Ihr Ratgeber zu Kopfläusen

Ein Kopflausbefall ist meist bei 5- bis 13-jährigen Kindern und häufig zum Ende der Sommerferien zu beobachten. Durch den engen Kontakt übertragen sich die kleinen Insekten von Kopf zu Kopf. Läuse stellen zwar im Normalfall kein ernstes gesundheitliches Risiko dar, sind aber äußerst lästig. Eine wirksame Behandlung ist wichtig, um ein Ausbreiten der Kopfläuse zu verhindern.

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Kopfläuse-Ratgeber

Kurzfassung

  • Kopfläuse gehören zu den Menschenläusen und befallen am häufigsten Kinder im Schulalter, seltener sind auch Erwachsene betroffen. Die persönliche Hygiene spielt dabei keine Rolle.
  • Die Übertragung von Kopfläusen erfolgt durch Kopfkontakt mit einer befallenen Person. Gegenstände wie eine Haarbürste oder ein Kopfkissen sind als Übertragungsweg weniger relevant.
  • Die Läuse sind bei näherem Hinschauen erkennbar oder werden beim Haarekämmen entdeckt. Der Läusebefall macht sich auch durch gehäuftes Kratzen am Kopf bemerkbar. Als Therapie eignen sich Läusemittel, die Sie direkt auf die Kopfhaut auftragen. Danach ist ein regelmäßiges Auskämmen erforderlich, bis keine Läuse mehr erkennbar sind.

Was sind Kopfläuse?

Bei Kopfläusen handelt es sich um flügellose Insekten, die zu den Menschenläusen gehören und sich vom Blut ihres Wirtes ernähren. Ihr Lebensraum ist ausschließlich auf den menschlichen Kopf begrenzt, mitunter können auch andere behaarte Körperstellen betroffen sein. Kopfläuse leben rund 21 Tage. Nach der Paarung legen die weiblichen Läuse ihre Eier, aus denen nach etwa acht Tagen die Nymphen schlüpfen.

Ursachen und Risikogruppen

Kopfläuse treten in Kleinepidemien auf und betreffen häufig Kinder im Alter zwischen 5 und 13 Jahren. Die Infestation ist gehäuft in Gruppen zu beobachten, das heißt, es sind meist mehrere Kinder im gleichen Umfeld (Kita, Schule etc.) betroffen. Die Struktur und Länge der Haare sowie das persönliche Pflegeverhalten haben auf die Ansteckung mit Kopfläusen keinen Einfluss.

Oftmals bringen Menschen die Kopflaus mit negativen Empfindungen und Hygienemängeln in Verbindung, obwohl dafür kein Grund besteht. Die Scham, den Befall zu verschweigen, führt nur zu einer größeren Ausbreitung. Wichtig ist es daher, die Schule bzw. den gewöhnlichen Aufenthaltsort des Kindes zu informieren.

Wie machen sich Kopfläuse bemerkbar?

Bei Verdacht auf einen Kopflausbefall ist es ratsam, den Kopf gründlich zu untersuchen. Kopfläuse sind bräunlich-rote Tierchen, die gut mit dem Auge erkennbar sind. Die weniger gefärbten Läuse im Jungstadium sehen Sie dagegen besser mit einer Lupe. Sichtbar sind auch die Eier der Kopflaus, die bräunlich-grau gefärbt sind. Ein häufiges Kopfkratzen ist ein mögliches Anzeichen, kommt aber nicht immer vor.

So gehen Sie vor, um einen Befall festzustellen

Gerade, wenn nur wenige Kopfläuse den Kopf befallen haben, ist eine Identifizierung anfangs schwierig. Die reine Sichtkontrolle führt daher laut Erfahrung von Experten dazu, dass ein Großteil der parasitären Infektionen zunächst unentdeckt bleibt. Aus diesem Grund sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

  • Massieren Sie nach der kurzen Haarwäsche eine handelsübliche Pflegespüle in die Haare ein. Die Haarpflegespülung verlangsamt die Kopfläuse in ihren Bewegungen und vereinfacht das Durchkämmen der Haare.
  • Verwenden Sie einen Läuse- bzw. Nissenkamm, dessen feine Zinken die Kopfläuse leichter aufgreifen. Bürsten Sie das angefeuchtete Haar zunächst mit einer normalen Bürste durch. Kämmen Sie Strähne für Strähne anschließend mit dem Läusekamm vom Ansatz bis zur Haarspitze. Reinigen Sie den Kamm danach jedes Mal mit einem Küchentuch und halten Sie dabei Ausschau nach Läusen und Nissen.

Symptome

Erste Beschwerden treten bei einem Kopflausbefall in der Regel erst nach etwa vier bis sechs Wochen auf. Doch nicht jeder Betroffene entwickelt Symptome, weshalb eine Kontrolle schon bei Verdacht stets angebracht ist. Typische Beschwerdebilder sind eine juckende Kopfhaut und rote Schwellungen auf dem Kopf. Diese entstehen, wenn der Körper auf den Läusespeichel mit einer Immunreaktion antwortet.

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Diagnose

Eine Diagnose ist bei Kopfläusen durch Auskämmen der Haare mit einem Läusekamm möglich. Auch indirekt sind Kopfläuse durch ihre Eier erkennbar, die sich meist im Bereich des Nackens und hinter den Ohren befinden. Bei einigen Betroffenen treten Beschwerden wie Juckreiz und Schlafstörungen auf.

Welche Behandlung hilft gegen Kopfläuse?

Für die Behandlung von Kopfläusebefall eignen sich verschiedene Kopflausmittel. Die darin enthaltenen Inhaltsstoffe auf pflanzlicher oder chemischer Basis töten die lebenden Kopfläuse ab. Hausmittel wie beispielsweise Essig sind aufgrund ihrer geringen Wirkung nicht zu empfehlen. Nach der Behandlung mit dem Kopflausmittel ist es notwendig, die Läuse und ihre Nissen konsequent nass auszukämmen.

Wann muss mein Kind bei Kopfläusen zum Arzt?

In den meisten Fällen ist es ausreichend, die Infektion mit einem Läusemittel aus der Apotheke zu behandeln. In folgenden Situationen ist es aber sinnvoll, den Kinderarzt oder Hausarzt um Rat zu fragen:

  • wenn Ihr Kind jünger als drei Jahre ist
  • wenn sich auf der Kopfhaut entzündete und wundgekratzte Stellen zeigen
  • wenn der Verdacht auf Kopfläuse besteht, sie sich aber nicht sicher sind, ob Sie Läuse oder nur Hautschuppen erkennen

Fragen und Antworten

Wann brauche ich eine Krankschreibung vom Arzt?

Bei einem Kopfläusebefall ist der Arztbesuch meist nicht notwendig. Dennoch dürfen Kinder aufgrund der Ansteckungsgefahr erst wieder in die Kita, sobald eine wirkungsvolle Erstbehandlung erfolgt ist. In einigen Gemeinschaftseinrichtungen müssen Eltern ein ärztliches Attest vorlegen, dass ihr Kind frei von Kopfläusen ist.

Können Kopfläuse auch Krankheiten übertragen?

Nein, von Kopfläusen geht im Regelfall keine gesundheitliche Gefahr aus. Anders sieht es bei Kleiderläusen aus, die Infektionskrankheiten wie das Fleckfieber übertragen. Kleiderläuse unterscheiden sich grundsätzlich von Kopfläusen, da Letztere nur auf dem Kopf ihres Wirts überleben.

Warum helfen manche Kopflausmittel nicht?

Die Wirksamkeit von Kopflausmitteln hängt stark von der richtigen Anwendung ab. Folgende Fehler führen dazu, dass Therapeutika nicht wie gewünscht helfen und die Kopfläuse wiederholt auftreten:

  • Einwirkzeit nicht eingehalten
  • Mittel nicht in ausreichender Menge aufgetragen
  • Ungleichmäßige Verteilung des Mittels über das Haar
  • Zu nasse Haare, wodurch sich das Mittel verdünnt
  • Handtuch um den Kopf, das das Mittel aufsaugt
  • Zweitbehandlung bei Mitteln ohne oviziden (Eier abtötenden) Effekt versäumt

Um ein Absterben der Läuse zu gewährleisten, sind daher die Hinweise des Herstellers genau zu befolgen. Bei Fragen zur Anwendung hilft Ihnen der Arzt oder ein Apotheker weiter.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/183535/Kopflaeuse
  • https://www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/kopflaeuse/