Rezept Ratgeber

In wenigen Klicks zu Ihrem Rezept

Dank Telemedizin haben Sie nun die Möglichkeit Ihr Rezept direkt online zu erhalten. So bekommen Sie ganz bequem von zu Hause oder unterwegs in kurzer Zeit Ihr Rezept auf das Handy.

Online-Arztgespräch

 In einem Gespräch per Video oder Telefon berät ein Facharzt Sie zu Ihrem Anliegen und wählt mit Ihnen das richtige Medikament aus.

Digitales Rezept

Im Anschluss erhalten Sie Ihr Rezept direkt aufs Handy und können es bei einer unserer Partnerapotheken einlösen.

Rezeptratgeber

 

Unser Ratgeber informiert Sie rund um Rezepte. Erfahren Sie mehr zu den diversen Arten, Kosten, sowie Fachbegriffen.

 

Was ist ein Rezept und warum brauche ich es?

Ein Rezept ist eine ärztliche, schriftliche Verordnung von Arznei- oder Heilmitteln. Hierzu gehören vor allem Medikamente oder auch Rezepte für Therapien, wie Massagen oder Krankengymnastik.

Es gibt zwei Arten von Medikamenten: verschreibungspflichtige und verschreibungsfreie. Das schützt den Patienten vor einer falschen und möglicherweise auch gefährlichen Selbstmedikation.

Nur ein Arzt kann entscheiden, ob die Einnahme von bestimmten, verschreibungspflichtigen  Medikamenten angemessen ist oder nicht. Dementsprechend verschreibt er diese.

Eingelöst werden kann das Rezept dann in einer Apotheke.

Zu verschreibungspflichtigen Medikamenten gehören zum Beispiel:

  • Antibiotika
  • Antidiabetika
  • Krebstherapeutika
  • Starke Schmerzmittel
  • Betäubungsmittel
  • Auf Cannabis basierende Medikamente

Die unterschiedlichen Rezeptarten

Rezept ist nicht gleich Rezept. Die gängigsten Typen finden Sie hier:

Kassenrezept

  • Rosa oder rot
  • Für gesetzlich Versicherte
  • Erstattungsfähige Arzneimittel
  • Bis auf die gesetzliche Zuzahlung des Patienten übernimmt die Krankenkasse die Kosten

 

Privatrezept

  • Blau
  • Für privat Versicherte
  • In der Apotheke muss der Patient die Medikamente selbst zahlen
  • Je nach Konditionen der Krankenkasse kann das Rezept an diese eingereicht und die Kosten für das Medikament erstattet werden
Gelbes Rezept
  • Medikamente, für die die Betäubungsmittelverordnung gilt
  • z.B. starke Schmerzmittel
  • Rezept ist dreiteilig und nummeriert
  • Durchschläge verbleiben in der Arztpraxis und der Apotheke
Grünes Rezept
  • Empfehlungen des Arztes für nicht verschreibungspflichtige Medikamente
  • Werden von den Kassen nicht übernommen
T-Rezept
  • Medikamente, die Thalidomid, Pomalidomid, Lenalidomid enthalten müssen auf einem Sonderrezept ausgestellt werden

 

Entlassungsrezept
  • Rot
  • Ähnelt dem Kassenrezept
  • Stellt die Medikation des Patienten für die nächsten Tage sicher
Folgerezept
  • Ein persönliches Gespräch mit dem Arzt ist nicht unbedingt notwendig, um ein bereits verschriebenes Medikament wieder zu erhalten
Rezept für Therapien
  • Krankengymnastik oder Massagen
  • Stimm- und Sprechtherapie
  • Podologische Therapien
Offline-Rezept
  • Wird nach einem Arztbesuch in der Praxis von dem behandelnden Doktor ausgestellt
Online-Rezept
  • Wird nach einer Online-Diagnose via Chat oder Videogespräch von dem behandelnden Arzt ausgestellt

Vorteile des Online-Rezepts:

  • Potenzmittel, Arzneien zur Behandlung von sexuell übertragbaren Krankheiten, aber auch Medikamente zur Behandlung von Alterserscheinungen, wie Haarausfall finden Anwendung in Bereichen, die Patienten oft als unangenehm einstufen. Sie fühlen sich möglicherweise peinlich berührt und sprechen nicht gerne offen darüber.
  • Die fast schon anonyme Ausstellung des Rezepts ist in dieser Hinsicht eine Erleichterung für Betroffene.
  • Während bei einem persönlichen Arzt-Patienten-Gespräch oftmals keine Zeit für eine umfassende Anamnese bleibt, sorgt der auszufüllende, detaillierte Gesundheitsfragebogen beim Onlinedienst genau dafür.
  • Somit ist eine qualitativ hochwertige und serviceorientierte Patientenvorsorge gewährleistet.
  • Der Patient spart sich zudem den zeitaufwändigen Gang zum Arzt.
  • Termine erhält man in kürzester Zeit.

Wie funktioniert das Onlinerezept?

  1. Online-Arztpraxen können nach einem Arztgespräch mit dem Patienten ein Privatrezept verordnen, solange es medizinisch sinnvoll ist. Das Gespräch kann via Telefon oder Video stattfinden oder über Chat. In der TeleClinic App können Fotos hochgeladen werden, die die ärztliche Ferndiagnose erleichtern und unterstützen.
  2. Wird ein Rezept verschrieben, wird es an den Patienten und an eine Apotheke seiner Wahl geschickt.
  3. Die verschriebenen Medikamente können dann in dieser Apotheke abgeholt werden.

 Das Ausstellen eines Rezeptes auf Basis einer Ferndiagnose ist vollkommen legal, wenn sowohl der behandelnde Arzt, als auch die ausgewählte Apotheke in der EU zugelassen sind.

Gültigkeitsdauer der Rezepte

In der Regel sind Rezepte drei Monate gültig. Es gibt jedoch Abweichungen:

  • Das Kassenrezept ist einen Monat lang gültig.
  • Das Privatrezept ist drei Monate lang gültig.
  • Das gelbe Rezept ist bis sieben Tage nach Ausstellung gültig.
  • Das grüne Rezept ist unbegrenzt gültig.
  • Das T-Rezept ist bis sechs Tage nach Ausstellung gültig.
  • Das Entlassungsrezept ist bis zwei Tage nach der Entlassung gültig.
  • Das Rezept für Therapien variiert in seiner Gültigkeitsdauer; solange der Arzt auf dem Rezept nichts anderes verordnet hat, gelten bestimmte Fristen:
    • Physikalische Therapie binnen 14 Tagen; Krankengymnastik oder Massagen.
    • Stimm-, Sprech-, Sprachtherapien binnen 14 Tagen.
    • Podologische Therapie binnen 28.

Ausstellungskosten

Kassenrezept

  • Die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
  • Versicherte zahlen jedoch einen Teil der Kosten in Form von gesetzlichen Zusatzzahlungen.
  • Der Eigenanteil beträgt zehn Prozent des Arzneimittelpreises; mindestens fünf Euro und maximal zehn Euro.
  • Kostet das Medikament weniger als fünf Euro, trägt man die Kosten selbst.
  • Die Zuzahlung gilt pro verschriebenem Medikament und nicht pro Rezept.
  • Das Ausmaß der Zuzahlungen für Patienten ist begrenzt. Übersteigen die Kosten zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinkünfte, kann man sich für das restliche Jahr befreien lassen.
  • Für chronisch kranke Menschen gilt eine reduzierte Belastungsgrenze von einem Prozent der Einnahmen.

Beispiel:

Medikamentenkosten: 10 Euro – Ihr Anteil: 5 Euro
Medikamentenkosten: 75 Euro – Ihr Anteil: 7,50 Euro
Medikamentenkosten: 400 Euro – Ihr Anteil: 10 Euro
Medikamentenkosten: 4,75 Euro – Ihr Anteil: 4,75 Euro
Medikamentenkosten: 7 Euro – Ihr Anteil: 5 Euro

 Privatrezept

  • Der Versicherte zahlt die Kosten beim Kauf des Medikaments selbst.
  • Reicht er das Rezept bei der Krankenkasse ein, werden die Kosten für das Medikament von der Krankenkasse erstattet.
  • Die Rückerstattung ist meistens nur innerhalb eines Monats nach Ausstellung und Einlösung des Rezepts möglich.

Das gelbe Rezept und das T-Rezept

  • Abgerechnet werden beide – je nach Versichertenstatus – analog zum Kassenrezept oder dem Privatrezept

Das Rezept verstehen

Was bedeutet aut Idem für den Arzt?

  • Der Apotheker darf ein verordnetes Arzneimittel gegen ein anderes, wirkstoffgleiches, günstigeres Arzneimittel austauschen  

Was bedeutet noctu auf dem Rezept?

  • Apotheken, die gerade Notdienst haben, dürfen eine Gebühr von 2,50 Euro bei Abholung eines Rezeptes verlangen.
  • Kreuzt ein Arzt noctu auf einem Rezept an, bedeutet das, dass es sich um einen Notfall handelt und das Medikament sofort gebraucht wird. Die Gebühr von 2,50 Euro wird dann von der Krankenkasse übernommen.
  • Noctu berechtigt also zur gebührenfreien Abholung eines Heil- oder Hilfsmittels während des Apothekennotdienstes.

Was bedeutet Rp. auf einem Rezept?

  • Rp. steht für recipe und empfiehlt dem Apotheker welches Medikament er ausgeben soll.

Wie viele Medikamente können pro Rezept verschrieben werden?

  • Pro Rezept können maximal drei Medikamente verschrieben werden.

Was bedeutet 666rl oder 555rl?

  • Dieser Schriftzug dient bei der Abrechnung zur Orientierung für die maschinelle Erfassung.

Für was steht die Abkürzung BVG?

  • BVG ist die Abkürzung für das Bundesversorgungsgesetz. Kriegsopfer, Kriegsgefangen oder Wehrdienstbeschädigte erhalten das Medikament durch den Eintrag der Zahl 6 kostenlos.

Was versteht man unter Hilfsmittel?

  • Orthopädische Einlagen gelten zum Beispiel als Hilfsmittel. Wird die Zahl 7 eingetragen, ist es kostenlos.

Was bedeutet Impfstoff auf dem Rezept?

  • Wird ein Impfstoff verordnet, wird das Feld Impfstoff mit der Ziffer 8 ausgefüllt.

Was bedeutet Spr.-St. Bedarf?

  • Sprechstundenbedarf umfasst alle Medikamente, die der Arzt für seine eigene Praxis bestellt.

Was bedeutet das Feld Begründungspflichtig?

  • Hierbei handelt es sich um zahnärztliche Verordnungen, die mit einer 1 gekennzeichnet werden.

Wann ist ein Rezept ungültig?

  • Die Unterschrift des Arztes ist zwingend erforderlich, um das verschriebene Medikament ausgehändigt zu bekommen. Ist dies nicht der Fall ist das Rezept ungültig.

Quellen

  • https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/krankenversicherung/online-ratgeber-krankenversicherung/arznei-heil-und-hilfsmittel/zugang-zu-arzneimitteln.html#c1143
  • https://www.bundesgesundheitsministerium.de/zuzahlung-und-erstattung-arzneimittel.html
  • https://www.tk.de/techniker/service/leistungen-und-mitgliedschaft/leistungen/arzneimittel/arzneimittel-auf-rezept/rezepte-rezept-unterschiede-2002740
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/99083/Das-elektronische-Rezept-nimmt-Tempo-auf