Ihr Ratgeber zum Arztbrief

In unserem Arztbrief-Ratgeber finden Sie hilfreiche Informationen rund um das Thema. Darüber Hinaus haben Sie auch die Möglichkeit sich in wenigen Minuten von einem Facharzt per Video beraten zu lassen.
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Ratgeber zum Arztbrief

Was der Arztbrief umfasst und wofür er wichtig ist.

Der Arztbrief dient der Kommunikation zwischen (Fach-)Ärzten. Er spielt für eine eindeutige Diagnose und die Therapie eine unverzichtbare Rolle.

Kurzfassung

  • Der Arztbrief wird in der Regel dem Patienten mitgegeben.
  • Er enthält wesentliche Informationen über Behandlungen und Therapien.
  • Ziel ist es, den/die Kollegen über den aktuellen Stand des Gesundheitszustands zu informieren, sodass diese/r weitere Maßnahmen treffen kann.

Was ist der Arztbrief?

Nach einer stationären Behandlung im Krankenhaus oder beim Facharzt gibt der Mediziner dem Patienten einen Arztbrief mit. Nach einem Klinikaufenthalt wird er als Entlassungsbrief bezeichnet. Der Arztbrief ist eine Form der elektronischen Behandlungsdokumentation. Die Dokumentationspflicht ist in der Berufsordnung für Ärzte (MBO-Ä) und im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) festgelegt.

Das Dokument dient der Information des Hausarztes oder des Fachkollegen über die Diagnose und bisher erfolgte Behandlungen. Damit ist er ein wichtiges Mittel für eine optimale Patientenversorgung. Insbesondere Fälle mit langen, komplexen Krankheitsverläufen lassen sich häufig nur auf diese Weise adäquat dokumentieren.

Welche Informationen gehören in den Arztbrief?

Der Arztbrief ist die umfassende Dokumentation des Behandlungsverlaufs. Die exakten Inhalte hängen in hohem Maße vom medizinischen Fachgebiet und der Einrichtung beziehungsweise dem Arzt, der ihn erstellt ab. Eine gesetzlich vorgeschriebene, einheitliche Form gibt es nicht.

In jedem Fall umfasst das Dokument die folgenden Punkte:

  • Persönliche Daten des Patienten
  • Aufenthalts- beziehungsweise Behandlungsdauer
  • Erfolgte Eingriffe, Operationen, Behandlungen
  • Diagnosen
  • Beurteilung des Krankheitsbildes / Krankheitsverlaufs (Epikrise)
  • Therapieempfehlung
  • Befunde

An erster Stelle des Diagnose-Teils sollte die Hauptdiagnose erläutert, weitere gemäß der klinischen Bedeutung nachfolgend aufgeführt werden. Das erleichtert dem Leser die Einordnung der Informationen. Relevante Befunde, eventueller Kontrollbedarf und Therapieempfehlungen stehen idealerweise im Fokus des Arztbriefs.

Der Arztbrief in Kurzform – warum wird er in einigen Fällen ausgestellt?

Einen ausführlichen Arztbrief zu verfassen, kostet Zeit, insbesondere bei komplexen Krankheitsverläufen und multiplen Diagnosen. Patienten suchen jedoch vielfach kurz nach der Entlassung oder dem Behandlungsende beim Spezialisten ihren Hausarzt auf. Es hat sich durchgesetzt, dem Patienten einen vorläufigen Arztbrief beziehungsweise Entlassungsbericht mitzugeben. Fehlende Befunde sollten allerdings zeitnah ergänzt werden. Andernfalls ist eine schlechtere Nachversorgung möglich.

Den Arztbrief verstehen: Wie sollte er formuliert sein?

Patienten haben mitunter Schwierigkeiten, den Arztbrief zu verstehen. Medizinische Fachausdrücke sind ihnen vielfach nicht geläufig, Diagnosen bleiben so unklar. Die Gesundheitsämter der Länder fordern, das Dokument in einer allgemein verständlichen Sprache zu verfassen. Nicht immer wird dem jedoch Folge geleistet.

Im Krankenhaus ist oftmals keine Zeit, dem Patienten die Inhalte des Entlassungsdokuments umfassend zu erläutern. Hier ist der Hausarzt Ansprechpartner: Betroffene sollten sich Fachjargon übersetzen und den Arztbrief erklären lassen.

Warum übergibt der Patient den Arztbrief an den weiterbehandelnden Mediziner?

Ob vollständig oder vorläufig: Krankenhäuser und Fachärzte übergeben den Arztbrief in der Regel dem Patienten. Das hat mehrere Gründe:

  • Erstens obliegt dem Patienten, wie er mit den enthaltenen Informationen umgeht. Er hat theoretisch auch das Recht, sie seinem Arzt vorzuenthalten.
  • Zweitens ist der persönliche Weg vielfach schneller: Wer direkt am Folgetag seinen Hausarzt aufsucht, hat den Brief idealerweise dabei und muss nicht auf die Zustellung per Post warten. Hier besteht zudem die Gefahr, dass das Dokument verloren geht.
  • Drittens sichert sich der Arzt rechtlich ab: Er hat seine Dokumentationspflicht erfüllt und dem Patienten den Befund mitgeteilt.

Welche Anforderungen muss der eArztbrief erfüllen?

Elektronische Arztbriefe sind bereits seit Längerem üblich: Diagnosen und Verschreibungen übernimmt das Krankenhaus- oder Praxisverwaltungssystem automatisiert in das Dokument. Seit 1. Juli 2020 wird diese Vorgehensweise von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KVB) finanziell gefördert, um die Verbreitung zu erhöhen.

Für den Versand und Empfang von eArztbriefen stellt der Gesetzgeber bestimmte Sicherheitsanforderungen. So ist der Kommunikationsdienst KIM (Kommunikation im Medizinwesen) zu nutzen. Er erfüllt die sicherheitsrelevanten Anforderungen für den eArztbrief. Für den elektronischen Arztbrief benötigen Ärzte und Psychotherapeuten außerdem eine qualifizierte elektronische Signatur, die im Zuge eines elektronischen Heilberufsausweises erstellt wird.

Ab 2021 sollen Patienten auf Wunsch jederzeit ihre elektronische Gesundheitsakte einsehen können. Das erleichtert auch den Austausch zwischen Krankenhäusern, Fach- und weiterbehandelnden Ärzten.

Fragen und Antworten

Welche rechtlichen Risiken birgt der Brief für den Arzt?

Informiert der Mediziner den Patienten zu spät über einen behandlungsbedürftigen schweren Befund, gilt dies als Behandlungsfehler, der geahndet werden kann. Kommt ein Arztbrief mit einem relevanten Befund verzögert beim weiterbehandelnden Arzt an, kann das schwerwiegende Folgen haben und den Arzt vor Gericht bringen. Ein solcher Fall kann vorliegen, wenn der Brief per Post versendet, jedoch nicht kontrolliert wird, ob er angekommen ist.

Ist es sinnvoll, eine Kopie des Arztbriefes als Patient zu behalten?

Der Arztbrief gehört zur Patientenakte und wird in der Regel dem Hausarzt übergeben. Da der Patient üblicherweise als Bote fungiert, liegt es nahe, dass dieser eine Kopie behält. Sinnvoll ist das vor allem, wenn etwa Erkrankungen vorliegen, die voraussichtlich Akutbehandlungen erfordern, oder wenn Patienten zu Hause gepflegt werden. Die behandelnden Ärzte können sich so rasch ein Bild über den Gesundheitszustand verschaffen.

Quellen

  • https://www.arzt-wirtschaft.de/der-arztbrief-eine-versteckte-haftungsfalle/
  • https://www.apotheken-umschau.de/Therapien/Der-Arztbrief-ein-wichtiges-Dokument-553511.html
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/145890/Arztbrief-Die-Kommunikation-optimieren
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/184006/Arbeitsorganisation-Der-Arztbrief-viel-mehr-als-nur-laestige-Pflicht
  • https://www.kbv.de/html/earztbrief.php
  • https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/elektronische-patientenakte.html
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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