Ihr Ratgeber zu U-Untersuchungen

Unser U-Untersuchung-Ratgeber liefert Ihnen hilfreiche Informationen rund um das Thema. Bei Bedarf haben Sie auch die Möglichkeit sich einfach & schnell von einem Facharzt per Video beraten zu lassen.
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U-Untersuchungen

Kindervorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Erkrankungen und Entwicklungsstörungen

U-Untersuchungen sind spezielle Vorsorgeuntersuchungen für Kinder. In den ersten Lebensjahren machen Babys und Kleinkinder große Entwicklungsschritte. Die Früherkennung von Störungen und Erkrankungen ist sehr wichtig, weil sich mögliche Defizite zu dieser Zeit noch leicht ausgleichen lassen.

Kurzfassung

  • U-Untersuchungen gehören zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Die insgesamt zehn Termine verteilen sich von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr und werden in einem speziellen Untersuchungsheft dokumentiert.
  • Die Teilnahme ist in den meisten Bundesländern freiwillig, aber es lohnt sich, dieses Angebot konsequent zu nutzen.
  • Zusätzlich zu den U-Untersuchungen sind sechs zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen sowie eine Jugenduntersuchung im Leistungskatalog enthalten. Einige Krankenkassen bieten weitere Termine an.

Was sind U-Untersuchungen?

U-Untersuchungen sind spezielle Arzttermine für Kinder von der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr. Bei der Vorsorge prüft der Kinderarzt, ob sich ein Kind körperlich und geistig normal entwickelt. Kleine Kinder wachsen schnell und erreichen immer neue Meilensteine. Die Zeitfenster für die U-Untersuchungen sind so gelegt, dass der Arzt wichtige Entwicklungsschritte dokumentieren kann.

Welche Vorteile bietet die Kindervorsorgeuntersuchung noch?

Diese Arztbesuche dienen auch dazu, bestimmte Risiken und Belastungen des Kindes zu erkennen (z. B. Allergierisiko), und die Eltern entsprechend zu beraten. Weiterhin können die U-Untersuchungen mit einigen Impfterminen kombiniert und zur allgemeinen Impfberatung genutzt werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Kleinen bei dieser Gelegenheit den Arztbesuch kennenlernen und die Angst verlieren.

Haben U-Untersuchungen Risiken oder Nebenwirkungen?

Kindervorsorgeuntersuchungen sind nicht invasiv, das heißt, es finden keine Eingriffe wie Blutabnahmen etc. statt. Der Arzt führt lediglich eine äußere körperliche Untersuchung durch und animiert das Kind, bestimmte Reaktionen oder Bewegungen zu zeigen. Dabei läuft der gesamte Termin möglichst spielerisch ab. Weitere notwendige Informationen erfragt der Arzt bei den Eltern.

Welche U-Untersuchungen gibt es?

Die erste U-Untersuchung findet direkt nach der Geburt statt. Danach verteilen sich die Termine bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes, wobei die Intervalle zu Beginn enger gefasst sind. Die folgende Tabelle stellt die einzelnen Kindervorsorgeuntersuchungen vor und zeigt, wo die Schwerpunkte liegen:

U-UntersuchungZeitpunktUntersuchungsschwerpunkte

U1

Direkt nach der Geburt sowie am 2. bis 3. Tag danach

  • Atmung, Herzschlag, Hautfarbe und Reifezeichen
  • Fehlbildungen, schwere Erkrankungen
  • erweitertes Neugeborenenscreening am 2. oder 3. Lebenstag
  • Erkennung angeborener Stoffwechsel- oder Hormonstörungen wie z. B. Mukoviszidose
  • Zusätzliches Hörscreening zur Erkennung von Hörbehinderungen

U2

3. bis 10. Lebenstag

  • Untersuchung der Sinnesorgane, Organe und Reflexe
  • Früherkennung angeborener Krankheiten und bestehender Gesundheitsrisiken
  • Vermeidung von Komplikationen

U3

4. bis 5. Lebenswoche

  • Altersgemäße Entwicklung, Reflexe, Motorik, Reaktionen
  • Größe und Gewichtsentwicklung
  • Untersuchung der Organe und Hüftgelenke
  • Trink- und Schlafverhalten

U4

3. bis 4. Lebensmonat

  • Altersgerechte körperliche und geistige Entwicklung
  • Wachstum, Motorik und Nervensystem
  • Untersuchung der Organe, der Sinnesorgane, der Haut und der Geschlechtsteile

U5

6. bis 7. Lebensmonat

  • Wie U4

U6

10. bis 12. Lebensmonat

  • Wie U4
  • Zusätzlich Untersuchung der Augen
  • Überprüfung von Sprache und Interaktion mit der Bezugsperson und dem Personal

U7

21. bis 24. Lebensmonat

  • Altersgemäße Entwicklung
  • Erkennung von Sehschwierigkeiten
  • Test der sprachlichen und motorischen Entwicklung inkl. Feinmotorik und Beweglichkeit

U7a

34. bis 36. Lebensmonat

  • Sprachentwicklung
  • Gesundes Sehvermögen

U8

46. bis 48. Lebensmonat

  • Umfangreiche Prüfung von Sprache, Aussprache und Verhalten
  • Reflexe, Beweglichkeit, Koordinationsfähigkeit und Muskelkraft
  • Zahnstatus

U9

60. bis 64. Lebensmonat

  • Sprachentwicklung und Motorik
  • Seh- und Hörvermögen
  • Früherkennung von Erkrankungen oder Schwierigkeiten vor der Einschulung

Warum sind die U-Untersuchungen so wichtig?

Mit den Kindervorsorgeuntersuchungen ist es möglich, Schwierigkeiten sehr frühzeitig zu erkennen. Je eher Erkrankungen oder Entwicklungsverzögerungen diagnostiziert werden, desto besser lassen sie sich behandeln.

Sind U-Untersuchungen Pflicht?

In den meisten Bundesländern steht es den Eltern frei, das Angebot zur Kindervorsorgeuntersuchung zu nutzen. Es gibt allerdings drei Ausnahmen.

In den folgenden Ländern müssen Eltern Ihre Kinder dem Kinderarzt zu den U-Untersuchungen vorstellen:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Hessen

Fragen und Antworten

Wer darf U-Untersuchungen vornehmen?

Für die Kindervorsorgeuntersuchung vereinbaren Eltern einen Termin bei einem Kinderarzt oder dem Hausarzt. Die direkte Interaktion zwischen Mediziner und Kind ist unerlässlich, daher kann die TeleClinic keine U-Untersuchungen durchführen. Unsere Ärzte beraten Sie aber gern bei allen Fragen rund um die Kindervorsorgetermine.

Was passiert, wenn Eltern eine U-Untersuchung vergessen?

Es ist wichtig, die vorgegebenen Zeitintervalle einzuhalten, da Ärzte so wichtige Entwicklungsschritte einschätzen können. In Bundesländern mit freiwilligen U-Untersuchungen geschieht nichts, wenn Eltern den Termin versäumen. Er kann lediglich nach Verstreichen einer gewissen Toleranzfrist nicht nachgeholt werden.

Welche Folgen hat die Nichteinhaltung der Termine in Bundesländern mit Pflichtuntersuchungen?

Ist die Kindergesundheitsvorsorge Pflicht, erhalten Eltern nach Ablauf des Toleranzfensters ein Erinnerungsschreiben. Reagieren sie dann nicht, kündigt sich das Jugendamt für einen Hausbesuch an. Die Fristen verlängern sich mit dem Lebensalter des Kindes. Die U2 lässt sich nur zwei Tage lang nachholen, bei der U9 sind es zwei Monate.

Wer zahlt die U-Untersuchungen?

Die Kindervorsorgeuntersuchungen gehören zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen und sind für die Eltern kostenfrei. Zum Termin werden das Untersuchungsheft und die Versichertenkarte des Kindes benötigt.

Quellen

  • https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/kindergesundheit/frueherkennungsuntersuchung-bei-kindern.html
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/63184/U-Untersuchungen-Aerzte-sollen-Stoerungen-von-Eltern-Kind-Interaktion-erkennen
  • https://www.hausarzt.digital/praxis/kindervorsorge-das-hat-sich-geaendert-23446.html
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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