Ihr Ratgeber zu Nasennebenhöhlenentzündung

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) tritt meist als Folgeerscheinung eines Schnupfens (Rhinitis) oder eines grippalen Infekts auf. Deshalb ist sie vor allem in der kalten Jahreszeit weit verbreitet: Für viele Menschen gehört die jährlich wiederkehrende Sinusitis zu den unangenehmen Begleiterscheinungen des Winters. Mehr über die Erkrankung und wann eine Behandlung angezeigt ist, lesen Sie hier.

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Kurzfassung

  • Eine Sinusitis bezeichnet die Entzündung der Schleimhäute in der Nasennebenhöhle. Dabei kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung von viralen oder bakteriellen Erregern.
  • Die Erkrankung äußert sich typischerweise durch Druckschmerzen im Gesicht, Kopfschmerzen und Atembeschwerden.
  • Klingt die Entzündung nicht innerhalb von drei Tagen ab, ist eine ärztliche Behandlung anzuraten. Unbehandelt drohen ein chronischer Verlauf und/oder potenziell schwerwiegende Komplikationen.

Definition und Ursachen

Die Sinusitis ist eine Schleimhautentzündung in den Kieferhöhlen, Siebbeinzellen, Stirnhöhlen und/oder Keilbeinhöhle. Die Gesamtheit nennt sich Nasennebenhöhle.

  • Bei einem Schnupfen oder einem grippalen Infekt kommt es in den Atemwegen zu einer vermehrten Schleimbildung. Dabei handelt es sich um eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers, der versucht, die Erreger zu bekämpfen.
  • Allerdings führt das im ungünstigen Fall dazu, dass das anfallende Sekret die Durchgänge zu den Nasennebenhöhlen verstopft. Dann haben die Erreger leichtes Spiel und können sich dort unkontrolliert und unter idealen Bedingungen vermehren. Verantwortlich für eine Sinusitis sind in den meisten Fällen Viren, seltener Bakterien.
  • Außer einem Schnupfen können auch andere Faktoren die Entstehung einer Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen. Dazu zählt zum Beispiel verkeimtes Seewasser, das beim Schwimmen in die Nasennebenhöhlen gelangt. Durch eine Allergie angegriffene Atemwege fördern ebenfalls die Ausbreitung einer Entzündung.

Hält eine Sinusitis länger als drei Monate an oder kehrt sie mehrmals pro Jahr wieder, handelt es sich um eine chronische Form. In diesem Fall können beispielsweise Nasenpolypen oder ein dauerhaft geschwächtes Immunsystem die Gründe sein.

Symptome

Weil eine Erkältung oft fließend in eine Nasennebenhöhlenentzündung übergeht, ist es für den Laien nicht immer einfach, Letztere in der Anfangsphase zu erkennen.

Zu Beginn überschneiden sich die Symptome mit jenen eines normalen Schnupfens. Dazu gehören eine laufende und/oder verstopfte Nase und ein eingeschränkter Geruchssinn. Erst im weiteren Verlauf zeigen sich die typischen Symptome:

  • Schmerzen und erhöhte Druckempfindlichkeit im Gesichtsbereich
  • Kopfschmerzen
  • Gelb-grünes Nasensekret (bei eitrigem Verlauf)
  • In den Oberkiefer und die Zähne ausstrahlende Schmerzen
  • Unter Umständen starke Abgeschlagenheit mit Fieber
  • Husten (vor allem bei Kindern)

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Behandlung durch den Arzt

Bei einem Verdacht auf eine Sinusitis sollten Sie nach spätestens drei Tagen oder bei hohem Fieber oder starken Schmerzen einen Arzt aufsuchen.

Zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen einer Nasennebenhöhlenentzündung durch den Arzt gehört, das Sekret in den Nasennebenhöhlen abfließen zu lassen.

  • Dies gelingt durch den Einsatz abschwellender Nasentropfen oder eines Nasensprays.
  • Ebenfalls hilfreich sind schleimlösende Medikamente auf Pflanzenbasis oder mit ätherischen Ölen.

Wichtig: Damit sich der Schleim lösen und abfließen kann, ist eine ausreichende Zufuhr an Flüssigkeit notwendig. Achten Sie darauf, täglich mindestens zwei bis drei Liter Wasser, Tee oder stark verdünnten Fruchtsaft zu sich zu nehmen.

Bei einer bakteriellen Nasennebenhöhlenentzündung kommen darüber hinaus Antibiotika als Behandlungsoption in Betracht. Halten Sie bezüglich der Einnahmedauer exakt an das Rezept des Arztes und setzen Sie das Medikament nicht einfach ab, wenn die Symptome verschwunden scheinen. Dies kann dazu führen, dass die Infektion zurückkehrt.

Zeigen diese Maßnahmen innerhalb von zwei Wochen keine Wirkung, sind möglicherweise weitergehende Maßnahmen bis hin zu einer Operation unter lokaler Betäubung notwendig.

Lindernde Hausmittel

Sie können den Heilungsprozess durch Hausmittel unterstützen. Diese stellen auch eine Behandlungsmöglichkeit dar, wenn Sie noch nicht beim Arzt waren.

  • Die Inhalation von heißem Dampf verflüssigt den Schleim und verringert die Beschwerden. Dazu können Sie wahlweise reines Wasser verwenden oder zu Zusätzen wie Kochsalz, Kamille oder ätherischen Ölen greifen.
  • Ebenfalls nützlich ist die Bestrahlung mit Infrarotlicht aus einer Wärmelampe. Die Wärme wirkt entspannend und hemmt die Entzündung.
  • Greifen Sie im Bett oder auf dem Sofa zu einem ausreichend hohen Kissen oder legen Sie zwei Kissen übereinander. Ist der Kopf hochgelagert, kann der Schleim besser abfließen.

Mögliche Komplikationen

Ohne Behandlung können sich die Erreger der Nasennebenhöhlenentzündung weiter vermehren. Im Extremfall führt das zu einer Entzündung der Gehirnhaut oder des Gehirns. Auch die Augenhöhle kann betroffen sein, wobei hier insbesondere ein Eitereinbruch in die Augenhöhle eine Gefahr darstellt.

Folgende Merkmale sind potenzielle Warnsignale für eine schwerwiegende Komplikation:

  • Lichtempfindlichkeit der Augen
  • Starke Kopfschmerzen
  • Extreme Müdigkeit und Reizbarkeit
  • Rote, geschwollene Augenlider

Treten eines oder mehrere dieser Symptome auf, sollten Sie sofort einen Arzt zurate ziehen.

Vorbeugung

Zwar lässt sich nicht mit Sicherheit verhindern, dass sich beispielsweise ein Schnupfen zu einer Nasennebenhöhlenentzündung entwickelt. Sie können das Risiko jedoch reduzieren.

  • Wenn Sie bereits erkältet sind und nach draußen müssen, schützen Sie den Kopf. Eine Mütze ist Pflicht, um den empfindlichen Stirnbereich abzuschirmen. Ein umgewickelter Schal schützt den unteren Bereich des Gesichts.
  • Eine falsche Technik beim Putzen der Nase kann ebenfalls eine Sinusitis fördern. Häufig zu beobachten ist ein energisches Schnäuzen, bei dem sich der Betroffene gleichzeitig die Nase mit dem Taschentuch zuhält. Dadurch wird der Schleim regelrecht in die Nasennebenhöhlen gepresst.
  • Besser: Halten Sie jeweils ein Nasenloch zu und blasen Sie das Sekret durch das andere Nasenloch ins Taschentuch.
  • Noch besser: Vergessen Sie das Taschentuch und ziehen sie den Schleim hoch, sofern möglich. So verhindern Sie wirkungsvoll, dass das Sekret in die Nasennebenhöhlen gelangt.

Fragen und Antworten

Wo befinden sich die Nasennebenhöhlen?

Die Nasennebenhöhlen sind über ein weites Areal des vorderen Schädels verteilt:

  • Die Stirnhöhlen befinden sich hinter der unteren Stirn, rechts und links von der gedachten Verlängerung des Nasenrückens.
  • Die Kieferhöhlen haben Ihre Positionen im Bereich der Wangenknochen.
  • Die Siebbeinzellen und die Keilbeinhöhle liegen hinter den Nasenflügeln.

Welche Funktion erfüllen die Nasennebenhöhlen?

Die Nasennebenhöhlen dienen dazu, den Luftstrom beim Einatmen zu befeuchten und zu erwärmen. Aus diesem Grund ist es bei winterlichem Wetter auch empfehlenswert, durch die Nase zu atmen: Der „Filtereffekt“ der Nasennebenhöhlen verhindert, dass die eiskalte Luft direkt auf die empfindlichen Bronchien trifft.

Sind mit einer Nebenhöhlenentzündungen Flugreisen erlaubt?

Bei einer akuten Sinusitis behindert der Schleim in den Nasennebenhöhlen den Druckausgleich während des Starts und der Landung. Aus diesem Grund empfehlen Fluggesellschaften teilweise, erst nach Abklingen der akuten Symptome wieder ins Flugzeug zu steigen.

Wann ist der Einsatz von Antibiotika bei einer Sinusitis sinnvoll?

Bei rund 90 Prozent aller Nasennebenhöhlenentzündungen stellt eine virale Infektion die Ursache dar. In diesem Fall sind Antibiotika wirkungslos: Sie hemmen nur das Wachstum von Bakterien, nicht jedoch von Viren. Antibiotika kommen in Betracht, sofern ein Verdacht auf eine bakterielle Sinusitis oder auf eine zusätzliche Zweitinfektion mit Bakterien besteht.

Quellen

  • https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/nasennebenhoehlenentzuendung-akute/definition-und-haeufigkeit.html
  • https://www.apotheken-umschau.de/Nasennebenhoehlenentzuendung
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/36261/Sinusitis-Weit-verbreitet-und-haeufig-unterschaetzt
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/49127/Antibiotika-bei-akuter-Sinusitis-(weitgehend)-wirkungslos
  • https://www.easyjet.com/de/allgemeine-geschaftsbedingungen/medizinische-informationen