Wie ist Ihr Kreatinin-Laborwert zu interpretieren?

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Ist Ihr Kreatinin-Laborwert zu hoch oder zu niedrig? Lesen Sie hier, was wirklich dahintersteckt.

Der Arzt hat Ihren Kreatinin-Laborwert bestimmen lassen und Ihnen mitgeteilt, dass er zu niedrig oder zu hoch ist? Ein zu niedriger Kreatinin-Wert im Blut ist aus medizinischer Sicht unbedeutend. Im Urin ist ein erniedrigter Wert ein Zeichen für eine Funktionsstörung. Ist das Kreatinin zu hoch, deutet das auf unterschiedliche Ursachen hin. Ihr Arzt wird Sie daher eingehender befragen und untersuchen.

Kurzfassung

  • Kreatinin entsteht als Abbauprodukt des Kreatins und wird durch die Nieren ausgeschieden.
  • Die Messung des Kreatinin-Werts kann im Urin und im Blutserum erfolgen.
  • Eine hohe Kreatinin-Konzentration kann auf eine Einschränkung der Nierenfunktion hindeuten.

Was ist Kreatinin genau?

Kreatinin entsteht als Stoffwechselprodukt des Kreatins. Das in der Leber, der Bauchspeicheldrüse und den Nieren gebildete Kreatin versorgt das Muskelgewebe mit Energie. Als für den Organismus nicht notwendiger Stoff wird das Kreatinin durch die Nieren und den Harn ausgeschieden. „Daher kann die Kreatininmessung im Blut zeigen wie gut die Niere dies herausfiltert und somit Rückschlüsse auf die Nierenfunktion bieten. Ebenso zeigt die Kreatininmessung im Urin wie gut die Niere gefiltert hat“, erklärt Dr. Franziska Recklies, Ärztin aus dem Medical Team bei TeleClinic.

Ist das Kreatinin zu niedrig, wirkt sich das nicht auf den Organismus und Ihre Gesundheit aus.

Wann ist das Kreatinin zu hoch?

Der normale Kreatinin-Wert ist abhängig von Faktoren wie

  • Geschlecht
  • Lebensalter
  • Muskelmasse

Daher bewertet der Arzt Ihre Kreatinin-Laborwerte in einem Referenzrahmen.

Gruppe Kreatinin-Normalwerte (mg/dl) Kreatinin-Normalwerte (µmol/l)
Männer 0,60–1,20 53–106
Frauen 0,50–1,10 44–97
Kinder bis zum 12. Lebensjahr 0,30–0,70 27–62
Kinder vom 12. bis 18. Lebensjahr 0,50–1,00 44–88

Der normale Kreatinin-Laborwert in einer morgendlichen Urinprobe beträgt bei Frauen 260 bis 2.170 und bei Männern 390 bis 2.590 Milligramm pro Liter.

Worauf deutet ein hoher Kreatinin-Laborwert hin?

Ist das gemessene Kreatinin im Blut zu hoch, kann eine nachlassende Nierenfunktion die Ursache sein. Ein deutlicher Anstieg der Werte ist jedoch erst bei einer um mindestens 50 Prozent verminderten Filterleistung der Nieren erkennbar. Daher eignet sich der Kreatinin-Laborwert allein nicht für die Erkennung eines beginnenden Nierenschadens. Ein erhöhter Kreatininwert kann folgende Ursachen haben:

  • Diabetes mellitus
  • Schilddrüsen-Unterfunktion
  • Körperliche Anstrengung
  • Infektionen
  • Medikamenten-Einnahme über einen längeren Zeitraum (Acetylsalicylsäure, Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Antibiotika)

Ein erhöhter Kreatininwert im Urin kann auf Bluthochdruck oder eine Akromegalie als Störung der Wachstumshormone zurückzuführen sein.

Fragen & Antworten zum Kreatininwert

Was sagt der Kreatininwert im Blut und Urin aus?

Der Kreatininwert kann Hinweise für eine eingeschränkte Nierenfunktion bieten und wird im Urin oder im Blutserum gemessen. Kreatinin entsteht als Abbauprodukt des Kreatins und wird durch die Nieren ausgeschieden. EIne erhöhte Kreatininkonzentration im Blut kann auf eine Einschränkung der Nierenfunktion hindeuten, oder auch zB durch eine Einnahme von Kreatin als Nahrungsergänzungsmittel sein. Auch ein erhöhter Muskelabbau oder starke körperliche Verausgabung können die Kreatininwerte im Blut erhöhen.

Wann ist der Kreatinin-Blutwert zu hoch?

Der Referenzrahmen für Kreatinin-Normalwerte liegt bei gesunden Frauen zwischen 0,66 und 1,09 Milligramm (mg) pro Deziliter (dl) Serum. Bei gesunden Männern gelten 0,81 bis 1,44 als Normalwerte. Für Kinder gelten andere Werte.

Welcher Kreatininwert im Urin ist normal?

Zu niedrige Urin‑Kreatinin‑Werte deuten auf verminderte Nierenfunktion oder unzureichende Sammlung hin.
Hohe Werte sprechen eher für Sammlung über zu lange Dauer oder Fehler beim Sammelprozess. Als Normalwerte bei 24-Stunden-Sammelurin-Tests gelten für Männer: ca. 1,0 – 2,5g/24h (bzw. 8,8 – 22,1 mmol/24h) und für Frauen: ca. 0,7 – 1,6 g/24h (bzw. 6,2 – 14,1 mmol/24h)

Quellen

Autorin Celina von der Linden. Lächelnde Frau aus dem TeleClinic Team.
Verfasst von:
Celina von der Linden
Medizinredakteur/in

Dieser Ratgeber-Artikel wurde von unseren Redakteurinnen und Redakteuren verfasst und basieren auf den im Artikel angegebenen Quellen.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Franziska Recklies
Approbierte Ärztin

Geprüft wurde dieser Ratgeber-Artikel von einem Arzt oder einer Ärztin aus dem Medical Team von TeleClinic.

Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformationen zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärztinnen und Ärzte weiterführend über TeleClinic. Es wird vorab geprüft, ob Ihr Anliegen für eine Videosprechstunde geeignet ist.

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