Ihr Ratgeber zu Nackenschmerzen

Nahezu jeder Mensch leidet gelegentlich oder regelmäßig unter Nackenschmerzen. Die Gründe können vielfältig sein und von Fehlhaltungen bis zu Bandscheibenvorfällen oder Arthrose reichen. Hier erfahren Sie alles über die Ursachen, Therapiemöglichkeiten und Nackenschmerzen-Medikamente.

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Nackenschmerzen

Das Wichtigste in Kürze

  • Nackenschmerzen können bis in den Hals und die Schultern ausstrahlen und mit Bewegungseinschränkungen und Taubheitsgefühl einhergehen.
  • Häufig werden Nackenschmerzen durch Muskelverspannungen und Fehlhaltungen ausgelöst.
  • Neben Medikamenten stehen zahlreiche sanfte Behandlungsmethoden zur Verfügung, darunter etwa Akupunktur.

Nackenschmerzen: Volkskrankheit mit vielfältigen Ausprägungen

Der Nacken spannt und schmerzt, oftmals ist der Hals steif, die Schmerzen strahlen bis in die Schultern oder die Arme, mitunter treten Taubheitsgefühle in den Fingern auf: Unter Nackenschmerzen leidet circa jeder zweite Bundesbürger zumindest gelegentlich. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Chronisch und damit länger als drei Monate andauernd werden Nackenschmerzen nur selten: In der Regel vergehen die Schmerzen innerhalb von zwei Wochen.

Welche Ursachen können Nackenschmerzen haben?

Nackenschmerzen können aus vielen Gründen hervorgerufen werden:

  • Muskelverspannungen durch Fehlhaltungen oder Zugluft
  • Verschleiß, vor allem im Alter
  • Verletzungen nach Unfällen (Schleudertrauma)
  • rheumatische Erkrankungen
  • Fibromyalgiesyndrom
  • Infektionen
  • Tumore
  • Knochenerkrankungen

Ernste Auslöser für Nackenschmerzen sind eher selten. Muskelverspannungen bleiben die häufigste Ursache.

Wer ist betroffen?

Wenn der Nacken schmerzt, ist dies selten die Folge eines isoliert auftretenden Ereignisses, wie nur eine unbequeme Schlafposition oder Zugluft. Vielmehr werden die Muskeln mit der Zeit überlastet, dazu kommen dauerhafte Fehlhaltungen, die schließlich zu Schmerzen und Verspannungen führen. Besonderes betroffen sind Menschen, die

  • häufig und lange am Computer arbeiten
  • berufsbedingt lange „über Kopf“ arbeiten
  • sich wenig bewegen
  • unter altersbedingten Verschleißerscheinungen an Nacken oder Schultern leiden

Auch einige Sportarten können Verspannungen im Nacken auslösen, z. B. Brustschwimmen oder Radfahren in gebeugter Position.

Wer unter akuten seelischen Belastungen leidet, wie etwa unter Stress oder Angststörungen, leidet aufgrund ständig verkrampfter Muskulatur ebenfalls häufig unter Nackenschmerzen.

Welcher Arzt ist zuständig und wie stellt er die Diagnose?

Erster Ansprechpartner bei Nackenschmerzen ist der Hausarzt oder der Orthopäde. Hier gibt das Anamnesegespräch erste Anhaltspunkte für die Ursachen. So fragt er in der Regel die berufliche Situation, den Tagesablauf und die Krankengeschichte ab. Zur klinischen Diagnose gehört zudem eine körperliche Untersuchung, die den Körperbau, die Beweglichkeit von Kopf, Hals, Schultern, Arme und Gelenke umfasst.

Des Weiteren sind die Muskelspannung und -kraft, die Reflexe und die Berührungsempfindlichkeit im Fokus der Untersuchung. Mitunter wird auch die Wirbelsäule miteinbezogen, falls der Verdacht besteht, dass die Schmerzen von dort ausstrahlen.

Ergibt die Untersuchung Auffälligkeiten, kann der Arzt mit bildgebenden Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Computertomografien oder der Magnetresonanztomografie weitere Untersuchungen anordnen.

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Welche Behandlungsmethoden stehen zur Verfügung?

Die exakte Therapie bei Nackenschmerzen hängt von den Ursachen ab. In vielen Fällen lassen sich die Schmerzen auch ohne Medikamente heilen oder sie klingen nach wenigen Tagen oder Wochen von alleine ab. Unterstützend können sanfte Heilmethoden angewendet werden.

Hier finden Sie eine Übersicht über die gängigen Therapiemethoden bei Nackenschmerzen.

TherapieWirkungsweise

Nackenschmerzen-Medikamente

leichte Schmerzmittel wie nicht steroidale Antirheumatika, Entzündungshemmer (nur nach ärztlicher Diagnose)

Injektionen

leichte örtliche Betäubungen gegen akute Schmerzen, die in der Folge auch die Muskeln entspannen

Akupunktur

Schmerzlinderung durch Einstiche in die Meridiane (Leitbahnen in der traditionellen chinesischen Medizin)

Alexander-Technik

Fehlhaltungen und Muskelverspannungen durch Verhaltensänderung vermeiden

Physikalische Anwendungen

Massagen und Elektrotherapien zur Muskelentspannung

Physiotherapie

vor allem bei chronischen Beschwerden; dient der Muskeldehnung und langfristigen Kräftigung

Gibt es auch Hausmittel gegen Nackenschmerzen?

Wärme entspannt die Muskulatur und dient dem Wohlbefinden: Warme Halswickel, Bestrahlungen mit Rotlicht oder ein heißes Bad können verspannungsbedingte Nackenschmerzen bereits lindern. Darüber hinaus raten Ärzte grundsätzlich zu regelmäßiger Bewegung. Dazu zählen auch Pausen am Arbeitsplatz, insbesondere am Bildschirm und bei bestimmten handwerklichen Tätigkeiten.

Wie kann ich Nackenschmerzen vorbeugen?

Durch Fehlhaltungen und Verspannungen ausgelöste Nackenschmerzen lassen sich häufig durch die Veränderung der Arbeitsplatzbedingungen und des Tagesablaufs verhindern.

Hier finden Sie eine Übersicht der möglichen Maßnahmen:

MaßnahmeBeschreibung

Ergonomischer Büroarbeitsplatz

  • Drehstuhl, der sich Ihren Bewegungen anpasst,
  • mindestens 50 Zentimeter Abstand zum Monitor in aufrechter Sitzhaltung
  • die Arme liegen im rechten Winkel auf der Tischplatte auf

Bewegung im Alltag

  • Lockerungs- und Dehnübungen in Arbeitspausen
  • Spaziergänge in der Mittagspause
  • häufiges Aufstehen und Wechseln der Sitzposition

Krafttraining

  • gezielter Aufbau der Schulter-, Rücken- und Nackenmuskulatur im Fitnessstudio
  • Rehasport

Bewegungstraining

  • Yoga, Pilates oder Thai Chi zur Entspannung und Stärkung der Muskulatur

Wann sollte ich zum Arzt?

Bei kurzfristigen akuten Schmerzen, die sich durch Wärme und / oder leichte Schmerzmittel behandeln lassen, ist ein Arztbesuch bei Nackenschmerzen häufig nicht notwendig. Es genügt meist, die Ursachen der Verspannungen zu beseitigen, also etwa die Schlafposition zu wechseln, den Arbeitsplatz ergonomisch zu gestalten oder regelmäßige Arbeitspausen einzulegen, beispielsweise bei handwerklichen Tätigkeiten.

Bei anhaltenden und wiederkehrenden Beschwerden ist ein Arztbesuch anzuraten, um die Ursachen abzuklären. Auch wenn Sie zusätzlich zu den Schmerzen Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Fingern verspüren und / oder leichte Lähmungserscheinungen auftreten, ist ein Arztbesuch angesagt.

FAQ – die wichtigsten Fragen und Antworten

Kann ich bei Nackenschmerzen eine Krankschreibung erhalten?

Bei starken, wiederkehrenden und chronischen Schmerzen, die mit Taubheits- und Lähmungserscheinungen einhergehen, ist eine Krankschreibung sinnvoll. Insbesondere wenn Sie körperlich arbeiten oder überwiegend in einer starren Haltung verharren, kann eine zeitweise Krankschreibung bei Nackenschmerzen notwendig sein.

Können Nackenschmerzen Kopfschmerzen verursachen?

Kopfschmerzen sind sogar eine häufige Begleiterscheinung bei Nackenschmerzen. Der Schmerz zieht mitunter bis in die Schultern und den Kopf. Selbst wenn Sie „nur“ unter Kopfschmerzen leiden, können Nackenverspannungen eine mögliche Ursache sein. Spannungskopfschmerzen beginnen häufig im Nacken oder gehen mit Nackenschmerzen einher. Umgekehrt kann der Nacken bei einem Migräneanfall mitbetroffen sein.

Was hilft schnell gegen Nackenschmerzen?

Bei akuten Schmerzen hilft Wärme: Legen Sie ein heißes Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche in den Nacken oder nehmen Sie ein heißes Bad. Bei leichten Schmerzen können Sie die sogenannten Triggerpunkte, verhärtete Stellen in der Muskulatur gezielt massieren.

Doch Achtung: Sind mechanische Veränderungen Ursache der Nackenschmerzen, etwa ein Schleudertrauma, sollten Sie keinesfalls selbst Hand anlegen. Die Methode kann lediglich bei Verspannungen und Muskelverhärtungen angewendet werden.

Quellen

  • https://www.apotheken-umschau.de/gelenke/nackenschmerzen-steifer-hals
  • https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_83080026/hausmittel-was-hilft-bei-nackenschmerzen-.html
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/64681/Akupunktur-und-Alexander-Technik-lindern-Nackenschmerzen-in-Vergleichsstudie
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/70320/Wie-Schmerzen-auch-ohne-Medikamente-gelindert-werden-koennen