Ihr Ratgeber zu Vitaminmangel

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Ratgeber zum Vitaminmangel

Wie sich Vitaminmangel auswirkt und welche Therapie- sowie Präventionsmöglichkeiten es gibt

Insbesondere ältere Menschen leiden häufig unter einem Mangel an bestimmten Vitaminen. Das Deutsche Ärzteblatt wies bereits 2017 darauf hin, dass rund ein Viertel der über 65-Jährigen nicht ausreichend mit Vitamin B12 versorgt sei.

Kurzfassung

  • Vitamine wirken antioxidativ und können Gefäß- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.
  • Ein Vitaminmangel drückt sich in verschiedenen körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen aus.
  • Ein Bluttest gibt Aufschluss, ob ein solcher Mangel vorliegt.
  • Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell für eine optimale Vitaminzufuhr.

Definition: Was ist Vitaminmangel?

Vitamine sind für den menschlichen Körper überlebenswichtig. Eine nicht ausreichende Zufuhr kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Während sich ein Vitaminmangel (Hypovitaminose) in der Regel gut behandeln lässt, kann das gänzliche Fehlen bestimmter Vitamine (Avitaminose) irreparable Schäden hinterlassen.

Der Oberbegriff Vitamine fasst zahlreiche verschiedene organische Verbindungen zusammen. Sie erfüllen jede für sich spezifische Funktionen im Körper. Einige wirken antioxidativ und schützen die Zellen, andere sind am Stoffwechsel beteiligt.

Die meisten Vitamine bildet der Körper nicht selber. Sie müssen daher mit der Nahrung zugeführt werden. Die Ausnahme ist Vitamin D: Der Hautbestandteil Cholesterol wird unter Einfluss von Sonnenlicht in dieses Vitamin umgewandelt.

Welche Vitamine sind essenziell?

Zwei Vitamin-Gruppen lassen sich unterscheiden: fett- und wasserlösliche. Erstere nimmt der Darm besonders gut auf, wenn sie mit fettigen Nahrungsmitteln zugeführt werden. Der Körper speichert sie, während er wasserlösliche über die Nieren ausscheidet. Die beiden Gruppen gestalten sich wie folgt:

GruppeBezeichnungWirkung im Körper

Wasserlösliche Vitamine

Vitamin B1 (Thiamin)

  • Stärkung der Nerven
  • Wundheilung
  • Kohlenhydratstoffwechsel
  • Zellenergie

Vitamin B2 (Riboflavin)

  • Wundheilung
  • Kohlenhydratstoffwechsel
  • Zellenergie

Vitamin B3 (Niacin)

  • Hirnstoffwechsel
  • Zellatmung
  • Zellenergie

Vitamin B5 (Panthotensäure)

  • Energieproduktion

Vitamin B6 (Pyridacin)

  • Eiweißstoffwechsel
  • Um- und Abbau von Aminosäuren

Vitamin B7 (Biotin)

  • Stoffwechsel
  • Zellwachstum
  • DNA- und Proteinsynthese
  • Neubildung von Haarwurzeln und Nagelbett

Vitamin B9 (Folsäure)

  • Blutbildung
  • Nervenstärkung
  • Zellbildung im Knochenmark

Vitamin B12 (Cobalamin)

  • Blutbildung
  • Abbau von Fettsäuren
  • unterstützt die Aufnahme von Folsäure

Vitamin C (Ascorbinsäure)

  • Zellschutz
  • Schutz vor oxidativem Stress
  • Stärkung des Immunsystems

Fettlösliche Vitamine

Vitamin A (Retinol)

  • Stärkung des Sehvermögens
  • Zellentwicklung
  • Aufbau von Blutkörperchen

Vitamin D (Calciferol)

  • Blutbildung
  • Stärkung von Gehirn und Nerven
  • Regulation des Kalzium- und Phosphathaushalts
  • Knochenschutz

Vitamin E (Tocopherol)

  • Schutz vor freien Radikalen
  • Vorbeugung von Arterienverkalkung
  • Unterstützung für das Gedächtnis

Vitamin K (Phyllochinon)

  • Blutgerinnung
  • Verhinderung von Kalkablagerungen in Blutgefäßen und Knorpeln

Welche Ursachen kann ein Vitaminmangel haben?

Vitamine stecken in der Nahrung – doch es gibt kein Lebensmittel, das alle Vitamine in sich vereint. Ein Mangel rührt daher in der Regel von einer einseitigen Ernährung her. So besteht bei Vegetariern und Veganern die Gefahr einer Unterversorgung mit Vitamin B12: Cobalamin steckt nahezu ausschließlich in tierischen Lebensmitteln.

Doch nicht nur die Auswahl der Speisen spielt eine Rolle. Vitamine werden etwa bei einer fehlerhaften Lagerung oder einer nicht schonenden Zubereitung zerstört. Kurze Kochzeiten und Einfrieren wirken dem entgegen.

Bei bestimmten Krankheiten kann der Darm aufgenommene Vitamine nicht oder nicht ausreichend aufnehmen, um sie dem Körper zuzuführen. Dies sind typische Beispiele für die Ursache eines Vitaminmangels:

  • Durchfallerkrankungen
  • Darmentzündungen
  • Störung der Darmflora, vor allem nach einer Antibiotikum-Therapie

Bestimmte Lebensumstände erfordern einen erhöhten Bedarf an Vitaminen. Werden diese nicht zugeführt, kann es zu einem Vitaminmangel kommen. Typische Situationen sind

  • Bestimmte Infektionskrankheiten, vor allem solche, die mit hohem Fieber einhergehen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Wachstumsphasen bei Kindern und Jugendlichen
  • Stresssituationen

Medikamentöse Therapien oder Dialysen können die Funktion der Vitamine im Körper oder deren optimale Aufnahme beeinträchtigen.

Es ist ratsam, auch im Winter regelmäßig Tageslicht an die Haut zu lassen, um einem Vitamin-D-Mangel vorzubeugen.

Warum sind ältere Menschen besonders von einem Vitaminmangel bedroht?

Der Vitaminbedarf ändert sich mit dem Alter nicht, wohl aber der Grundumsatz. Häufig nehmen ältere Menschen aufgrund des niedrigeren Kalorienbedarfs weniger Nahrung und damit auch zu wenige Vitamine zu sich. Die Reduzierung der Bewegung, vor allem im Freien, birgt darüber hinaus die Gefahr eines Vitamin-D-Mangels.

Symptome: Wie erkenne ich einen Vitaminmangel?

Die Symptome für eine unzureichende Vitaminversorgung sind meist unspezifisch und unterschiedlich stark ausgeprägt. Sie reichen von Müdigkeit bis hin zu trockener Haut und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Tabelle beschreibt typische Symptome für einen Mangel an den wichtigsten Vitaminen.

VitaminSymptome einer Mangelversorgung

Vitamin A

  • Trockene, schuppige Haut
  • Verminderter Speichelfluss
  • Eingeschränktes Geruchsvermögen

Vitamin B1

Vitamin B2

Vitamin B3

  • Schlaflosigkeit
  • Schleimhautveränderungen im Verdauungstrakt

Vitamin B5

Vitamin B6

  • Lichtempfindlichkeit
  • Hautentzündungen
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit

Vitamin B7

  • Haarausfall
  • Antriebslosigkeit
  • Neurologische Beschwerden (Taubheit, Kribbeln der Extremitäten)

Vitamin B9

  • Müdigkeit
  • Atembeschwerden
  • Blässe
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden

Vitamin B12

  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwäche
  • Muskelschwäche

Vitamin C

  • Geschwächte Immunabwehr
  • Depressive Verstimmung
  • Müdigkeit
  • Gelenkschmerzen

Vitamin D

  • Müdigkeit
  • Haarausfall
  • Nervosität
  • Wachstumsstörungen bei Kindern
  • Osteoporose

Vitamin E

  • Durchblutungsstörungen
  • Muskelschwäche
  • Abwehrschwäche
  • Konzentrationsschwäche

Vitamin K

  • Erhöhte Blutungen bei Verletzungen
  • Nasenbluten
  • Blaue Flecken

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Aufgrund der unspezifischen Symptome bleibt ein Vitaminmangel häufig über eine längere Zeit unentdeckt. Müdigkeit, Abgeschlagenheit, eine geschwächte Immunabwehr und erhöhte Infektanfälligkeit deuten auf Mangelerscheinungen hin. Eine Blutuntersuchung (großes Blutbild) deckt Mangelzustände auf.

Das Labor misst nicht den eigentlichen Vitaminspiegel im Blut, sondern Substanzen, die das jeweilige Vitamin produziert. Fehlen diese, ist folglich das Vitamin nicht oder nicht ausreichend vorhanden.

Wie kann ich mich vor Vitaminmangel schützen?

Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung ist die beste Prävention vor einem Vitaminmangel. Dazu gehören Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Öle. In Fisch, Fleisch, Eiern und Milchprodukten stecken ebenfalls wichtige Vitamine.

Wann sollte ich bei Vitaminmangel zum Arzt?

Halten Symptome wie Müdigkeit, Infektanfälligkeit, Schwächegefühle und Reizbarkeit ohne erkennbare Ursache über einen längeren Zeitraum an, sollte ein Arztbesuch erfolgen.

Fragen und Antworten

Wann sollte ich zusätzliche Vitamintabletten einnehmen?

Bei einer ausgewogenen Ernährung sind Vitamintabletten in der Regel nicht notwendig. Es gibt jedoch Ausnahmen. In der Schwangerschaft, bei bestimmten (Darm-)Erkrankungen, beim Leistungssport oder im Alter kann es vorteilhaft sein, Vitamine in Pillenform einzunehmen.

Kann ich Vitamine überdosieren?

Ein Zuviel an Vitaminen kann unter Umständen ebenso schädlich sein wie ein Mangel. So lagert sich das fettlösliche Vitamin D in der Leber ab, kann zu Knochenentkalkung und in der Folge zu Nierensteinen führen. Eine Überdosierung von Vitamin C steht im Verdacht, Durchfälle auszulösen und Harnsteine zu fördern. Eine übermäßige Vitamin-A-Einnahme kann Schwindel, Kopfschmerzen und Erbrechen hervorrufen.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/87142/Vitaminmangel-Jeder-Vierte-im-Alter-mit-Vitamin-B12-unterversorgt
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/46529/Vitamin-Praeparate-Ein-florierender-Markt
  • https://www.amboss.com/de/wissen/Vitamine
  • https://www.apotheken-umschau.de/Vitaminlexikon
  • https://aok-erleben.de/vitamine-was-sind-unterschiede-zwischen-wasserloeslichen-und-fettloeslichen/
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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