Ihr Ratgeber zu Masern

Masern ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung von der nur der Mensch betroffen ist. Vor allem in Entwicklungsländern kostet das Virus jährlich vielen Personen das Leben. Daher ist die Elimination der Masern durch Impfprogramme seit 1984 ein wesentliches gesundheitspolitisches Ziel der WHO, auf das die Regierungen der Mitgliedsländer hinarbeiten.

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Kurzfassung

  • Bei Masern handelt es sich um eine hochansteckende, fieberhafte Virusinfektion.
  • Masern werden durch Tröpfcheninfektion übertragen.
  • Die Krankheit verläuft in zwei Phasen.
  • Sie äußert sich durch grippeähnliche Symptome wie Fieber und durch den charakteristischen Masernausschlag.
  • Eine Impfung bietet lebenslangen Schutz vor der Krankheit.
  • Der Mensch ist der einzige Wirt der Virus.

Definition

Masern ist eine hochansteckende, fieberhafte Virusinfektion, die zu den Kinderkrankheiten zählt. Das Virus ist weltweit verbreitet und ist vor allem in afrikanischen und asiatischen Entwicklungsländern von besonderer Bedeutung.

Besonders oft sind Kinder unter 5 Jahren und Erwachsene ab 20 betroffen.

In den meisten Fällen heilt die Krankheit von alleine aus, bei Komplikationen kann die Infektion jedoch tödlich enden.

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Ansteckung

Das Masernvirus wird per Tröpfcheninfektion übertragen. Die Ansteckung findet bei direktem Kontakt mit infektiösem Nasen- oder Rachensekret von Patienten statt. Infizierte verteilen beim Sprechen, Niesen oder Husten virushaltige Tröpfchen in die Umgebungsluft (Viren überleben bis zu 2 Stunden in der Luft), die dann von gesunden Personen eingeatmet werden. Fast jeder Kontakt einer ungeschützten Person führt dann zu einer Ansteckung.

Wichtig! Masernviren sind extrem ansteckend! Von 100 Menschen, die noch keine Masern hatten und nicht dagegen geimpft sind, erkranken 95 nach dem ersten Kontakt mit Masernviren.

Wie lange sind Patienten ansteckend?

  • Drei bis fünf Tage der vor dem Auftreten des Masernausschlag
  • Bis zu vier Tage nach Auftreten des Ausschlags

Symptome und Verlauf

Die ersten Symptome treten erst 8-10 Tage nach der Ansteckung auf, dann verläuft die Krankheit in zwei Krankheitsstadien:

1. Vorläuferstadium

Beginnt mit grippeähnlichen Symptomen:

  • Erster Fieberschub, Schnupfen, Halsschmerzen und trockener Husten
  • Abgeschlagenheit, Kopf- und Bauchschmerzen, Verstopfung oder Durchfall sowie Bindehautentzündung mit Lichtscheu

Es bilden sich weißliche Flecken auf der Mundschleimhaut.

Die Dauer der ersten Phase beträgt drei bis vier Tage, danach sinkt das Fieber wieder leicht ab.

2. Hauptstadium

Die zweite Phase beginnt mit einem weiteren starken Fieberschub. Es entwickelt sich außerdem der typische Masernausschlag (unregelmäßige, drei bis sechs Millimeter große, zunächst hellrote Flecken, die ineinander fließen) von mehreren Stellen ausgehend beginnend hinter den Ohren. Der Ausschlag verblasst nach vier bis sieben Tagen wieder. Oft ist dies mit einer Hautschuppung verbunden. Nach Verschwinden des Ausschlags dauert es ca. zwei Wochen bis sich der Patient erholt.

Generell heilt die Krankheit in den meisten Fällen problemlos von alleine aus. Bei 10-20 Prozent der Infektionen kommt es jedoch zu Komplikationen wie zum Beispiel Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen oder Gehirnentzündungen, die unter Umständen töödlich enden können. Die Sterberate in Ländern wie Deutschland liegt jedoch bei nur 0,1 Prozent.

Lebenslange Immunität

Bei einer Infektion mit Masern bildet das Immunsystem Antikörper, die auch nach der Ausheilung der Krankheit im Körper vorhanden bleiben. Bei erneutem Kontakt mit dem Virus ist der Körper vorbereitet und kann sich dann gegen eine erneute Infektion wehren.

Wenn eine schwangere Frau diese Antikörper in sich trägt, werden diese über die Nabelschnur auf das ungeborene Kind übertragen. Die mütterlichen Antikörper schützen das Kind über mehrere Monate nach der Geburt vor einer gefährlichen Infektion.

Untersuchung und Diagnose

Krankheitssymptome wie Fieber, weißlichen flecken auf der Mundschleimhaut oder dem typischen Hautausschlag weisen auf Masern hin. Für eine sichere Diagnose muss dieser Verdacht jedoch durch Laboruntersuchung bestätigt werden.

Verschiedene Diagnoseverfahren:

Nachweis von spezifischen Antikörpern gegen Masern:

  • Am schnellsten und sichersten
  • Probematerial: Blut des Patienten
  • Test fällt meist positiv aus, sobald der Masernausschlag auftritt
  • Vorher sind die Antikörper manchmal nicht nachweisbar

Nachweis des viralen Erbguts:

  • Probematerial: Urinprobe, Speichelprobe, Zahntaschenflüssigkeit oder ein Rachenabstrich
  • Spuren von viralem Erbgut werden vervielfältigt
  • Eindeutige Identifikation möglich

Anzüchtung der Masernviren:

  • Probematerial: Speichelprobe, Urinprobe, ect.
  • Wird optimalen Wachstumsbedingungen ausgesetzt
  • Anzüchtung der Erreger
  • Sehr aufwendiges Verfahren

Masern sind meldepflichtig!

Masern sind teil der meldepflichtigen Krankheiten. Bei ersten Symptomen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Ein Verdacht auf Masern, die nachgewiesene Infektion und auch der Tod an Masern müssen vom Arzt (inklusive Name des Patienten) beim zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden.

Wichtig!Wenn ein Verdacht auf Masern oder die tatsächliche Erkrankung vorliegt, müssen sich betroffene von Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen, ect.) fernhalten. Dies gilt auch für die Mitarbeiter einer solchen Einrichtung. Frühesten 5 Tage nach dem Ausbruch des Ausschlags und wenn der Arzt eine Ansteckungsgefahr ausschließt dürfen Betroffene wieder zugelassen werden.

Behandlung

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen Masern. Die Behandlung beschränkt sich auf Therapien zur Linderung der Symptome und Unterstützung des Heilungsprozesses.

Wichtig ist:

  • Bettruhe und körperliche Schonung in der akuten Krankheitsphase
  • Gute Lüftung des Raumes ist wichtig
  • Abdunklung des Raumes bei Empfindlichkeit der Augen
  • Ausreichend Trinken, besonders bei Fieber und Schwitzen
  • Viele kleine Mahlzeiten anstatt wenigen umfangreichen
  • Gegen Fieber: Wadenwickel und nach Absprache mit dem Arzt fiebersenkende Medikamente
  • Bei Komplikationen kann eine Behandlung im Krankenhaus notwendig sein

Wichtig! Kinder sollten unbedingt auf Fieber- und Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) verzichten. In Verbindung mit fieberhaften Infekten kann sich sonst das seltene, aber lebensbedrohliche Reye-Syndrom entwickeln!

Prävention – Masern-Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt alle Säuglinge aktiv gegen Masern impfen zu lassen.

Bei dem Masern-Impfung handelt es sich um einen Lebendimpfstoff, der abgeschwächte Masernviren enthält. Diese haben die krankmachende Wirkung fast vollständig bis vollständig verloren. Trotzdem reagiert das Immunsystem mit der Bildung spezifischer Antikörper auf das Virus. Man spricht von einer sogenannten aktiven Impfung.

Hinweis: Der Masern-Impfstoff wird in der Regel zusammen mit den Impfstoffen gegen Mumps und Röteln verabreicht. Diese Kombinationsimpfung ist unter dem Kürzel MMR-Impfung bekannt.

Die Impfung findet in den meisten Fällen in zwei Schritten statt, die erste Impfung zwischen dem 11. Und 14. und die zweite zwischen 15. Und 23. Lebensmonat (frühestens 4 Wochen nach der ersten Impfdosis).

Bei Erwachsenen bei denen der Impfstatus unklar ist oder noch keine Impfung stattgefunden hat, wird diese mit einer einmaligen Dosis der MMR-Impfung nachgeholt.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Allgemein ist die Impfung gut verträglich, es kann jedoch zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Erhöhte Körpertemperatur
  • Mattheit
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden

Diese klingen in der Regel schnell wieder ab.

In seltenen Fällen kann es ca. zwei Wochen nach der Impfung zu Impfmasern kommen. Diese äußern sich durch leichtes Fieber, leichten Ausschlag und Atembeschwerden. Die Impfmasern sind im Gegensatz zu normalen Masern nicht ansteckend.

Quellen

  • https://www.netdoktor.de/krankheiten/masern/
  • https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html
  • https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/masern/