Ihr Ratgeber zu Hämorrhoiden

Bei dem Wort Hämorrhoiden zieht sich die Gesäßmuskulatur schon leicht zusammen. Sie sind schmerzhaft, unangenehm und schränken die Betroffenen in ihrer Lebensqualität ein. Dabei ist die Erkrankung an sich nicht schwerwiegend und kann gut behandelt werden. Was Sie selbst dagegen tun können und wann der Arztbesuch notwendig ist, erfahren Sie hier.

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Hämorrhoiden-Ratgeber

Kurzfassung

  • Hämorrhoiden sind ein natürlicher Teil des Körpers. Bei Überbelastung vergrößern sie sich, treten aus dem After aus und verursachen dort Schmerzen bei den Betroffenen.
  • Symptome: Unterschiedliche Symptome deuten auf ein Hämorrhoidalleiden hin. Eine Selbstdiagnose sollte durch einen ärztlichen Befund bestätigt werden.
  • Hausmittel: Entzündungshemmende Sitzbäder oder Trockenfrüchte haben sich bei der Behandlung bewährt. Bei stärkeren Ausprägungen ist der Arztbesuch notwendig, um weitere Krankheiten auszuschließen und um eine geeignete Therapie anzusetzen.
  • Ab 35 Jahren tritt das Leiden sehr häufig auf. 80% der Bevölkerung in Deutschland ab diesem Alters sind betroffen.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden, die umgangssprachlich mit Hämorrhoidalleiden gleich zu setzten sind, sind am Enddarm liegende Gefäßpolster am Übergang des Mastdarms zum Anus. Diese mit Blut gefüllten, schwammartigen Gefäßpolster verhindern den ungewollten Austritt von Gasen und Stuhl, indem sie den Darm zusammen mit den Schließmuskeln abdichten. Beim Stuhlgang entleert sich der Gefäßschwamm reflexartig und gibt so den Weg frei.

Symptome

  • Juckreiz oder Brennen in und um den After, tritt entweder ständig oder nur gelegentlich auf.
  • Nässen und Feuchten werden durch die austretenden, stark reizenden Sekrete ausgelöst. Es tritt oft mit einem brennenden oder juckenden Gefühl auf. Der After fühlt sich wund an.
  • Druck- oder stichartige Schmerzen beim Stuhlgang treten bei vergrößerten Hämorrhoiden auf. Sie sind entweder ständige Begleiterscheinungen oder temporär.
  • Wenn die Hämorrhoiden in ihrer natürlichen abdichtenden Funktion versagen, kommt es zu Stuhlschmieren. Sekret tritt im Tagesverlauf aus dem After aus und sammelt sich in der Unterwäsche.
  • Unterschiedliche starke Blutungen, die nicht schmerzhaft sind. Man bemerkt sie entweder nach dem Abwischen des Afters, in der Unterwäsche oder auch im Stuhl.

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Was verursacht ein Hämorrhoidalleiden?

Die Ursache für die Entstehung eines Hämorrhoidalleidens ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird vor allem ein fehlerhaftes Verhalten beim Stuhlgang.Krampfhaftes Pressen und eine frühzeitige Entleerung bei zu kleinen Stuhlportionen können zu einer Überbelastung des hämorrhoidalen Gefäßpolsters führen. Volumenzunahme und Ausstülpung nach außen treten als Folge auf. Auch eine familiäre Veranlagung oder ein besonders harter Stuhl als Folge einer ungünstigen Ernährung tragen unter Umständen zur Entstehung bei.

»Beugen Sie Hämorrhoiden vor, indem Sie sich ausgewogen mit vielen Ballaststoffen wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide ernähren.«
Dr. med. Bernd Fuscher

Die Stadien eines Hämorrhoidalleidens

1. Stadium

Die Hämorrhoiden sind von außen nicht sichtbar. Symptome bleiben meist aus aus. Blutungen oder Hautreizungen sind jedoch möglich. Nur bei einer ärztlichen Untersuchung des Enddarms könnten die Hämorrhoiden festgestellt werden.

2. Stadium

Die Hämorrhoiden sind nun vergrößert. Beim Stuhlgang, vor allem bei krampfhaftem Pressen treten sie aus dem Anus hervor, ziehen sich jedoch mit der rückläufigen Schließmuskelbewegung wieder zurück in den After. Betroffene haben das Gefühl, dass sich der Darm nicht vollständig entleert hat.

3. Stadium

Die Hämorrhoiden treten wie in Stadium Zwei aus dem Darm hervor, ziehen sich jedoch nicht wieder zurück. Der Betroffene muss mit dem Finger nachhelfen und die Hämorrhoiden wieder zurück in den After schieben.

4. Stadium

Schiebt man die Hämorrhoiden zurück, treten sie sofort wieder aus. Betroffene leiden unter einem ständigen Druckgefühl. Verstärktes anales Feuchten, schleimiger Ausfluss und Schmerzen sind weitere Begleiterscheinungen. Es kann zu einer Inkontinenz kommen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Geringe Beschwerden

  • Beratung
  • Salben, Cremes und Zäpfchen zur Schmerz- und Entzündungshemmung
  • Eventuelle Ernährungsumstellung können hier bereits für Linderung sorgen

Mittelstarke Beschwerden

  • Verödung der Hämorrhoiden
  • Salben, Cremes und Zäpfchen zur Schmerz- und Entzündungshemmung
  • Gummiband Ligatur: mit einem Gummiring werden die Hämorrhoiden verschnürt, die Blutzufuhr wird unterbrochen und die Hämorrhoide fällt ab

Starke Beschwerden

  • Chirurgische Abtragung der stark vergrößerten Gefäßpolster
  • Trotz invasivem Eingriff bestehen sehr gute Heilungschancen

Prävention und Hausmittel

Neigen Sie zu Hämorrhoiden oder leiden sie aktuell darunter? Folgende Hausmittel und Präventionsmaßnahmen haben sich bewährt und sind zu empfehlen:

unterer Rücken einer Frau
Hämorrhoiden sind ein natürlicher Teil des menschlichen Körpers.
  • Sitzbäder mit Eichenrindentee hemmen Entzündungen und stillen den Juckreiz
  • Stuhlgang nicht erzwingen und Pressen vermeiden
  • Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Bewegung fördern eine geregelte Verdauung und beugen hartem Stuhl vor
  • Trockenfrüchte wie Pflaumen helfen bei der Verdauung
  • Salben und Zäpfchen helfen bei leichter Ausprägung, dienen allerdings nicht zu einer Dauerbehandlung, da die Ursache nicht bekämpft wird
  • Den After mit lauwarmem Wasser vorsichtig reinigen; Feuchtigkeitstücher mit chemischen Stoffen vermeiden, da sie zu einer Reizung des Anus führen können

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Um andere, ernst zu nehmende Erkrankungen auszuschließen, die aktuellen Beschwerden zu lindern und um eine Verschlimmerung zu verhindern ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Sollten folgende Ereignisse eintreten, wenden Sie sich bitte an einen Arzt

  • Sobald Blut am Toilettenpapier zu finden ist.
  • Die Beschwerden stärker werden.
  • Sie zum ersten Mal unter Hämorrhoiden leiden.

So unangenehm es auch sein mag über Hämorrhoiden zu sprechen, ist es wichtig sich mit einem Arzt in Verbindung zu setzen. Nicht nur um die Beschwerden zu lindern, sondern auch um weitere, ernst zu nehmende Krankheiten auszuschließen. Bei Fragen zur Therapie von Hämorrhoiden, zu speziellen Therapieverfahren oder zur Einholung einer Zweitmeinung stehen Ihnen unsere Ärzte mit ihrer langjährigen Erfahrung gerne zur Verfügung. Unsere Ärzte stehen Ihnen gerne zur Verfügung und beraten sie kompetent.

Quellen

  • https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/haemorrhoiden/was-sind-haemorrhoiden.html
  • https://www.faktu.de/haemorrhoiden/
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/130738/Haemorrhoiden-Diagnostische-Abgrenzung-und-differenzierte-Therapie
  • https://www.enddarm-zentrum.de/_resources/dokumente/publikationen/WMWKirschJens_konserv_Haem.pdf

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