Ihr digitaler Arztbesuch – Beratung zu Malaria erhalten

Malaria-Ratgeber

Alles was Sie zu dieser Tropenkrankheit wissen müssen

Malaria ist eine von weiblichen Stechmücken übertragene Infektionskrankheit. Sie tritt fast ausschließlich in den Tropen und Subtropen auf. Früher traf sie zahllose Europäer, die sich in Kolonialgebieten aufhielten, mittlerweile sind Urlauber jedoch kaum noch gefährdet. Lesen Sie hier alles über diese Krankheit und wie Sie sich auf Reisen schützen!

Kurzfassung

  • Malaria ist eine weltweit in den Tropen und Subtropen verbreitete Infektionskrankheit, die von Mücken übertragen wird.
  • Sie macht sich vor allem mit hohem Fieber bemerkbar.
  • Schutzimpfungen gibt es keine. Reisende können sich mit verschiedenen vorbeugenden Mitteln schützen.

Was ist Malaria?

Malaria ist mit etwa 200 Millionen Erkrankungen jährlich die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Sie macht sich mit starkem Fieber und Schüttelfrost bemerkbar und kann unbehandelt zum Tod führen. Insgesamt sind vier verschiedene Varianten bekannt:

ErregerMalariaformFieberanfälle

Plasmodium falciparum

Malaria tropica

Unregelmäßig

Plasmodium malariae

Malaria quartana

Etwa 72 Stunden lang

Plasmodium ovale / vivax

Malaria tertiana

Etwa 48 Stunden lang

Plasmodium knowlesi

Malaria quotidiana

Etwa 24 Stunden lang

Als gefährlich gilt die vom Erreger Plasmodium falciparum ausgelöste Malaria tropica, die unbehandelt zum Tod führen kann. Auf diesen Malaria-Typ entfallen 80 Prozent der Infektionen. In Deutschland werden jährlich etwa eintausend Malariafälle registriert, allerdings verlaufen lediglich 0,5 bis 1 Prozent der eingeschleppten Malariainfektionen tödlich. Weltweit schätzt die WHO die Zahl der Todesopfer auf 435.000 jährlich.

Wie kommt es zur Infektion?

Die weibliche Anopheles-Stechmücke überträgt den Erreger mit ihrem Speichel, wenn sie einen Menschen sticht. Über die Blutbahn gelangt der Erreger zunächst in die Leber, wo er sich vermehrt. Anschließend geht er in den Blutkreislauf über, heftet sich an die roten Blutkörperchen und führt zum Ausbruch der Krankheit. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Wichtig: Bei den beiden selteneren Formen Malaria tertiana und Malaria quartana kann es vorkommen, dass der Erreger in der Leber in einen Ruhezustand verfällt und über Monate hinweg unentdeckt in der Leber verbleibt. Wird er „aufgeweckt“, kann es zu plötzlichen unerwarteten Malaria-Fieberschüben kommen.

Wie macht sich Malaria bemerkbar?

Malaria bricht sieben bis 14 Tage nach der Infektion aus. Typische Symptome sind:

  • Hohes Fieber (über 38,5 °C)
  • Kopfschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Starkes Schwitzen
  • Allgemeine Schwäche
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Gliederschmerzen

Wie wird die Diagnose Malaria gestellt?

Stellt sich ein Patient mit plötzlichem starkem Fieber beim Arzt vor, wird dieser nach kürzlich stattgefundenen Reisen fragen. Gibt der Patient einen Aufenthalt in den Tropen oder Subtropen innerhalb der letzten Wochen an, wird Malaria automatisch in Betracht gezogen.

Wichtig: Kommt es innerhalb von sieben Tagen nach Ankunft in den Tropen oder Subtropen zu einer Erkrankung mit Fieber, handelt es sich höchstwahrscheinlich nicht um Malaria. So schnell kann die Krankheit nicht ausbrechen!

Bei Verdacht auf Malaria wird der Arzt das Blut des Patienten auf Plasmodien (Parasiten) untersuchen. Wird der Erreger der Malaria tropica (Plasmodia falciparum) festgestellt, sollte der Patient stationär in einem Krankenhaus mit tropenmedizinischer Erfahrung behandelt werden.

Wie wird Malaria behandelt?

Die Behandlung der Malaria tropica hängt von der Schwere der Erkrankung ab und erfolgt mit entsprechenden Medikamenten.

  • Problematisch ist die zunehmende Resistenz gegen klassische Malaria-Mittel wie Chloroquin und Mefloquin. Der Arzt wird das Medikament abhängig von der Schwere der Erkrankung, dem Infektionsgebiet und dem Alter des Patienten bestimmen.
  • Bei einer komplizierten Malaria tropica kann die Einweisung auf die Intensivstation und eine intravenöse Behandlung mit Artesunat erforderlich werden. In einigen schweren Fällen kann sogar eine künstliche Beatmung erfolgen.
  • Bei Malaria tertiana und Malaria quartana erfolgt die Behandlung meist ambulant.

Welchen Schutz vor Malaria gibt es?

Der Schutz vor Malaria erfolgt derzeit auf zwei verschiedene Arten: medikamentöse Prophylaxe (Vorbeugung) und Schutz vor Mückenstichen (Expositionsprophylaxe).

Die medikamentöse Prophylaxe

Bei der sogenannten Chemoprophylaxe verordnen der Hausarzt oder ein Tropenmediziner ein Medikament zur vorbeugenden Einnahme. Das jeweilige Medikament hängt vom Zielgebiet ab, da der Erreger der Malaria tropica in vielen Regionen bereits Resistenzen entwickelt hat. Die wichtigen Medikamente im Überblick:

  • Atovaquon/Proguanil (als Malarone® oder Generika)
  • Cholorquin (Resochin®, Quensyl®)
  • Mefloquin (Lariam®)
  • Doxycyclin (nur zur Prophylaxe, nicht zur Therapie)

Lange Zeit galt Mefloquin als effektivster Wirkstoff, ehe es aufgrund seiner psychoaktiven Nebenwirkungen von Atovaquon/Proguanil abgelöst wurde.

Die Medikamente können entweder vorbeugend eingenommen werden oder als „Stand-by“-Präparat, falls bei einer längeren Tropenreise Symptome auftreten und keine schnelle ärztliche Versorgung möglich ist.

Die Expositionsprophylaxe

Der wirksamste Schutz vor Malaria ist der Schutz vor dem Stich der nachtaktiven Anopheles-Mücke. Die wichtigsten Tipps:

  • Nachts in Hotelräumen bei geschlossenem Fenster schlafen (Klimaanlage)
  • Bei anderen Übernachtungen (z. B. in Zelten) unter einem Moskitonetz schlafen.
  • Moskitonetze mit insektenabtötenden Substanzen imprägnieren
  • Moskito-Sprays auf die Haut auftragen (Repellents)
  • Im Freien körperbedeckende Kleidung tragen (lange Hosen, langärmelige Oberteile, Strümpfe)

Schwangeren Frauen wird geraten, während der Schwangerschaft ganz auf eine Reise in Malaria-Risikogebiete zu verzichten.

Wichtig: Ein natürlicher Wirkstoff gegen Malaria ist das in der Rinde des Chinabaums enthaltene Chinin. Früher wurde es zur Malariaprophylaxe diversen Getränken beigemischt. Heute steckt Chinin noch in Tonic Water und Bitter Lemon. Zum Schutz vor Malaria ist der Gehalt jedoch viel zu gering.

Fragen und Antworten

Gibt es eine Schutzimpfung gegen Malaria?

Seit Jahrzehnten forscht die Medizin nach einer wirksamen Schutzimpfung, doch bislang liegt kein Impfstoff vor. Zuletzt gab es 2017 Anlass zur Hoffnung, als die Universität Tübingen einen neuen Impfstoff mit 100-prozentigem Erfolg testete. Bis zur Einführung einer Schutzimpfung werden allerdings noch einige Jahre vergehen.

In welchen Regionen ist Malaria endemisch?

Malaria ist weltweit in den subtropischen und tropischen Klimazonen endemisch, d. h. sie tritt nur in diesen Regionen auf.

  • Die in Deutschland festgestellten Infektionen traten vor allem in westafrikanischen Ländern (Nigeria, Ghana, Kamerun, Togo) sowie in Kenia auf.
  • Außerhalb Afrikas gelten Pakistan und Indien als größte Infektionsländer.
  • In den beliebten Urlaubsländern Südostasiens wie Thailand, Indonesien und Vietnam ist die Gefahr einer Infektion gering, aber nicht auszuschließen. Dies betrifft vor allem Individualreisende, die sich außerhalb der Großstädte und touristischen Strandregionen aufhalten.

Kann ich mich in Deutschland mit Malaria infizieren?

Derzeit besteht in Deutschland nur das Risiko der sogenannten Flughafen-Malaria: Per Flugzeug eingeschleppte Moskitos können Passagiere, Flughafenmitarbeiter oder direkte Anwohner des Flughafens stechen und so den Erreger übertragen.

Aufgrund der Klimaerwärmung ist jedoch nicht auszuschließen, dass die in den Tropen und Subtropen heimische Anopheles-Mücke möglicherweise auch in unseren Breitengraden heimisch wird.

Quellen

  • https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Malaria.html
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/140529/Prophylaxe-und-Therapie-der-Malaria-Empfehlungen-der-Deutschen-Tropenmedizinischen-Gesellschaft
  • https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/ein-impfstoff-gegen-malaria-14879234.html