Ihr Ratgeber zu Hodenkrebs

Hodenkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern zwischen 25 und 45. Oftmals sind auch jüngere Männer schon betroffen. Informationen zu Prävention, Zeugungsfähigkeit, Zahlen, Fakten und der Diagnose Hodenkrebs finden Sie hier.

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Hodenkrebs-Ratgeber

Kurzfassung

  • Hodenkrebs ist mit 1,6% eine seltene Tumorneuerkrankung; im Alterssegment von 20-45 Jahren ist sie mit 20-30% jedoch die häufigste Krebserkrankung bei Männern.
  • 11 von 100.000 Männern sind betroffen. 
  • Hodenkrebs ist sowohl im frühen, als auch in späteren Stadien gut heilbar; unbehandelt jedoch tödlich.
  • Betroffenen sollten sich eine Zweitmeinung einholen, da jede fünfte Zweitmeinung den Therapieplan verbessert.
  • Hodentumoren werden auch meist ohne Vorsorgeuntersuchungen früh erkannt. 
  • Die Entfernung eines Hodens bedeutet nicht, dass der Patient danach zeugungsunfähig ist. Bei anschließenden Behandlungen (Chemo- oder Strahlentherapie), kann die Zeugungsfähigkeit jedoch vorübergehend eingeschränkt sein.
  • Psychologischer Beistand kann den Betroffenen auf seinem Weg unterstützen.
  • Prävention ist alles. Sie beginnt beim eigenen Abtasten und hört beim regelmäßigen Wahrnehmen von Nachsorgeuntersuchungen auf.

Was ist Hodenkrebs?

Hodenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung. 

Bei 95% der Betroffenen entsteht in einem der beiden Hoden der Tumor. Dieser kann sich im weiteren Verlauf auf Nebenhoden und Samenleiter ausbreiten.

Unbehandelt führt Hodenkrebs zum Tod.
Die genauen Ursachen sind bis dato unbekannt. Risikofaktoren, wie eine familiäreVeranlagung, ein vor dem ersten Lebensjahr unbehandelter Hodenhochstand oder die Ernährung stehen im Verdacht Hodenkrebs zu begünstigen.

Zahlen & Fakten

  • Hodenkrebs ist mit 1,6% aller Krebsneuerkankungen eine seltene Tumorerkrankung, bleibt sie unbehandelt, verläuft sie tödlich.
  • 11 von 100.000 Männern sind betroffen.
  • Bei der Hälfte der Betroffenen liegt zum Zeitpunkt der Diagnose bereits eine eingeschränkte Zeugungsfähigkeit vor. 

Auch wenn diese Art der Krebserkrankung selten ist, sollte sie nicht außer Acht gelassen werden. Vor allem weil sie besonders junge Männer ab 20 betrifft.

  • Im Alterssegment zwischen 25 und 45 stellt Hodenkrebs mit 20-30% die häufigste Tumorneuerkrankung bei Männern dar.
  • In den letzten Jahren ist weltweit ein deutlicher Anstieg der Neuerkrankungen zu verzeichnen. Die Ursachen dafür sind unbekannt.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf Hodenkrebs wird der Arzt – in der Regel ein Urologe – die Hoden untersuchen. In einem Anamnesegespräch werden mögliche Risikofaktoren besprochen.

Nach der Tastuntersuchung der Hoden werden weiters die Lymphknoten in der Leiste und über dem Schlüsselbein untersucht. Auch der Bauch wird abgetastet.

Es folgt eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Hoden und auch die Organe im Bauch genauer betrachtet werden. Nur eine Gewebeprobe kann mit Sicherheit bestätigen, ob es sich um Hodenkrebs handelt oder nicht.

Anschließend wird der Therapieplan aufgestellt. Es empfiehlt sich ein oder mehrere Zweitmeinungen einzuholen.

Orchiektomie: In der Regel wird der betroffene Hoden unter Vollnarkose chirurgisch entfernt. Ist die Diagnose eindeutig, wird der Samenstrang ebenfalls entnommen.

Weitere Therapiemaßnahmen hängen davon ab, wie groß der Tumor war und auch um welche Art es sich handelte. Meist wird eine Chemotherapie verordnet. In vielen Fällen wird aber auch erst einmal abgewartet.

Tipp für Betroffene

Unabhängig davon, ob Sie betroffen sind und schon eine Arzt haben, empfiehlt es sich eine Zweitmeinung einzuholen. Das internetbasierte Zweitmeinungsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) Zweitmeinung Hodentumoren bietet hierzu die Möglichkeit. Laut der DGU verbessere jede fünfte Zweitmeinung den Therapieplan.

Heilungschancen

Obwohl es sich bei Hodenkrebs um eine bösartige Tumorerkrankung handelt, stehen die Heilungschancen gut – sowohl im frühen Stadium, als auch in späteren.

96% der betroffenen Männer werden wieder gesund und sind nach der Therapie auch wieder im aktiv im Arbeitsleben tätig.

Leben mit Hodenkrebs

Auch wenn Hodenkrebs gut heilbar ist, ist die Diagnose ein massiver Einschnitt ins Leben eines Betroffenen. Oftmals machen sich Männer Gedanken im Bezug auf die Sexualfunktion und ihre Zeugungsfähigkeit.

Zeugungsfähigkeit und Sexualfunktion

Hodenkrebs oder die operative Entfernung eines Hodens bedeuten nicht zwingend, dass der Patient danach in seiner Sexualfunktion gestört oder unfruchtbar ist. Der andere Hoden produziert in der Regel eine ausreichend große Menge an Spermien.

Bei Männern, die nach einer operativen Entfernung noch weitere Behandlungen benötigen, wie zum Beispiel eine Chemo- oder Strahlentherapie, ist die Fruchtbarkeit wiederum schon betroffen – zumindest vorübergehend

Patienten sollten vor einer Chemo- oder Strahlentherapie die Option, ihre Samen in einer Samenbank einfrieren zu lassen, in Erwägung ziehen. Nach gut einem Jahr kann anhand eines Spermiogramms die Menge der zeugungsfähigen Spermien im Ejakulat geprüft werden. Sind wieder ausreichend Spermien vorhanden, kann das damals eingefrorene Ejakulat aufgelöst werden. 

Psyche 

Eine Krebserkrankungen bedeutet nicht nur, dass der Körper betroffen ist. Auch die Psyche leidet unter den Folgen der Erkrankung. Männer sollten sich psychologischen Beistand sichern, wenn sie von Hodenkrebs betroffen sind und gegebenenfalls weiteren Strahlungs- oder Chemotherapien benötigen. 

Auch Freunde oder Familie können Sie auf Ihrem Weg begleiten. Wichtig ist, sich nicht zurückzuziehen und offen über das Thema zu sprechen. 

Prävention

Hodenkrebs wird auch ohne regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen in den meisten Fällen rechtzeitig erkannt. 

Ein Hodenkrebsscreening ist laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nicht nötig. Weiters sogar nicht empfehlenswert, da im Rahmen dieses Screenings unnötige Schäden entstehen können.

Um Krebs und weitere Krankheiten generell zu vermeiden, ist es ratsam:

  • auf eine gesunde Ernährung zu achten,
  • ausreichend Sport zu treiben, 
  • Alkohol- und Nikotinkonsum möglichst gering halten.

Zusätzlich empfiehlt es sich die Hoden in regelmäßigen Abständen auf Veränderungen zu untersuchen.

Eigenes Abtasten

Da Hodenkrebs meistens im Alter zwischen 20 und 45 Jahren auftritt, sollte man es sich schon früh zur Gewohnheit machen, die Hoden regelmäßig abzutasten. Vor allem, wenn in der Familie bereits Hodenkrebs aufgetreten ist.
Dazu eignet sich eine entspannte Stellung in der Dusche oder der Badewanne. Den Hodensack mit beiden Handflächen von unten halten. Mit Daumen und Finger jeden Hoden sanft einzeln abtasten – auf der Rückseite der Hoden befindet sich das weiche Gewebe der Nebenhoden. Untersuchen Sie den Hoden auf Schwellungen, leichte Vergrößerungen und auch auf Festigkeitsänderungen.

Stellen Sie Veränderungen fest oder haben Schmerzen, sollten Sie einen Arzt konsultieren!

Nachsorge

Nachsorge ist gleich Prävention. Um wiederkehrende Tumorbildungen frühzeitig zu erkennen und schnellstmöglich zu behandeln, lohnt es sich die Nachsorge nicht zu vernachlässigen.

  • Die Nachsorge unterscheidet sich von Patient zu Patient. Sie wird in der Regel nach der Behandlung angesetzt. Nehmen Sie sie wahr und ernst! 

Quellen

  • https://de.movember.com/mens-health/testicular-cancer
  • https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/hodenkrebs/definition-und-haeufigkeit.html
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Hodenkrebs?nid=106612
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Hodenkrebs?nid=105157