Ihr Ratgeber zu Krätze

Krätze ist eine juckende Hautkrankheit, die in Deutschland wieder vermehrt auftritt. Schon bei den ersten Anzeichen von Krätze ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen und die betroffenen Stellen zu behandeln. Wenn der Verdacht auf die Erkrankung besteht, erhalten Sie hier bei der TeleClinic schnelle medizinische Beratung. Auch bieten wir Ihnen die Möglichkeit, bei akuter Krätze eine Krankschreibung vom beratenden Arzt anzufordern.

Wussten Sie, dass Ihnen TeleClinic neben dem Ratgeber auch einen schnellen Zugang zu Fachärzten ermöglicht?

Krätze-Ratgeber

Kurzfassung

  • Krätze ist eine ansteckende Hauterkrankung, die einer Behandlung bedarf.
  • Verursacher der Hautkrankheit sind Krätzemilben, die sich unter anderem bei der gegenseitigen Körperpflege und beim Geschlechtsverkehr auf nächsten Wirt übertragen.
  • Die Krankheit macht sich meist durch einen unangenehmen Juckreiz sowie Pusteln, Knötchen und Ekzeme auf der Haut bemerkbar.
  • Für die Behandlung stehen sowohl äußerlich anwendbare Mittel als auch Medikamente zur Verfügung.

Definition

Krätze (in der Medizinersprache Skabies bzw. Scabies genannt) ist eine durch Parasiten verursachte Hautkrankheit. Die weiblichen Krätzmilben befallen die Epidermis und legen ihre Eier in Milbengängen in der Haut ab. Die Milbenprodukte in Form von Absonderungen und Milbenprotein führen zu einer starken Hautreizung.

Ursache

Krätzmilben übertragen sich von einem Menschen zum anderen durch Haut-zu-Haut-Kontakt. In der Regel ist es dafür erforderlich, dass ein großflächiger Hautkontakt für mindestens fünf bis zehn Minuten anhält. Aufgrund der potenziellen Ansteckungsgefahr beim Geschlechtsverkehr zählt Krätze zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.

Erhöhte Ansteckungsgefahr bei Scabies crustosa

Bei kurzem Körperkontakt wie einem Händeschütteln besteht im Normalfall kein Risiko, sich anzustecken. Eine Ausnahme dazu bildet die besonders schwere Form Borkenkrätze (Scabies crustosa). Aufgrund eines geschwächten Immunsystems findet sich bei den Patienten eine hohe Anzahl an Milben auf der Haut, wodurch das Ansteckungsrisiko deutlich erhöht ist.

Risikofaktoren

Krätze kann jeden Menschen befallen. Zu den Risikogruppen gehören immungeschwächte Patienten, wie etwa an HIV erkrankte Personen.

Die Krankheit ist zwar allgemein nicht meldepflichtig, das Infektionsschutzgesetz schreibt aber einen Hygieneplan für bestimmte Gemeinschaftseinrichtungen vor. Darunter fallen Massenunterkünfte und Justizvollzugsanstalten sowie Einrichtungen für

  • Säuglinge, Kinder oder Jugendliche
  • Ältere, behinderte oder pflegebedürftige Menschen
  • Obdachlose
  • Asylbewerber, vollziehbare Ausreisepflichtige, Flüchtlinge und Spätaussiedler

Symptome

Sobald es zu einer Immunreaktion auf die Krätzmilben kommt, treten die folgenden typischen Symptome auf:

  • Starker Juckreiz, der vor allem bei Wärme auftritt (z. B. beim Duschen oder nachts im Bett)
  • Hautirritationen wie Papeln, Knötchen, Pusteln, Blasen, Ekzeme, Krusten und Quaddeln
  • Sichtbare Milbengänge in der oberen Hautschicht

Teilweise kann es zudem zu allergischen Reaktionen kommen, die sich durch einen Hautausschlag am ganzen Körper zeigen.

Symptome zeigen sich erst Wochen nach Befall

Bis die ersten Symptome nach der Ansteckung auftreten, können drei bis sechs Wochen vergehen. Anders sieht es bei der Wiederbesiedlung aus, hier macht sich die Krätze schon nach ein bis zwei Tagen bemerkbar. Auch während dieser symptomfreien Zeit ist es möglich, die Krätzmilben auf andere zu übertragen.

Krätze betrifft meist bestimmte Hautbereiche

Krätzmilben bevorzugen warme Hautbereiche mit dünner Hornschicht. Aus diesem Grund sind in der Regel die folgenden Bereiche des Körpers betroffen:

  • Handgelenke
  • Finger
  • Ellbogen
  • Achseln
  • Bauchnabel
  • Gesäß
  • Genitalbereich
  • Knie
  • Gelenkbeugen
  • Bei Kleinkindern auch Fußsohlen, Nacken und Kopf

Sonderformen mit abweichenden Symptomen

Die zuvor genannten Symptome müssen nicht immer auftreten. Bei Sonderformen der Krätze kann sich die Hautkrankheit durch andere Symptome bemerkbar machen.

  • Gepflegte Scabies: Aufgrund einer verstärkten Hygiene (häufiges Baden, Desinfizieren der Haut) ist der Milbenbefall eher gering. Es treten kaum sichtbare Hautveränderungen auf, weshalb sich der Grund des Juckreizes teilweise schwerer diagnostizieren lässt.
  • Bullöse und nodöse Scabies: Bei dieser Form treten rot-braune Knötchen auf, die stark jucken.
  • Granulomatöse Krätze: Zusätzlich zu den klassischen Symptomen kommt es zu knotigen, entzündeten Hautveränderungen, die sich vor allem im Genitalbereich finden.
  • Borkenkrätze: Die Scabies norvegica ist mit zahlreichen Hautschuppen verbunden. Aufgrund der starken Verkrustungen besteht mitunter kein Juckreiz.

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Diagnose

Der Arzt erkennt den Milbenbefall meist direkt an den charakteristischen Symptomen und den Kratzspuren auf der Haut. Mit einem Mikroskop kann der Mediziner zudem gut die Milbenkanäle und die Milben selbst erkennen. Sollte keine eindeutige Diagnose aufgrund fehlender Anzeichen möglich sein, lässt sich die Tintenmethode anwenden.

Tintenmethode bei geringen Anzeichen

Um die Krätze zu diagnostizieren, trägt der Arzt wasserlösliche Tinte auf eine intakte Papel auf der Haut auf. Nach Abwischen mit einem in Alkohol getränkten Tupfer werden die nun mit Tinte markierten Milbengänge sichtbar.

Direkter Erregernachweis

Der Arzt hat zudem die Möglichkeit, die betroffenen Hautstellen auf Milbenbefall zu untersuchen. Dazu lässt sich ein Klebestreifen verwenden, an dem Milben, ihre Ausscheidungen und Larven kleben bleiben. Unter dem Mikroskop lässt sich der Klebestreifen auf Anzeichen untersuchen.

Behandlung

Eine schnelle und wirkungsvolle Therapie ist notwendig, um weitere Schädigungen der Haut zu vermeiden. Die Behandlung erfolgt mittels

  • Einer örtlichen Therapie, z. B. mit Permethrin-Creme und / oder
  • Medikamenten, z. B. mit Ivermectin

Wichtig: Aufgrund des Ansteckungsrisikos bei Krätze ist es empfehlenswert, alle Personen im Haushalt zu behandeln. Dies ist vor allem deshalb wichtig, weil die ersten Symptome erst Wochen nach dem Milbenbefall auftreten können.

Hausmittel

Hausmittel wie Essig und Teebaumöl sind für die Behandlung von Krätze nicht geeignet, da sie die Milben nicht abtöten. Aus diesem Grund sollte stets ein Arzt die Diagnose stellen und eine sinnvolle Therapie empfehlen.

Prävention

Prävention ist ein wichtiges Thema bei Krätze. Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, eignen sich die folgenden Maßnahmen:

  • Engen Körperkontakt vermeiden bzw. notwendigen Haut-zu-Haut-Kontakt möglichst kurz halten
  • Alle Textilien im Haus bei mindestens 50 °C in die Waschmaschine geben
  • Polstermöbel und Teppiche gründlich reinigen
  • Nicht waschbare Gegenstände in Plastiktüte bei mindestens 21 °C über mehrere Tage aufbewahren

Fragen und Antworten

Wann zum Arzt?

Bei Verdacht auf Krätze sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. In den meisten Fällen lässt sich Krätze ambulant behandeln. Bei Patienten mit schwerer Borkenkrätze sowie Säuglingen und Kleinkindern kann ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein.

Ich habe Krätze – welcher Arzt ist für mich zuständig?

Erster Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen ist Ihr Hausarzt. Dieser kann Ihnen dann eine Überweisung zum Dermatologen (Hautarzt) geben.

Kann ich bei Krätze eine Krankschreibung erhalten?

In bestimmten Berufen ist es Ihnen bei Krätzebefall sogar verboten, auf der Arbeit zu erscheinen. Dies betrifft vor allem Angestellte von Betreuungseinrichtungen. Bei der TeleClinic haben Sie die Möglichkeit, sich von einem deutschen Arzt beraten zu lassen und eine Krankschreibung (mit bis zu 5 Tagen Gültigkeit) anzufordern. Auch können wir Ihnen bei Krätze ein Rezept für die Behandlung ausstellen.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/102238/Mehr-Skabiesfaelle-in-Schleswig-Holstein
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/197436/Skabies-Erfahrungen-aus-der-Praxis
  • https://focus-arztsuche.de/magazin/krankheiten/kraetze-im-anfangsstadium-ansteckung-behandlung
  • https://www.apotheken-umschau.de/haut/kraetze