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Ratgeber zu Lupus Erythematodes

Welche Arten von Lupus Erythematodes gibt es? Wie sind die Symptome? Erfahren Sie hier mehr über die Autoimmunerkrankung.

Lupus Erythematodes ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung mit unterschiedlichen Krankheitsbildern. Der kutane Lupus Erythematodes betrifft die Haut und das Fettgewebe. Ein systemischer Lupus Erythematodes kann sich auf das gesamte innere Organsystem erstrecken. Detaillierte Informationen finden Sie in den folgenden Kapiteln.

Kurzfassung

  • Lupus Erythematodes ist eine chronische, nicht heilbare Erkrankung. Die Autoimmunerkrankung entsteht durch einen Fehler des Immunsystems.
  • Es können das gesamte Organsystem oder nur die Haut betroffen sein. Der Lupus beginnt mit Rötungen der Haut, Muskel- und Gelenkschmerzen, übermäßiger Müdigkeit oder Organbeschwerden.
  • Lupus Erythematodes tritt in über 60 Prozent der Fälle schubweise auf. Durch die vielfältigen Beschwerdebilder ist die Diagnose schwierig.
  • Zur Behandlung werden Schmerzmittel, Kortison und weitere Medikamente verordnet.

Definition

Die Autoimmunerkrankung ist als systemische Autoimmunerkrankung (Kollagenose) eine Form des entzündlichen Rheumas. Neben der Haut können auch Gelenke und Organe betroffen sein. Lupus Erythematodes tritt in diesen Formen auf:

  • Kutaner Lupus Erythematodes (CLE)
  • Systemischer Lupus Erythematodes (SLE)

Betroffen sind je nach Erscheinungsform

  • Nur die Bestandteile der Haut
  • Die Haut und einzelne Strukturen der inneren Organe
  • Das gesamte Organsystem

Die Krankheit wird aktiv, wenn in den jeweiligen Körperregionen Zellen in einer größeren Anzahl absterben und die Zellkerne dadurch angreifbar werden. Das Immunsystem hat normalerweise keine Verbindung zu diesen Substanzen, deswegen ordnet sie sie als Fremdkörper ein und entwickelt Antikörper, um die Substanzen der Zellkerne zu zerstören.

Da sich die Antikörper von selbst bilden und aktiv werden, handelt es sich um Auto-Antikörper. In der griechischen Sprache steht der Begriff „autos“ für „selbst“. Die Auto-Antikörper binden sich an die Zellstrukturen und locken Entzündungszellen an.

Ursachen und Risikofaktoren

Grundursache für eine Erkrankung an Lupus Erythematodes ist vermutlich eine genetische, also ererbte Veranlagung. Zum Ausbruch der Krankheit führen bei Menschen mit der Veranlagung äußere Einflussfaktoren wie:

  • Ein hoher Östrogenspiegel während oder nach der Schwangerschaft sowie bei Einnahme der Antibaby-Pille
  • Starke Sonneneinstrahlung
  • Seelischer und körperlicher Stress
  • Nahrungsmittel- und Medikamentenunverträglichkeit
  • Schwere Verletzungen
  • Operationen

Der Chilblain Lupus Erythematodes als spezielle Form des Haut-Lupus kann durch extrem niedrige Temperaturen ausgelöst werden.

Entsteht die Erkrankung als Reaktion auf Medikamente oder Lebensmittel, klingt sie nach dem Absetzen wieder ab.

Ist die Erkrankung bereits ausgebrochen, kann das Rauchen die weitere Entwicklung begünstigen.

Symptome des Lupus Erythematodes

Die Erkrankung äußert sich in einem breiten Spektrum an Symptomen. Dadurch wird sie häufig erst spät erkannt. Weitverbreitete Symptome sind

  • Leistungsschwäche, Müdigkeit, erhöhte Temperatur
  • Hautausschlag
  • Entzündungen des Unterhautfettgewebes mit starker Knötchenbildung
  • Häufig trockener Mund und trockene Augen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Kalte und weiße Zehen und Finger (Raynaud-Syndrom)
  • Magen-Darm-Beschwerden und Übelkeit
  • Lungenbeschwerden und Rippenfellentzündung
  • Lymphknotenerkrankungen
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Herzbeschwerden
  • Kopfschmerzen

Wenn mehrere dieser Symptome zutreffen, kann ein Lupus Erythematodes vorliegen.

Die Beschwerden entstehen durch bereits eingetretene Erkrankungen der jeweiligen Organe und Gelenke. Auslöser ist der Lupus Erythematodes.

Wichtig: Bei rund 50 Prozent der Patienten liegt eine Nierenentzündung vor, die sogenannte Lupus-Nephritis.

Verlauf der Erkrankung

Die Krankheit verläuft schubweise oder chronisch.

  • Krankheitsschübe treten in unregelmäßigen Zeitabständen auf.
  • Patienten können mehrere Monate oder Jahre beschwerdefrei sein.
  • Zwischen den Schüben kann die Krankheit ruhen oder bei geringen Beschwerden aktiv bleiben.
  • Die einzelnen Schübe kündigen sich nicht eindeutig an, sodass bei einem schubweisen Lupus Erythematodes ein Arzt die Krankheitsaktivität nur schwer einschätzen kann.
  • Nach längerer Erkrankungsdauer können die Schübe seltener und schwächer verlaufen.
  • Es ist häufig erforderlich, bei einem akuten Schub des Lupus Erythematodes eine Krankschreibung vorzunehmen.

Etwa 30 Prozent der Lupus-Erkrankungen verlaufen chronisch mit einer dauerhaft langsamen Entwicklung. Während die Krankheit noch in den 1950er-Jahren in vielen Fällen innerhalb von fünf Jahren tödlich endete, ist die Lebenserwartung erkrankter Personen heute nur noch minimal reduziert.

Auch wenn die Krankheit nicht heilbar ist, ermöglicht eine frühzeitige Lupus Erythematodes Diagnose dem Arzt die richtige Behandlung mit dem Ziel einer Remission. Das bedeutet, dass die Symptome vollständig abklingen und der Autoimmunprozess gestoppt wird.

Wichtig: Der Krankheitsverlauf lässt sich durch engmaschige ärztliche Kontrollen und einen gesunden Lebenswandel positiv beeinflussen.

Diagnose

Zur Erleichterung der Diagnose veröffentlichte die Amerikanische Rheumatologen-Vereinigung 2012 charakteristische Symptome des Lupus Erythematodes. Wahrscheinlich ist der Befund, wenn 4 der 17 Symptome vorhanden sind; insbesondere die schmetterlingsförmigen Rötungen an den Wangen und Nasenflügeln weisen auf einen Haut-Lupus hin.

  1. Schmetterlingsförmiger Hautausschlag im Gesicht oder Hautausschläge in anderen Körperregionen
  2. Haarausfall
  3. Typische Hautausschläge eines diskoiden Lupus
  4. Flüssigkeit im Bereich des Herzens, der Lunge oder anderer Organe
  5. Wunde Schleimhäute in Nase und Mund
  6. Arthritis oder Morgensteifigkeit
  7. Funktionsstörungen des Gehirns oder der Nerven
  8. Nierenfunktionsstörungen
  9. Antinukleäre Antikörper (ANA) im Blut
  10. Hämolytische Anämie (Verringerung der roten Blutkörperchen)
  11. Verringerung der Blutplättchen
  12. Blutbildveränderung mit geringen weißen Blutkörperchen
  13. Doppelstrang-DNS-Antikörper im Blut
  14. Antiphospholipid im Blut
  15. Smith-Antigen-Antikörper im Blut
  16. Antikörper gegen rote Blutkörperchen durch direkten Coombs-Test nachgewiesen
  17. Geringer Anteil an Komplementproteinen

Wichtig für die Sicherheit der Diagnose von Lupus Erythematodes ist, welcher Arzt die Untersuchung durchführt. Ein auf dieses Gebiet spezialisierter Internist und Rheumatologe ist die richtige Wahl.

Zusätzlich zur Blutuntersuchung kann eine Biopsie auf eine Nierenentzündung hinweisen. Die Biopsie ist die Entnahme von Nierengewebe.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt vorwiegend medikamentös. Daher wird Ihr Arzt Ihnen bei Lupus Erythematodes ein Rezept mit einem oder mehreren der folgenden Medikamente ausstellen:

  • Kortison zur Eindämmung der Entzündung
  • Immunsuppressiva zur Eindämmung der Aktivität des Immunsystems
  • Zytostatika zur Hemmung des Zellwachstums
  • Ein Antimalariamittel gegen Gelenkbeschwerden und Hauterscheinungen
  • Schmerzmittel

Eine gesunde Ernährung und der Verzicht auf Giftstoffe wie Nikotin unterstützen die Behandlung.

Fragen und Antworten

Kann ein Haut-Lupus zu einem systemischen Lupus werden?

Bei fünf bis zehn Prozent der Patienten entwickelt sich aus dem kutanen Lupus ein systemischer Verlauf.

Kann ein Sonnenbad Krankheitsschübe auslösen?

Die UVA- und UVB-Strahlen der Sonne können einen Krankheitsschub des kutanen und des systemischen Lupus verursachen. Der Schub kann bis zu vier Wochen nach dem Sonnenbad eintreten.

Warum sind besonders die Nieren betroffen?

Der Angriff des Immunsystems auf die Organe ist mit einer vermehrten Ausschwemmung von körpereigenem Gewebe verbunden. Diese belastet die Nieren sehr stark.

Wann wird der Lupus Erythematodes lebensgefährlich?

Lebensgefahr besteht, wenn der Lupus zu chronischem Nierenversagen, schweren Herzfehlern oder Thrombosen führt.

Quellen

  • https://autoimmunportal.de/lupus-lebenserwartung/
  • https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/sle/verlauf-prognose.html
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/171001/Diagnostik-und-Therapie-des-systemischen-Lupus-erythematodes
  • https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/knochen-,-gelenk-und-muskelerkrankungen/autoimmunerkrankungen-des-bindegewebes/systemischer-lupus-erythematodes-sle
  • https://www.lupus-selbsthilfe.de/krankheitsbild.htm
  • https://www.apotheken-umschau.de/Medizin/Systemischer-Lupus-erythematodes-SLE-Symptome-200247_4.html