Ihr Ratgeber zu Borreliose
Unser Ratgeber rund um das Thema Borreliose liefert Ihnen hilfreiche Informationen rund um die Krankheit. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit Ihre Fragen einfach & schnell in einem Online-Arztgespräch per Video zu klären. Rezepte oder Krankschreibungen erhalten Sie nach ärztlichem Ermessen per App. Ganz ohne Terminprobleme oder langes Warten.
Borreliose Behandlung: Was nach einem Zeckenbiss zu tun ist
Die warmen Monate locken uns in die Natur, doch im hohen Gras und Unterholz lauern auch Zecken. Ein Zeckenbiss ist oft harmlos, kann aber auch zur Übertragung von Krankheiten wie der Borreliose führen. Eine frühzeitige und korrekte Borreliose Behandlung ist entscheidend, um Spätfolgen zu vermeiden. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über Symptome, Diagnose und Therapie der Lyme-Borreliose und wann Sie nach einem Zeckenbiss ärztlichen Rat einholen sollten.
- Was ist Borreliose? Eine durch Bakterien (Borrelien) verursachte Infektionskrankheit, die durch Zeckenstiche übertragen wird.
- Hauptsymptom: Oft, aber nicht immer, tritt eine ringförmige Hautrötung (Wanderröte) um die Einstichstelle auf.
- Behandlung: Die Therapie erfolgt in der Regel mit Antibiotika über mehrere Wochen.
- Wann zum Arzt? Bei verdächtigen Hautveränderungen oder grippeähnlichen Symptomen nach einem Zeckenbiss.
Was genau ist eine Borreliose?
Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Europa. Sie wird durch Bakterien der Gattung Borrelia burgdorferi verursacht. Nicht jeder Zeckenstich führt zwangsläufig zu einer Infektion. Schätzungen zufolge tragen in Deutschland je nach Region zwischen 5 % und über 30 % der Zecken Borrelien in sich. Die gute Nachricht: Das Risiko einer Übertragung ist gering, wenn die Zecke schnell, also innerhalb der ersten 12 bis 24 Stunden, entfernt wird. Die Bakterien befinden sich im Darm der Zecke und benötigen einige Zeit, um in den Stechapparat und von dort in die Wunde zu gelangen.
Woran erkenne ich eine Borreliose? Die Symptome
Die Symptome einer Borreliose können vielfältig sein und treten in verschiedenen Stadien auf. Das macht die Diagnose manchmal schwierig.
- Stadium 1: Frühes, lokalisiertes Stadium (Tage bis Wochen nach dem Stich)
Das bekannteste Frühsymptom ist die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Dabei handelt es sich um eine ringförmige Hautrötung, die sich um die Einstichstelle bildet und langsam nach außen wächst. Typischerweise ist die Mitte blasser als der Rand. Diese Rötung tritt jedoch nur bei etwa 70-80 % der Infizierten auf. Begleitend können unspezifische Symptome wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen oder Abgeschlagenheit auftreten, die einer Sommergrippe ähneln. - Stadium 2: Frühes, disseminiertes Stadium (Wochen bis Monate nach dem Stich)
Wird die Infektion nicht behandelt, können sich die Borrelien im Körper ausbreiten. Mögliche Folgen sind Entzündungen des Nervensystems (Neuroborreliose) mit starken, brennenden Schmerzen, Lähmungserscheinungen (insbesondere der Gesichtsnerven) oder einer Hirnhautentzündung. Auch Entzündungen des Herzmuskels können vorkommen. - Stadium 3: Spätstadium (Monate bis Jahre nach dem Stich)
Im Spätstadium kann es zu chronischen Beschwerden kommen. Am häufigsten ist die Lyme-Arthritis, eine schmerzhafte Entzündung großer Gelenke, vor allem der Kniegelenke. Seltenere Spätfolgen sind chronische Hautveränderungen oder neurologische Störungen.
Diagnose und Borreliose Behandlung
Die Diagnose einer Borreliose stützt sich vor allem auf die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung. Das Vorhandensein einer Wanderröte ist ein klares Anzeichen und rechtfertigt in der Regel den sofortigen Beginn einer Behandlung, ohne weitere Tests abzuwarten.
Wichtig zu wissen: Bluttests auf Borreliose-Antikörper sind erst einige Wochen nach der Infektion aussagekräftig. Ein negativer Test in der Frühphase schließt eine Infektion nicht aus. Die Diagnose stellt daher immer eine Ärztin oder ein Arzt auf Basis aller Befunde.
Die Behandlung der Borreliose erfolgt mit Antibiotika. Welcher Wirkstoff und wie lange die Therapie dauert, hängt vom Krankheitsstadium und den Symptomen ab.
- Frühstadium: Meist wird eine orale Antibiotikatherapie für 14 bis 21 Tage verordnet.
- Spätstadium/Neuroborreliose: Hier kann eine intravenöse Antibiotikagabe im Krankenhaus über mehrere Wochen notwendig sein.
Je früher mit der Borreliose Behandlung begonnen wird, desto besser sind die Heilungschancen und desto geringer ist das Risiko für Spätfolgen. Eine konsequent durchgeführte Therapie führt in den meisten Fällen zu einer vollständigen Genesung.
Häufige Fragen rund um Zeckenbiss und Borreliose
Nach einem Zeckenbiss sind viele Menschen verunsichert. Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Zeckenbiss – wann zum Arzt?
Ein Arztbesuch ist nicht nach jedem einzelnen Zeckenbiss sofort notwendig. Beobachten Sie die Einstichstelle jedoch sorgfältig über mehrere Wochen. Suchen Sie ärztliche Hilfe auf, wenn:
- Sie eine sich ausbreitende Rötung um die Einstichstelle bemerken.
- Sie die Zecke nicht vollständig entfernen konnten.
- Innerhalb von Tagen oder Wochen nach dem Biss grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen auftreten.
- Sie sich unsicher fühlen und eine professionelle Einschätzung wünschen.
Wie hoch ist die Gefahr einer Borreliose bei einem Zeckenbiss?
Das Risiko ist glücklicherweise geringer als oft angenommen. Selbst wenn eine Zecke Borrelien in sich trägt, kommt es nicht automatisch zur Übertragung. Man geht davon aus, dass nur etwa 1 bis 3 von 100 Zeckenbissen tatsächlich zu einer Borreliose-Erkrankung führen. Schnelles Entfernen der Zecke senkt dieses Risiko zusätzlich erheblich.
Kann ich bei Borreliose eine Krankschreibung anfragen?
Ja, wenn Sie sich aufgrund der Symptome wie Fieber, starker Abgeschlagenheit oder Schmerzen nicht arbeitsfähig fühlen, können Sie eine Borreliose Krankschreibung anfragen*. Insbesondere im Frühstadium mit grippeähnlichen Beschwerden oder bei einer fortgeschrittenen Neuroborreliose ist eine Krankschreibung üblich. Die Ärztin oder der Arzt entscheidet nach eingehender Untersuchung über die Notwendigkeit und Dauer der Arbeitsunfähigkeit.
*Die Ausstellung einer Krankschreibung oder eines Rezepts erfolgt stets nach ärztlichem Ermessen.
Online-Beratung bei Verdacht auf Borreliose
Wenn Sie nach einem Zeckenbiss unsicher sind oder verdächtige Symptome bei sich feststellen, können Sie schnell und unkompliziert ärztlichen Rat einholen. Die Ärztinnen und Ärzte bei TeleClinic beraten Sie rund um die Uhr per Video-Sprechstunde. Sie können Ihre Symptome schildern, die Hautveränderung zeigen und erhalten eine professionelle medizinische Einschätzung. Bei Bedarf können Sie auch eine Krankschreibung* oder ein Rezept* für die notwendige Borreliose Behandlung anfragen.
Fazit: Ein Zeckenbiss ist kein Grund zur Panik, aber zur Wachsamkeit. Achten Sie auf Ihren Körper und zögern Sie nicht, bei verdächtigen Anzeichen ärztlichen Rat zu suchen. Eine rechtzeitig begonnene Borreliose Behandlung ist der beste Weg, um gesundheitliche Spätfolgen zu verhindern.
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Nieki Hashemi
- Zuletzt aktualisiert: 13. Oktober 2025
Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.