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Ratgeber zur Prostataentzündung

Eine Entzündung der Vorsteherdrüse kann akut oder chronisch verlaufen

Die Prostata (Vorsteherdrüse) des Mannes kann sich nicht nur vergrößern oder Krebs entwickeln, auch eine Prostataentzündung (Prostatitis) ist nicht selten. Etwa 15 bis 20 Prozent aller Männer erleiden diese Erkrankung mindestens einmal im Leben. Erfahren Sie hier, wie Sie eine Prostataentzündung erkennen und welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

Kurzfassung

  • Eine akute Prostataentzündung ist eine bakterielle Infektion der Vorsteherdrüse.
  • Ohne eine rechtzeitige Behandlung kann die Prostataentzündung chronisch verlaufen und immer wieder aufflammen.
  • Zu den typischen Symptomen gehören unter anderem Schmerzen beim Wasserlassen und im Bereich von Damm und Anus, Harnträufeln, Harndrang, Fieber und Krankheitsgefühl.
  • Experten schätzen, dass rund 30 Prozent der Männer im Laufe ihres Lebens an einer Prostataentzündung erkranken, aber etwa 10 Prozent aus Scham keinen Arzt konsultieren. Die Mediziner der TeleClinic beraten kompetent und diskret.

Was ist eine Entzündung der Prostata?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine kastaniengroße Drüse, die unterhalb der Blase in der Beckenbodenmuskulatur sitzt. Sie umschließt die Harnröhre. Steigen Bakterien durch diese Röhre nach oben auf und setzen sich in der Prostata fest, kommt es zu einer akuten Entzündung. Häufig verursachen Darmkeime wie E. coli die Beschwerden.

Welche Formen der Prostataentzündung gibt es?

Ärzte fassen unter dem Begriff verschiedene Krankheitsbilder zusammen. Dazu gehören:

  • Akute bakterielle Entzündung der Vorsteherdrüse
  • Chronische bakterielle Entzündung der Prostata (Dauer länger als drei Monate)
  • Chronische Prostataentzündung ohne Beteiligung von Bakterien (chronisches Beckenschmerzsyndrom)
  • Asymptomatische Entzündung der Vorsteherdrüse (ohne Beschwerden)

Welche Beschwerden verursacht eine Entzündung der Vorsteherdrüse?

Bei dieser Erkrankung unterscheiden sich die Symptome je nach Verlaufsform lediglich in der Stärke. Das heißt, bei einer akuten Prostataentzündung leiden die Betroffenen stärker als bei einer chronischen. Zu den häufigen Beschwerden gehören:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Häufiger Harndrang
  • „Stotternder“ Harnfluss bis hin zum kompletten Harnverhalt
  • Schmerzen an Damm und Anus
  • Leichte Inkontinenz (Harnträufeln)
  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Allgemeines ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Schmerzen beim Samenerguss

Bei einer asymptomatischen Form kann der Arzt die Probleme an der Drüse im Labor nachweisen, der Patient bleibt aber beschwerdefrei. Es handelt sich meist um einen Zufallsbefund.

Eine unverzügliche Behandlung verringert den Anteil schwerer Verlaufsformen

Nicht selten schämen sich Männer für Beschwerden im Urogenitalbereich (Harnwege und Geschlechtsteile) und versuchen, die Probleme auszusitzen. Bei einer Prostataentzündung kann Vermeidungsverhalten die Erkrankung deutlich verschlimmern. Ohne eine schnelle Behandlung sind folgende Komplikationen möglich:

  • Eine akute Erkrankung wird chronisch.
  • Die Entzündung steigt auf und breitet sich erst auf die Blase und dann auf die Nieren aus.
  • Es kommt zu einer Blutvergiftung (sogenannte Urosepsis).

Vielfältige Ursachen kommen infrage

Bei einer bakteriellen Entzündung ist die Ursache klar: Erreger, die durch die Harnwege oder über die Blutversorgung in die Prostata gelangen, verursachen die Erkrankung.

Anders ist es bei einem Verlauf ohne Erregerbeteiligung. Hier diskutieren Experten verschiedene Auslöser und Begleitumstände. Dazu gehören unter anderem:

  • Menge der beteiligten Bakterien unter der Nachweisgrenze
  • Schwäche des Immunsystems
  • Störungen im Nervensystem
  • Harnrückfluss in die feinen Prostatakanälchen
  • Prostatasteine (ähnlich wie Gallensteine)

Wie stellt ein Arzt bei einer Prostataentzündung die Diagnose?

Die ersten Hinweise auf eine Prostataentzündung erhält Arzt durch die vom Patienten beschriebenen Beschwerden. Als weitere Untersuchungen folgen:

  • Rektale Tastuntersuchung an der Vorsteherdrüse
  • Untersuchung des Urins auf Erreger und Eiweiß
  • Testung einer Spermaprobe auf Bakterien (das Ejakulat besteht zum Teil aus Prostatasekret)
  • Blutentnahme und Laboruntersuchung zur Bestimmung der Entzündungswerte

Die verschiedenen Behandlungsansätze

Die Therapie der Erkrankung richtet sich nach der Verlaufsform und dem Vorhandensein oder der Abwesenheit von schädlichen Bakterien.

Bakterielle Prostataentzündung

Insbesondere bei einer akuten Entzündung der Vorsteherdrüse durch krankmachende Keime ist eine schnelle Behandlung wichtig, um keinen chronischen Verlauf zu provozieren. Daher verordnet der behandelnde Arzt Antibiotika, die die Erreger schnell eliminieren und die Beschwerden lindern. In diesem Fall ist der Leidensdruck sehr hoch, entsprechend ist für eine akute Prostataentzündung eine Krankschreibung für einige Tage sinnvoll.

Nicht-bakterielle Entzündung der Vorsteherdrüse

Selbst wenn sich keine Erreger nachweisen lassen, verordnet der Arzt in der Regel gegen die Prostataentzündung Medikamente aus der Gruppe der Antibiotika. In einigen Fällen führt das zu einer deutlichen Besserung – vermutlich, weil trotz fehlenden Labornachweises Bakterien die Auslöser sind.

Zusätzlich stehen folgende Therapien zur Verfügung:

  • Alpha-Rezeptorblocker: Diese Wirkstoffe entspannen die Muskulatur der Blase und vermindern die Schmerzen im Beckenbereich und beim Wasserlassen.
  • Nichtsteroidale Antirheumatika: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern nicht nur die belastenden Symptome, sie wirken auch Entzündungen entgegen.
  • Anticholinergika: Diese Wirkstoffgruppe hemmt den Botenstoff Acetylcholin und führt zur Entspannung der glatten Muskulatur. Diese Medikamente sind Mittel der Wahl, um starken Harndrang zu verringern.

Forschungen der Physiotherapeutin Sylvia Marx zeigen, dass intervenierende Osteopathie die Beschwerden einer chronischen Prostataentzündung ohne Erregerbeteiligung besser verringert als einfaches Beckenbodentraining.

Gibt es Hausmittel gegen eine Prostataentzündung?

Betroffene Patienten haben einigen Möglichkeiten, ihre Beschwerden selbst zu lindern. Die Hausmittel unterstützen die Behandlung der Prostataentzündung durch Medikamente. Sinnvoll sind folgende Anwendungen:

  • Wärmeanwendungen (z. B. Wärmflasche oder Körnerkissen)
  • Phytotherapie (Zubereitungen aus Kürbiskernen, Sägepalmenfrüchten, Brennnessel und Extrakten aus Roggenpollen)
  • Leichtes Joggen
  • Entspannungsübungen
  • Physiotherapie
  • Psychotherapie zur Verbesserung der Lebensqualität

Fragen und Antworten

Können die Antibiotika abgesetzt werden, wenn die Symptome nachlassen oder verschwinden?

Betroffene sollten in jedem Fall vor dem Absetzen Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Bei zu früher Beendigung der Behandlung kann die Erkrankung wieder aufflammen und der Verlauf chronisch werden. Dazu ist eine Prostataentzündung mit jedem neuen Auftreten schwerer behandel- und beherrschbar.

Sollten Männer bei Schwierigkeiten beim Wasserlassen und/oder Druckgefühl am Damm einen Arzt aufsuchen?

Ja. Hinter diesen Symptomen können sich verschiedene Krankheiten verbergen. Dazu gehört die Prostataentzündung oder eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Nach einer umfassenden Untersuchung stellt der Urologe die Diagnose und leitet die richtige Behandlung ein. Das trägt deutlich zu einer hohen Lebensqualität bei.

Dürfen Männer bei einer Prostataentzündung Rad fahren?

Der Fahrradsattel übt starken Druck auf den Beckenboden aus, daher sollte das Rad während einer Prostataentzündung stehen bleiben. Nach dem Ausheilen ist ein Einstieg mit kleinen Strecken möglich. Empfehlenswert ist eine Überprüfung der Sitzposition beim qualifizierten Fahrradhändler. Ein entsprechend geformter und eingestellter Sattel entlastet Prostata und Harnröhre deutlich.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/44686/Chronische-Prostatitis-Antibiotika-und-Alpha-Blocker-erfolglos
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77607/Beckenschmerzsyndrom-Osteopathie-hilft-bei-nicht-bakterieller-Ursache
  • https://prostata-hilfe-deutschland.de/prostataentzuendung-prostatitis/
  • https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Prostataentzuendung-erkennen-und-behandeln,prostatitis100.html
  • https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-122007/hartnaeckig-und-schwer-zu-behandeln/
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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