Ihr Ratgeber zu Schnittwunden

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Ratgeber zur Schnittwunde

Wie Schnittwunden entstehen, aussehen und behandelt werden

Ob Papierkante, Glas oder ungeschickt geführtes Messer: Schnittverletzungen gehören zu den typischen Alltagsrisiken. Schnell und fachgerecht versorgt, heilen kleinere Schnitte gut ab. Bei einer tiefen Schnittwunde ist allerdings ärztliche Hilfe unabdingbar.

Kurzfassung

  • Schnittwunden kommen durch mechanische Einwirkung eines scharfen Gegenstands auf den Körper zustande.
  • Ursache ist zumeist unachtsamer Umgang mit Messern oder anderen scharfkantigen Objekten.
  • Oberflächliche Schnitte verheilen problemlos innerhalb weniger Tage.
  • Bei tiefen Gewebeverletzungen ist medizinische Hilfe erforderlich, um Komplikationen vorzubeugen. Nerven- und Muskelstörungen sind mögliche Risiken.

Definition

Eine Schnittwunde ist eine Verletzung, bei der Haut und Gewebe glatt durchtrennt werden. Das Spektrum reicht von oberflächlichen Schnitten durch die Oberhaut bis hin zu massiven Gewebeverletzungen, die bis auf den Knochen reichen können.

Ursachen

Schnittwunden entstehen dann, wenn ein scharfer Gegenstand mit ausreichender Krafteinwirkung die Haut durchdringt. Im Gegensatz zur Schürf- oder Stichwunde ist eine Schnittwunde in der Regel gleichbleibend tief.

Ein typisches Szenario für Schnittverletzungen ist beispielsweise unachtsames Hantieren mit Messern, Scheren oder Glasscherben beziehungsweise banalen Gegenständen wie Papierbögen.

Risikofaktoren

Schnittwunden können in tiefere Hautschichten und ins Muskelgewebe vordringen. Es drohen massive Verletzungen von Haut, Muskeln, Sehnen und Nerven. Das kann zu irreversiblen Empfindungs- und Funktionsstörungen der betroffenen Körperregionen führen.

Wurden Adern verletzt, kann es zu hohem Blutverlust kommen. Eine nicht ausreichend versorgte Schnittwunde könnte sich zudem entzünden. Ein weiteres Risiko ist eine Blutvergiftung.

Symptome

Die Kennzeichen einer Schnittverletzung sind zum einen die sichtbare Zerstörung von Haut und Gewebe. Sie ist linienförmig und hat glatte Wundränder.

Weitere Merkmale einer Schnittwunde sind möglicherweise brennende Schmerzen. Diese werden durch die Schädigung von Nervenzellen infolge des Schnittes hervorgerufen, wenn tiefere Hautschichten betroffen sind.

Geht von der Schnittwunde ein „pochendes“ Gefühl aus, weist das auf die Verletzung einer Arterie oder eine Entzündung hin.

Der Wundschmerz bei einer Schnittverletzung setzt manchmal erst zeitverzögert ein.

Verlauf

Der Heilungsprozess einer Schnittwunde hängt von der Schwere der Verletzung ab. Ein kleiner Schnitt durch die Oberhaut kann bereits nach wenigen Tagen abgeheilt sein, während eine tiefe Fleischwunde mehr Zeit benötigt.

Eine Schnittverletzung sollte innerhalb von sechs Stunden versorgt werden, bevor die sogenannte offene Wundheilung einsetzt. Diese ist meist langwieriger und problematischer.

Die Regeneration verläuft in verschiedenen Phasen.

  • Dabei werden zunächst durch Blutfluss und Lymphflüssigkeit potenzielle Verunreinigungen aus der Wunde ausgespült.
  • Danach entsteht sogenanntes Granulationsgewebe aus Kollagenfasern und Blutgefäßen.
  • Abschließend bilden sich neues faserreiches Gewebe und eine Deckschicht von Hautzellen.


Bei größeren Wunden kann es zur Bildung von Narbengewebe kommen.

Diagnose

Der behandelnde Arzt wird die Wunde zunächst per Blickdiagnose begutachten. Im Patientengespräch erfragt er die näheren Umstände der Verletzung. Daraus lässt sich ableiten, welche Versorgungsmaßnahmen angemessen sind. Getestet werden je nach Position der Wunde Reflexe, Tastsinn und Muskelkraft, um Schädigungen von Nerven oder Muskeln auszuschließen.

Zur Anamnese gehört außerdem das Erfragen möglicher Vorerkrankungen, die die Wundheilung beeinflussen könnten. Erfolgt der Arztbesuch zeitverzögert, sind auch Informationen über etwaige Veränderungen der Wunde oder Begleiterscheinungen wie Fieber wichtig. Manchmal findet zusätzlich eine Laboruntersuchung des Blutes statt.

Behandlung

Schnittwunden wie einen Papierschnitt oder eine oberflächliche Hautverletzung können auch Laien selbst versorgen.

  • Bluten lassen: Das Blut muss einen Moment ungehindert fließen. Dadurch werden gegebenenfalls Schmutz und Keime aus der Wunde ausgespült.
  • Säubern: Die Verletzung wird anschließend bestenfalls mit fließendem Wasser gereinigt.
  • Blut stillen: Dazu wird einige Minuten ein steriler Verband auf die Wunde gepresst.
  • Entkeimen: Abschließend sollte die Schnittwunde mit einem geeigneten Mittel wie Jod desinfiziert werden.


Ersthelfer sollten nicht auf die Wunde pusten, sie quetschen oder das Blut aufsaugen. Atemluft, Speichel und direkte Berührung könnten Keime in die Wunde tragen.

Tiefergehende oder längere Schnitte müssen vom Arzt genäht, geklebt oder geklammert werden, um sauber zu verheilen. Je nach Einzelfall erfolgt diese Prozedur unter örtlicher Betäubung.

Nach der Erstversorgung kann der Arzt antibiotische Salben oder Tabletten verschreiben. Das beugt bakteriellen Infektionen vor, falls sich Keime in der Wunde befinden. Damit Eiter und Wundflüssigkeit abfließen können, kann der Arzt ein Drainageröhrchen setzen, während sich der Wundrand bereits wieder schließt.

Bei Schädigung von Gefäßen oder Nerven wird oft ein operativer Eingriff oder eine stationäre Behandlung in der Klinik nötig.

Prävention

Schnittwunden im Alltag können durch einen achtsamen Umgang mit potenziell riskanten Gegenständen vermieden werden. Messer dürfen nicht an der Klinge angefasst, Scheren müssen geschlossen werden. Beim Schneiden, Schälen oder Schnitzen sollte stets ausreichend Abstand vom Körper gehalten und Schnittbewegungen vom Körper weg ausgeführt werden.

Wann muss ein Verletzter mit Schnittwunden zum Arzt?

Ärztliche Hilfe sollten Betroffene beanspruchen, wenn es sich bei der Wunde um keine Bagatellverletzung handelt. Der Mediziner kann Schnittwunden versorgen, die heftig bluten oder klaffende und ausgefranste Wundränder aufweisen. Auch stark verschmutzte Wunden sollten professionell von Fachleuten gereinigt werden.

Fragen und Antworten

Womit lassen sich Schnittwunden desinfizieren?

Zum Entkeimen der offenen Wunde empfehlen sich alkoholfreie Desinfektionsmittel oder eine schäumende Desinfektionslösung. Solche Mittel sollten in der Hausapotheke griffbereit sein.

Welches Pflaster eignet sich für Schnittwunden?

Achten Sie darauf, ein nicht wasserabweisendes Pflaster zu verwenden. Bei Schnittwunden muss eine gute Belüftung der Wunde gewährleistet sein, um Entzündungen vorzubeugen.

Was hilft gegen Schnittwunden beim Rasieren?

Winzige oberflächliche Schnitte lassen sich zum Beispiel mit einem Alaunstift stoppen. Dieser Drogerieartikel desinfiziert und zieht die Wunde zusammen.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/int/archive/article/59504/Wounds-From-Physiology-to-Wound-Dressing
  • https://www.tshs.eu/ratgeber/wundheilung/artikel/klammern-kleben-naehen-wann-ist-welche-wundversorgung-am-sinnvollsten.html
  • https://www.draco.de/schnittwunden/
  • https://www.onmeda.de/krankheiten/schnittwunde.html
  • https://www.amboss.com/de/wissen/Wundbehandlung
  • https://www.apotheken-umschau.de/Erste-Hilfe/Erste-Hilfe-Wunden-richtig-versorgen-8440.html
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

Inhaltsverzeichnis

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