anderem Gesichtslähmungen, Schwindel und Hörprobleme.

Ist der Trigeminusnerv Ausgangspunkt, werden Augen, Nase, Stirn und die Kopfhaut einer Gesichtshälfte mit befallen. Folgesymptome sind

  • Bindehautentzündung (Conjunctiva)
  • Entzündung der Hornhaut (Cornea)
  • Befall des Sehnervs mit einhergehenden Sehstörungen

Grundsätzlich kann die Gürtelrose allerdings jede Nervenwurzel im menschlichen Körper befallen. Deshalb ist es wichtig, bei undefinierbaren starken Schmerzen immer sofort ärztlichen Rat einzuholen.

Wichtig: Bei jungen Menschen bleiben die Schmerzen oft aus. Deshalb wird bei ihnen die Gürtelrose häufig erst spät erkannt.

Ursachen, Risikogruppen und Verlauf

Jeder Mensch, der einmal Windpocken hatte, trägt die Varicella-Zoster-Viren in sich. Sie siedeln sich in Nervenzellen in der Nähe des Rückenmarks an und können über Jahrzehnte hinweg dort „schlafen“, ohne Beschwerden zu verursachen. Woran aber liegt es, dass manche Menschen eine Gürtelrose entwickeln und andere zeitlebens davon verschont bleiben?

Faktoren, die eine Gürtelrose auslösen können, sind unter anderem:

  • Ein geschwächtes Immunsystem
  • Großer psychischer Stress
  • Andere Infektionskrankheiten wie zum Beispiel grippale Infekte oder Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes
  • Fortgeschrittenes Alter

Besonders gefährdete Risikogruppen sind zum Beispiel:

  • Ältere Menschen mit einem geschwächten Allgemeinzustand
  • Diabetiker und andere chronisch Erkrankte
  • Menschen mit einer bestehenden Polyneuropathie (Schädigung am peripheren Nervensystem)

Der überwiegende Anteil an Gürtelrose-Erkrankten hat das 50. Lebensjahr überschritten. Wenn die Viren aktiv werden, breiten sie sich entlang der Bahnen eines Hauptnervs aus. Etwa zwei bis sieben Tage nach Auftreten der Schmerzen bildet sich ein Bläschen-Ausschlag, der an Windpocken erinnert.

Allerdings beschränkt sich der Ausschlag auf eine kleine Region des Körpers. Die Bläschen sind mit Wasser gefüllt. Darin befinden sich aktive Herpes-Viren, die auf andere Menschen übertragen werden können.

Krankschreibung bei Gürtelrose reduziert das Ansteckungsrisiko

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr ist bei Gürtelrose eine Krankschreibung unbedingt erforderlich. Diese muss solange fortbestehen, bis alle Bläschen abgeheilt sind. Ist eine Gürtelrose-Diagnose vom Arzt gestellt, sollte der direkte Hautkontakt zwischen dem Erkrankten und anderen Personen so weit wie möglich eingestellt werden.

Wichtig: Eine Gürtelrose kann chronisch werden. Bleiben die Schmerzen nach der Abheilung der Bläschen länger als ein halbes Jahr bestehen, spricht die Medizin von einer Post-Zoster-Neuralgie (PZN). Eine Behandlung sollte hier gemeinsam von Neurologen und Schmerztherapeuten erfolgen. Heilbar ist die chronische Form der Gürtelrose nicht, aber sie ist gut therapierbar.

Welcher Arzt kann helfen?

Bei den ersten Anzeichen einer Gürtelrose einen Arzt zu konsultieren, ist die richtige Entscheidung. Je früher die Virus-Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto geringer ist das Risiko des Entstehens von Folgeerscheinungen (Seh- und Hörstörungen etc.). Aber welcher Arzt ist der Richtige und wie wird eine Diagnose gestellt?

Die Arztwahl hängt nicht zuletzt davon ab, an welcher Stelle des Körpers die Gürtelrose auftritt. Sind bereits Bläschen vorhanden, genügt oft schon eine einfache Blickdiagnose. Auch ein Abstrich der Flüssigkeit in den Bläschen gibt Auskunft darüber, ob es sich tatsächlich um Herpes zoster handelt.

Ist der Ausschlag noch nicht vorhanden, kann ein Erregernachweis über eine Blutuntersuchung Klarheit bringen. Ärzte, die Herpes zoster erkennen und behandeln können, sind unter anderem:

Wichtig: Der Rat eines Facharztes ist besonders dann wichtig, denn die Gürtelrose Regionen des Körpers befällt, die sensibel sind. Dazu gehören das Gesicht sowie die Augen und Ohren. Hier besteht auch das größte Risiko von nicht zu reparierenden Folgeerkrankungen.

Behandlung

Ein Rezept allein genügt nicht

Je früher die Behandlung einsetzt, desto unkomplizierter ist in der Regel der Krankheitsverlauf. Verschiedene sogenannte Virustatika kommen für eine orale Therapie (Einnahme von Medikamenten) infrage. Bekannte Mittel sind unter anderem

  • Aciclovir
  • Famciclovir
  • Valaciclovir
  • Brivudin

Bei schwerem Krankheitsverlauf oder bei stark immungeschwächten Patienten wird eine Infusionstherapie mit Aciclovir durchgeführt.

Zusätzliche Schmerzmittel und desinfizierende Puder sowie eine sorgfältige Hautpflege bringen ebenfalls Erleichterung.

Fragen und Antworten

Wie lange dauert eine Gürtelrose?

Bei normalem Verlauf ist ein Herpes zoster in zwei bis vier Wochen ausgeheilt.

Gibt es eine Impfung gegen diese Infektion?

Ja. Neben den bereits länger bekannten Lebendimpfstoffen aus Windpocken-Erregern ist nun auch ein Totimpfstoff erhältlich, der wesentlich bessere Langzeitergebnisse erzielt. Bei älteren Patienten gehört die Impfung gegen Gürtelrose bei den gesetzlichen Krankenkassen zum Leistungskatalog.

Erkranken an Gürtelrose nur ältere Menschen?

Nein, die Gürtelrose kann in seltenen Fällen auch Kinder und Jugendliche befallen. Der Hauptanteil der Betroffenen gehört allerdings zur älteren Generation.

Können Hausmittel einer Gürtelrose vorbeugen?

Nein. Ob und wann die Herpes-Viren aktiv werden, ist mit Hausmitteln nicht zu beeinflussen. Welche Therapie sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Erhöht eine Gürtelrose das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte?

Ja, unter Umständen. Nach einer aktuellen koreanischen Studie liegt das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden, bei Patienten, die bereits eine Gürtelrose hatten, um etwa 68 Prozent höher als bei Personen, die diese Krankheit nicht durchlitten haben.

Quellen

  • https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/guertelrose/
  • https://www.chirurgie-portal.de/infektionen/guertelrose/guertelrose-krankschreibung.html
  • https://www.guertelrose-infektion.de/welcher-arzt-behandelt-die-guertelrose.html
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/101495/Impfung-gegen-Herpes-zoster-wird-Kassenleistung