Ärztliche Beratung zu Beruhigungsmitteln

Unser Beruhigungsmittel-Ratgeber liefert Ihnen hilfreiche Informationen rund um das Medikament. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit offene medizinische Fragen einfach & schnell in einem Online-Arztgespräch per Video zu klären, oder sich zu alternativen Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Telemedizinisch stellen die Ärzte für dieses Medikament keine Rezepte aus.

Ratgeber zu Beruhigungsmitteln

Angst und Spannungszustände besser bewältigen

In einer von großen Sorgen geprägten Lebensphase oder bei starker Unruhe kann ein Beruhigungsmittel-Rezept für wirkungsstarke Präparate zeitweilig eine wichtige Hilfe sein. Diese wirken tagsüber entspannend und tragen nachts zu einem erholsamen Schlaf bei.

Kurzfassung

  • Leichte pflanzliche Beruhigungsmittel sind rezeptfrei erhältlich.
  • Für synthetisch hergestellte Tranquilizer ist ein Rezept erforderlich.
  • Vorsicht bei Medikamenten wie Benzodiazepinen. Es besteht Suchtgefahr!

Wann ist ein Beruhigungsmittel-Rezept sinnvoll?

Leichte pflanzliche Mittel wie Kräutertees mit Baldrian und Johanniskrautdragees machen nicht abhängig und führen nur in seltenen Fällen zu leichten Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden. Allerdings ist ihre Wirkung auf die Psyche relativ schwach.

Wenn Sie zum Beispiel während einer nervlich aufreibenden Phase Ihres Privat- oder Berufslebens extrem aufgewühlt sind, sollten Sie sich nicht scheuen, Ihre Ärztin/Ihren Arzt um ein Rezept für stärkere Beruhigungsmittel zu bitten. Diese werden aufgrund ihrer sedierenden, schlaffördernden Wirkung auch Tranquilizer genannt. Zu den bekanntesten Mitteln gehört das unter dem Handelsnamen Valium vertriebene Diazepam aus der Gruppe der Benzodiazepine.

Wie wirken synthetische Beruhigungsmittel im Körper?

Benzodiazepine verstärken die Wirkung der Gamma-Aminobuttersäure, kurz GABA, dem wichtigsten hemmenden Botenstoff im zentralen Nervensystem des Gehirns. So dämpfen sie Erregungszustände und mindern Ängste. Je nach Beschwerden unterscheiden Medizinerinnen und Mediziner zwischen drei Wirkungsformen:

WirkungsformAnwendungsgebietWirkstoff / Präparat

kurzEinschlafproblemeTriazolam oder Brotizolam
mittellangDurchschlafproblemez. B. Lorazepam (Tavor)
langUnruhe tagsüberz. B. Diazepam (Valium)

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Da Beruhigungsmittel direkt auf das zentrale Nervensystem einwirken, können sie zahlreiche Nebenwirkungen mit sich bringen. Die häufigsten sind:

Da die Reaktionsfähigkeit gemindert ist, dürfen Sie nach der Einnahme dieser Medikamente kein Fahrzeug führen oder schwere Maschinen bedienen.

Wann sollte von der Einnahme von Tranquilizern abgesehen werden?

Nehmen Sie synthetische Beruhigungsmittel niemals gleichzeitig mit anderen sedierenden Wirkstoffen wie Barbituraten, Opiaten, Antidepressiva oder auch Alkohol ein. Diese können die Wirkung potenzieren und möglicherweise einen Herzstillstand oder Atemstillstand auslösen.

Auf keinen Fall dürfen Sie Benzodiazepine während der Schwangerschaft einnehmen. Die Wirkstoffe überwinden die Plazentaschranke und können beim neugeborenen Kind zu Muskelschwäche, Atembeschwerden und einem gestörten Saugreflex führen (Floppy Infant Syndrome).

Warum benötige ich für starke Beruhigungsmittel ein Rezept?

Eine Ärztin bzw. ein Arzt wird beurteilen, ob Tranquilizer überhaupt für Sie infrage kommen und ein Medikament mit der für Sie geeigneten Wirkungsdauer auswählen. Da von Benzodiazepinen eine hohe Suchtgefahr ausgeht, ist außerdem eine ärztliche Kontrolle der Einnahmedauer sinnvoll.

Fragen und Antworten

Wie lange darf ich sedierende Medikamente einnehmen?

Um eine Abhängigkeit zu vermeiden, sollten Sie sedierende Medikamente nicht häufiger einnehmen als unbedingt nötig, zum Beispiel bei einer Panikattacke oder wenn Sie aufgrund Ihrer Sorgen keine Ruhe finden. Eine Rücksprache mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ist dringend notwendig.

Was ist beim Absetzen zu beachten?

Haben Sie über längere Zeit immer wieder ein Beruhigungsmittel-Rezept für Benzodiazepine erhalten, dürfen Sie das Mittel nicht abrupt absetzen. Dies kann zu Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Unruhe und Stimmungsschwankungen führen. Das Absetzen sollte unbedingt unter ärztlicher Aufsicht über einen längeren Zeitraum erfolgen!

Quellen

  • https://www.psychiatrie.de/psychopharmaka/beruhigungs-schlafmittel.html
  • https://www.dhs.de/suchtstoffe-verhalten/medikamente/benzodiazepine.html
  • https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-b/benzodiazepine/
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/167131/Schlaf-und-Beruhigungsmittel-Bis-zu-1-6-Millionen-Benzodiazepin-Abhaengige
Von Medizinredakteur/in:
Fabian Bohn

Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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