Gamma-GT – so sind Ihre Laborwerte zu verstehen
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Was Gamma-GT ist, wann der Wert gemessen wird und was die Ergebnisse bedeuten, erfahren Sie hier.
Kurzfassung
- Gamma-GT ist ein wichtiges Enzym des Eiweißstoffwechsel.
- Der Wert wird hauptsächlich zur Diagnostik von Lebererkrankungen genutzt.
- Die Normwerte der Gamma-GT sind stark von Alter und Geschlecht abhängig.
- Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Alkohol helfen den Wert im Normalbereich zu halten.
Was ist Gamma-GT?
„Die im Blut nachweisbare Aktivität der Gamma-GT stammt vor allem aus Leber und Gallenwegen. Die GGT gehört zu einer Gruppe von Enzymen (Peptidasen), die die Übertragung von Aminosäuren von einem Eiweiß zu einem anderen durchführen (Aminosäurentransferasen).“ erklärt Dr. Tilo Mackenroth, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie im Medical Team bei TeleClinic.
Der Laborwert wird hauptsächlich zur Diagnostik von Lebererkrankungen genutzt und aus den Blutproben gewonnen.
Was sind Normwerte?
Die Gamma-GT-Werte sind wie die meisten medizinischen Laborwerte von Alter und Geschlecht abhängig.
GT-Werte die vom Referenzwert abweichen, können auf eine Lebererkrankung hinweisen. Allgemein gilt je höher der Wert, desto größer der vermeintliche Schaden.
Alter Gamma-GT-Normalwert (in u/l)
| Frühgeborene | Bis 292 |
| 1. Lebenstag | Bis 171 |
| 2. bis 5. Lebenstag | Bis 210 |
| 6. Tag bis 6. Lebensmonat | Bis 231 |
| 7. bis 12. Lebensmonat | Bis 39 |
| 1 bis 3 Jahre | Bis 20 |
| 4 bis 6 Jahre | Bis 26 |
| 7 bis 12 Jahre | Bis 19 |
| 13 bis 17 Jahre | Frauen: bis 38
Männer: bis 52 |
| Erwachsenenalter | Frauen: bis 39
Männer: bis 66 |
Wann wird der Wert gemessen?
Es gibt verschiedene Gründe weshalb der Wert von Gamma-GT betrachtet wird:
- Bei jedem Verdacht auf Leber- oder Gallenwegserkrankungen
- Bei verschiedenen Lebererkrankungen um den Krankheitsverlauf einzuschätzen
- Bei Verdacht auf chronischen Alkoholmissbrauch (kann schon ab zwei Gläsern Wein täglich erhöht sein)
- Bei Symptomen wie Gelbsucht, rechtsseitige Oberbauchschmerzen oder Juckreiz, etc.
Abstinenzkontrolle: Patienten die regelmäßig, große Mengen Alkohol konsumieren weisen in bis zu 90% der Fälle höhere GGT-Blutwerte auf.

Ursachen für veränderten GGT-Wert
Ein niedriger Gamma-GT-Wert ist in der Regel keine Hinweis auf eine Erkrankung.
Ursachen für erhöhten GGT-Wert:
Nur der GGT-Wert ist nicht ausreichend um eine Diagnose stellen zu können. In Verbindung mit der Höhe anderer Leberwerte, kann jedoch auf gewisse Erkrankungen geschlossen werden.
Leicht erhöht (bei Erwachsenen): Wert steigt nicht über 120 U/l
- Fettelber
- Medikamente
- Akuter oder chronischer Alkhoholmissbrauch
- Gallenwegserkrankungen
Mäßig erhöht (bei Erwachsenen): Wert steigt nicht über 300 U/l
- Schwerer akuter oder chronischer Alkoholmissbrauch
- Metabolisches Syndrom (Kombi aus Diabetes, Übergewicht, hohen Blutfettwerten)
- Fortschreitende Leberschädigung (Leberzirrhose) jeder Ursache
- Akute Virusentzündungen (Hepatitiden)
- Grasvierende Gallen- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
- Selten auch Metastasen oder primärer Leber/Gallengangskrebs
Stark erhöht (bei Erwachsenen): Wert steigt über 300 U/l
- Gallenstau (Cholestase)
- Schwere Entzündung der Gallenblase oder Gallenwege
- Cholestatischer Verlauf einer Virushepatitis
- Schwere Vergiftungen (zB. durch Medikamente oder Pilze)
Dr. Tilo Mackenroth, Facharzt für Innere Medizin aus dem Medical Team bei TeleClinic betont: „Anfällig für schwere Leberschäden sind alle Patienten mit Lebervorerkraunkungen.“
Was sagt der Wert aus?
Ein erhöhter Gamma-GT-Wert reicht nicht um eine Diagnose zu stellen.
Für eine Diagnose sind weitere Werte (z.B. ALT, AST oder Cholestaseparameter) notwendig, die jedoch im Normalfall im Zuge der Diagnostik ebenfalls untersucht worden sind. Mithilfe des Gesamtbilds verschiedener Werte kann dann eine Verdachtsdiagnose gestellt werden, die dann durch weitere Untersuchungen bestätigt werden kann.
Was kann man selbst tun?
- Befolgen der vom Arzt verordneten Therapie zur Behandlung der Grunderkrankung (Ursache)
- Verzicht auf Alkohol und Rauchen
- Gesunde und ausgewogene Ernährung
- Fettreiche und süße Speisen meiden
- Ausreichende und am besten tägliche Bewegung
Quellen:
Celina von der Linden
Dieser Ratgeber-Artikel wurde von unseren Redakteurinnen und Redakteuren verfasst und basieren auf den im Artikel angegebenen Quellen.
Dr. Tilo Mackenroth
Geprüft wurde dieser Ratgeber-Artikel von einem Arzt oder einer Ärztin aus dem Medical Team von TeleClinic.
Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformationen zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärztinnen und Ärzte weiterführend über TeleClinic. Es wird vorab geprüft, ob Ihr Anliegen für eine Videosprechstunde geeignet ist.
- Zuletzt aktualisiert: 3. Juni 2026