Ihr Ratgeber zu Halsschmerzen

Halsschmerzen treten meistens im Rahmen einer Erkältung auf: Sie sind unangenehm, aber harmlos. Doch in seltenen Fällen können diese Beschwerden auch Anzeichen für eine ernste Erkrankung darstellen. Lesen Sie hier nach, welche Erreger Halsschmerzen verursachen und welche Therapieformen für deren Behandlung infrage kommen.

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Halsschmerzen

Kurzfassung

  • Halsschmerzen dienen als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Entzündungen im Rachenraum.
  • Bei schnell abklingenden Halsschmerzen müssen Sie üblicherweise keinen Arzt aufsuchen, verschiedene Hausmittel verschaffen Ihnen dann Linderung.
  • Leiden Sie unter starken Schmerzen und hohem Fieber, sollten Sie sich jedoch in medizinische Behandlung begeben.

Die Ursachen von Halsentzündungen

Viren lösen in den meisten Fällen unangenehme Schmerzen in Hals und Rachen aus. Dabei handelt es sich in der Regel um Erkältungsviren, die sich vornehmlich in der kalten Jahreszeit ausbreiten. Diese als Rhinoviren bezeichneten Krankheitserreger verursachen neben Halsschmerzen auch die folgenden Symptome:

  • Schnupfen
  • Husten beziehungsweise Bronchitis
  • Mattigkeit und Abgeschlagenheit

Neben grippalen Viren erzeugen bestimmte Bakterien starke Halsschmerzen. Sie treten oft im Rahmen einer Angina tonsillaris (Mandelentzündung) oder einer Pharyngitis (Rachenentzündung) auf. Bei vielen Patienten kommt es durch bakterielle Erreger zu einer Laryngitis (Kehlkopfentzündung) oder einer Epiglottitis (Kehldeckelentzündung). In allen diesen Fällen entzündet sich die Schleimhaut durch den Befall mit Bakterien. Besonders häufig handelt es sich dabei um Streptokokken. Allerdings können auch Erkältungsviren diese Krankheiten verursachen.

Mehrere Erkältungen im Jahr stellen prinzipiell keinen Grund zur Besorgnis dar. Fachleute gehen davon aus, dass zwei bis vier virale Atemwegsinfektionen bei Erwachsenen sowie sechs bis acht Erkältungsepisoden bei Kindern als normal anzusehen sind.

Weitere Auslöser von Halsschmerzen

Auch Umwelteinflüsse können zu Halsschmerzen führen. So reagieren viele Menschen auf diese Reize mit schmerzhaften Beschwerden im Rachenraum:

  • Tabakrauch
  • trockene Raumluft, insbesondere während der Heizperiode
  • Hausstaub
  • Chemikalien, wie zum Beispiel Lösungsmittel

Hinweis: Allergien, vor allem Heuschnupfen, oder die gastroösophalageale Refluxkrankheit (Sodbrennen) gehen ebenfalls häufig mit Halsschmerzen einher.

Die typischen Symptome der verschiedenen Arten von Halsentzündungen

Eine Halsentzündung führt je nach lokalem Auftreten im Rachenraum zu unterschiedlichen Beschwerden.

Symptome einer Mandelentzündung

  • intensive Halsschmerzen, die über einen Zeitraum von mehr als zwei Tagen anhalten
  • häufig auch Ohrenschmerzen
  • Beschwerden beim Schlucken
  • weißliche Beläge auf den Gaumenmandeln
  • Mundgeruch
  • geschwollene, teilweise bei Berührung schmerzende Lymphknoten am Hals
  • Fieber
  • Mattigkeit

Symptome einer Rachenentzündung

  • leichte Halsschmerzen oder ein Kratzen im Rachen, das nach wenigen Tagen abklingt
  • Schnupfen und Niesreiz
  • häufig Kopfschmerzen und Fieber

Symptome einer Kehlkopfentzündung

  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit bis hin zur Aphonie (Versagen der Stimme)
  • Husten
  • Fieber

Symptome einer Kehldeckelentzündung

  • Schmerzen beim Schlucken
  • tiefere Aussprache
  • Fieber
  • inspiratorischer Stridor (pfeifende Geräusche während des Einatmens)
  • Atemnot

Eine unbehandelte Epiglottitis kann unter Umständen zum Erstickungstod führen, wenn der Eingang des Kehlkopfes komplett anschwillt. Aus diesem Grund sollten Sie sich bei Verdacht auf eine Kehldeckelentzündung unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.

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Die Behandlung von Halsschmerzen

Halsschmerzen, die nicht länger als zwei Tage anhalten, machen in der Regel einen Arztbesuch nicht erforderlich.

Die Linderung von Halsschmerzen in Eigenregie

Um eine lästige und schmerzhafte Halsentzündung schnell zu überwinden, bewähren sich verschiedene Hausmittel. Sie sollten in jedem Fall darauf achten, viel zu trinken. Denn auf diese Weise halten Sie die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum stets feucht und unterstützen Ihren Organismus bei der Abwehr der krankmachenden Viren oder Bakterien. Besonders intensiv benetzen sie die Rachenschleimhäute durch das Gurgeln. Dafür kommen Salzwasser (pro 0,2 Liter Wasser ein halber Teelöffel Haushaltssalz) oder verschiedene Kräutertees infrage. So lindern beispielsweise Salbei-Extrakte die Entzündung und entfalten eine schmerzlindernde Wirkung. Denselben Effekt haben kühlende Halswickel und -kompressen.

Halsschmerz-Pastillen oder Bonbons bekämpfen Halsschmerzen zum einen mit ihren schleimbildenden und betäubenden Wirkstoffen. Zum anderen regt das Lutschen dieser rezeptfrei erhältlichen Medikamente den Speichelfluss an, sodass die Krankheitserreger leichter ausgespült werden können.

Ärztliche Behandlung von Halsentzündungen

Hartnäckige oder häufig wiederkehrende schwere Halsschmerzen stellen ebenso einen Anlass für einen Arztbesuch dar wie hohes Fieber über 39 Grad, das länger als einen Tag anhält. Das Gleiche gilt für niedrigeres Fieber, unter dem Sie länger als drei Tage leiden. Auch beim Auftreten von verschiedenen schweren Begleitbeschwerden sollten Sie die Ursachen Ihrer Halsentzündung von Ihrem Arzt abklären lassen. Zu diesen Symptomen gehören insbesondere:

  • ausgeprägtes Schwäche- oder Krankheitsgefühl
  • Schmerzen im Bauchraum oder der Brust
  • starker Husten
  • angeschwollene Lymphknoten am Hals

Der behandelnde Mediziner ermittelt den Verursacher Ihrer Halsentzündung. Unter Umständen nimmt er eine Abstrichuntersuchung vor, um den Erreger im Labor identifizieren zu lassen. Bei schwerem Verlauf der Krankheit klärt Ihr Arzt durch eine Blutuntersuchung, ob es sich um einen Fall von Pfeifferschem Drüsenfieber handelt. Diagnostiziert er einen bakteriellen Infekt, verordnet der Arzt in vielen Fällen ein Antibiotikum. Darüber hinaus gibt er Ihnen ein Rezept für Schmerzmittel, Entzündungshemmer und Medikamente, die das Fieber senken, in der Regel erhalten Sie eine Krankschreibung.

Hausärzte überweisen Patienten bei Bedarf an Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, um weiterführende Untersuchungen mit Ultraschall, der Computertomografie oder Magnetresonanztomografie durchzuführen.

Hinweis: Schlecht sitzende Prothesen und eine mangelnde Mundhygiene ermöglichen es Krankheitserregern, sich im Mund- und Rachenraum stark zu vermehren.

Fragen und Antworten

Ist eine Tonsillektomie (operative Mandelentfernung) bei Erwachsenen sinnvoll?

Studien belegen, dass dies häufig der Fall ist. Durch eine Entfernung der Mandeln können auch bei erwachsenen Patienten die folgenden positiven Effekte erzielt werden:

  • deutliche Verringerung der Anzahl der Halsschmerzepisoden pro Jahr
  • geringere Einnahme von Antibiotika und Schmerzmitteln
  • weniger Arbeitsfehltage

Wie können Eltern Ihre Kinder vor einer Kehldeckelentzündung schützen?

Diese in schweren Fällen lebensbedrohliche Krankheit tritt besonders häufig bei kleinen Kindern auf. Sie können Ihren Nachwuchs durch eine Impfung gegen Hämophilus Influenzae b schützen. Dieser Erreger ist für viele Fälle von Epiglottis verantwortlich und kann darüber hinaus auch eine Meningitis (Hirnhautentzündung) verursachen. Die beim Robert-Koch-Institut angesiedelte Ständige Impfkommission der Bundesrepublik Deutschland empfiehlt diese Schutzimpfung für alle Säuglinge.

Wie unterscheiden Mediziner Halsschmerzen in Bezug auf ihre zeitliche Dauer?

Grundsätzlich teilen Ärzte diese Krankheit in die folgenden Gruppen ein:

  • akut (maximale Beschwerdedauer von zwei Wochen)
  • rezidivierend oder wiederkehrend
  • chronisch

Welche Lebensweise begünstigt das gehäufte Auftreten von Halsschmerzen?

Kurz gefasst kann ein ungesunder Lebensstil auch zu oft auftretenden Halsentzündungen führen, da er die allgemeine Immunabwehr schwächt. So haben Krankheitserreger ein leichtes Spiel. Als Risikofaktoren gelten in dieser Hinsicht vor allem eine einseitige, vitaminarme Ernährung mit einem hohen Zucker- und Fettverzehr sowie Bewegungsmangel.

Der Konsum von Tabak und Alkohol erhöht unter anderem die Wahrscheinlichkeit, eine Tumorerkrankung in diesen Bereichen zu entwickeln:

  • Rachen
  • Mundhöhle
  • Kehlkopf
  • Speiseröhre

Allerdings lösen diese Krebserkrankungen erst in einem fortgeschrittenen Stadium Halsschmerzen aus.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/186548/Akute-Atemwegsinfektionen-Welche-Therapieformen-nuetzen-welche-nicht
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/78169/Rezidivierende-Tonsillitis-bei-Erwachsenen
  • https://www.apotheken-umschau.de/halsschmerzen
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/100957/Warum-manche-Kinder-immer-wieder-an-einer-Tonsillitis-erkranken