Behandlung bei Kreislaufproblemen

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Hinter Kreislaufproblemen wie Schlappheit, Schwindel oder sogar kurze Bewusstlosigkeit steckt nicht immer eine ernsthafte Erkrankung – jedenfalls nicht in jungen Jahren. Auch Witterungsbedingungen, Flüssigkeitsmangel und Stress können die Symptome verursachen.

Was hinter Schwindel und plötzlichen Schweißausbrüchen stecken kann

Kurzfassung

  • Kreislaufprobleme sind der Oberbegriff für eine Reihe von Symptomen.
  • Drehschwindel und Schwächegefühl, Augenflimmern und Schweißausbrüche zählen zu den häufigen Ausprägungen.
  • Gezielte Sofortmaßnahmen reichen normalerweise aus.
  • Meist sind Kreislaufbeschwerden harmlos, bei herzkranken und älteren Menschen können sie jedoch ein Alarmsignal sein.

Definition

Im Herz-Kreislaufsystem leiten die Arterien das Blut vom Herzen durch den gesamten Organismus. Alle Organe und Körperzellen, die Muskulatur und Knochen werden so kontinuierlich mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Gleichzeitig werden “verbrauchtes” sauerstoffarmes Blut und Stoffwechselprodukte der Zellen über die Venen abtransportiert. In der Lunge wird frischer Sauerstoff aufgenommen, der anschließend wieder über das Herz im Körper verteilt wird.

Das Ganze funktioniert solange reibungslos, wie in den größeren Arterien des Körperkreislaufs ein bestimmter Druck herrscht, der wiederum von verschiedenen Faktoren reguliert wird, unter anderem von Nervensignalen im Gehirn und von Hormonen. Treten in diesem Zusammenspiel Störungen auf, wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt, die Hirnzellen können nicht optimal funktionieren. In der Folge fällt der Blutdruck mehr oder minder rasant ab, außerdem kann es zu Problemen im Gleichgewichtszentrum kommen.

Ein niedriger Blutdruck wird medizinisch als Hypotonie bezeichnet, mit Werten unterhalb von 100/60 mmHg. Unterschieden wird zwischen primärer, sekundärer und orthostatischer Hypotonie. Erstere hat keine spezifischen Ursachen, die zweite kann durch Medikamente, Grunderkrankungen oder Verletzungen hervorgerufen werden. Eine orthostatische Hypotonie ist eine Regulationsstörung des Blutdrucks beim Wechsel vom Liegen zum Stehen.

Symptome

Für einen üblicherweise kurzfristigen Blutdruckabfall sind folgende Beschwerden typisch:

  • Schwindel, vor allem Drehschwindel
  • plötzlicher heiß-kalter Schweißausbruch
  • Blässe, kalte Hände und Füße
  • Gefühl der Schwäche und Bedürfnis sich hinzulegen
  • Übelkeit
  • flache Atmung
  • Herzrasen
  • hoher Puls
  • Sehstörungen bzw. Schwarzwerden vor Augen
  • ggf. Zittern
  • ggf. Ohrensausen
  • ggf. Kopfschmerzen
  • ggf. Kreislaufkollaps bzw. Ohnmacht

Allein das Symptom Schwindel kann zahlreiche Ursachen haben. Dazu zählen Funktionsstörungen im Innenohr oder im Gleichgewichtszentrum, Veränderungen an der Halswirbelsäule, Nebenwirkungen von Medikamenten.

Ursachen

Kreislaufbeschwerden können funktioneller oder organischer Natur sein. Funktionell bedeutet, dass das vegetative Nervensystem beteiligt ist, es beeinflusst die von uns nicht steuerbaren Körperfunktionen. Organisch meint eine Beteiligung eines Organs, das Herz beispielsweise oder das Gefäßsystem. Ein abfallender Blutdruck kann somit aus unterschiedlichen Gründen auftreten:

  • Hypotonie
  • Orthostatische Dysregulation (Empfindlichkeit auf schnelle Positionswechsel vom Liegen zum Stehen)
  • Hypotonie durch Arzneimittel
  • Dehydrierung
  • Belastende Witterungsbedingungen wie ungewohnt starke Temperaturwechsel, Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit
  • Schwangerschaft
  • Hormonelle Schwankungen
  • Infektionskrankheiten, die das Immunsystem schwächen
  • Psychische Störungen
  • Stoffwechselstörungen
  • Entzündungen im Körper
  • Vergiftungen
  • Blutarmut

Das Gehirn kann auch dann schlecht mit Blut versorgt werden, wenn die Pumpkraft des Herzens eingeschränkt ist. Dies ist bei Erkrankungen des Herz-Kreislauf- oder Gefäßsystems der Fall.

Eine Reihe von Wirkstoffen kann als Nebenwirkung den Blutdruck unerwünscht weit senken. Gefährdet sind besonders Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruck (Hypertonie). Diese Medikamente können Ursache einer Hypotonie sein:

  • Betablocker (Blutdrucksenker)
  • Mittel zur Gefäßerweiterung (Nitrovasodilatatoren)
  • Entwässernde, harntreibende Medikamente (Diuretika)
  • Bestimmte Antidepressiva
  • Enzymhemmer u. a. gegen Herzinsuffizienz, Lungenerkrankungen (Phosphodiesterase-Hemmer)
  • Bestimmte Neuroleptika
  • Bestimmte Tranquilizer und Dopamine

Risikofaktoren

Es gibt klassische Risiken für Kreislaufprobleme, von denen einige nicht zu beeinflussen sind, wie Alter, Geschlecht und familiäre Vorbelastung. Andere wiederum sind beeinflussbar:

  • massive körperliche oder seelische Belastung
  • Bewegungsmangel
  • Rauchen und Alkohol
  • Ungesunde Ernährung bzw. Nährstoffmängel
  • Unter- und Übergewicht

Diagnose

Halten Kreislaufprobleme an, ist es ratsam, die Ursachen ärztlich abklären zu lassen. Im Rahmen der Anamnese (Patientengespräch) eruiert die Ärztin/der Arzt, ob und was hinter den Beschwerden steckt. Gefragt wird nach den Situationen, in denen die Symptome auftreten, ob bestimmte Medikamente eingenommen werden oder ob Vorerkrankungen bestehen.

Dem Gespräch folgt in aller Regel eine körperliche Untersuchung, die Herz- und Gefäßkrankheiten auf die Spur kommen soll:

  • Messung des Blutdrucks
  • (ggf. langfristige) Kontrolle der Herzfrequenz (Langzeit-EKG)
  • Belastungs-EKG
  • Ultraschall des Herzens
  • Blutuntersuchung
  • Untersuchung auf eine orthostatische Dysregulation

Der sogenannte Schellong-Test untersucht, inwiefern sich Blutdruck und Herzfrequenz auf den raschen Wechsel vom Liegen zum Stehen (Schellong I) oder vom Liegen zum Treppensteigen (Schellung II) anpassen. Die Tests dienen vor allem der Diagnostik von ungeklärten Herz-Kreislauferkrankungen und Kopfschmerzen. Im Verlauf werden Blutdruck und Puls mehrfach im Stehen, Liegen, nach zügigem Aufstehen und bei schnellem Treppensteigen gemessen.

Behandlung

In der akuten Situation lässt sich der Blutdruck mit Soforthilfemaßnahmen normalisieren:

  • Wenn Sie nicht schon liegen: Legen Sie sich bitte hin und lagern die Beine hoch
  • Langsam ein Glas Wasser oder Grün-, Schwarz-, Pfefferminztee oder Kaffee trinken, das pusht den Kreislauf
  • Etwas Salziges oder Süßes essen
  • Hals kühlen, z. B. mit einem nasskalten Lappen

Im Liegen strömt das Blut schnell zum Herzen zurück. Hochgelegte Beine verhindern zusätzlich, dass das Blut in den Gefäßen versackt.

Prävention

Präventiv können Sie viel tun, um Ihr Herz-Kreislaufsystem zu stärken und auf Dauer weniger anfällig für Kreislaufschwächen zu sein:

  • Morgens heiß-kalt duschen und immer mit kaltem Wasser abschließen
  • Kontrolliertes Schwitzen durch regelmäßges Saunieren, wenn die allgemeine Gesundheit es zulässt
  • Regelmäßige Bürstenmassagen
  • Regelmäßige Bäder, die alle Körpersysteme harmonisieren (Kneippsche Wasseranwendungen)
  • Viel Bewegung in der Natur, täglich mindestens 30 Minuten
  • Täglich mindestes einen Liter Wasser trinken
  • Abwechslungsreiche, frische Ernährung mit allen notwendigen Nährstoffen, das sind immerhin rund 50
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin
  • Stressmanagement
  • Eine Schlafposition mit leicht erhöhtem Oberkörper sorgt langfristig für einen stabileren Kreislauf: Die Wasserausscheidung über die Nieren wird gesenkt, sodass weniger Flüssigkeit verloren geht.

Außerdem ist es ratsam, akute Situationen zu meiden, in denen es in der Vergangenheit zu Kreislaufproblemen kam. So kann es helfen, sich bei großer Hitze nicht übermäßig zu bewegen sowie unterwegs stets ein isotonisches Getränk bei sich zu haben, z. B. Apfelsaftschorle mit Apfelsaft und Wasser im Verhältnis 1:3.

Fragen und Antworten

Gibt es Medikamente gegen Kreislaufprobleme?

Ob Arzneimittel bei einem dauerhaft niedrigen Blutdruck angezeigt sind, hängt von den Ursachen und der Art einer eventuellen Erkrankung ab. Eine Hypotonie allein ist keine Krankheit. Als natürliches Mittel gilt Rosmarin: Als Tee oder Badezusatz wirkt er anregend und entspannend zugleich.

Bekomme ich bei Kreislaufproblemen eine Krankschreibung?

Auch kurzfristige Kreislaufprobleme können eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit nach sich ziehen. Insbesondere ist zu bedenken, dass ein Absacken des Blutdrucks auf dem Weg zum oder am Arbeitsplatz gravierende Folgen haben kann, wenn es zu Stürzen kommt.
Weil hinter Kreislaufproblemen zudem ernste Ursachen stecken können, sind eine Klärung und gegebenenfalls Krankschreibung unter bestimmten Umständen sinnvoll.

Wieso kommt es bei bestimmten Witterungsbedingungen zu Kreislaufproblemen?

Große Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, Gewitter, plötzliche Wetterwechsel: Der Körper passt sich äußeren Bedingungen wie Temperatur und Luftdruck ständig unbewusst an. Manche Menschen reagieren auf solche Wechsel jedoch empfindlicher. Wetterfühligkeit (Meteoropathie) wirkt sich bei ihnen auf das Allgemeinbefinden, die Stimmung und Leistungsfähigkeit aus. Wie viele es sind, ist schwierig festzustellen.

Ganz allgemein handelt es sich hier um eine “Überreaktion” des vegetativen Nervensystems auf thermische Einflüsse: Bei rasch steigenden Temperaturen erweitern sich die Gefäße, es strömt mehr Blut ein, der Körper will die Wärme an die Umgebung abgeben, woraufhin der Blutdruck absinkt, der Puls sich ändert, das vegetative Nervensystem gereizt wird. Umgekehrt kann ein plötzlicher Wechsel von hohen zu niedrigen Temperaturen das Hormon- und Immunsystem beeinflussen und bei Personen mit Bluthochdruck diesen weiter erhöhen: Die Gefäße verengen sich, weil der Körper den Wärmeverlust ausgleichen will.

Quellen

  • https://www.apotheken-umschau.de/Niedriger-Blutdruck/Kreislauf-Muede-und-schlapp-Das-hilft-339903.html
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/213629/Schwindelsyndrome
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/522/Sinnvolle-Diagnostik-und-Therapie-des-Symptoms-Schwindel
  • https://www.apotheken.de/krankheiten/krankheiten-und-therapie/herz-gefaesse-kreislauf/10689-kreislaufprobleme-im-sommer
  • https://www.apotheken-umschau.de/Wetterfuehligkeit
  • https://www.spektrum.de/news/woher-kommt-die-wetterfuehligkeit/1301193
  • https://www.ratgeber-herz-kreislauf.de/kreislauf-anregen/hausmittel/#rosmarin
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2015/daz-25-2015/wenn-der-kreislauf-in-den-keller-geht
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Schellong-Test
  • https://www.kardionet.de/tipps/schwindel-herz-oder-ohr/

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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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