Ihr Ratgeber zu Schnupfen

Rund zwei- bis viermal pro Jahr erkranken Erwachsene an Schnupfen, Kinder deutlich häufiger. Meist verschwindet der Schnupfen von ganz alleine wieder und ein Arztbesuch ist nicht nötig. Mit Medikamenten und Hausmitteln können Sie aber die Symptome lindern.

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Schnupfen

Kurzfassung

  • Schnupfen wird meist von Viren ausgelöst.
  • Schnupfen ist eine Entzündung der Nasenschleimhaut.
  • In den meisten Fällen heilt der Schnupfen ohne Verabreichung von Medikamenten aus.
  • Nasensprays und Hausmittel können die Symptome lindern.

Definition

Schnupfen wird auch als Rhinitis bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine infektiöse Entzündung der Nasenschleimhaut.

Ursachen: Wie entsteht der Schnupfen?

Die akute Rhinitis ist das Hauptsymptom einer Grippe oder Erkältung. Ausgelöst werden sie von über 200 unterschiedlichen Viren. Am häufigsten wird der akute Nasenkatarrh von Rhino- und Koronaviren ausgelöst. Meist wird der Schnupfen durch eine Tröpfcheninfektion übertragen. Schmierinfektionen sind ebenfalls möglich, zum Beispiel durch das Händeschütteln oder das Berühren von kontaminierten Gegenständen. Außerdem wissenswert:

  • Auch Bakterien können eine akute Rhinitis auslösen. In der Regel handelt es sich aber um eine Sekundärinfektion auf der schon durch Viren geschädigten Nasenschleimhaut.
  • Manche virale Erkrankungen wie Masern oder Windpocken können ebenfalls mit einem Schnupfen einhergehen.
  • Eine Rhinitis kann auch auf eine Allergie zurückzuführen sein.

Diese Faktoren begünstigen eine Ansteckung

Ganz allgemein führt ein angeschlagenes Immunsystem zu einer höheren Infektanfälligkeit. Das Immunsystem kann durch Schlafmangel, falsche Ernährung oder Stress in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch der Aufenthalt in großen Menschenmassen erhöht das Infektionsrisiko. Vermeiden sollten Sie zudem:

  • Unterkühlung bestimmter Körperregionen
  • Nikotingenuss
  • trockene Raumluft

Weitere Risikofaktoren für eine Schnupfeninfektion

Zahlreiche weitere Faktoren können Ursache für eine Schnupfeninfektion sein. Bei Frauen sind dies hormonelle Veränderungen während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Bei Kindern sollte abgeklärt werden, ob sich nicht Fremdkörper in der Nase befinden. Weitere Variablen sind:

  • Nasenpolypen und vergrößerte Rachenmandeln
  • Exposition mit Giftstoffen
  • Medikamente wie Blutdrucksenker, Antidepressiva, Nicht-Steroidale Entzündungshemmer, Antihistaminika

Kinder sind wegen des noch nicht vollständig ausgebildeten Immunsystems häufiger von Schnupfen betroffen als Erwachsene.

Symptome und Verlauf

Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei und sieben Tagen. Dann zeigen sich folgende Symptome:

  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit, gestörtes Allgemeinbefinden
  • Brennen in der Nase und im Rachenraum
  • Schwellung der Nasenschleimhaut
  • Produktion von wässrigem, klarem Fließschnupfen
  • Festeres und gelb-grünes Nasensekret im weiteren Krankheitsverlauf

Weitere Begleiterscheinungen

Viele Kranke werden von geröteten, tränenden Augen geplagt. Andere wiederum klagen über den Verlust des Geschmacksinns und/oder Geruchssinns. Auch Kopf- und Gliederschmerzen und leichtes Fieber können auftreten. In der Regel klingt der Schnupfen nach ein bis zwei Wochen wieder ab.

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Diagnose

Der Arzt wird Sie zunächst umfassend zum Krankheitsverlauf befragen. Er inspiziert Nase und Rachenraum. Weitere diagnostische Mittel:

  • Abhören von Lunge und Bronchien
  • Untersuchung der Nasenschleimhäute mittels einer Rhinoskopie
  • Abstrich und Untersuchung des Nasensekrets beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt

Wenn es immer wieder zu Schnupfenperioden kommt, muss eine Allergie ausgeschlossen werden. Dazu wird das Blut untersucht und ein sogenannter Prick-Test durchgeführt.

Behandlung

In der Regel wird der Schnupfen symptomatisch behandelt. Wichtig ist hierbei, die Nasenatmung zu erleichtern und Komplikation wie einer Nasenschleimhautentzündung vorzubeugen. Als Schnupfen-Medikament werden Nasentropfen verabreicht, die Sie allerdings nicht länger als sieben Tage einnehmen sollten. Ibuprofen oder Paracetamol können mit dem Schnupfen verbundene Schmerzen lindern.

Da der Schnupfen meistens virale Ursachen hat, nützt eine Therapie mit Antibiotika nichts. Diese ist nur angezeigt, wenn eine Infektion mit Bakterien vorliegt.

Hausmittel

Zahlreiche Hausmittel können die Symptome des Schnupfens mindern. Das hilft:

  • Spülen Sie Ihre Nase mit einem Meerwasser-Nasenspray oder nehmen Sie Nasenduschen mit einer physiologischen Kochsalzlösung.
  • Wärmen Sie Ihre Füße mit Fußbädern zum Beispiel mit Beifuß, Rosmarin, Lavendel oder Wacholder.
  • Inhalieren Sie heißen Wasserdampf. Die Wirkung von ätherischen Ölen ist umstritten, bei Kindern und Allergikern dürfen sie nicht angewendet werden.
  • Suppen und Eintöpfe, vor allem Hühnerbrühe, tun bei Erkältungskrankheiten dem Körper gut.
  • Trinken Sie heißen Tee aus Süßholzwurzel, Thymian oder Salbei. Bewährt haben sich Ingwertee aus frischen Ingwerwurzeln und Holunderbeeren-Saft.
  • Erwachsene können Zink oral einnehmen.
  • Wohltuend ist Wärme, zum Beispiel mit einer Wärmflasche, einer Rotlichtlampe oder einem heißen Bad.
  • Vielen Erkrankten hilft zur Linderung der Symptome eine erhöhte Schlafposition.

Da Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhe schenken sollten, sollten Sie sich bei einem Schnupfen eine Krankschreibung beim Arzt zu holen. So können Sie sich schneller erholen und vermeiden außerdem, Ihre Kollegen oder Kunden anzustecken.

Prävention

Das beste Mittel zur Vorbeugung ist ein starkes Immunsystem. Dazu sollten Sie ausreichend schlafen, sich viel an der frischen Luft bewegen und Sport treiben. Wechselduschen und Saunagänge regen ebenfalls das Immunsystem an. Auch mit einer ausgewogenen Ernährung bringen Sie die Immunabwehr auf Trab.

Weitere Tipps, um einen Schnupfen zu vermeiden

Gerade in der Erkältungszeit können einfache Mittel helfen, eine Ansteckung mit Schnupfen zu verhindern. Dabei kommt dem regelmäßigen Händewaschen eine große Bedeutung zu. Außerdem sollten Sie:

  • Im Winter warm bekleidet aus dem Haus gehen und auch an Mütze, Schal und Handschuhe denken.
  • Oberflächen wie Türklinken desinfizieren.
  • Menschenansammlungen vermeiden.
  • Kontakt mit erkälteten Personen verhindern.
  • Auf ausreichende Luftfeuchtigkeit Ihrer Wohnräume achten und regelmäßig lüften.
  • Genügend trinken.
  • Nikotin und Alkohol meiden.
  • Auf ausreichende Zufuhr von Vitamin C achten.

Umstritten ist, dass regelmäßige Nasenduschen einem Schnupfen vorbeugen können. Lungenfachärzte raten davon ab, präventiv mit Kochsalzlösungen die Nase zu spülen. Damit werde die Nase ihres natürlichen Immunschutzes beraubt.

Wann zum Arzt?

Schnupfen heilt in der Regel von selbst aus. Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn:

  • die Symptome länger als zwei Wochen anhalten
  • Sie bei Schnupfen eine Krankschreibung benötigen
  • Sie schmerzlindernde Medikamente gegen den Schnupfen nehmen möchten
  • Sie immer wiederkehrenden Schnupfen haben
  • Sie unter starken Begleitsymptomen leiden, etwa hohem Fieber oder starken Kopfschmerzen

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist besondere Achtsamkeit geboten, da sich bei ihnen eine Schnupfeninfektion sehr schnell auf Rachen und Lunge ausbreiten kann. Deshalb sollten Sie einen Arzt aufsuchen, wenn hohes Fieber vorliegt oder sich der Allgemeinzustand Ihres Kindes verschlechtert.

FAQ

Was verursacht Niesen?

Niesen ist der Versuch des Körpers, Viren oder Bakterien wieder abzusondern. Es handelt sich um einen Schutzreflex des Körpers.

Warum läuft die Nase?

Das Laufen der Nase ist auf die Bildung von Nasensekret zurückzuführen, das Krankheitserreger vor dem Eindringen in den Körper abhalten soll.

Gibt es eine Impfung gegen Schnupfen?

Nein, da es zahlreiche auslösende Viren gibt, kann kein Impfstoff gegen Schnupfen entwickelt werden. Gegen eine echte Grippe wird die Impfung allerdings empfohlen.

Bin ich nach dem Schnupfen immun?

Nein, mit Schnupfen können Sie sich immer wieder anstecken.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/54030/Keine-Antibiotika-bei-akutem-eitrigem-Schnupfen
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/186548/Akute-Atemwegsinfektionen-Welche-Therapieformen-nuetzen-welche-nicht
  • https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/erkaeltungskrankheiten/article/947057/erkaeltungpraevention-gewappnet-husten-schnupfen-heiserkeit.html
  • https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/schnupfen/was-ist-schnupfen.html
  • https://www.lungenaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/nasenspuelung-nicht-dauerhaft-sondern-nur-bei-akuten-infekten-anwenden/