Ihr Ratgeber zu J-Untersuchungen

Unser J-Untersuchung-Ratgeber liefert Ihnen hilfreiche Informationen rund um das Thema. Bei Bedarf haben Sie auch die Möglichkeit sich einfach & schnell von einem Facharzt per Video beraten zu lassen.
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J-Untersuchungen

Jugendvorsorgeuntersuchungen helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und den passenden Beruf zu wählen.

Die Jugendvorsorgeuntersuchung J1 dient dazu, rechtzeitig Erkrankungen wie eine Schilddrüsenfunktionsstörung, Allergien oder Skeletterkrankungen aufzuspüren und zu behandeln. Die Ergebnisse liefern Eltern und Kindern wichtige Hinweise für die spätere Berufswahl.

Kurzfassung

  • Die Jugendvorsorgeuntersuchung J1 ist eine Leistung aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenversicherung, einige Kassen bieten mit der J2 freiwillig zwei J-Untersuchungen an.
  • Im Idealfall findet die J1 im Alter zwischen 12 und 14 Jahren statt.
  • J-Untersuchungen helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen, die sich erst im Jugendalter entwickeln.

Was sind J-Untersuchungen?

J-Untersuchungen sind spezielle Vorsorgeuntersuchungen für Jugendliche. Sie schließen seit 1992 die gewaltige Vorsorgelücke, die nach der U9 (Kindervorsorgeuntersuchung) nach dem fünften Geburtstag klaffte. Die J1 gehört zu den Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, die J2 bieten dagegen nur einzelne Krankenkassen freiwillig an.

Wann finden J-Untersuchungen statt?

Ebenso wie bei Kleinkindern ist die Entwicklung von Jugendlichen durch Meilensteine gekennzeichnet. Daher sind für die J-Untersuchungen feste Zeitfenster vorgesehen.

  • J1: im Alter von 12 bis 14 Jahren
  • J2: im Alter von 16 bis 17 Jahren

Die Schwerpunkte der Jugendvorsorgeuntersuchung

Die J-Untersuchungen berücksichtigen die körperliche und seelische Gesundheit von Jugendlichen. Dazu gehören:

  • Ein kompletter Gesundheits-Check-up
  • Beratungen zu Schulproblemen oder Berufswahl
  • Sexualberatung

Die Inhalte der J1

Viele Erkrankungen entwickeln sich erst während der Pubertät (z. B. Schilddrüsenunterfunktion oder Wirbelsäulenverkrümmung). Daher ist eine körperliche Untersuchung ein zentraler Bestandteil der J-Untersuchungen.

Die Pubertät und der nahende Eintritt in das Berufsleben belasten unter Umständen das Seelenleben, daher gehört das vertrauliche Gespräch dazu.

Die J1-Untersuchung im Überblick:

  • Ermittlung von Größe und Gewicht
  • Pubertätsentwicklung regelgerecht, verfrüht oder verspätet
  • Blutdruckmessung und Urinprobe sowie ggf. Blutentnahme
  • Untersuchung der Organe
  • Suche nach Auffälligkeiten am Skelettsystem
  • Prüfung des Impfstatus und auf Wunsch Schließung von Impflücken


Neben der körperlichen Untersuchung steht das vertrauliche Gespräch im Mittelpunkt dieses Vorsorgetermins. Die Ärzte sprechen mit den Jugendlichen unter anderem über folgende Punkte:

  • Allgemeine Lebenssituation
  • Seelische Entwicklung und Verhaltensauffälligkeiten
  • Gesundheitsgefährdendes Verhalten wie Rauchen, Alkohol- oder Drogenkonsum und Medienverhalten
  • Schulschwierigkeiten
  • Bei Bedarf auch über Pubertät und Sexualität


Anhand des individuellen Risikoprofils erhalten die Jugendlichen zum Abschluss Hinweise und Ratschläge zu einer gesunden Lebensführung und zur Krankheitsvermeidung.

Die Inhalte der J2

Die J2-Untersuchung läuft ähnlich ab wie die erste Jugendvorsorgeuntersuchung. Da die Jugendlichen nun deutlich reifer sind, stehen die Berufswahl sowie die gesunde Sexualentwicklung stärker im Vordergrund.

Eltern sollten sich vor der Terminvereinbarung bei der Krankenkasse erkundigen, ob die J2 zum versicherten Leistungsumfang gehört.

Welcher Arzt führt die J-Untersuchungen durch?

Für die Jugendvorsorgeuntersuchungen stehen Kinder- und Jugendmediziner ebenso zur Wahl wie Hausärzte. Eltern überlassen am besten dem Nachwuchs die Entscheidung, bei welchem Arzt er sich am wohlsten und sichersten fühlt. Die TeleClinic berät gern über J-Untersuchungen und erläutert die Ergebnisse; durchführen können unsere Ärzte die Untersuchung per Video-Chat leider nicht.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen bei den J-Untersuchungen?

Die körperliche Untersuchung, die Abgabe einer Urinprobe sowie das persönliche Gespräch sind frei von Risiken und Nebenwirkungen. Die eventuell vorgenommene Blutuntersuchung kann zu folgenden Beschwerden führen:

  • Leichte Schmerzen während des Einstichs
  • Bildung eines Hämatoms (Blutergusses) an der Einstichstelle
  • Vorübergehende Reizung eines Nervs
  • Infektion an der Einstichstelle (extrem selten)

J-Untersuchung: mit oder ohne Eltern?

Die J-Untersuchungen bieten die Gelegenheit, auch peinliche Themen anzusprechen. Viele Jugendliche möchten Schwierigkeiten mit der Pubertät, der Sexualität, der Schule oder gesundheitsgefährdendes Verhalten nicht mit den Eltern besprechen. Daher fallen die Ergebnisse der Jugendvorsorgeuntersuchungen realistischer aus, wenn die Eltern nicht teilnehmen.

  • Eltern sollten nur zu den J-Untersuchungen gehen, wenn der Nachwuchs das ausdrücklich wünscht.
  • Das Warten vor der Praxis oder im Wartezimmer gibt den Jugendlichen Sicherheit und schützt zugleich die Privatsphäre.
  • Auf Wunsch sollten Jungen und Mädchen den Termin gänzlich allein wahrnehmen dürfen.
  • Selbstverständlich darf die beste Freundin oder der beste Freund zur Unterstützung mitkommen.

Fragen und Antworten

Sind J-Untersuchungen Pflicht?

Nein, die Jugendvorsorgeuntersuchungen sind ein Angebot zur Früherkennung von Erkrankungen, seelischen Belastungen und gesundheitsgefährdendem Verhalten. Die Teilnahme ist freiwillig.

Können verpasste Untersuchungen nachgeholt werden?

Haben Eltern den richtigen Zeitpunkt für die J-Untersuchungen versäumt, kommt die Krankenkasse nicht mehr für die Kosten auf. Stichtage sind der 15. Geburtstag für die J1 und der 18. Geburtstag bei der J2. Es ist möglich, die Jugendvorsorgeuntersuchung als individuelle Gesundheitsleistung (iGel) auf eigene Kosten nachholen zu lassen.

Welche Informationen erhalten die Eltern?

Das Gespräch zwischen dem Arzt und dem jugendlichen Patienten ist vertraulich. Eltern können in einem Nachgespräch Fragen zur Entwicklung ihres Kindes stellen. Sollte die J-Untersuchung einen behandlungsbedürftigen Befund ergeben, müssen die Eltern in die Behandlung einwilligen.

Welche Fragen beantwortet der Arzt den Jugendlichen?

Erlaubt sind alle Fragen, die dem Jugendlichen wichtig sind. Themen wie Pickel oder die Verhütung beim ersten Geschlechtsverkehr sind ebenso möglich wie die Bitte um Rat bei Prüfungsangst oder Informationen zu Alkohol- und Drogenkonsum.

Quellen

  • https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/kindergesundheit/frueherkennungsuntersuchung-bei-kindern.html
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/81311/Jugendgesundheitsuntersuchung-J1
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96858/Weniger-Jugendliche-nutzten-Vorsorgeuntersuchung
  • https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/praevention-und-frueherkennung/frueherkennung-fuer-kinder-und-jugendliche/frueherkennung-jugendliche-j1-j2-2010236
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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