Ihr Ratgeber zu Rückenschmerzen

75% der deutschen Bevölkerung leiden mindestens einmal in Ihrem Leben an Rückenschmerzen. Zu wenig Bewegung, Verspannung oder andere Erkrankungen können die Ursache sein. Weitere Auslöser, was Sie selbst tun können und welche Therapieformen Ärzte anwenden, erfahren Sie im Folgenden.

Wussten Sie, dass Ihnen TeleClinic neben dem Ratgeber auch einen schnellen Zugang zu Fachärzten ermöglicht?

Ratgeber zu Rückenschmerzen

Kurzfassung:

  • Rückenschmerzen können keine speziell behandelbaren Ursachen oder bestimmte Auslöser, wie Erkrankungen zu Grunde liegen
  • Faktoren, wie zum Beispiel Häufigkeit, Intensität und der Ort der Schmerzen sind zu berücksichtigen
  • Häufige Ursachen sind verspannte oder verkürzte Muskeln, Entzündungen oder Erkrankungen, wie Osteoporose oder Morbus Bechterew
  • Bei Schmerzen im Rückenbereich kann man selbst handeln. Spezielle Rückenübungen, Schwimmen, Salben, Vorsicht beim Heben schwerer Dinge und Übergewicht abbauen helfen Schmerzen vorzubeugen und sie zu lindern.
  • Ärzte wenden unterschiedliche Verfahren an, wie Thermo-, Chiro-, Elektro- oder Bewegungstherapien
Skelett Wirbelsäule und Brustkorb
Um Haltungsschäden vorzubeugen helfen Sport und ein gesundheitsfördernder Arbeitsplatz.

Definiton

Bei Rückenschmerzen unterscheidet man zwischen:

  • Spezifisch
  • Nicht-spezifisch

Eine weitere Rolle spielen:

  • Der zeitliche Verlauf der Beschwerden
  • Die Ausprägung des Schmerzes
  • Die Häufigkeit der Beschwerden
  • Die Bereiche, in denen die Schmerzen auftreten

Nicht-Spezifische Rückenschmerzen

  • Es gibt keine speziell zu behandelnde Ursache der Rückenschmerzen
  • Der Betroffene leidet zeitweise nur unter überdehnten, verspannten Muskeln

Spezifische Rückenschmerzen

  • Andere Krankheiten sind Auslöser für die Beschwerden oder das Rückenleiden selbst; zum Beispiel aufgrund von Schäden am Rückgrat

Zeitlicher Verlauf der Beschwerden

  • Akut: neu auftretende Beschwerden, die maximal sechs Wochen anhalten
  • Subakut: Schmerzen dauern länger als sechs Wochen, aber weniger als 12 Wochen an
  • Chronisch: Rückenschmerzen, die länger als drei Monate andauern

Ausprägung der Schmerzen

  • Die Schmerzintensität variiert von Graden, wie kaum, mäßig, stark bis hin zu unaushaltbar.

Bereiche, in denen der Schmerz auftritt

  • Unterer Rücken: am stärksten belasteter Bereich; Verspannungen, Entzündungen, Bandscheibenvorfälle
  • Mittlerer Rücken: Muskelreizungen, Skelettverformungen
  • Oberer Rücken/ Nacken: Muskelverspannungen und -verhärtungen

Sie möchten Ihre Symptome mit einem Facharzt abklären?

Sprechen Sie jetzt direkt online per Videogespräch oder Telefon mit einem Arzt. Bequem von zu Hause oder unterwegs. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Ursachen

Rückenschmerzen können durch die unterschiedlichsten Faktoren ausgelöst werden. Häufige Gründe für Rückenschmerzen sind:

  • Eine verspannte Rückenmuskulatur durch Stress, sitzende Tätigkeiten, zu wenig Bewegung oder ein kalter Luftzug
  • Entzündungen
  • Blockaden im Bereich der Wirbelgelenke
  • Strukturveränderungen der Wirbelsäule, wie Degeneration oder Osteoporose
  • Ein Bandscheibenvorfall
  • Wirbelkörperfrakturen
  • Eine Tumorerkrankung im Bereich der Wirbelsäule
  • Metastasen im Bereich der Wirbelsäule eines anderen Primärtumors
  • Eine falsche Körperhaltung
  • Depressionen gehen oft mit Rückenschmerzen und Schlafstörungen einher
  • Falsches Training beim Sport oder Leistungssport
  • Schwangerschaft
  • Morbus Bechterew
  • Osteoporose

Selbsthilfe

Um Ihren Rücken zu unterstützen gibt es einiges, das Sie selbst in die Hand nehmen können:

  • Übergewicht abbauen – der Körper wird somit entlastet.
  • Regelmäßiger Sport stärkt nicht nur Ihre Muskeln, sondern hilft auch Stress abzubauen.
  • Achten Sie auf ein bequemes Schuhwerk – die Wirbelsäule profitiert davon. Gleiches gilt für Matratzen.
  • Stärken Sie den Transversusmuskel, indem Sie den Nabel zur Wirbelsäule ziehen. Atmen Sie dabei regelmäßig weiter. Dadurch wird die Lendenwirbelsäule besser gehalten.
  • Wenn Sie schwere Gegenstände vom Boden aufheben, gehen Sie dabei in die Hocke und halten Sie den Gegenstand, sofern möglich, nah am Körper – festes Becken, gerader Rücken und eingezogener Bauch.
  • Vermeiden Sie es, länger als 30 Minuten in derselben Position zu bleiben. Bewegen Sie sich, lockern Sie Ihre Muskeln.
  • Vermeiden Sie einseitige Belastung.

Therapie

Abhängig davon, ob Sie unter spezifischen oder unspezifischen Rückenschmerzen leiden, ergeben sich unterschiedliche Therapiemaßnahmen.

Therapiemaßnahmen

Bei unspezifischen Rückenschmerzen

Bei akuten Beschwerden

  • Schonen Sie sich nur für kurze Zeit, da im Liegen oft ungünstige Positionen eingenommen werden
  • werden Sie aktiv! Ihre Muskeln und Bandscheiben brauchen Bewegung
  • Kurzzeitige Einnahme von schmerzlindernden Medikamenten
  • Vermeiden Sie langes Stehen, Sitzen, Heben, Vor- und Rückwärtsbewegungen
  • Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Medikamenten
  • Wärmetherapie
  • Entspannungsverfahren; Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Bei subakuten Beschwerden

  • Wärmetherapie
  • Entspannungsverfahren; Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
  • Die aktuellen Therapieformen werden intensiviert
  • Technische oder neurologische Untersuchungen werden angewendet, wenn die Beschwerden nach sechs Wochen immer noch anhalten

Bei chronischen Beschwerden

  • Weitere technische Untersuchungen
  • Suche nach Anzeichen für psychisches Leiden
  • Bei psychischen Leiden findet die multimodale Schmerztherapie Anwendung
  • Physiotherapie
  • Haltungskorrektur
  • Massagen
  • Antidepressiva
  • Opioide
  • Akupunktur
  • Schmerzmittel

Die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist eine Methode zur Entspannung. Einzelne Muskelgruppen von Kopf bis Fuß werden nacheinandern für ein paar Sekunden angespannt. Optimalerweise für fünf bis zehn Sekunden. Anschließend löst man die Anspannung und entspannt für 30 bis 45 Sekunden.

Leiden Sie unter Vorerkrankungen, klären Sie mit Ihrem Arzt unbedingt ab, ob diese Therapieform für Sie geeignet ist!

Therapieform

Bei spezifischen Rückenschmerzen

Medikamente

  • Entzündungshemmer (NSAR)
  • Schmerzmittel, wie Paracetamol
  • Schwache Opioide für Kurzzeitanwendungen
  • Antibiotika bei bakteriellen Entzündungen
  • Spezielle Medikamente je nach Schmerz verursachender Krankheit, wie zum Beispiel bei Morbus Bechterew oder Osteoporose

Bewegungstherapie

  • Übungen für den Rücken mit dem Ziel der Dehnung und des Muskelaufbaus an Bauch und Rücken
  • Schwimmen
  • Die passende Trainingsform verordnet Ihnen der Arzt

Massagen

  • Klassische Massagen
  • Unterwasser-Massagen
  • Bindegewebsmassagen
  • Verhärtungen werden gelöst, die Durchblutung gefördert, der Körper entspannt
  • Haben einen positiven Effekt auf Körper, Geist und Seele

Elektrotherapie

  • Durchblutung
  • Stoffwechselanregung
  • Lindert die Schmerzen

Chirotherapie

  • Funktionsstörungen des Bewegungssystems werden mit den Händen des Arztes therapiert
  • Mit Druck, Zug, Gegenzug, Dehnung und Entspannung werden Muskeln bearbeitet

Thermotherapie

  • Mit Kälte: entzündungshemmend
  • Mit Wärme: Lockerung der Muskulatur

Stützmieder

  • Geben den Lendenwirbeln Halt und Stabilität, den überstrapazierten Muskeln Entspannung

Operative Eingriffe zum Beispiel bei:

  • Wirbelbrüchen
  • Bakteriellen Wirbelentzündungen
  • Nervenkompression
  • Einer Implantation einer künstlichen Bandscheibe

Psychologische Therapie

  • Verhaltenstherapeutische Methoden
  • Psychoanalytische Verfahren
  • Entspannungstechniken
  • Meditation
  • Biofeedback
  • Hypnose
  • Schmerzbewältigungsprogramme

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/R%FCckenschmerzen?nid=87191
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/R%FCckenschmerzen?nid=66130
  • https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/Themenhefte/rueckenschmerzen_inhalt.html

Nie wieder Wartezimmer – haben Sie Ihren digitalen Arzt immer dabei.