Ihr digitaler Arztbesuch – Beratung zu Zeckenbissen erhalten

Ratgeber zu Zeckenbissen

Wie Sie eine Zecke richtig entfernen, ob Zeckenbisse gefährlich sind und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten, erfahren sie hier.

Zecken sind sehr kleine und zähe Tiere, die alle mögliche Extreme wie Hitze, Kälte, Höhe und Wasser problemlos überleben können. Weltweit gibt es um die 900 verschiedene Arten, die sich ausschließlich von Blut ernähren. Nach Mücken gelten sie als die größten Verbreiter von Krankheiten. Daher ist es wichtig sich ausreichend zu schützen und falls man doch gestochen wurde, die Zecke schnell zu entfernen.

Kurzfassung

  • Zecken sind kleine Spinnentiere, die sich von Blut ernähren.
  • FSME und Borreliose können von Zecken auf den Menschen übertragen werden.
  • Sie sind in ganz Deutschland zu finden und halten sich vor allem in Wiesen und im Unterholz auf.
  • Zecken sollten vorsichtig, aber so schnell wie möglich entfernt werden.
  • Im Normalfall ist ein Arztbesuch nicht notwendig.
Zeckenwarnschild im Wald
Vor Risikogebieten wird häufig mit Schildern gewarnt.

Zecken

Zecken gehören wider erwarten nicht zu den Insekten sondern zu den Spinnentieren. Sie sind je nachdem ob vollgesaugt oder nicht zwischen 1,2-12mm groß und ernähren sich ausschließlich von Blut von verschiedenen Wirbeltieren. Sie verbringen (wenn sie nicht künstlich entfernt werden) bis zu 10 Tage an einem Wirt und fallen, wenn sie vollgesaugt sind, wieder ab.

Die kleinen Tiere sind überaus robust und sind in der Lage sowohl hohe als auch niedrige Temperaturen, Wasser, Höhe und sogar Jahre ohne Nahrung zu überleben. Außerdem tragen sie häufig Krankheitserreger wie Borreliose oder FSME in sich, die sie dann an ihre Wirte, also die gebissene Person, weitergeben können. Wichtig ist jedoch, dass nicht jede Zecke infiziert ist.

Vorkommen

Zecken sind eigentlich das ganze Jahr über zu finden, am aktivsten sind sie aber in den warmen Monaten, also zwischen März und Oktober. Sie halten sich vor allem in hohen Wiesen und im Unterholz in einer Höhe von 10-50 cm auf und warten dort, dass ein potentieller Wirt in ihre Nähe kommt.

Was tun bei einem Zeckenbiss

Bei einem sogenannten “Zeckenbiss” handelt es sich eigentlich um einen Stich.

Sollten Sie eine Zecken ihrem Körper finden, gibt es keinen Grund zur Panik. Dennoch sollten Sie sich bemühen das Tier so schnell wie möglich zu entfernen, jedoch ruhig und ohne Hektik.

Zecken entfernen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um Zecken zu entfernen. Werkzeuge zur Entfernung können Sie entweder online oder in der Apotheke erwerben.

Mit Zeckenkarte

  • Zeckenkarte so flach wie möglich auf die Haut auflegen
  • so an die Zecke heranschieben, dass die Karte seitlich zur Zecke liegt
  • Karte weiter unter die Zecke und weiter schieben, bis die Zecke entfernt ist

Mit Zeckenlasso

  • Schlaufe des Zeckenlassos um die Zecke herum auf die Haut auflegen
  • dann den Griff senkrecht zur Haut halten und Lasso zuziehen
  • Zecke senkrecht herausziehen

Mit Pinzette

  • Pinzette möglichst nah an der Haut ansetzen
  • Zecke feste greifen, dabei aber nicht den Hinterleib zerquetschen
  • Zecke vorsichtig, gerade rausziehen

Mit den Fingern

  • Nur im Notfall, wenn kein “Werkzeug” vorhanden ist
  • Zecke so nah an der Haut wie möglich mit Fingernägeln greifen, dabei nicht den Hinterleib zerquetschen
  • Mit leichten Bewegungen nach links und rechts die Zecke lockern und rausziehen

Desinfizieren Sie die Bissstelle nach dem Entfernen der Zecke.

Trotz vorsichtigem Entfernen kann es passieren, dass ein Teil der Zecke in der Haut stecken bleibt. Dabei handelt es sich nicht wie meistens vermutet um den Kopf, sondern um Teile der Mundwerkzeuge, die aber nicht gefährlich sind und in den meisten Fällen von der Haut abgestoßen werden.

In jedem Fall sollte die Einstichstelle der Zecke über einige Tag hinweg beobachtet werden. Sollte sich eine Rötung um die Stelle herum bilden, suchen Sie einen Arzt auf.

Vor Zecken schützen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten sich vor Zeckenbissen zu schützen. Die richtige Kleidung spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Der wahrscheinlich einfachste Weg ist richtige Kleidung. Ziehen Sie, wenn Sie in der Natur unterwegs sind, lange Klamotten an und stecken Sie idealer Weise die Hose in die Socken um zu verhindern, dass die Zecken an Ihre Haut gelangen können.

Eine weitere oder ergänzende Möglichkeit sind Anti-Zecken-Sprays/Repellents, die die Tiere abschrecken. Dies kann auch für Ihre Haustiere sinnvoll sein, da diese öfter von Zecken betroffen sind und dann auch mit in die Wohnung bringen.

Trotz allem Vorsichtsmaßnahmen sollten Sie nach einem Aufenthalt in der Natur Ihren Körper nach Zecken absuchen. Besonders Stellen an denen die Haut dünn und stark durchblutet ist, sind bei Zecken beliebt, wie zum Beispiel die Achseln, Kniekehlen, Ellenbeugen, die Leistengegend und vor allem bei Kindern der Kopf.

Auch Ihre Klamotten und Taschen sollten Sie überprüfen und im besten Fall bei 60°C waschen.

Krankheiten

Die Krankheiten, die unter anderem in Deutschland am Häufigsten von Zecken übertragen werden, sind Borreliose und FSME. Woran Sie diese Erkrankungen erkennen können und wie Sie diese dann behandeln können, erfahren Sie hier.

Borreliose

Bei Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion. Die Bakterien (Borrelia) halten sich im Darm der Zecke auf und brauchen in der Regel 12-24h um in die Blutbahn des Wirts zu gelangen. Das Risiko ist daher relativ gering an Borreliose zu erkranken, wenn die Zecke früh entdeckt und entfernt wird.

Sollte man doch an Borreliose erkranken, ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich.

Eine Impfung ist nicht möglich.

Die Symptome lassen sich in drei Stadien gliedern:

1. Phase: in den ersten Tagen bis Wochen:

  • Eine Wanderröte (kreisförmige Rötung, die sich ausdehnt) entsteht um die Einstichstelle der Zecke.
  • Eine Infektion ist auch möglich ohne dass eine Wanderröte erkennbar wird.
  • Weiter Symptome sind Abgeschlagenheit, Fieber und Kopfschmerzen.

2. Phase: Nach Wochen bis Monaten:

  • Es entsteht eine Entzündungen des Gehirns, Rückenmarks und sämtlicher Nerven.
  • Auch Gelenk- und Muskelschmerzen, Augenentzündungen, gravierende Herzprobleme sind Symptome der Borreliose.

3. Phase: Nach Monaten bis Jahren:

  • In seltenen Fällen entstehen Hautverdünnungen am Handrücken, Antriebsarmut, Gesichtslähmungen oder Entzündungen der Gelenke.

Die Symptome der Borreliose sind relativ universell, weshalb der oftmals erste Verdacht nicht auf diese fällt.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Auch FSME ist eine Krankheit, die von Zecken übertragen wird. Es handelt sich dabei um einen Virus, der beim Menschen vorerst grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Unwohlsein auslöst. Auch neurologische Beeinträchtigungen wie Bewusstseinsstörungen oder Lähmungen können Symptome von FSME sein, da das Virus eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns auslösen kann. Nicht jede infizierte Person ist jedoch davon betroffen.

Nur ein kleiner Teil (ca. 0,1-5%) der Zecken trägt den Virus in sich und kann somit Menschen infizieren. In Deutschland werden regelmäßig Risikogebiete bestimmt, in denen die Infektionsgefahr etwas erhöht ist. Dazu zählen vor allem Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Hessen.

Neben den allgemeinen Möglichkeiten sich gegen Zecken zu schützen, gibt es eine wirksame Impfung gegen FSME, die vor allem in Risikogebieten empfohlen wird.

Für einen optimalen Impfschutz sind 3 Impfungen notwendig.

Ca. ein bis drei Monate nach der ersten Impfung sollte die zweite erfolgen. Die dritte Impfung erfolgt, je nach Impfstoff, fünf bis zwölf bzw. neun bis zwölf Monate nach der zweiten. Damit der Schutz beständig bleibt, sollten Sie die Impfung alle ca. alle fünf Jahre auffrischen lassen.

Es sind leichte Nebenwirkungen nach der Impfung möglich. Dazu zählen Schwellungen, Rötungen oder Schmerzen an der Einstichstelle. Außerdem sind Allgemeinsymptome, wie Temperaturerhöhung, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Unwohlsein und Magen-Darm-Beschwerden in den ersten vier Tagen nach der Impfung möglich.

Die Kosten für den Impfschutz werden vollständig von der Krankenkasse übernommen.

Wann zum Arzt?

Normalerweise ist es bei einem Zeckenbiss nicht notwendige zum Arzt zu gehen. Sollte eine Zecke jedoch sehr schwer zu entfernen sein oder ein Teil des Tier noch in der Haut stecken bleiben, können Sie in einer Arztpraxis nach Hilfe fragen.

Generell sollten Sie nach dem Entfernen der Zecke die Einstichstelle einige Tage lang beobachten. Wenn Rötungen oder Schmerzen entstehen oder sich eine sogenannte Wanderröte, also die mehr oder weniger kreisförmige Vergrößerung der Rötung, entwickelt, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen.

Quellen

  • https://www.infomedizin.de/krankheiten/zeckenbiss/
  • https://www.meine-gesundheit.de/krankheit/krankheiten/zeckenbiss
  • https://www.zecken-radar.de/zeckenbiss/

Nie wieder Wartezimmer – haben Sie Ihren digitalen Arzt immer dabei.