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16.04.2023
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Branko
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18.04.2023
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Christoph
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17.04.2023
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Hanna
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17.04.2023
Dass die Krankmeldung direkt in der App vorhanden ist, ist besonders praktisch. Auch, dass das Rezept an eine Apotheke der Wahl geschickt werden kann ist eine Erleichterung.

Die abgebildeten Rezensionen wurden vor Veröffentlichung auf Ihre Echtheit durch die TeleClinic geprüft und stammen ausschließlich von Personen, die eine Behandlung über die TeleClinic-Plattform in Anspruch genommen haben. Die Bewertungen wurden im Rahmen einer Nutzerbefragung eingeholt und wurden basierend auf ihrer Aktualität zum Zeitpunkt der Auswertung ausgewählt.

Von Medizinredakteur/in:
Fabian Bohn

Ratgeber zu Scheidentrockenheit

Vaginale Trockenheit ist ein häufiges Problem bei Frauen jeden Alters, besonders betroffen sind allerdings Frauen in den Wechseljahren. Typische Beschwerden sind Brennen, Juckreiz sowie Schmerzen beim Sex. Da die Gründe für Scheidentrockenheit vielfältig sind, sollten diese immer medizinisch abgeklärt werden. Die Feuchtigkeit der Scheide lässt sich auf verschiedene Weise wieder herstellen.

Kurzfassung

  • Das feuchte Milieu der Scheide schützt vor Infektionen durch Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen.
  • Scheidentrockenheit, auch vaginale Trockenheit genannt, trifft Frauen in jedem Alter und löst Juckreiz, Brennen und/oder Schmerzen beim Sex aus.
  • Zu den vielfältigen Ursachen gehören Hormonmangel, Stillzeit, Krebstherapien, Stress, verschiedene Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Depression, zuviel Alkohol und Zigaretten, bestimmte Medikamente, eine zu gut gemeinte Intimhygiene.
  • Erste Ansprechpartner bei vaginaler Trockenheit sind die Gynäkologin/der Gynäkologe.
  • Die Ursachen sollten bekannt sein sollten, bevor eine Behandlung erfolgt.
  • Da die vaginalen Veränderungen auch das Risiko für vaginale Infektionen erhöht, wird im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung auch untersucht, ob im Bereich von Scheide und Harnwegen eine Infektion besteht.

Die gesunde Scheidenflora

Als Scheidenflora wird die natürliche mikrobielle Besiedlung der Scheide mit unterschiedlichen Arten von „guten“ Milchsäurebakterien (Laktobazillen) bezeichnet. Das Milieu ist also nicht keimfrei, sondern enthält verschiedene Bakterien und in geringer Menge auch Hefen. Alle zusammen leben normalerweise in einem natürlichen Gleichgewicht:

  • Döderlein-Bakterien und Laktobazillen dienen der lokalen Infektabwehr.
  • Laktobazillen sorgen für das saure und erregerfeindliche Scheidenmilieu.
  • Ein saurer pH-Wert von 3,8 bis 4,5 verhindert die Ausbreitung von Krankheitserregern.

Das weibliche Sexualhormon Östrogen steuert die Menge der Milchsäurebakterien. Sobald sich die Östrogenkonzentration ändert, können zum einen die Milchsäurebakterien ihre Aufgabe nicht erfüllen: vor Infektionen zu schützen.

Wann ist die Scheide zu trocken?

Zum anderen wird nicht ausreichend Vaginalsekret produziert: ein milchiges Sekret, das auch Weißfluss oder Fluor genannt wird. Es gibt keinen Richtwert, wie feucht die Scheide sein soll. Die Menge an Sekret variiert von Frau zu Frau, ist abhängig von den Zyklusphasen, der Gesundheit, den Lebensumständen und natürlich vom Alter. Beim Sex ist es ein natürliches Gleitmittel.

Sobald Sie jedoch subjektiv das Gefühl vaginaler Trockenheit haben, sind eine gynäkologische Untersuchung und gegebenenfalls eine entsprechende Behandlung sinnvoll. Die initiale Selbsthilfe mit Gleit- und Feuchtigkeitsgels aus der Drogerie oder Apotheke ist wenig empfehlenswert, da die Ursache noch nicht bekannt ist.

Scheidentrockenheit erkennen

Eine trockene vaginale Schleimhaut ist ein häufiges Problem, über das ungern gesprochen wird, obwohl die Beschwerden als unangenehm und belastend erlebt werden:

  • Juckreiz
  • Brennen
  • Mangelnde Befeuchtung der Scheide bei sexueller Erregung (Lubrikation) und Schmerzen beim Sex
  • Ziehen im Unterleib
  • Wundgefühl

Einige Symptome der Scheidentrockenheit ähneln denen einer Scheideninfektion mit Candida albicans oder Chlamydien. Hinzu kommen jeweils verfärbter Ausfluss und ein auffälliger Geruch. Weitere Symptome, zum Beispiel anhaltende Unterleibsschmerzen und Schmerzen bei Wasserlassen, können auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Ein Termin beim Frauenarzt ist unerlässlich.

Ursachen

Es gibt viele Gründe, warum sich die Produktion von Scheidensekret, das gesamte Scheidenmilieu und der lokale pH-Wert verändern:

  • In erster Linie ist der Östrogenspiegel zu niedrig. Mit Beginn der Wechseljahre sinkt die Östrogenproduktion, gleichzeitig wird die Vaginalwand dünner oder weniger elastisch – sie atrophiert (vaginale Atrophie).
  • Während der Schwangerschaft und Stillzeit schwanken die Hormonspiegel.
  • Die Antibabypille enthält nur wenig oder gar kein Östrogen.
  • Die eine oder andere chronische Erkrankung beeinflusst die Durchblutung der Scheidenschleimhaut negativ, z. B. Diabetes mellitusBluthochdruck, Multiple Sklerose.
  • Chronischer Stress in jeglicher Ausprägung – psychische Probleme, Traumata, schwierige Partnerschaft, Angst, Depression – wirkt über das Gehirn auf sämtliche Körpersysteme, auch auf die hormonellen Kreisläufe.
  • Medikamente, die den Östrogenspiegel senken.
  • Krebstherapien – Chemo-, Strahlen-, Antihormontherapie – nach Operationen z. B. an Brust, Eierstöcken, Gebärmutter.
  • Eine zu gut gemeinte Intimhygiene.
  • Zu viel Akohol und Zigaretten senken auch die Durchblutung im vaginalen Bereich.

Diagnose erfordert Vertrauen

Der entscheidende Baustein zur Diagnose und Behandlung einer trockenen Vagina ist die Anamnese. Im vertrauensvollen Gespräch zwischen Gynäkologin und Patientin erschließen sich wichtige Hinweise.

Mit Fragen wie diesen lässt sich die Ursache bereits eingrenzen:

  • Seit wann besteht die Scheidentrockenheit?
  • In welchen Situationen treten die Beschwerden verstärkt auf?
  • Welche Verhütungsmethode wenden Sie an?
  • Welche Medikamente nehmen Sie?
  • Leiden Sie unter einer chronischen Erkrankung?
  • Wie ist das seelische Befinden?
  • Gibt es Spannungen in der Partnerschaft?

Eine typische gynäkologische Untersuchung schließt eine Infektion aus, ermittelt den pH-Wert der Scheidenflora, erkennt trockenheitsbedingte kleinste Risse in der Vaginalhaut.

Eine Untersuchung des Blutes identifiziert hormonelle Veränderungen.

Gegebenenfalls klärt ein HPV-Test, ob eine Infektion mit Humanen Papillomviren vorliegt.

Behandlung

Die Therapie hängt vom Befund ab, es stehen viele Möglichkeiten zur Verfügung.

  • Lokale Hormonersatztherapie (HRT): Um den lokalen Östrogenmangel in den Wechseljahren auszugleichen, gibt es niedrig dosierte Cremes und Zäpfchen, die in regelmäßigen Intervallen – beispielsweise einmal pro Woche – in die Scheide eingebracht werden; sie wirken ursächlich und unabhängig von einer systemischen HRT. Werden gleichsam die äußeren Schamlippen eingecremt, bleiben diese gut durchblutet und geschmeidig. Die Anwendungen verhelfen nicht zuletzt zu einem beschwerdefreien Geschlechtsverkehr.
    Scheidentrockenheit und vaginale Atrophie gehören zu den klassischen Erscheinungen der Wechseljahre und bleiben bis ins hohe Lebensalter bestehen, sofern keine Behandlung erfolgt. Entsprechende Präparate sind verschreibungspflichtig.
  • Hormonfreie Präparate: Gleitgele, Salben, Vaginalzäpfchen jeweils auf Basis von Wasser, Hyaluronsäure, Fettsäuren oder Ölen dienen der Symptombekämpfung, pflegen die Haut und verhelfen auch zum schmerzfreien Geschlechtsverkehr. Für diesen Zweck sollten sie weder fett- noch ölhaltig sein, sondern wasserlöslich, damit die Reiß­festig­keit von Kondomen nicht beeinträchtigt wird. Entsprechende Präparate gibt es auf Rezept und rezeptfrei in Apotheken.
  • Milchsäure- oder Döderleinbakterien: Eine einmal jährlich durchgeführte mehrtägige Kur mit Vaginalzäpfchen reguliert den pH-Wert, stärkt das Scheidenmilieu und erhöht so den Schutz vor vaginalen Infektionen. Entsprechende Präparate gibt es auf Rezept und rezeptfrei in Apotheken.
  • Gespräche: Eine mangelnde sexuelle Erregung wirkt sich auch auf die Lubrikation aus. Falls es einen Zusammenhang zu psychischen Problemen oder Partnerproblemen gibt, braucht es zunächst Mut – zum offenen Gespräch, zur Klärung ungelöster Konflikte, eigener Bedürfnisse und Wünsche. Manche Blockaden lassen sich gut mit professioneller Hilfe auflösen.
  • Entspannungstechniken: Sind temporäre Überforderungen verantwortlich für vaginale Trockenheit, können achtsamkeitsbasierte Entspannungstechniken, Yoga und autogenes Training hilfreich sein.

Studiendaten der University of California in Los Angeles von Frauen mit intakter Gebärmutter haben gezeigt, dass die Anwendung östrogenhaltiger Vaginalsalben oder -gels keine negativen Auswirkungen auf das Krebsrisiko hat.

Hausmittel

Häufig werden Joghurt und pflanzliche Öle empfohlen, sie sollen unter anderem die Symptome lindern. Nun ja:

  • Joghurt: Die enthaltenen Milchsäurebakterien sollen die Scheidenflora stabilisieren und wieder einen optimalen pH-Wert herstellen. Doch Milchprodukte sind dafür weder ausreichend dosiert noch getestet. Von dem angeblich wirksamen Hausmittel des in Naturjoghurt getränkten Tampons wird nicht nur deshalb abgeraten, sondern auch, weil Tampons die vaginale Trockenheit verstärken können.
  • Pflanzenöle: Natives Olivenöl, reines Mandel-, Lein- oder Kokosöl macht die Körperhaut geschmeidig, nicht die vaginale Schleimhaut. Allergische Reaktionen und/oder zusätzlich gereizte Schleimhäute sind nicht ausgeschlossen, nicht zuletzt steigt das Infektionsrisiko.

Prävention

Vaginale Trockenheit ist nicht immer hormonell oder krankheitsbedingt, der Lebensstil und die allgemeine Pflege spielen ebenfalls eine Rolle. Folgende Tipps halten die Scheidenflora gesund:

  • Frauen in der Postmenopause sollten einmal im Jahr kurmäßig das Scheidenmilieu mit einem Präparat anreichern, das Milchsäure- oder Döderleinbakterien enthält.
  • Verzichten Sie im Intimbereich auf alle kosmetischen, duftstoffangereicherten Substanzen, die die Haut reizen können: Seifen und Duschgele, Intimwaschlotionen und Enthaarungscremes, Intimdeos, -sprays und -lotionen.
  • Ein pH-neutrales Waschgel oder -syndet ist möglich, aber nicht nötig. Für die Intimpflege reicht warmes Wasser.
  • Verwenden Sie kein feuchtes Toilettenpapier, es irritiert die sensible Scheidenflora und trocknet sie aus.
  • Gleiches gilt für häufiges Baden und langes Schwimmen in Chlorwasser.
  • Tampons entziehen der Scheide viel Feuchtigkeit, bei Trockenheitsbeschwerden sind Binden die bessere Wahl.
  • Denken Sie gegebenenfalls mit der Frauenärztin/dem Frauenarzt über einen Wechsel der Antibabypille nach.

Fragen und Antworten

Was ist bei der Anwendung von Gleitgel zu beachten?

Eine mangelnde Lubrikation beim Geschlechtsverkehr lässt sich mithilfe von Wasser- oder hyaloronsäurebasiertem Gleitgel rasch beseitigen. Öl- oder silikonhaltige Mittel sind nicht geeignet, wenn mit Kondomen verhütet wird, das Material wird porös.

Ist eine trockene Scheide ein gesundheitliches Problem?

Eine zu geringe Sekretproduktion verursacht nicht nur unangenehme Beschwerden, das trockene Milieu erleichtert Krankheitserregern die Vermehrung. Daher sind betroffene Frauen anfälliger für Infektionen. Zusätzlich kann die mangelnde Gleitfähigkeit zu Schmerzen und Mikroverletzungen beim Sex führen.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/183884/Beschwerden-in-den-Wechseljahren-Nicht-nur-eine-Frage-der-hormonellen-Situation
  • https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Entwarnung-fuer-vaginale-Oestrogenanwendung-298441.html
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2011/daz-19-2011/scheidentrockenheit-in-den-wechseljahren
  • https://www.infomedizin.de/behandlungen/scheidentrockenheit/

Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie erfahrene Ärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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