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Ratgeber zum Restless-Leg-Syndrom

Was das Restless-Leg-Syndrom ist, welche Folgen es haben kann und wie es behandelt werden kann, erfahren Sie hier.

Das Restless-Leg-Syndrom, zu deutsch unruhige Beine-Syndrom, ist eine der häufigsten neurologischen Bewegungsstörungen. Mehrere 100.000 Menschen in Deutschland sind davon betroffen.

Kurzfassung

  • Restless-Leg-Syndrom steht im Englischen für unruhige, rast- und ruhelose Beine.
  • Symptome treten vor allem auf, wenn Betroffene sich ausruhen möchten.
  • Durch fehlende Ruhephasen kann es zu körperlicher und seelischer Erschöpfung kommen.
  • Die genaue Ursache für unruhige Beine ist noch nicht bekannt.

Definition

Restless-Leg-Syndrom ist die englische Bezeichnung für “unruhige, rast- und ruhelose Beine”. Es handelt sich dabei um eine Art von neurologischen Bewegungsstörung und verläuft in den meisten Fällen chronisch. Wie der Name schon sagt ist die Erkrankung vor allem durch Missempfindungen und Bewegungsdrang in den Beinen und Füßen gekennzeichnet.

Symptome

Das Restless-Leg-Syndrom äußert sich vor allem durch ein quälendes Unruhegefühl und Bewegungsdrang vor allem in den Beinen und Füßen, aber auch durch Ziehen, Reißen oder Kribbeln in den Beinen. Die Symptome sind nur durch Bewegung zu lindern, wodurch Betroffene ein unstillbares Bedürfnis haben, sich bewegen zu müssen.

Verlauf

Die Beschwerden treten in den meisten Fällen erst auf, wenn die Betroffene Person zu Ruhe kommen möchte. Abends und Nachts sind die Symptome besonders stark, aber auch bei entspannenden Tätigkeiten wie beim Fernsehen oder Lesen. Besonders zur Schlafenszeit leiden Patienten unter dem Syndrom, da sie dadurch nicht in der Lage sind Ruhe zu finden oder überhaupt einzuschlafen.

Oftmals werden die Beschwerden von Patient zu Patient unterschiedlich beschrieben, was die Diagnose erschwert.

Es sind nicht unbedingt beide Beine von dem Syndrom betroffen, die Beschwerden können sich auch auf ein Bein beschränken oder zwischen den Beinen wechseln.

In seltenen Fällen sind auch die Arme oder die Brustwand betroffen. Die Beschwerden gehen erst durch Bewegung zurück.

Folgen

Das Restless-Leg-Syndrom hat keine lebensbedrohlichen Folgen, kann jedoch die Lebensqualität des Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Dadurch dass die Patienten Schwierigkeiten haben, einen erholsamen Schlaf zu finden und ihrem Körper zu Ruhe zu geben, die er braucht, sind sie oft übermüdet. Dies kann in schweren Fällen schnell zu körperlicher und seelischer Erschöpfung und auch zu Schlafstörungen führen.

Die Krankheit verläuft in den meisten Fällen chronisch und beeinträchtigt die Betroffenen in vielen Lebensbereichen.

Ursache

Die genaue Ursache für das Restless-Leg-Syndrom ist bisher noch nicht bekannt. Höchstwahrscheinlich handelt es sich aber um einen Defekt bei der Übertragung von Nervensignalen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen idiopathischem RLS (ohne auslösende Ursachen, jedoch familiär gehäuft auftretend) und symptomatischen RLS (erworben durch eine andere Grunderkrankung). Das familiär gehäuft auftretende “idiopathische RLS” ist auf eine über Generationen hinweg stattfindende Weitervererbung zurückzuführen. Beim symptomatischen RLS (auch sekundäres RLS genannt) steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund.

Krankheiten die RLS auslösen können:

  • Dialysepflichtige Niereninsuffizienz
  • Schilddrüsenfunktionsstörungen
  • Eine Schwangerschaft
  • Anämie durch Eisenmangel
  • Rheumatoide Arthritis
  • Stoffwechselstörungen

Auch Medikamente können RLS auslösen oder verstärken:

  • Alle trizyklischen Antidepressiva
  • Neuroleptika
  • Antiemetika
  • Lithium
  • Koffein

Behandlung

Der erste Ansprechpartner für das Restless-Leg-Syndrom sollte der Hausarzt sein. Dieser kann Sie dann bei Bestätigung des Verdachts zu einem Neurologen überweisen, der Spezialist für die Versorgung neurologischer Erkrankungen ist.

Für einen vorläufige Diagnose sind ein Gespräch und ein körperliche Untersuchung meist ausreichend. Mit einem Bluttest kann dann noch der Eisenhaushalt und die Nierenfunktion überprüft werden. Falls es dann noch Unklarheiten gibt, ist ein Test im Schlaflabor oft aufschlussreich.

DIe Behandlung vom Restless-Leg-Syndrom ist in den meisten Fällen abhängig vom Auslöser. Wenn das RLS also durch eine Krankheit ausgelöst wurde, steht die Behandlung der auslösenden Krankheit im Vordergrund. Meist verschwindet das RLS wieder nachdem die ursprüngliche Krankheit ausgeheilt ist.

In den Fällen in denen ein Medikament der Auslöser ist, besteht die Möglichkeit das Medikament abzusetzen oder auf Generika oder ähnlich wirkenden Medikamente umzusteigen.

Wenn die Ursache nicht behandelt werden kann, gibt es eine Reihe Medikamente, die die Symptome zumindest teilweise unterdrücken. Am bekanntesten ist hier L-Dopa in Kombination mit Benserazid, wodurch die Signalübertragung der Nerven beeinflusst wird. Es gibt noch einige weiter Medikamente, die ähnlich wie L-Dopa wirken.

Um die Symptome des Restless-Leg-Syndrom zu unterdrücken kommen unter anderem auch Arzneimittel zum Einsatz, die in höherer Dosis auch bei Parkinson-Erkrankungen eingesetzt werden. In besonders schweren Fällen sind sogar Opiate für die Behandlung vom RLS zugelassen.

Hausmittel

Um die Beschwerden zu lindern, gibt es einige Hausmittel und Tipps. Diese funktionieren aber leider nicht für alle Betroffenen.

  • Wechselduschen
  • Kaltes Wasser auf die Beine
  • Leichte Gymnastik
  • Massagen
  • Dehnübungen

Achten Sie außerdem darauf einige Stunden vor dem Schlafengehen auf Stress, Alkohol, Nikotin, koffeinhaltige Getränke und körperliche Arbeit zu verzichten und versuche Sie möglichst feste Schlafenszeiten einzuhalten.

Häufigkeit

Es sind schätzungsweise 5-10% der Bevölkerung vom Restless-Leg-Syndrom betroffen, bei nur 1-2% sind die Beschwerden so stark, dass sie behandlungsbedürftig sind. Frauen sind tendenziell doppelt so häufig betroffen wie Männer. Besonders im Alter steigt das Risiko am Restless-Leg-Syndrom zu erkranken.

Quellen

  • https://www.restless-legs.org/
  • https://www.apotheken-umschau.de/restless-legs
  • https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/nerven-und-gehirn/restless-legs-syndrom
  • https://www.neuro-consil.de/restless-legs-syndrom