Krankschreibungs-Ratgeber

Alles was Sie dazu Wissen müssen

In wenigen Klicks zu Ihrer Krankschreibung

 

Dank Telemedizin haben Sie nun die Möglichkeit Ihre Krankschreibung direkt online anzufordern. So lässt sich der Arztbesuch ganz ohne Wartezimmer und langes Warten von zu Hause erledigen und Sie können sich darauf konzentrieren wieder gesund zu werden.

Online-Arztgespräch

In einem kurzen Gespräch per Video & Telefon berät ein Facharzt Sie zu Ihren Symptomen. Neben der Krankschreibung kann Ihnen bei Bedarf auch ein eRezept ausgestellt werden.

Online-Krankschreibung

Im Anschluss erhalten Sie Ihre Krankschreibung direkt in unserer App und können diese an Ihren Arbeitgeber weiterleiten.

Krankschreibungs-Ratgeber

Über Nacht krank geworden? Alles, was Sie zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wissen und tun müssen, erfahren Sie hier.

Kurzfassung

  • Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – kurz AU – bestätigt die Krankschreibung durch einen Arzt und setzt den Zeitraum für den Anspruch auf Krankengeld fest.
  • Sie besteht aus vier beschrifteten Teilen; jeweils ein Exemplar geht an:
    • den Arbeitgeber
    • die Krankenkasse
    • den Patienten
    • den behandelnden Arzt; dieser behält nach Ausstellung ein Exemplar bei sich in der Praxis.
  • AUs können von Ärzten und Zahnärzten ausgestellt werden.
  • Ist man krank, muss man dies umgehend seinem Arbeitgeber melden.
  • In der Regel benötigt man am dritten Tag der Erkrankung eine AU. Sonderregelungen sind möglich, jedoch dann auch vertraglich festgehalten.
  • Krankengeld erhält man in der Regel am Ende des 42. Tages der Krankmeldung, solange diese korrekt erfolgt ist.

Ablauf bei einer Krankschreibung und Fristen

Wacht man morgens auf, ist krank und kann nicht in die Arbeit gehen, muss man einiges beachten:

Der Arbeitnehmer ist gesetzlich dazu verpflichtet am ersten Tag der krankheitsbedingten Abwesenheit den Arbeitgeber darüber zu informieren – via E-Mail oder besser, via Telefon. Zudem muss dem Arbeitgeber mitgeteilt werden, wie lange der Mitarbeiter abwesend sein wird. Diese Prognose stellt der Arzt.

Dauert eine Krankheit länger an, muss der Arbeitnehmer am dritten Tag seiner Abwesenheit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Diese stellt ein Arzt nach der Untersuchung aus.

Achtung: Der Arbeitgeber kann bei begründetem Verdacht eine AU schon am ersten oder zweiten Tag der Abwesenheit verlangen. Dies muss im Arbeitsvertrag jedoch festgehalten sein. Die Personalabteilung kann darüber Auskunft geben.

Ein Arzt erstellt eine Prognose anhand des Krankheitszustandes des Patienten und verlängert die Krankschreibung gegebenenfalls.

Eine Höchstdauer für die Zeit der Krankschreibung gibt es nicht! Die ersten sechs Wochen der Krankheit übernimmt der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung. Ab der siebten Woche springt die Krankenkasse ein und zahlt 70% des Gehalts weiter. Dies gilt für maximal 78 Wochen innerhalb von drei Jahren bei einer Erkrankung. Erfolgt in diesem Zeitraum eine weitere, andere Erkrankung beginnen die oben genannten Fristen für diese neue Erkrankung von vorne.

Bezüglich der Arbeit gilt bei folgenden Szenarien folgendes: 

  • Ist man gesund, darf man wieder arbeiten gehen; unabhängig davon ob man noch krankgeschrieben ist oder nicht.
  • Bei ansteckender Grippe oder Infekten müssen die Symptome vollständig abgeklungen sein, ehe man wieder in die Arbeit gehen darf – bei einem Verstoß drohen einem hohe Geldstrafen, insbesondere in der Gastronomie.
  • Ist man nach Ablauf der ersten AU noch krank, muss rechtzeitig ein Arzt aufgesucht werden und eine weitere AU ausgestellt werden.

Beispiel: Ist man bis inklusive Dienstag krankgeschrieben und stellt am Dienstag fest, dass man immer noch sehr krank ist, muss dem Arbeitgeber am nächsten Werktag eine sogenannte Folgebescheinigung vorliegen. Man kann den Arzt also am Dienstag oder Mittwoch aufsuchen, sodass für Mittwoch und gegebenenfalls für die folgenden Tage dem Arbeitgeber eine neue AU vorliegt.

Sobald man eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt erhalten hat, muss diese nicht nur an den Arbeitgeber, sondern auch an die eigene Krankenkasse geschickt werden. Ein Exemplar behält der Patient selbst und eine Ausführung behält die Arztpraxis bei sich. Auf diesem Exemplar ist die Diagnose versehen. Jedes dieser vier Blätter ist mit dem jeweiligen Empfänger beschriftet:

  • zur Vorlage beim Arbeitgeber – enthält keine Diagnose
  • zur Vorlage bei der Krankenkasse
  • Ausfertigung für Versicherte – ist verschlüsselt und für den Patienten mittels der ICD-Diagnoseauskunft entschlüsselbar
  • Ausfertigung zum Verbleib beim Arzt – enthält die Diagnose

Eine rückwirkende Krankschreibung ist ebenfalls möglich. Jedoch erfolgt diese nach gewissen Regeln:

  • Sie darf nur zwei Tage rückwirkend ausgestellt werden und
  • nur vom Arzt verschrieben werden, wenn für diesen klar erkennbar ist, dass der Patient die zwei Tage nicht arbeitsfähig war.

Gründe für eine Krankschreibung

Die Gründe für eine Krankschreibung sind so vielfältig wie die Krankheiten, die es gibt. Dazu gehören unter anderem:

  • Psychische Erkrankungen, wie zum Beispiel Stress, Depressionen oder auch Burn-out
  • Physische Erkrankungen, wie zum Beispiel:

Ein krankes Kind zu Hause ist kein Grund für eine Krankschreibung. Gesetzlich hat der Arbeitnehmer jedoch Anspruch auf unbezahlte Freistellung durch den Arbeitgeber und auf Krankengeld von der Krankenkasse, wenn:

  • Keine andere Person aus dem Haushalt das Kind betreuen kann,
  • das Kind unter 12 Jahre ist,
  • eine Bescheinigung vom Arzt für die Notwendigkeit vorliegt und
  • wenn kein Anspruch auf bezahlte Freistellung durch den Arbeitgeber vorliegt.

Sowohl die Eltern, als auch das Kind müssen bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein.

Die Art der Erkrankung wird von den Ärzten mittels eines Codes auf der Krankschreibung festgehalten. Dieses Kürzel befähigt Ärzte weltweit zu erkennen, um welche Krankheit es sich bei dem Patienten handelt. Sie lösen diesen Code mit dem sogenannten ICD-10-GM Schlüssel, der Krankheiten in 22 Hauptkategorien einteilt. Anhand der ersten drei Ziffern des Codes auf dem Attest lässt sich die Hauptkategorie bestimmen. Im Folgenden die Wichtigsten:

A00 – B99 infektiöse oder parasitäre Erkrankungen
D50 – D90 Blutkrankheiten, Krankheiten der blutbildenden Organe, bestimmte Störungen mit Beteiligung des Immunsystems
E00 – E90 Hormon-, Ernährungs-, Stoffwechselerkrankungen
F00 – F99 Psychische Störungen oder Verhaltensstörungen
G00 – G99 Erkrankungen des Nervensystems
H00 – H59 Augenerkrankungen
H60 – H95 Ohrerkrankungen
I00 – I99 Erkrankungen des Kreislaufsystems
J00 – J99 Erkrankung des Atmungssystems
K00 – K93 Erkrankungen des Verdauungssystems
L00 – L99 Haut- und Unterhauterkrankungen
O00 – O99 Schwangerschaft, Geburt
S00 – T98 Verletzungen, Vergiftungen

Zur weiteren Entschlüsselung bietet die Website des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation eine ausführliche Auflösung des ICD-10-GM an.

Beschäftigungsart und jeweilige Krankmeldung

Je nach Anstellungsart variiert der Ablauf der Krankmeldung. So gilt:

Minijob, Teilzeit, Vollzeit, Werkstudentenjob

  • Unverzügliche, telefonische Krankmeldung beim Arbeitgeber ist Pflicht.
  • AU ist am vierten Tag der Abwesenheit erforderlich.
  • AU kann vom Arbeitgeber aber früher angefordert werden.
  • Anspruch auf Entgeltfortzahlung gilt bis zu sechs Wochen.

 

Hartz lV

  • AU für das Jobcenter ist erforderlich.
  • Die ärztliche Bescheinigung muss dem Jobcenter am vierten Tag der Krankheit vorliegen.
  • Bestehen Zweifel bezüglich der Arbeitsunfähigkeit, kann das Jobcenter die Krankmeldung ablehnen und eine Untersuchung beim medizinischen Dienst anfordern.
Öffentlicher Dienst
  • Unverzügliche Krankmeldung beim Arbeitgeber ist für Beamte Pflicht.
  • Die ungefähre Dauer der Abwesenheit muss dem Arbeitgeber mitgeteilt werden.
  • AU ist am vierten Tag der Abwesenheit erforderlich.
  • AU kann vom Arbeitgeber aber auch früher angefordert werden.
AU während Wiedereingliederung
  • Da man während der Wiedereingliederung arbeitsunfähig ist, benötigt man keine neue AU.
  • Der Arbeitgeber muss über die erneute Krankheit und den damit verbundenen Ausfall unverzüglich informiert werden.
  • Spätestens ab dem dritten Tag der Krankheit sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Situation abklären zu lassen.
  • Auch die Krankenkasse muss vom Patienten rechtzeitig informiert werden.

Was ist während der Krankschreibung erlaubt?

Ist man vom Arzt krank geschrieben, bedeutet das nicht, dass man das Haus nicht verlassen darf. Alles, was gesundheitsfördernd ist und der Genesung nicht im Wege steht, ist erlaubt. Je nach Erkrankung können dies unterschiedliche Tätigkeiten sein:

  • Versorgungsgänge sind in jedem Fall gestattet. Dazu gehören Einkäufe, der Gang zur Post, zur Apotheke oder zum Arzt. 
  • Sport ist bei psychischen Erkrankungen zum Beispiel gesundheitsfördernd und völlig legitim.
  • Kino- oder Restaurantbesuche sind bei einem gebrochenen Arm oder Bein zum Beispiel durchaus in Ordnung.
  • fühlt man sich vor Ablauf der Krankschreibung wieder gesund und fit, darf man, solange man keine Infektionen oder ansteckende Krankheiten hat, auch wieder arbeiten gehen.

Genesungsfördernde Aktivitäten sind nicht nur erlaubt, sondern auch gewünscht. Auch Urlaube sind eingeschlossen. Lässt man sich vor einem Urlaub krank schreiben, spricht nichts dagegen den Urlaub trotz Krankheit anzutreten, solange es förderlich für die Genesung ist. Ein Urlaub im Wellnesshotel bei Burnout ist zum Beispiel erlaubt, aber auch ein Ausflug in die Berge bei Atembeschwerden. Reisen zur Familie oder dem Partner sind ebenfalls gestattet.

AU in besonderen Situationen

Schwangerschaft

Für werdende Mütter gilt das Mutterschutzgesetz. Darunter fällt unter anderem das Beschäftigungsverbot. Schwangere dürfen in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung nur mit Einwilligung und bis zum Ablauf von acht Wochen (bei Früh- und Mehrlingsgeburten bis zum Ablauf von zwölf Wochen) nach der Entbindung gar nicht beschäftigt werden. Daher ist es ratsam den Arbeitgeber zeitig – meist ab dem dritten Monat – über die Umstände zu informieren.

Leidet man vor diesen Fristen unter starken Schwangerschaftsbeschwerden, tritt das individuelle Beschäftigungsverbot in Kraft. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Risikoschwangerschaften
  • Frühgeburten
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Muttermundschwäche
  • ausgeprägte Rückenschmerzen
  • weitere, auf Schwangerschaft basierende, gesundheitliche Beeinträchtigungen

In diesen Fällen kann der Arzt ein Beschäftigungsverbot verschreiben und der Schwangeren ist es möglich, verfrüht in den Mutterschutz zu gehen. Eine zusätzliche Krankschreibung ist in diesem Falle nicht nötig.

Werden die Bedingungen für ein individuelles Beschäftigungsverbot nicht erfüllt, kann man sich jederzeit krank schreiben lassen. Dauert die Krankheit jedoch länger als sechs Wochen an und der reguläre Mutterschutz hat noch nicht begonnen, so erhält man das Gehalt nun in Form von Krankengeld aus der Krankenkasse –  das sind 70% des eigentlichen Gehalts.

Probezeit 

Erkrankt man in der Probezeit, gilt das übliche Vorgehen:

  1. Den Arbeitgeber schnellstmöglich informieren.
  2. Je nach vertraglicher Regelung das Attest zum verlangten Zeitpunkt beim Arbeitgeber einreichen und im gleichen Zuge auch der Krankenkasse zukommen lassen – der Arztbesuch ist notwendig, da dieser die Krankschreibung verordnet.

Bei unangenehmer Atmosphäre im Büro oder strengen Chefs, ist es hilfreich nach der Krankheit das Gespräch zu suchen und vor allem bei längerer Abwesenheit zum Beispiel eine Verlängerung der Probearbeit anzubieten. 

Wird man innerhalb der ersten vier Wochen der Probezeit in einem Betrieb krank, ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet den Lohn fortzuzahlen. Dafür springt jedoch die Krankenkasse ein und man erhält Krankengeld. Dafür muss der Krankenkasse jedoch innerhalb der ersten Woche der Abwesenheit eine Krankmeldung vorgelegt werden, ansonsten wird die Zahlung nicht ausgeführt.

Urlaub

Erkrankt man im Urlaub, lohnt es sich einen Arzt aufzusuchen – egal ob man im Ausland ist oder nicht. Legt man dem Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor, können die Urlaubstage nachträglich wieder in Anspruch genommen werden. Das liegt daran, dass der Urlaub als Erholung dienen soll. Da dies bei einer Krankheit – auch im Urlaub – nicht möglich ist, gilt die Regelung Urlaubstage nachholen zu dürfen.

Die Krankschreibung im Ausland verläuft äquivalent zu einer Krankschreibung im Heimatland. Der Arbeitgeber muss informiert werden, ein Arzt muss aufgesucht werden und die AU muss dann sowohl dem Arbeitgeber, als auch der Krankenkasse vorgelegt werden. Oftmals besteht die AU im Ausland nur aus einem Zettel. Ist das der Fall sollten ausreichend Kopien für den Arbeitgeber, die Krankenkasse und für den Arbeitnehmer selbst angefertigt werden.

Kündigung und Krankschreibung

Wird man nach einer fristgerechten Kündigung krank, muss man den Arbeitgeber umgehend informieren und nach spätestens drei Tagen – bei anderweitiger Vertragsbestimmung gegebenenfalls schon ab dem ersten oder zweiten Tag – ein ärztliches Attest vorlegen.

Der Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, auch im Falle einer vorherigen Kündigung dem Arbeitnehmer sechs Wochen lang seinen Lohn fortzuzahlen, außer das Arbeitsverhältnis endet früher.

Bestehen seitens des Arbeitgebers Zweifel bezüglich der Krankschreibung, kann dieser:

  • den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung bei Kassenpatienten
  • die private Krankenversicherung bei Privatpatienten

kontaktieren und eine neue Untersuchung anfordern – der Arbeitnehmer muss diese antreten.

Während der Krankheit darf der krankgeschriebene Arbeitnehmer alles tun, was für seine Genesung förderlich ist. Bei einem neuen Arbeitgeber zu arbeiten, ist jedoch ausgeschlossen, da das wiederum die eigentliche Arbeitsunfähigkeit widerlegt.

Reha und Krankschreibung 

AU vor der Reha:
Wird man vor der Reha krank, informiert man den Arbeitgeber und lässt sich ein Attest ausstellen. Der Arbeitgeber ist zu einer Arbeitsentgeltfortzahlung von bis zu sechs Wochen verpflichtet – auch wenn die Reha länger andauert.

AU nach der Reha:
Wird man nach der Reha krank, gilt das übliche Prozedere. Arbeitgeber informieren, Arzt aufsuchen, Attest vorlegen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet dem Arbeitnehmer dann den Lohn wieder bis zu sechs Wochen fortzuzahlen.
Hat die Reha nichts gebracht und man ist trotzdem als arbeitsfähig eingestuft worden, kann man sich krank schreiben lassen. Jedoch muss der behandelnde Arzt ebenfalls dieser Auffassung sein.

Krankschreibung und Krankenhaus

Gesetzlich versicherte Patienten, die im Krankenhaus liegen, erhalten auf Anfrage ein ärztliches Attest für den Arbeitgeber. Dieses Attest gilt für die Dauer der stationären Behandlung. 

Nach dem Krankenhausaufenthalt kann man von einem Krankenhausarzt für bis zu maximal sieben Tage krankgeschrieben werden.

Krankmeldung und Finanzen

Prinzipiell gilt:

  • Die gesetzliche Krankenkasse zahlt ihren Mitgliedern Krankengeld, wenn diese mehr als sechs Wochen wegen ein und derselben Krankheit ausfallen und der Arbeitgeber die Lohnzahlung eingestellt hat.
  • Anspruch auf Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber hat man erst dann, wenn man mehr als vier Wochen in einem Betrieb gearbeitet hat. Andernfalls springt die Krankenkasse ein.
  • Das Krankengeld beträgt 70% des Bruttoverdienstes, jedoch nicht mehr als 90% vom Netto-Gehalt.
  • Maximal 78 Wochen lang erhalten gesetzlich Versicherte Krankengeld aufgrund derselben Krankheit. Nach drei Jahren beginnt diese Frist neu.

Anspruch auf Krankengeld

In folgenden Szenarien hat man Anspruch auf Krankengeld:

  • bei einer stationären Behandlung im Krankenhaus, ohne, dass der Arbeitgeber Gehalt zahlt.
  • man ist länger als sechs Wochen aufgrund ein und derselben Krankheit arbeitsunfähig und der Arbeitgeber zahlt den Lohn nicht mehr weiter.
  • bei Erkrankung innerhalb der ersten vier Wochen in einem neuen Job.
  • bei Erhalt von Arbeitslosengeld 1 und einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als sechs Wochen.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss binnen einer Woche nach dem Arztbesuch an die Krankenkasse geschickt werden. Andererseits wird das Krankengeld nicht gezahlt.

Online Krankschreibung

Durch die Lockerung des Fernbehandlungsverbots kann man sich inzwischen auch online krankschreiben lassen. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen werden durch Telemedizin-Anbieter wie TeleClinic digital ausgestellt und via Email verschickt (eAU).

Wie funktioniert die digitale AU?

Im Falle von TeleClinic übermitteln Sie zunächst Ihr Anliegen per Chat, Telefon oder Video Gespräch an eine Medizinische Assistenz. Diese nimmt Ihre Anfrage auf und vermittelt Sie nach abgeschlossener Ersteinschätzung an den richtigen Arzt weiter. Zum vereinbarten Termin meldet sich der passende Arzt per Telefon oder Videogespräch bei Ihnen und kümmert sich um Ihr Anliegen. Im Anschluss kümmert sich TeleClinic um alle relevanten Dokumente wie die eAU und ggf. Rezepte und sendet Ihnen diese per Email zu.

Welche Vorteile hat der digitale Arztbesuch?

  • Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder auch starker Husten oder Schwindelgefühle machen den physischen Weg zur Arztpraxis für die Betroffenen oft besonders schwer, was für die Genesung nicht förderlich ist
  • Der Patient spart sich zudem den zeitaufwändigen und oft auch beschwerlichen Gang zum Arzt; Termine erhält man in kürzester Zeit.
  • Der telemedizinische Service ist unabhängig von Praxis-Öffnungszeiten 24h lang und von überall erreichbar.

Wird die digitale AU vom Arbeitgeber anerkannt?

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sollte, sofern sie alle Formvorschriften erfüllt, problemlos von den Arbeitgebern anerkannt werden.

Kostet mich die Ausstellung der eAU bei TeleClinic etwas?

Die Kosten für eine Arztkonsultation werden gemäß der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) berechnet und sind abhängig von der erbrachten Leistung.

Ein Arztgespräch inklusive Arztbrief, AU und Rezept beläuft sich dadurch beispielsweise auf 37,54 €. Nachts, sowie an Sonn-oder Feiertagen fallen Zuschläge an. Für Patienten deren Versicherung einer der Kooperationspartner von TeleClinic ist, wird die AU im Rahmen der ärztlichen Behandlung erstattet.

Sonstige Fragen & Antworten

Krankschreibung an freien Tagen und Feiertagen?
Bei der Fristberechnung der 3-Tage-Regelung gelten die Kalendertage, nicht die Werk- oder Arbeitstage. Wenn man beispielsweise an einem Freitag erkrankt, müssen Samstag und Sonntag bei der Abgabefrist mit einberechnet werden. Feiertage werden ebenfalls in die Frist miteinbezogen. Wenn der Abgabetag der Krankschreibung auf einen Samstag oder Sonntag fallen würde, reicht jedoch eine Abgabe am darauffolgenden Montag, da AUs dem Arbeitgeber nur an Arbeitstagen vorgelegt werden müssen.

Krankschreibung verloren – was nun?
Wenn Sie Ihre Krankschreibung nirgendwo mehr finden können, sollten Sie beim Arzt eine Zweitausfertigung anfordern. Sie können auch eine Kopie anfordern; dann ist der Krankheitsgrund jedoch auch für den Arbeitgeber sichtbar.

Kann man eine Krankschreibung verlängern?
Ein Krankenschein vom Arzt ist immer nur für eine bestimmte Dauer ausgestellt. Falls die Krankheit länger andauert, braucht man eine neue Bescheinigung bzw. muss die alte Bescheinigung verlängert werden. Die Verlängerung muss dabei spätestens am letzten Tag der Gültigkeit der AU mit einem erneuten Besuch beim Arzt erfolgen. Dieser stellt dann eine sogenannte Folgebescheinigung aus, die auch dem Arbeitgeber wieder rechtzeitig zugestellt werden muss. Eine lückenlose Bescheinigung ist vor allem auch beim Thema Krankengeld besonders wichtig.

Folgekrankschreibung von einem anderen Arzt?
Wenn Ihr Hausarzt für eine Folgebescheinigung nicht erreichbar ist, können Sie auch zu einem anderen Arzt gehen, der nach der Untersuchung dann die gewünschte Folgekrankschreibung ausstellen kann.

Arzt verweigert Krankschreibung?
Ein Arzt kann den Wunsch nach einer Krankschreibung ablehnen, wenn nach seinem Ermessen keine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Schreibt ein Arzt einen Patienten ohne nachvollziehbaren Grund krank, können ihm rechtliche Konsequenzen von Seiten des Arbeitgebers und der Krankenversicherung des Patienten drohen. Es steht jedoch jedem Patienten frei, einen anderen Arzt aufzusuchen und eine erneute Untersuchung durchzuführen.

Was ist der Unterschied zwischen einer AU und einem Attest?
Die offizielle Bezeichnung für das Dokument zur Vorlage beim Arbeitgeber und der Krankenkasse lautet Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Umgangssprachlich werden jedoch Begriffe wie Krankschreibung, gelber Schein, AU-Schein oder Attest synonym verwendet.