Ihr Ratgeber zu Schürfwunden

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Ratgeber zu Schürfwunden

Typische Merkmale von Hautabschürfungen und deren Behandlung

Es ist schneller passiert, als man sich versieht: Ein Sturz oder ungeschicktes Entlangstreifen an einer rauen Oberfläche – und die Haut ist aufgeschürft. Eine Schürfwunde ist meist harmlos, erstreckt sich aber oft über größere Bereiche des Körpers.

Kurzfassung

  • Schürfwunden entstehen bei einer Verletzung der Haut durch Reibungskräfte.
  • Unterschieden werden oberflächliche und tiefergehende Abschürfungen.
  • Wichtige Maßnahmen zur Erstversorgung sind Reinigung und Desinfektion der Wunde.
  • Relevant ist der Impfschutz gegen Wundstarrkrampf.

Definition

Schürfwunden sind Hautverletzungen, bei denen es zu einer flächigen Beschädigung von Hautgewebe kommt. Die Wundränder sind unregelmäßig; in der Regel bleiben Schürfwunden oberflächlich.

Ursachen

Der häufigste Grund für Schürfwunden sind Unfälle oder Missgeschicke, die mit einer mechanischen Reibung einhergehen. Der Kontakt der Haut mit einer rauen Oberfläche führt zur Abtragung der oberen Hautschichten. Dabei unterscheidet der Arzt zwei Typen von Schürfwunden.

  • Erosion: Hierbei wird die Oberhaut beschädigt. Die Oberhaut oder Epidermis ist die gerade einmal 0,03 bis 0,05 Millimeter dicke äußerste Hautschicht des Körpers.
  • Exkoriation: Dies bezeichnet die Verletzung der unter der Epidermis liegenden Lederhaut oder Dermis. Sie besteht aus Bindegewebsfasern und beherbergt auch Blutgefäße.

Risikofaktoren

Schürfwunden verheilen unproblematisch, sofern keine Grunderkrankungen wie Diabetes oder Gewebeschwäche den Regenerationsprozess von Haut und Gewebe beeinflussen. Problematisch wird es, wenn die Wunde nicht gereinigt und desinfiziert wird. Dann drohen Infektionen durch eindringende Bakterien. Auch das Einwachsen von kleinen Fremdkörpern ist bei unzureichender Wundversorgung möglich.

Allgemeine medizinische Vorsorgemaßnahmen wie die Tetanus-Impfung tragen zur Minderung von Folgerisiken bei.

Symptome

Das augenfälligste Symptom einer Schürfwunde ist die sichtbare Beschädigung der Haut, eventuell begleitet von punktförmiger Blutung über die Wundfläche hinweg. Hinzu kommen möglicherweise weitere Symptome.

  • Brennen: Das Gefühl entsteht durch die Reizung von Nervenzellen in der Haut.
  • Nässen: Durch austretende Gewebsflüssigkeit und Blut nässt die Wunde flächig ein.

Verlauf

Eine kleine oberflächliche Schürfwunde verheilt im Regelfall innerhalb von zwei Wochen. Große Wunden benötigen entsprechend mehr Zeit.

Der Heilungsprozess verläuft in drei aufeinanderfolgenden Phasen.

  • Schorf: Lymphflüssigkeit und Blut transportieren Schmutz und Keime ab. Danach bildet sich über der Wunde eine Schutzschicht aus Blut und dem Eiweiß Fibrin: der sogenannte Wundschorf.
  • Bindegewebe: Es entsteht frisches Gewebe mit Blutzellen. Das Blut versorgt die Wunde mit Sauerstoff und Nährstoffen. Parallel entstehen Kollagenfasern, die die Wundränder „zusammenziehen“. Dieser Prozess wird fachsprachlich als Granulation bezeichnet.
  • Wundverschluss: Anschließend bildet sich an der Wunde faserreiches und schwächer durchblutetes Gewebe, das zuletzt durch neue Hautzellen wieder verschlossen wird.

Wenn sich während dieses Prozesses eine Abschürfung entzündet, kommt es zur Schwellung oder Erwärmung des betroffenen Körperteils. Aus der Wunde kann Eiter austreten. Bei solchen Komplikationen sollte medizinische Hilfe beansprucht werden.

Diagnose

Im Rahmen einer ärztlichen Versorgung der Schürfwunde wird der Arzt neben der Beschau zunächst nach den Umständen der Verletzung fragen. Dadurch kann er abschätzen, welche Formen von Keimen oder Fremdkörpern womöglich in die Wunde gelangt sein könnten.

Behandlung

Die Erstversorgung der Schürfwunde besteht in der Reinigung mit fließendem Wasser und der anschließenden Desinfektion. Nach Möglichkeit sollte die behandelnde Person dabei Handschuhe tragen. Nachfolgend wird die Wunde mit einem geeigneten Pflaster oder einem sterilen Wundverband bedeckt.

Entgegen populärer Ansicht sollte eine Wunde nicht „an der Luft trocknen“. Das Austrocknen von Blut und Wundsekret behindert den Abtransport von potenziellen Erregern durch diese Flüssigkeiten.

Abgesehen von der Reinigung und Desinfektion benötigen Schürfwunden keiner aufwendigen Behandlung. Gegebenenfalls sollte der Tetanusschutz aufgefrischt werden. Relevant ist, dass das Pflaster oder der Wundverband regelmäßig, mindestens täglich gewechselt wird, bis die Schürfwunde verheilt ist.

Beim Versorgen der Schürfwunde leisten folgende Artikel gute Dienste:

  • Kompressen zur Stillung einer stärkeren Blutung durch Druck
  • Pflaster – speziell antibakterielle Pflaster mit medizinischem Silber – für zusätzlichen Infektionsschutz
  • Verbände als Ersatz von Pflastern bei großflächigen Abschürfungen
  • Desinfektionsmittel zur Reinigung der Wunde


Heilsalbe mit dem Wirkstoff Dexpanthenol unterstützt die Wundheilung, sollte aber erst in der Schlussphase des Heilprozesses verwendet werden.

Salben dürfen niemals auf offene Wunden aufgetragen werden!

Prävention

Eine gewisse Vorsorge ist möglich, indem gesteigerter Wert auf achtsame Bewegung und körperbedeckende Kleidung gelegt wird – etwa lange Ärmel und Hosenbeine.

In manchen Situationen besteht ein erhöhtes Risiko, sich Schürfwunden zuzuziehen. Für Sportler bietet sich an, Protektoren zu tragen. Besonders Knie, Ellenbogen und Schienbeine können effektiv mit entsprechenden Accessoires geschützt werden.

Wann muss ich mit Schürfwunden zum Arzt?

Wer sich das Reinigen und Desinfizieren der Schürfwunde selbst nicht zutraut, sollte umgehend eine Unfallambulanz oder eine Arztpraxis aufsuchen. Fachleute können die Verletzung professionell versorgen und bedarfsweise unter Einsatz örtlicher Betäubung reinigen.

Medizinische Hilfe ist außerdem nötig, wenn die Wunde nach einer angemessenen Zeit nicht oder nur schlecht verheilt. Auch bei Schürfwunden im Gesicht sollten Sie sicherheitshalber in einer Arztpraxis vorstellig werden.

Fragen und Antworten

Ist es möglich, mit einer Schürfwunde schwimmen zu gehen?

Bei Kontakt mit Wasser beginnt frisch aufgebautes Gewebe nach etwa zehn Minuten, aufzuquellen. Schwimmer sollten daher so lange mit ihrem Sport aussetzen, bis die Wunde abgeheilt ist. Beim Duschen muss die Schürfwunde mit wasserabweisenden Pflastern geschützt werden.

Warum bluten oberflächliche Schürfwunden kaum?

Da die Blutgefäße vergleichsweise tief unter der Hautoberfläche angesiedelt sind, werden sie bei einer oberflächlichen Verletzung wenig geschädigt.

Wie lange sollten Schürfwundenpflaster getragen werden?

Sobald die Wunde nicht mehr nässt, kann auf ein Pflaster verzichtet werden.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/57705/Silberhaltige-Wundauflagen-bei-infizierten-Wunden
  • https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/sollte-man-auf-wunden-sofort-ein-pflaster-kleben-a-917696.html
  • https://www.onmeda.de/krankheiten/schuerfwunde.html
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Schürfwunde
  • https://www.gesuendernet.de/service-und-wissen/therapie-a-behandlung/item/60-wie-behandelt-man-sch%C3%BCrfwunden.html
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

Inhaltsverzeichnis

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