Behandlung bei Wunden

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Wunden-Ratgeber

Informationen zur Entstehung, Unterscheidung & Behandlung von Wunden

Unachtsames Hantieren mit dem Brotmesser, ein Sturz auf dem Schotterweg oder die Folge eines medizinischen Eingriffs: Wunden resultieren aus verschiedenen Gründen. Entsprechend vielfältig sind die Erscheinungsformen der Verletzungen. Eines haben alle Wunden gemein: Gewebe ist durchtrennt oder abgetragen. Die Heilung folgt einem festen Schema. Hier erfahren Sie, wie Sie Wunden versorgen und wann Sie mit Wunden zum Arzt müssen.

Kurzfassung

  • Wunden entstehen, wenn Einwirkungen von Objekten oder Substanzen zur Schädigung von Haut und Gewebe führen.
  • Je nach Verletzungsmuster werden viele verschiedene Typen von Verwundungen unterschieden.
  • Bei der Wundheilung folgen Phasen der Reinigung, der Bindegewebs- und der Deckhautbildung aufeinander.
  • Bei der Therapie von Wunden führen deren Reinigung, gegebenenfalls der Verschluss der Wundränder und die Vorbeugung von Infektionen zur Heilung.

Was sind Wunden?

Eine Wunde bezeichnet einen Defekt oder Verlust des Deckgewebes von äußeren Hautschichten oder Schleimhaut.

Wunden treten äußerlich auf der Körperoberfläche auf; im Körperinneren entstehen sie etwa durch Stiche, Knochenbrüche oder Beschleunigungseffekte. Unfälle können beispielsweise Risse des inneren Körpergewebes verursachen.

Welche Arten von Wunden gibt es?

Verbreitet treten Verletzungen durch äußere Einflüsse auf, andere sind eine Folge medizinischer Eingriffe wie Operationen.

Wunden können außerdem krankheitsbedingt entstehen. Mögliche Ursachen sind unter anderem ein „Wundliegen“ bei Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Durchblutungsstörungen oder Vorerkrankungen. Auch neurologische Faktoren können die Ausbildung begünstigen.

Je nach Auslöser werden Wunden in verschiedene Kategorien eingeteilt.

Mechanische Wunden

„scharfe“ Gewalteinwirkung

„stumpfe“ Gewalteinwirkung

  • Schürfwunden
  • Platzwunden
  • Quetschwunden
  • Ablederungswunden
  • Risswunden
  • Dekubitus (Wundliegen)
  • Schusswunden
  • „Pfählungsverletzungen“ („Stich“ mit stumpfem Gegenstand)

Thermische Wunden

Chemische Wunden

Ätzwunden

Aktinische Wunden

Wunden durch Strahlungseinwirkungen

Prävention

Eine Verwundung tritt in den allermeisten Fällen durch unvorhergesehene Ereignisse ein. Eine Vorbeugung ist daher nur in bedingtem Umfang möglich. Es gilt, riskante Situationen zu vermeiden und vorsichtig mit scharfen, spitzen oder anderweitig gefährlichen Objekten und Substanzen umzugehen. Optimalerweise sollte dabei eine Schutzausrüstung getragen werden.

Gibt es Risikogruppen für Wunden?

Eine Blessur kann jedermann sich jederzeit zuziehen. Besonders gefährdet sind allerdings Personen, die häufig mit Dingen hantieren oder sich in Situationen bewegen müssen, die eine vermehrte Unfallgefahr bergen.

Zudem können einige Krankheitsbilder dazu führen, dass an sich harmlose Wunden chronisch werden. Darunter fallen:

  • Gefäßerkrankungen
  • Infektionen
  • Tumore
  • Durchblutungs- und Nervenleitungsstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Bindegewebsstörungen

Welche Symptome gibt es bei Wunden?

Die Anzeichen für eine Wunde sind offensichtlich: Haut und Gewebe sind zerstört. Meist kommt es zu Blutungen. Sind Nervenzellen beeinträchtigt, gehen von der Wunde brennende oder pochende Schmerzen aus.

Muss bei Wunden ein Arzt aufgesucht werden?

Ein Arztbesuch ist unvermeidbar, wenn die Wunde keine kleine Bagatellverletzung ist, die selbst verarztet werden kann. Wunden mit hohem Blutverlust, klaffenden und ausgefransten Rändern oder starker Verschmutzung müssen immer professionell versorgt werden.

Schwerwiegende Verletzungen werden gegebenenfalls genäht, geklebt oder geklammert. Sie benötigen eine sorgfältige Nachsorge bis zur vollständigen Heilung. Eventuell ist notwendig, ein Drainageröhrchen zu setzen, durch das während des Heilungsprozesses Eiter und Wundflüssigkeit abfließen können. In sehr ernsten Fällen kann ein stationärer Klinikaufenthalt unvermeidlich sein.

Für eine offene Wunde ist Krankschreibung möglich, deren Dauer nach Umfang und Heilprozess der Verletzung variiert.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

In der Praxis wird der Arzt zunächst eine Blickdiagnose der Wunde vornehmen und sich während des Patientengesprächs nach den Umständen erkundigen, unter denen sie entstand. Auch wird er nach eventuellen Vorerkrankungen fragen, die die Wundheilung behindern könnten.

Ist bis zum Arztbesuch bereits längere Zeit vergangen, sollten Veränderungen der Wunde oder Begleitsymptome wie Fieberschübe dokumentiert werden.

Um mögliche Störungen von Muskeln und Nerven zu testen, überprüft der Mediziner gegebenenfalls zusätzlich Reflexe und das Tastempfinden und sondiert die Tiefe der Wunde. Er veranlasst möglicherweise die Untersuchung von Blut oder Wundabstrich durch ein Labor.

Aufgrund des Wundbilds und der ermittelten Informationen kann der Arzt anschließend die passenden Versorgungsmaßnahmen einleiten.

Wie werden Wunden versorgt?

Grundsätzlich sollte die Erstversorgung einer Wunde nach nachfolgendem Schema ablaufen, unabhängig davon, ob Selbstverarztung oder eine medizinische Versorgung stattfindet.

  • Ausbluten: Das frisch austretende Blut transportiert Keime und Verschmutzungen aus der Wunde ab.
  • Reinigen: Anschließend muss die Verletzung unter fließendem Wasser gesäubert werden.
  • Blutstillung: Mit einem sterilen Verband oder Pad wird der Blutfluss gestoppt.
  • Desinfektion: Abschließend sollte ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung von Bakterien und Viren aufgebracht werden.

Damit die Wunde keimfrei bleibt, kann der Arzt Antibiotika als Salbe oder Tablette verschreiben. Bei Bedarf wird die Wunde mit einem Pflaster oder Verband bedeckt, der regelmäßig gewechselt werden muss. Das feuchte Klima unter der Abdeckung begünstigt den Heilungsprozess.

Damit keine Krankheitserreger in die Wunde hineingetragen werden, sollte niemals Blut mit dem Mund von der verletzten Stelle abgesaugt, auf die Wunde gepustet oder diese direkt berührt werden!

Wie verläuft der Heilungsprozess von Wunden?

Die Gesundung wird maßgeblich von der Komplexität beeinflusst. Je schwerer die Verletzung, desto mehr Zeit vergeht bis zum Abheilen.

Meist unproblematisch regenerieren oberflächliche, saubere Wunden mit nicht klaffenden Rändern, die zeitnah versorgt werden können („primäre Wundheilung“). Liegen neben der Hautverletzung zusätzlich tiefere Gewebeschädigungen vor, muss der Körper Bindegewebe und die abdeckende Hautschicht neu bilden („sekundäre Wundheilung“). Während dieser Zeit ist die Wunde anfällig gegen Keime.

Die Wundheilung verläuft gewöhnlich in drei teils überlappenden Phasen.

  • Exsudations- oder Reinigungsphase: Zunächst erfolgt eine Säuberung durch den Austritt von Blut beziehungsweise Gewebeflüssigkeit (Lymphe). Dabei werden Verunreinigungen aus der Wunde geschwemmt, anschließend setzt die Blutgerinnung ein.
  • Granulationsphase: In der zweiten Phase bildet der Körper an der Wunde das sogenannte Granulationsgewebe, das aus Collagenfasern und Blutgefäßen besteht.
  • Resorptionsphase: Abschließend entstehen neue Gewebefasern und eine Abdeckung aus frischen Hautzellen.

Gemeinsam ist der primären und sekundären Wundheilung, dass in der Regel tieferliegende Gewebeschichten in Mitleidenschaft gezogen sind.

Sehr oberflächliche Schädigungen der Haut können auf epitheliale Weise heilen. Dabei wird die Wunde lediglich mit frischem Deckgewebe verschlossen, ohne dass neues Bindegewebe entsteht. Ein typisches Beispiel für diese Art der Wundheilung wäre ein Sonnenbrand.

Fragen und Antworten

Darf man Wunden überschminken?

Solange der Heilungsprozess einer Wunde noch nicht eingesetzt hat, sollte vom Auftragen von Make-up abgesehen werden. Ist das Schminken unumgänglich, sollte in Rücksprache mit dem Arzt ein medizinisches Puder als Grundierung über den verschorften Hautpartien verwendet werden.

Wie wirken Salben für Wunden?

Wundsalben sind desinfizierend und feuchtigkeitsspendend. Der Narbenbildung kann entgegengewirkt werden, die Bildung von neuem Gewebe wird gefördert. Allerdings dürfen auch Wundsalben nicht angewendet werden, solange die Wunde noch offen ist.

Zu welchen Komplikationen kann es bei der Wundheilung kommen?

Verbreitete Erschwernisse sind Infektionen, Durchblutungs- oder Gerinnungsstörungen, Narbenbildungen und Nekrosen (Absterben von Gewebe).

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/83390/Wunden-heilen-tagsueber-schneller
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Wunde
  • https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/verletzungen/wunden-wundheilung
  • https://mediset.de/wundheilungsstorung/
  • https://www.wkz.at/was-ist-eine-wunde/
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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