Ihr Ratgeber zu Homocystein

Was Homocystein ist, welche Rolle es im Körper spielt und was ein erhöhter Homocysteinwert zur Folge hat, erfahren Sie im hier.

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Homocystein

Kurzfassung

  • Homocystein ist eine natürliche Aminosäure in unserem Körper.
  • Homocystein wird unter anderem zur Neubildung von Proteinen und Nukleinsäuren benötigt.
  • Ein optimaler Homocysteinspiegel liegt unter 10 µmol/l.
  • Die Auslöser für einen erhöhten Homocysteinwert sind meist ein Mangel an Folsäure und den Vitaminen B12 und B6, Übergewicht oder eine falsche Ernährung.
  • Selbst bei einem gering erhöhten Wert steigt das Risiko für koronare Herzerkrankungen, Multiple Sklerose oder auch Schlaganfälle bereits an.
  • Um den Homocysteinwert zu senken, empfiehlt es sich auf die Ernährung zu achten und gegebenenfalls eine vom Arzt empfohlene Medikation mit Vitamin B6 und Folsäure zu beginnen.

Definition und Bedeutung im Stoffwechselkreislauf

Homocystein ist
– eine natürliche Aminosäure in unserem Körper, die nicht in der Nahrung vorkommt.
– ein körpereigenes Stoffwechselprodukt, das beim Abbau von Proteinen entsteht.
– unter anderem an der Neubildung von Proteinen, Nukleinsäuren und von Kreatinin beteiligt.
Ein optimaler Homocysteinspiegel liegt unter 10 µmol/l. Ist der Wert erhöht, steigt die Gefahr für Gefäßverengungen und für Herzinfarkte oder Schlaganfälle.

Ursachen und Risikofaktoren

Ein erhöhter Homocysteinwert kann unterschiedliche Ursachen haben. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Ein Mangel an Vitamin B12, B6 oder Folsäure,
  • Nierenkrankheiten,
  • Eine Schilddrüsenunterfunktion,
  • Verstärkter Alkoholkonsum,
  • Bestimmte Medikamente,
  • Defekte Enzyme aufgrund genetischer Veränderungen,
  • Kaffeekonsum,
  • Nikotin,
  • Übergewicht,
  • Bewegungsmangel.

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Folgen

Steigt der Homocysteinwert auch nur gering an, kann das das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöhen. Homocystein schädigt vor allem die Innenwand der arteriellen Blutgefäße, wodurch das Risiko für folgende Erkrankungen steigen kann:

  • Erhöhte Thrombenbildung und Gefäßverkalkungen,
  • Koronare Herzerkrankungen
  • Periphere arterielle Verschlusserkrankungen,
  • Schlaganfälle oder Multiple Sklerose.
Wird ein zu hoher Homocysteinwert nicht behandelt, kann das schon im Jugendalter zu schweren atherosklerotischen Gefäßveränderungen, geistiger Zurückgebliebenheit und Knochenschwund führen.

Ist bei Schwangeren der Homocysteinspiegel erhöht, steigt das Risiko für eine Fehlgeburt und/ oder für weitere Schwangerschaftskomplikationen an. Das Risiko für den Säugling an Neuralrohrdefekten zu erkranken ist ebenfalls erhöht.

Zur Zeit wird wissenschaftlich diskutiert, ob nicht auch eine Verbindung zu Demenz oder Depressionen besteht.

Diagnose und Therapie

Mithilfe einer Laboruntersuchung können Folsäure-, Vitamin B6-, Vitamin B12-Werte und der Homocysteinspiegel gemessen werden. 

Untersuchungen belegen, dass sich ein erhöhter Homocysteinwert durch die Gabe von Folsäure und Vitamin B6 senken lassen kann. 

Folsäure- und Vitamin-B6-haltige Nahrungsmittel sind:
Blattgemüse,
Obst,
Vollkornprodukte,
– Einige Fleischsorten.

Manche Patienten benötigen jedoch mehr B-Vitamine, als die Nahrung ihnen geben kann. Ist dies der Fall wird eine Dauermedikation angeordnet. Diese Medikation muss jedoch sorgfältig durch einen Arzt erfolgen, da es wichtig ist, die richtige Dosierung zu finden, um die Balance zwischen den einzelnen Vitaminen aufrechtzuerhalten. Ist die Dosierung falsch, kann das zu einem weitere Vitaminmangel führen.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/29412/Hyperhomocysteinaemie-Vitaminsubstitution-wird-empfohlen
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/9590/Risikofaktor-Homocystein-Vitamine-gegen-den-Herzinfarkt