Ihr Ratgeber zu Lymphdrainagen

Unser Lymphdrainage-Ratgeber liefert Ihnen hilfreiche Informationen rund um das Thema. Bei Bedarf haben Sie auch die Möglichkeit sich einfach & schnell von einem Facharzt per Video beraten zu lassen.
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Lymphdrainage

Gezielte Massagen lindern Wasseransammlungen im Gewebe

Die Lymphdrainage ist Teil der physikalischen Therapie zur Verminderung von Ödemen (Wasseransammlungen) und Stauungszuständen insbesondere an den Extremitäten (Armen und Beinen). Ausgebildete Physiotherapeuten aktivieren mit speziellen Griffen das Lymphsystem und fördern den Abtransport der überflüssigen Gewebsflüssigkeit.

Kurzfassung

  • Der Arzt verordnet Lymphdrainagen, um Ödeme in Armen oder Beinen zu lindern.
  • Die Lymphdrainage ist eine manuelle Behandlung, maschinelle Kompressionstherapie kann zur Unterstützung eingesetzt werden.
  • Das Wechselspiel zwischen Druck und Unterdruck aktiviert das Lymphsystem und verbessert den Flüssigkeitstransport im Gewebe.
  • Ärzte und Physiotherapeuten benötigen eine zusätzliche Ausbildung, um die Grifftechniken anwenden zu dürfen.

Wie funktioniert die Lymphdrainage?

Die Lymphdrainage ist eine gezielte, sanfte Massagetechnik, die Wasseransammlungen im Gewebe (vor allem an Armen und Beinen) verringert. Speziell geschulte Physiotherapeuten und Ärzte (Phlebologen, also Venenspezialisten) dürfen Hand anlegen.

Dazu kommen folgende Grifftechniken nach Emil Vodder zum Einsatz:

  • Stehender Kreis
  • Pumpgriff
  • Schröpfgriff
  • Drehgriff


Die gezielte Bearbeitung des Gewebes erzeugt unter anderem Druck, Unterdruck und eine Sogwirkung. So fördert die Drainage den Abfluss der gestauten Flüssigkeiten über die Lymphbahnen.

Zwischen den Terminen kann bei bestimmten Grunderkrankungen zusätzlich die maschinelle Entstauungstherapie angewendet werden: Die sogenannte intermittierende pneumatische Kompressionstherapie (IPK) hilft ebenfalls, Wassereinlagerungen zu reduzieren. Hier tragen die Patienten eine Manschette über der betroffenen Gliedmaße, die wiederholt Druck auf das Gewebe ausübt.

Wirkt die Lymphdrainage allein?

Das Ableiten von angestauter Gewebsflüssigkeit ist nur ein Baustein der Therapie. Kompressionsverbände oder maßgeschneiderte Stützstrümpfe und eine spezielle Gymnastik bilden einen ganzheitlichen Therapieansatz. Zu Beginn der Behandlung ist die Lymphdrainage häufig täglich erforderlich. Haben die Maßnahmen Erfolg, finden die Termine nach Bedarf statt.

Lymphdrainage vielseitig einsetzbar

Die speziellen Grifftechniken lindern die Beschwerden bei vielen Erkrankungen, die mit Wasseransammlungen im Gewebe einhergehen. Dazu gehören unter anderem:

  • Lymphödeme (Flüssigkeitsansammlungen zwischen den Körperzellen)
  • Lipödeme (Vermehrung des Unterhautfettgewebes, meist bei Frauen)
  • Lipolymphödeme (Kombination aus Lip- und Lymphödem)
  • Operationen mit Durchtrennung von Lymphbahnen (z. B. Krebsoperationen an der weiblichen Brust, Gelenkersatz)
  • Sportverletzungen
  • Venenschwäche

Wann darf keine Lymphdrainage eingesetzt werden?

Einige Erkrankungen verursachen zwar Ödeme. Eine manuelle Entstauung der betroffenen Gebiete wäre aber für vorerkrankte Patienten sehr gefährlich. Das betrifft unter anderem folgende Beschwerdebilder:

  • Ausgeprägte Herzschwäche
  • Akute tiefe Beinvenenthrombose (Verstopfung einer Vene mit einem Blutgerinnsel)
  • Wundrose (bakterielle Hauterkrankung)
  • Fieber
  • Bakterielle Entzündungen

Fragen und Antworten

Dürfen Betroffene die Lymphdrainage selber machen?

Nicht ohne Grund benötigen Ärzte und Physiotherapeuten eine Zusatzausbildung. Zu fester Druck kann das Gewebe schädigen. Außerdem kann die Flüssigkeit aus Versehen weiter nach unten bewegt werden. Patienten sollten nur selbst aktiv werden, wenn der Behandler ihnen bestimmte Griffe und Techniken zur Heimanwendung gezeigt hat.

Wie lange dauert eine Lymphdrainage?

Die Dauer einer Sitzung richtet sich nach der Schwere des Ödems und der Verordnung des Arztes. Es sind Behandlungen von 15, 30 und 60 Minuten Länge möglich. Das anschließende Bandagieren der behandelten Extremität kommt noch dazu.

Was kostet die Lymphdrainage?

Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen bezahlen 10 Euro pro Rezept und 10 Prozent der Heilmittelkosten. Jeder Termin schlägt also je nach Behandlungsdauer mit Kosten zwischen rund 12 und 14 Euro zu Buche. Von der Zuzahlung befreite Patienten müssen nichts bezahlen. Ohne Rezept ist die Lymphdrainage eine reine Wellnessbehandlung, die selbst finanziert werden muss.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/119202/Lymphdrainage-Eine-wenig-bekannte-physikalische-Therapieform
  • https://www.physio-deutschland.de/patienten-interessierte/wichtige-therapien-auf-einen-blick/manuelle-lymphdrainage.html
  • https://www.azh.de/zuzahlung-physiotherapie/
  • https://books.google.de/books?id=sGft6vMEC0kC&pg=PA210&lpg=PA210&dq=maschinelle+intermittieren+Kompressionstherapie+%C3%A4rzteblatt&source=bl&ots=DUYlLEzFUn&sig=ACfU3U1B62uAPOkcJ2AmLyY_iGS-JoZ0BQ&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwiDof_b5oXpAhWFw6YKHSiyBJwQ6AEwA3oECAoQAQ
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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