Harnstoff: Sind Ihre Laborwerte normal?

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Harnstoff zu hoch? Lesen Sie hier, was Sie darüber wissen sollten!

Der im Blutserum vorhandene Harnstoff ist ein Stoffwechselprodukt, das bei der Verarbeitung von Eiweißbestandteilen in der Leber anfällt. Der Harnstoff-Laborwert ist einer der Werte, die Auskunft über die Nierenfunktion geben.

Kurzfassung

  • Harnstoff ist ein Endprodukt des Abbaus von Eiweißbestandteilen in der Leber.
  • Er entsteht bei der Umwandlung des giftigen Ammoniaks.
  • Harnstoff wird über die Nieren ausgeschieden. Bei zu hohen Werten ist deren Funktion eingeschränkt.

Was ist Harnstoff?

In der Leber wird Eiweiß in seine Bestandteile, die Aminosäuren, zerlegt. Das dabei anfallende Abfallprodukt, Ammoniak, wird umgewandelt zu Harnstoff oder Carbamid. Dieser wird über die Nieren mit dem Urin und zum Teil auch über Schweiß und Stuhl ausgeschieden.

Welche Harnstoff-Laborwerte sind normal?

Der Harnstoff-Gehalt im Blut nimmt erst dann zu, wenn die Nierenfunktion bereits auf ein Viertel ihrer ursprünglichen Kapazität oder sogar weniger eingeschränkt ist. Das macht den Wert ungeeignet zur Frühdiagnose einer Niereninsuffizienz. Er wird eher herangezogen, um den Verlauf und Therapieerfolg bei Nierenversagen zu dokumentieren. Auch der Eiweißgehalt der Ernährung lässt sich aus dem Harnstoff-Messwert ableiten.

Die Laborwerte für Harnstoff liegen für Erwachsene im Normalbereich zwischen 16,6 und 48,5 mg/dl. Ist der Harnstoff zu niedrig, also unterhalb von 16 mg/dl, kann dies auf Mangelernährung hindeuten, ebenso auf eine Erkrankung der Leber.

Welche Symptome gehen mit erhöhten Harnstoff-Werten einher?

Sind die Harnstoff-Werte zu hoch, stellen sich Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Fieber ein. Auch eine Verminderung oder Zunahme des Wasserlassens kann beobachtet werden, ebenso Schmerzen beim Urinieren.

Was kann die Ursache für zu hohe Harnstoff-Werte sein?

Häufig liegt die Ursache in fortgeschrittenen Nierenschäden, aber auch Austrocknung lässt die Harnstoff-Werte ansteigen, ebenso wie sehr eiweißreiche Ernährung beispielsweise bei Leistungssportlern.

Nutzt der Arzt weitere Werte für eine genauere Diagnose?

Um die Funktionsfähigkeit der Niere genauer bestimmen zu können, werden in der Regel neben dem Harnstoff weitere Werte analysiert, darunter Kreatinin und die Elektrolyte Natrium, Kalium und Chlorid.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/160288/Chronische-Nierenerkrankung-Therapieziele-orientieren-sich-bei-Aelteren-an-den-Komorbiditaeten
  • https://www.diabetes-ratgeber.net/Laborwerte/Laborwerte-Harnstoff-107047.html
  • https://www.apotheken-umschau.de/nierenwerte
Bild von Fabian Bohn, Teammitglied von TeleClinic. Ein lächelnder Mann mit braunen Haaren und einer Brille in einem blauen Pullover und innerhalb einer Büroumgebung.
Von Medizinredakteur/in:
Fabian Bohn

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