Ihr Ratgeber zu Wartezeiten bei Arztterminen

In unserem Arzttermin Wartezeiten-Ratgeber finden Sie hilfreiche Informationen rund um das Thema. Darüber hinaus haben Sie auch die Möglichkeit, sich in wenigen Minuten von einem Facharzt per Video beraten zu lassen.

Ratgeber: Wartezeit beim Arzt

2o, 3o, 5o Minuten oder noch länger? Wenn Sie sich in einer Arztpraxis immer mal wieder fühlen wie auf einem Flughafen oder Bahnhof, so ist dies ein Hinweis darauf, dass eine Praxis nicht gut organisiert ist. Auch wenn sich Verzögerungen nicht immer vermeiden lassen, darf die Ärztin/der Arzt Sie nicht unnötig warten lassen. Tipps gegen den Ärger.

Kurzfassung

  • Wartezeiten trotz Arzttermins sind in vielen Praxen üblich.
  • Längere Wartezeiten trotz Arzttermins sind einer schlecht organisierten Terminplanung beim Praxismanagement oder einer mangelhaften Termindisziplin seitens des Arztes geschuldet.
  • Wenn das Praxismanagement gut funktioniert, sind Wartezeiten relativ kurz.
  • Als Toleranzgrenze gelten 3o Minuten Wartezeit.
  • Verzögerungen länger als 3o Minuten sollten vom Praxispersonal kommuniziert werden: Geduld ist einfacher, wenn der Grund bekannt ist.
  • Patienten können ohne weiteres die Praxis nach 3o Minuten Warten verlassen, der Arzt kann nichts berechnen.
  • Nur in einer offenen Sprechstunde sollten sich Patienten auf längere Wartezeiten einstellen.
  • Wer trotz Termins eine Wartezeit nicht akzeptiert, sollte bei der Anmeldung die Mitarbeiterin darauf hinweisen, dass im Anschluss an diesen zeitnah ein weiterer Termin ansteht.
  • Fällt die Wartezeit regelmäßig unverhältnismäßig aus, lohnt das Nachdenken über einen Arztwechsel.
  • Regelmäßiges stundenlanges Warten kann der Krankenversicherung gemeldet werden.

Gründe fürs Warten

Kein Arzt kann eine Behandlung auf die Minute genau planen – weder der Hausarzt noch ein Facharzt. Doch während der Arztkontakt beim Hausarzt häufig kaum länger dauert als 15 Minuten, warten Patienten darauf nicht selten deutlich länger – trotz Terminvereinbarung.

Auch wer einen Termin beim Facharzt hat und nicht in eine reine Privatpraxis geht, muss häufig Wartezeiten von 3o Minuten und darüber hinaus einplanen. Woran liegt das? In aller Regel an einer schlecht organisierten Terminplanung seitens der Praxis oder mangelhaften Termindisziplin seitens des Arztes. 

In vielen Praxen wird nicht wirklich geplant und koordiniert, sondern eine definierte Anzahl von Patienten in einheitlichen Behandlungsintervallen über den Tag und die Woche verteilt. In der Folge führen stets die gleichen Ursachen zu Wartezeiten:

  • Unpünktlicher Sprechstundenbeginn
  • Spitzenzeiten (Montagmorgen) werden nicht entzerrt
  • Keine Zeitpuffer für Akut- und Notfallpatienten
  • Nicht planbare Situationen und unerwartet komplizierte Behandlungen
  • Patienten ohne Termin werden einfach so “dazwischengeschoben”
  • Zeitintensive Patienten
  • Mangelnde Koordination zwischen Angebot und Nachfrage: zwischen der Arbeitszeit des Arztes und dem Behandlungsbedürfnis der Patienten

3o Minuten

Eine Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung von 2o19 zeigt, dass

  • weniger als zehn Prozent der gesetzlich versicherten Patienten pünktlich zum Termin ins Sprechzimmer gerufen werden
  • jeder elfte Patient ohne Wartezeit drankommt
  • jeder dritte Patient rund 15 Minuten wartet
  • weitere 33 Prozent etwa 3o Minuten warten
  • fast 2o Prozent bis zu 6o Minuten warten
  • sieben Prozent bis zu zwei Stunden warten

Andere Untersuchungen bestätigen, dass in deutschen Arztpraxen die durchschnittliche Wartezeit 3o Minuten beträgt – unabhängig von der Versicherungsart privat/gesetzlich und von der Fachrichtung. Vor allem, wenn Berufstätige sich für den Termin freinehmen müssen und nur ein eingeschränktes Zeitbudget haben, wird das schwierig.

Die Toleranzgrenze für Wartezeit trotz Terminvereinbarung liegt bei 3o Minuten. Nur in einer offenen Sprechstunde – in einem Zeitrahmen ohne Terminabsprachen – heißt es Geduld haben und sich auf Wartezeiten einstellen.

Patientenorientierte Kommunikation

Auch wenn sich Verzögerungen nicht immer vermeiden lassen, darf die Ärztin/der Arzt Sie nicht unnötig warten lassen. Bei einem gut funktionierenden Praxismanagement sind Wartezeiten von zehn bis 2o Minunten kurz und tolerabel. Nach 15 bis 2o Minuten Wartezeit sollten Sie nachfragen, was da los ist, denn Patienten haben das Recht zu erfahren, wie lang sie noch warten müssen. Noch besser: Das Praxispersonal informiert unaufgefordert.

Was aber tun, wenn es zu einer Verzögerung von 3o Minuten und länger kommt und Sie weder Zeit noch Verständnis dafür haben?

Praxispersonal

Die Mitarbeiter sollten geschult sein, deeskalierend zu kommunizieren. Das heißt, Sie sollten positiv, klar, freundlich, lösungs- und patientenorientiert über den Anlass informiert werden – gegebenenfalls telefonisch vor Eintreffen in der Praxis, wenn nennenswerte Wartezeit absehbar ist. Geduld ist einfacher, wenn der Grund bekannt ist und frühzeitig mitgeteilt wird.

Patient

Bei einer Verzögerung von mehr als 3o Minuten können Sie die Praxis ohne weiteres verlassen, der Arzt hat keine Ansprüche gegen Sie. Wer nicht zu sauer ist, vereinbart vorher noch einen Ersatztermin. Oder denkt über einen Arztwechsel nach.

Um Frust von vornherein auszuschalten, besteht die Möglichkeit, bereits bei Eintreffen in der Praxis darauf hinzuweisen, dass im Anschluss an diesen zeitnah ein weiterer Termin ansteht.

Fällt die Wartezeit regelmäßig unverhältnismäßig aus und Sie wollen das nicht länger akzeptieren, sollte auch die Krankenversicherung informiert werden.

Schadensersatz

Die Möglichkeit auf Schadensersatz nach einmaligem überproportional langem Warten auf den vereinbarten Arzttermin ist gering. Chancen hat nur, wer nachweisen kann, dass 

  • ein finanzieller Schaden entstanden ist, weil ein wichtiger Geschäftstermin geplatzt ist
  • das Praxismanagement nicht gut strukturiert ist
  • die Wartezeit nicht im Zusammenhang mit einem medizinischen Notfall steht

Mangelnder Respekt vor dem Umgang mit der Zeit des Patienten oder ein abgelaufenes Parkticket gehören nicht zu den justitiablen Gründen.

Arzttermin bei TeleClinic

In der TeleClinic gibt es praktisch keine Wartezeiten. Ärzte verschiedener Fachrichtungen stehen für eine Video-Sprechstunde einschließlich Überweisungen und Rezepte zur Verfügung. 

Zu dem Zweck registrieren Sie sich und füllen einen medizinischen Fragebogen aus. Über die kostenlose TeleClinic-App wird anschließend ein Wunschtermin festgelegt. Der beratende Arzt ruft genau dann an, wenn Sie Zeit haben. Die Vergütung richtet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

Quellen

  • https://www.kbv.de/media/sp/Berichtband_Ergebnisse_der_Versichertenbefragung_2019.pdf
  • https://www.der-niedergelassene-arzt.de/kommcenter/aesthetische-dermatologie/news-details/aesthetische-dermatologie/wartezeiten-sind-fast-immer-hausgemacht
  • https://www.praktischarzt.de/ratgeber/wartezeit-beim-arzt/
  • https://www.med2day.com/wartezeit-arztpraxis-zahnarztpraxis/
  • https://www.m-mp.de/ratgeber/lange-wartezeiten-arzt/

Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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