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Ratgeber zu Borreliose

Symptome, Ursachen und Behandlung. Alle Informationen zum Thema finden Sie hier.

Borreliose gehört zu den Krankheiten, die durch Zecken auf den Menschen übertragen wird. Nur 5-35% aller Zecken tragen die auslösenden Bakterien in sich, es kommt jedoch nur bei 1-6% aller Stiche zu einer Infektion mit den Bakterien. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung der Bakterien relativ gering ist, sollten Zecken so schnell wie möglich entfernt werden. Vor allem in den Sommermonaten aus Wiesen und im Wald ist Vorsicht geboten.

Kurzfassung:

  • Borreliose ist eine Krankheit, die durch Zecken übertragen wird. 
  • Die Krankheit betrifft insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke.
  • Ein typisches Anzeichen für Borreliose ist die sogenannte Wanderröte, die einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich nahe der Einstichstelle auftritt.
  • Eine Behandlung mit Antibiotika ist in der Frühphase der Borreliose am erfolgreichsten.
  • Der beste Schutz gegen Borreliose ist die Vermeidung und Früherkennung von Zeckenstichen.

Was ist Borreliose?

Die Borreliose, auch Lyme-Borreliose, ist eine Krankheit, die durch eine Infektion mit Bakterien der Art Borellia burgdorferi (Borrelien) verursacht wird. Diese werden durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Die Krankheit kann vielgestaltig und unterschiedlich schwer verlaufen und betrifft insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke.

Woran erkenne ich Borreliose?

Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich und können zu verschiedenen Zeitpunkten einzeln oder in Kombination auftreten. Dadurch ist eine Borreliose nicht immer leicht zu erkennen.

Ein typisches Zeichen, das bei bis zu 90% der Fälle auftritt, ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Die Wanderröte entwickelt sich einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich überwiegend in der Umgebung der Einstichstelle, sie kann aber auch an anderen Körperstellen auftreten.

Dabei handelt es sich um eine mindestens 5 cm große, ringförmige Hautrötung, die in der Mitte in der Regel blasser ist als am Rand und sich über Tage langsam nach außen verbreitet. Bei Erwachsenen tritt die Wanderröte am häufigsten an den Beinen auf, bei Kindern sind häufiger Kopf oder Hals betroffen. Unspezifische Beschwerden wie Fieber sowie Muskel- und Kopfschmerzen können hinzukommen.

Seltener, in zwei von 100 Fällen, können Wochen bis Monate nach einem Zeckenstich auch knötchenartige oder blaurote Schwellungen der Haut auftreten. Diese Hautveränderungen finden sich vor allem am Ohr oder an den Brustwarzen, seltener an anderen Körperstellen wie Nase, Fingern oder Zehen. Ähnlich selten können Borrelien auch das Nervensystem befallen. Bei Erwachsenen typisch sind brennende Nervenschmerzen, die sich vor allem nachts verschlimmern. Auch entzündliche Nervenreizungen sind möglich, die zu Taubheitsgefühlen, Seh- oder Hörstörungen und in seltenen Fällen zu Lähmungen des Rumpfes, der Arme oder Beine führen. Bei Kindern tritt häufiger eine nicht-eitrige Hirnhautentzündung auf, die mit starken Kopfschmerzen oder mit plötzlichen Gesichtslähmungen einhergehen kann.

Monate oder Jahre nach der Infektion kann es (bei fünf von 100 Betroffenen) zu Gelenkentzündungen als späte Erkrankungsform der unbehandelten Borreliose kommen. Sie betreffen am häufigsten die Kniegelenke, etwas seltener Sprung- oder Ellenbogengelenke und verlaufen in der Regel schubweise und wiederkehrend. In Einzelfällen (einer von 100 Betroffenen oder weniger) können weitere späte Erkrankungsformen der Borreliose auftreten. Bei einer chronischen Entzündung der Haut (Acrodermatitis chronica atrophicans) verändert sich die Haut an den Innenseiten von Armen und Beinen, Fingern oder Zehen und wird papierdünn und bläulich. Ebenfalls auftreten können eine Entzündung oder Rhythmusstörungen des Herzens sowie die chronische Neuroborreliose, eine Entzündung des Gehirns und Rückenmarkes.

Ursachen

Zecken halten sich auf Grashalmen, im Gebüsch und im Unterholz auf. Von dort werden sie abgestreift und wandern auf der Haut in weitere Körperregionen. Zecken können auch durch Wild- und Haustiere übertragen werden, die sich im Freien aufhalten. Besonders gefährdet sind daher Personen, die sich in der freien Natur beispielsweise im Gras oder bei niedrigen Büschen aufhalten oder engen Kontakt mit Tieren haben.

Behandlung

  • Eine Behandlung mit Antibiotika ist in der Frühphase der Borreliose am erfolgreichsten. Sie kann Spätformen sowie chronische Verläufe der Erkrankung verhindern.
  • Tritt die Wanderröte auf, sollten Sie umgehend einen Arzt, auch wenn Sie sich nicht an einen Zeckenstich erinnern.
  • Wenden Sie sich ebenfalls an einen Arzt, wenn nach einem Zeckenstich Beschwerden wie Fieber sowie Muskel- und Kopfschmerzen auftreten.
  • Liegen andere Beschwerden vor, die auf eine Borreliose hindeuten, kann eine Laboruntersuchung des Blutes durchgeführt werden.
  • Eine überstandene Borreliose schützt nicht vor einer erneuten Infektion.

Prävention

Den besten Schutz vor Borreliose bietet die Vermeidung und Früherkennung von Zeckenstichen. Das Infektionsrisiko steigt nach einer Saugzeit von mehr als 12 Stunden. Entfernt man die Zecke frühzeitig ist das Übertragungsrisiko daher nur sehr gering. Zecken sollten immer schnellstmöglich entfernt werden. Wie das am besten funktioniert erfährst du unten.

Weitere Vorsichtsmaßnahmen können die Folgenden sein.

  • Tragen Sie bei einem Aufenthalt im Wald oder auf Wiesen lange Kleidung
  • Wählen Sie am besten helle Kleidung, damit sich die winzigen dunklen Zecken leichter erkennen und entfernen lassen.
  • Tragen Sie vor dem Aufenthalt in Wäldern oder Wiesen Zecken-abweisende Mittel auf die Haut auf.
  • Beachten Sie: Die Wirkung der Anti-Zecken-Mittel ist zeitlich begrenzt und bietet keinen vollständigen Schutz.
  • Bleiben Sie bei Spaziergängen möglichst auf festen Wegen und meiden Sie den direkten Hautkontakt mit Unterholz, hohem Gras und bodennahen Pflanzen.
  • Suchen Sie trotz Vorbeugung nach dem Aufenthalt in der Natur den Körper – besonders warme, weiche Hautstellen – gründlich nach Zecken ab.

Zecken sollten Sie rasch entfernen:

  • Fassen Sie die Zecke – ab besten mit einem speziellen Werkzeug – möglichst nah an der Haut im Kopfbereich und ziehen Sie diese vorsichtig und gerade in einem Zug heraus.
  • Verzichten Sie auf Manipulationen an der Zecke durch Öle, Cremes oder Zerquetschen, da dadurch möglicherweise vermehrt Erreger freigesetzt werden können.
  • Desinfizieren Sie im Anschluss die kleine Wunde an der Stichstelle sorgfältig.
  • Sollten bei der Entfernung Reste der Zecke in der Haut zurückbleiben, wird das Risiko einer Borreliose dadurch nicht erhöht.

Quellen

  • https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/borreliose/
  • https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Borreliose/Borreliose.html
  • https://www.netdoktor.de/krankheiten/borreliose/