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Hausarzt-Ratgeber

Die Wahl eines geeigneten Hausarztes will gut überlegt sein, er behandelt oft die ganze Familie. Welche Anforderungen werden also an einen Hausarzt gestellt und wie kann ein Hausarzt online weiterhelfen? Erfahren Sie hier alles Wissenswerte über den Allgemeinmediziner – zum Beispiel auch, was Krankschreibungen betrifft.


Kurzfassung:

  • Der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen: der Arzt Ihres Vertrauens, oft lebenslang.
  • Ein Hausarzt muss nicht „ein bisschen von allem“ können. Ganz im Gegenteil: Die Spezialisierung zum Facharzt für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin ist ein anspruchsvolles Tätigkeitsfeld mit sehr vielfältigen Anforderungen.
  • Der Hausarzt stellt nicht nur eigene Diagnosen, sondern koordiniert auch die Behandlung durch Fachärzte und überblickt die gesamte Patientenvita.
  • Bei anhaltenden gesundheitlichen Problemen kümmert sich der Hausarzt um Krankschreibungen und verordnet entsprechende Ruhephasen.

Was umfasst die Allgemeinmedizin?

Bei der medizinischen Fachrichtung der Allgemeinmedizin handelt es sich um eine Weiterbildung, deren Berufsziel die Langzeitbetreuung und Behandlung von Patienten umfasst und dabei physische wie psychische Leiden berücksichtigt. Dies alles leistet der Hausarzt, und zwar nicht nur mit Fokus auf der Erkrankung. Der Facharzt für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin in der Funktion des Hausarztes hat unter anderem folgende Tätigkeitsbereiche:

  • Die allgemeine, fortlaufende Betreuung des Patienten unter Berücksichtigung des sozialen und beruflichen Umfeldes
  • Die übergreifende Koordination aller Diagnosen, Therapien und Pflegemaßnahmen in Absprache mit den Fachärzten
  • Die gesamte Dokumentation aller Behandlungsdaten, Befunde und Berichte – sowohl aus eigener Tätigkeit als auch von den Fachärzten, und zwar unter Einbeziehung der ambulanten wie der stationären Behandlung
  • Präventive und/oder rehabilitative Maßnahmen, Einbindung nichtärztlicher Hilfen und begleitender Dienste – etwa Impfungen, Heilgymnastik, Kuraufenthalte

Ist der Hausarzt ein Facharzt?

Früher konnte ein Hausarzt als sogenannter praktischer Arzt zugelassen werden, also ohne Facharztausbildung. Dies ist seit 1992 nicht mehr möglich. Ein Hausarzt ist in der Regel ein Facharzt für Allgemeinmedizin, mitunter auch für Innere Medizin. Im Fokus stehen die Begleitung und Behandlung ausgehend von den Symptomen des Patienten, die im Anamnesegespräch ermittelt werden.

Gegebenenfalls überweist der Hausarzt an einen Spezialisten, er kann allerdings selbst über eine Spezialausbildung oder -weiterbildung verfügen. Zu den geläufigen Zusatzqualifikationen gehören:

  • Ultraschallmedizin: die Untersuchung innerer Organe oder Blutgefäße mithilfe eines Ultraschallgeräts
  • Alternative oder komplementäre Medizin: ein Bereich, der Behandlungsmethoden wie Akupunktur, Homöopathie, Osteopathie umfasst
  • Tropenmedizin: eine zusätzliche Qualifizierung insbesondere mit Schwerpunkt auf Prävention beispielsweise durch Impfung (angesichts steigender Nachfrage aufgrund globalisierter Reisegewohnheiten)
  • Geriatrie: die Behandlung altersbedingter Leiden

Welche Krankheiten behandelt ein Hausarzt in der Regel?

Der Hausarzt wird als Erster konsultiert – und dementsprechend vielseitig ist seine Tätigkeit. Da er nicht nur in der Praxis, sondern auch im Notdienst tätig ist, muss er zunächst die ganze Bandbreite möglicher Erkrankungen kennen, selbst wenn er den Patienten schließlich an einen Spezialisten überweist oder eine stationäre Behandlung einleitet. Die Erkrankungen, die dem Hausarzt im Praxisalltag am häufigsten unterkommen, sind folgende:

Krankheit Beschreibung Symptome Mögliche Ursachen Therapiemöglichkeit

Erkältungskrankheiten

Erkrankung der oberen Luftwege

  • Husten
  • Schnupfen
  • Verschleimung der Bronchien
  • Atemnot
  • Kopfschmerzen
  • Fieber

Rhino- und Coronaviren

  • Behandlung durch fiebersenkende, entzündungshemmende Medikamente
  • Begleitende Therapie etwa durch Inhalationen und Vitaminpräparate

Influenza

„Echte“ Grippe, verursacht durch Viren, mitunter begleitet von Sekundärinfektionen durch Bakterien; für geschwächte oder ältere Patienten oder Kinder u. U. lebensbedrohlich

  • Plötzlich auftretendes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Schüttelfrost
  • Schweißausbrüche
  • Kopfschmerzen
  • Halsschmerzen und Husten

Influenzaviren

Prävention durch Grippeimpfung; die Therapie umfasst die Linderung der Symptome, vor allem bei hohem Fieber, und möglicherweise zusätzliche Antibiotikagaben bei bakteriellen Sekundärinfektionen, etwa der Atemwege

Rückenschmerzen

Akute oder chronische Schmerzzustände im Bereich

  • Der Wirbelsäule
  • Des gesamten Rückens
  • Bestimmter Rückenpartien

Schmerzzustände entweder bei Bewegung oder im Ruhezustand

  • Fehlbelastung von Muskeln oder Knochen
  • Berufs- oder altersbedingte Abnutzungserscheinungen insbesondere der Gelenke
  • Stürze oder Unfälle
  • Psychogene Schmerzen aufgrund von Depression oder Burn-out

Richtet sich nach dem Befund und muss das Lebensumfeld des Patienten berücksichtigen

Hoher Blutdruck (Hypertonie)

Deutlich erhöhte obere und untere Blutdruckwerte

  • Schwindelgefühl
  • Schweißausbrüche
  • Reizbarkeit
  • Kopfschmerzen
  • Ablagerungen in den Gefäßen
  • Stress
  • Übergewicht
  • Falsche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Nikotinkonsum

Veränderung des Lebensstils, mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Stressabbau, falls notwendig, zusätzliche medikamentöse Behandlung

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Blutdruckwerte, die deutlich unter dem Mittelwert von 120/80 liegen.

  • Schwindelgefühl
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche
  • Kreislaufstörungen
  • Kältegefühl

Kann bei ansonsten gesunden, normalgewichtigen Personen auftreten, aber auch ein Anzeichen für eine Herzschwäche sein

  • Leichte Hypotonie beim gesunden Patienten: ohne Behandlung
  • Bei Vorliegen einer Herzinsuffizienz muss entsprechend therapiert werden

Bauchschmerzen

Anhaltende oder akute Schmerzen im Bauch- bzw. Magenbereich

Dumpfe oder stechende, bisweilen krampfartige Schmerzen

  • Bakterielle Infektionen
  • Beginnende Blinddarmentzündung
  • Magenschleimhautentzündung
  • Darmverschluss
  • Stress

Die Diagnose kann durch Analyse einer Stuhl- oder Urinprobe oder durch einen Ultraschall erleichtert werden, mögliche Therapien ergeben sich aus dem Befund.

Störungen im Fettstoffwechsel bzw. Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie)

Gestörter Fettstoffwechsel mit insbesondere zu hohen Werten beim LDL-Cholesterin

Es gibt zunächst keine Symptome, die Ablagerung von überschüssigem Cholesterin in den Blutgefäßen bemerkt der Betroffene nicht.

  • Stoffwechselerkrankungen
  • Bewegungsmangel
  • Fettreiche Ernährung
  • Übergewicht

Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Sport und allgemein mehr Bewegung, bei starker Gefährdung medikamentengestützte Therapie zur Senkung des Cholesterinspiegels

Übergewicht bzw. Adipositas oder Untergewicht

  • Vor allem Übergewicht bis hin zur Fettleibigkeit
  • Untergewicht etwa bei Heranwachsenden
  • Zu hoher Body-Mass-Index ab 25 BMI
  • Eingeschränkte Beweglichkeit
  • Folgeerkrankungen und -symptome
  • Untergewicht aufgrund von Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie unter 18,5 BMI
  • Mögliche organische Erkrankungen, etwa Stoffwechselstörungen
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Bewegungsmangel
  • Psychogene Faktoren

Wenn organische Ursachen ausgeschlossen werden können, muss die Therapie den psychischen Faktoren, oft einem Suchtverhalten, hinter der Erkrankung gerecht werden.

Diabetes mellitus

Stoffwechselstörungen, die zu einer Überzuckerung des Blutes führen, darunter Diabetes mellitus Typ 1 mit absolutem Insulinmangel und Typ 2 mit relativem Insulinmangel

  • Starkes Durstgefühl
  • Heißhunger
  • Müdigkeit
  • Vermehrtes Wasserlassen
  • Verstärkte Anfälligkeit für Infektionen
  • Schlechte Wundheilung
  • Diabetes Typ 1: autoimmune Schädigung der Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse
  • Diabetes Typ 2: allmählich abnehmende Kapazität zur Insulinproduktion

Insulingaben, bei Diabetes Typ 2 unterstützt von einer Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten

Koronare Herzkrankheiten

  • Entzündungen oder zunehmender Verschluss der Herzkranzarterien
  • Angina Pectoris
  • Herzinfarkt
  • Engegefühl
  • Stechender oder schneidender Schmerz in der Brust
  • Schweißausbrüche
  • Atemnot
  • Ablagerung von Cholesterin und Kalk in den Gefäßen
  • s. oben unter Störungen des Fettstoffwechsels oder Übergewicht
  • Änderung des Lebensstils
  • Überwachung und Kontrolle des Risikos
  • Medikamententherapie
  • Chirurgische Eingriffe

Was macht einen guten Hausarzt aus?

Der Hausarzt ist der Vertrauensarzt bei gesundheitlichen Problemen. Da er die gesamte Lebenssituation des Patienten überblicken sollte, kommt dem Patientengespräch nicht nur bei der Erstaufnahme, sondern auch während der begleitenden Betreuung besondere Bedeutung zu. Es ist daher wichtig, dass der Hausarzt sich ausreichend Zeit für Sie und Ihre Anliegen nimmt.

Diagnose und Behandlung beim Hausarzt

Da der Hausarzt in vielen Fällen mit zunächst diffusen Beschwerden konfrontiert wird, diagnostiziert er häufig aufgrund seiner fachlichen Erfahrung. Er gleicht die Symptome des Patienten mit Mustern ab, die ihm während seiner Laufbahn bereits begegnet sind, und wählt die wahrscheinlichste Diagnose angesichts des gesundheitlichen Zustands, des Alters und der Tätigkeit des Patienten aus.

Nicht jeder Hausarzt bietet ein breites Spektrum zusätzlicher Leistungen an oder verfügt über eine umfassende technische Ausstattung. Bei der Wahl des Hausarztes entscheiden sich viele Patienten für eine Gemeinschaftspraxis, in der Allgemeinmediziner und Internisten ihre Kompetenzen gebündelt anbieten.

Nach dem Patientengespräch folgt die körperliche Untersuchung:

  • Visuelle Begutachtung beispielsweise von Augen, Haut oder Zunge
  • Einsatz des Stethoskops, um den Zustand der Atemwege zu begutachten
  • Abtasten oder Abklopfen der betroffenen Körperbereiche bei Schmerzzuständen für wichtige Aufschlüsse, etwa über vergrößerte Organe

Wenn nötig, folgen weitere Untersuchungen für eine genaue Diagnose:

  • Messung des Blutdrucks
  • Analyse des Blutes – das sogenannte Blutbild
  • Untersuchung von Urin- oder Stuhlproben

Die Behandlung in der Hausarztpraxis beinhaltet unter anderem folgende Elemente:

  • Die äußerliche Versorgung und Behandlung von Verletzungen, etwa bei kleineren Unfällen, führt ebenfalls der Hausarzt durch. Er kann Wunden nähen und den Fortschritt der Wundheilung überwachen.
  • Mit entsprechenden Spezialisierungen sind Hausärzte unter Umständen in der Lage, alternative Therapien wie Akupunktur-Behandlungen u. Ä. anzubieten, die allerdings nicht (immer) von der Krankenkasse getragen werden.
  • Ein von den Patienten geschätzter Teilbereich der hausärztlichen Tätigkeit sind Hausbesuche, bei denen teils akut Erkrankte betreut, aber auch chronisch kranke Patienten in ihrer häuslichen Umgebung vom Hausarzt besucht und behandelt werden. Dabei kann der Hausarzt auch den besonderen Anforderungen älterer Patienten gerecht werden oder moribunde (im Sterben liegende) Patienten palliativ betreuen.

Krankschreibung beim Hausarzt – was beachten?

Grundsätzlich ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle für Krankschreibungen. Waren Sie zum Beispiel wegen eines Notfalls im Krankenhaus, dürfen die dort behandelnden Ärzte Sie nicht krankschreiben – das erledigt der Haus- oder der Facharzt bei fachspezifischer Weiterbehandlung. Es ist übrigens auch möglich, bis zu zwei Tage rückwirkend einen Krankenschein zu erhalten, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht fähig waren, einen Arzt zu konsultieren. Eine weitere Alternative ist in diesem Fall, einen Hausarzt online zu fragen.

Wie lange auf einen Termin beim Hausarzt warten?

Nahezu 45.500 Hausärzte sind in Deutschland für ihre Patientinnen und Patienten die erste Adresse. Die Zahl der Hausärzte ist allerdings rückläufig. Unter Umständen und wenn es sich nicht um einen Notfall handelt, muss man mit Wartezeiten von zwei oder drei Wochen rechnen. Auch in der Praxis sollte sich der Patient trotz Terminvergabe auf eine Wartezeit einstellen.

Wichtige Fragen & Antworten

Was übernimmt die Krankenkasse?

Die Konsultation des Hausarztes übernimmt die Krankenversicherung. Zu den Leistungen, die die Krankenversicherung abdeckt, gehören jährliche Kontrollen des allgemeinen Gesundheitszustands wie das Erstellen eines Blutbilds oder ein EKG bzw. EEG. Im Einzelfall können Zusatzzahlungen anfallen, beispielsweise Rezeptgebühren oder Kosten für rezeptfreie Medikamente, die der Patient selbst zahlt. Falls es erforderlich ist, einen Spezialisten hinzuzuziehen, kann der Hausarzt überweisen und im Einzelfall die Notwendigkeit einer Kostenübernahme begründen.

Ab wann zum Hausarzt statt zum Kinderarzt?

Ein „Kinderarzt“ ist der Hausarzt für die Kleinsten, im Grunde ist er ein Allgemeinmediziner mit dem Schwerpunkt auf Kinder- und Jugendmedizin. Sogenannte Pädiater, also Fachärzte für Kinderheilkunde, behandeln ihre Patienten höchstens bis zum 18. Lebensjahr.

Darf ich den Hausarzt wechseln und eine Zweitmeinung einholen?

In Deutschland besteht das Recht auf freie Arztwahl, das heißt: Sie dürfen jeden an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Hausarzt aufsuchen. Auch im Quartal ist ein Arztwechsel zulässig – zum Beispiel, wenn Sie eine Zweitmeinung einholen möchten.

Wann sollte ich einen Hausarzt aufsuchen?

Der Hausarzt ist im Allgemeinen die erste Anlaufstelle bei leichteren Erkrankungen wie Erkältungen, bei diffusen Symptomen, die sich nicht einem Spezialgebiet zuordnen lassen, und auch bei der Prävention und Gesundheitsberatung für die ganze Familie, alle Altersgruppen und Geschlechter. Impfungen werden ebenfalls durch den Hausarzt ausgeführt. Da der Hausarzt in der Regel der langjährige Arzt des Vertrauens ist, ist er oft zudem die erste Adresse bei psychischen oder psychosomatischen Erkrankungen und eine Anlaufstelle für Angehörige, die Hilfe für ein Familienmitglied suchen.

Quellen

  • https://de.statista.com/statistik/daten/studie/191814/umfrage/anzahl-der-hausaerzte-in-deutschland/
  • https://www.hausaerzteverband.de/fileadmin/user_upload/Perspektive_Hausarzt_-_Broschuere.pdf
  • https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/BAeK_Ground_Hausarzt.pdf
  • https://www.perspektive-hausarzt-bw.de/phnewsblog/weiterbildung-allgemeinmedizin/
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/70760/Welche-Erkrankungen-niedergelassene-Aerzte-am-haeufigsten-behandeln
  • https://www.apotheken-umschau.de/Medizin/Den-Arzt-wechseln-Geht-das-so-einfach-410595.html

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