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Schuppenflechte – juckende, sich schuppende Haut

Zwei Millionen Menschen leiden in Deutschland an der Autoimmunerkrankung Psoriasis, auch bekannt unter dem Namen Schuppenflechte. Die Krankheit bringt nicht nur körperliche Beschwerden mit sich, sondern auch psychische. Wie man mit der Krankheit umgehen kann, wie und wo sie entsteht und weitere wissenswerte Informationen erfahren Sie im Folgenden.

Kurzfassung:

  • Psoriasis ist eine chronische Hauterkrankung, bei der sich die Haut statt einmal im Monat, alle drei bis sechs Tage erneuert. Es entstehen juckende, silbrige Hautläsionen.
  • Psoriasis ist nicht gefährlich, infektiös oder gar ansteckend.
  • Schuppenflechte ist nicht heilbar, es gibt jedoch zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten.
  • die Betroffenen leiden unter dem gesellschaftlichen Druck mehr als an den Symptomen der Krankheit.
  • Je nach Jahreszeit kann man zu Tricks greifen, die das Leben der Betroffenen erleichtern können.

Was ist eine Schuppenflechte?

Psoriasis ist eine häufig auftretende, chronische Hauterkrankung bei der silbrige, sich schuppende Hautrötungen an den betroffenen Stellen auftreten, die extrem jucken. Die Krankheit tritt meist in Schüben auf. Man spricht auch von Psoriasis als Autoimmunerkrankung.

Wie und wo entsteht eine Schuppenflechte?

Die betroffenen Stellen sind meist intensiv beanspruchte Partien der Haut, wie zum Beispiel: 

  • die Streckseiten der großen Gelenke 
  • die Ellenbogen 
  • die Knie
  • die Partie über dem Steißbein
  • Stellen der behaarten Kopfhaut

Zudem können Organe betroffen sein, wie die Augen, das Herz-Kreislaufsystem und die Gelenke selbst.

Bei Psoriasis richtet sich das Immunsystem gegen das körpereigene, gesunde Gewebe. Anstatt, dass sich die Hautzellen einmal im Monat reproduzieren, findet dieser Prozess alle drei bis sechs Tage statt. Dadurch entsteht eine große Menge an Hautpartikeln, die sich zu erhabenen, schuppigen Läsionen auf der Haut entwickeln und einen starken Juckreiz mit sich bringen.

Bei der häufigsten Form, der Psoriasis Vulgaris lösen sich die Hautpartikel und es entsteht eine weiße, silbrige Schuppung. Darunter bilden sich Läsionen, die schnell zu bluten anfangen können.

Psoriasis hat keine infektiöse Ursache und ist nicht ansteckend oder gefährlich! Betroffene leiden vor allem unter psychischen Beschwerden, da der Anblick bei nicht aufgeklärten Personen oft Ekel auslöst. Patienten schotten sich daher aus Scham oft ab und geraten in eine Abwärtsspirale aus Isolation, Einsamkeit und Hilflosigkeit. 

Wer ist anfällig für Schuppenflechte?

Die genaue Ursache für Psoriasis ist nicht bekannt. Eine Störung des Immunsystems könnte ein  Grund für die Krankheit sein, ebenso, wie eine genetische Veranlagung.

Faktoren, die zum Ausbruch der Krankheit führen können, sind:

  • Stress
  • Hautreizungen
  • Hormonstörungen
  • Arzneimittel 

Meistens bricht die Krankheit zwischen dem 15ten und 35ten Lebensjahr aus. Hat ein Elternteil Psoriasis, steigt das Risiko für das Kind ebenfalls daran zu erkranken. 

Behandlung 

Psoriasis ist nicht heilbar. Es gibt jedoch zahlreiche Therapiemaßnahmen, um die Beschwerden und Symptome der Patienten zu lindern. Das vorrangige Ziel ist es die Zellteilung und die Entzündungen zu hemmen. Man unterscheidet grob zwischen vier Behandlungsmöglichkeiten:

Topische TherapieÄußerliche und spezifische Behandlung der Läsionen.
PhototherapieBehandlung mit ultraviolettem Licht.
Systemische TherapienBehandlung des ganzen Körpers mit Arzneimitteln .
Therapien mit BiologikaBehandlung mit Arzneimitteln, die speziell auf das Immunsystem gerichtet sind.

Eine allgemeines Behandlungsverfahren gibt es nicht. Jeder Patient benötigt eine auf ihn, individuell abgestimmte Therapie

Psoriasis und die Jahreszeiten – Prävention

Die Jahreszeiten können die Schuppenflechte auf unterschiedliche Art und Weise beeinflussen. Manche Patienten klagen im Winter über eine Verschlimmerung der Krankheit, da die Luft aufgrund der Heizungen sehr trocken ist und somit auch die Haut verstärkt gereizt wird, andere Patienten wiederum verspüren eine Verschlechterung der Symptome bei feucht, schwülem Wetter. 

Herbst & WinterFrühjahr und Sommer 
Hauptproblem: trockene (Heizungs-)Luft
viel Wasser trinken, um der Haut Feuchtigkeit von innen heraus zu spenden.über Nacht nicht zusätzlich heizen.nach dem Baden oder Duschen eine geeignete Feuchtigkeitslotion verwenden.kurzes (lau-)warmes Duschen statt heißem, langem Baden oder Duschen.die betroffenen Hautstellen über den Tag verteilt, regelmäßig eincremen.Luftbefeuchter installieren.
Sonne: Gefahr und Linderung zugleich. 
Betroffene verspüren unter dem Einfluss von Sonnenstrahlen eine Besserung ihrer Symptome. Jedoch sollte diese in Maßen genossen werden. Achtung:
einige Arzneimittel erhöhen die Empfindlichkeit gegenüber der Sonne.regelmäßig eine geeignete Sonnenschutzlotion mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 auftragen.kein exzessives Sonnenbaden; die Haut braucht Ruhe.nach dem Baden im Meer oder im Chlorwasser unbedingt kalt abbrausen und die Haut anschließend mit Feuchtigkeit versorgen. Salz trocknet die Haut aus und Chemikalien reizen sie unnötig.leichte und bequeme Kleidung sorgt dafür, dass der Schweiß verdunsten kann und die Haut nicht zusätzlich gereizt wird.

Da Psoriasis in Schüben auftritt und diese durch Stress, Medikamente oder andere Faktoren ausgelöst werden können, ist es wichtig, auf folgende Dinge zu achten:

  • Ruheeinheiten einlegen
  • entspannende Techniken erlernen (autogenes Training, Meditation,…)
  • gesunde Ernährung
  • keine reizenden Hautprodukte verwenden

Quellen:

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Psoriasis?nid=96750
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/sw/Psoriasis?nid=105049
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/62880/Psoriasis-neue-Erkenntnisse-zur-Pathogenese-und-Therapie
  • https://www.psoriasis-bund.de/wissen/psoriasis/
  • https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-001l_S3_Therapie_Psoriasis-vulgaris_2017-12.pdf

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