Behandlung bei Basaliom

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Sonne satt – und das regelmäßig über viele Jahre und ohne ordentlichen UV-Schutz: Die häufigste Folge heißt Basalzellkarzinom und ist der häufigste Hauttumor zumindest in Mitteleuropa. Die Gefahr daran zu sterben ist zwar gering, doch auch hier gilt: Je früher die Erkrankung mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen erkannt wird, umso besser sind die Heilungschancen.

Ratgeber zum Basalzellkarzinom

Kurzfassung

  • Ein Basalkarzinom ist der häufigste Tumor der Haut zumindest in Mitteleuropa. Es wird als halbbösartiger Krebs bezeichnet, da er so gut wie keine Metastasen bildet.
  • Die synonym gebrauchte Bezeichnung Basaliom ist veraltet.
  • Wichtigste Ursache fast aller Basalzellkarzinome ist intensive Sonnenbestrahlung – auch durch künstliche Quellen in Solarien – über viele Jahre ohne ausreichenden UV-Schutz. 
  • Der häufigste Risikofaktor ist erblich und heißt helle Haut (Hauttyp 1 und 2).
  • Die meisten Basalzellkarzinome treten heute im Alter ab 35 auf, früher war diese Krebsart typisch für über 50-Jährige. 
  • Ab dem sechsten Lebensjahrzehnt sind überwiegend Männer betroffen.
  • Das Basalzellkarzinom entwickelt sich meist in jenen Hautarealen, die der Sonne besonders intensiv und häufig ausgesetzt sind.
  • Basalzellkarzinome haben vielfältige Erscheinungsformen und sehen bei jedem Betroffenen anders aus.
  • Früh erkannt und behandelt können nahezu alle Basalzellkrebse erfolgreich und ohne Komplikationen entfernt werden.
  • Die operative Entfernung stellt die gängigste Behandlungsform dar.
  • Alternativ kommen auch nicht-operative Therapien infrage, die jedoch mit einer höheren Rückfallquote einhergehen.
  • Die wichtigste Prävention ist UV-Schutz, bei Risikopersonen umfasst dieser auch die von den Krankenkassen bezahlte Hautkrebsfrüherkennung alle zwei Jahre.

Steckbrief Basalzellkarzinom

Das Basalzellkarzinom gehört zu den hellen beziehungsweise weißen Formen von Hautkrebs. Die synonym gebrauchte Laien-Bezeichnung Basaliom gilt als veraltet und wird im aktuellen Medizinerdeutsch nicht mehr verwendet.

Heller Hautkrebs tritt bevorzugt auf den sogenannten Sonnenterrassen der Haut auf: dort, wo die Haut besonders lange und häufig der Sonne ausgesetzt ist. 

Bei rund 80 Prozent der Patienten finden sich Veränderungen

  • im Gesicht, vor allem im Nasen- und Augenbereich

Mit abnehmender Häufigkeit folgen

  • Behaarte Kopfhaut
  • Dekolleté und Schultern
  • Arme und Beine

Basalzellkarzinome entstehen ohne Vorstufe auf lichtgeschädigter Haut – meist als Folge von Sonnenbränden in jungen Jahren. Die Läsionen wachsen langsam über Jahre, der Entwicklungszeitraum liegt bei über 15 Jahren.

Weil es so gut wie keine Metastasen bildet – sich also äußerst selten in anderen Organen ansiedelt –, wird das Basalzellkarzinom als halbbösartiger (semimaligner) Krebs bezeichnet und verläuft nicht grundsätzlich lebensbedrohlich. Allerdings: Wird es nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, frisst es sich langsam durch Haut und benachbarte Knochen oder Knorpel.

Das Basalzellkarzinom ist zumindest in Mitteleuropa der häufigste Hauttumor. In Deutschland liegt die Erkrankungsrate bei 170 bis 200 pro 100.000 Einwohner und steigt jedes Jahr um etwa fünf Prozent.

Früher galt: Basalzellkarzinome nehmen im höheren Lebensalter zu, inzwischen findet sich der höchste Anstieg in der Altersgruppe der ab 35-jährigen Frauen. Ab dem sechsten Lebensjahrzehnt sind meist Männer betroffen.

Basalzellen

Als Basalzellen bezeichnet man Zellen, die für die Regeneration abgestorbener Zellen im Epithel sorgen. Das Epithel ist neben dem Binde-, Nerven- und Muskelgewebe eines der vier Grundgewebe und besteht aus ein- oder mehrlagigen Zellschichten. Dazu gehört auch die Basalzellschicht, die innerste Schicht der Oberhaut (Epidermis).

DNA-Schäden durch Belastung können ein unkontrolliertes Wachstum der Zellen in der Basalzellschicht und in den Einstülpungen der Haut für die Haarwurzeln (Wurzelscheiden) auslösen. Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko.

Basalzellkrebs-Alarm 

Basalzellkarzinome haben vielfältige Erscheinungsformen und sehen bei jedem Betroffenen anders aus; sie können geschwür- oder knötchenartignarbenförmig oder auch flach sein. Fortgeschrittene Tumore zeigen sich häufig als nässende Geschwüre mit kleineren Blutungen.

Oft sind zwei oder mehr Warnzeichen sichtbar:

  • Eine kleine offene Wunde nässt, blutet und heilt wochenlang nicht
  • Ein kleiner rötlicher Fleck juckt – oder auch nicht
  • Ein Knötchen ist perlmuttfarben oder rosa, rot bis rot-bräunlich oder hautfarben bis weiß und hat einen perlschnurartigen Rand
  • Eine kleine Wucherung ist in der Mitte vertieft, an der Oberfläche schimmern kleine Blutgefäße durch
  • Eine mattweiße, gelbe oder wachsfarbene narbige Hautveränderung glänzt und ist gespannt

Ursachen

Weltweit ist mehr als jeder dritte neue Krebs ein Hautkrebs, bei den meisten handelt es sich um ein Basalzellkarzinom. Das Erkrankungsrisiko hängt vom Hauttyp ab, aber auch von der geografischen Region. In Australien beispielsweise ist die Inzidenz 18- bis 20-fach höher als in Deutschland. 

Risikofaktoren, die das Entstehen eines Basalzellkarzinoms fördern:

  • Eine starke UV-Belastung. Es erkranken besonders häufig Menschen, die sich beruflich oder in der Freizeit viel draußen ohne ausreichenden UV-Schutz aufhalten 
  • Genetische Disposition: helle Haut (Hauttyp und 1 und 2)
  • Bereits therapiertes Basalzellkarzinom
  • Therapien zur Unterdrückung eines aktiven Immunsystems, zum Beispiel nach Organtransplantation
  • Ionisierende und elektromagnetische Strahlung 
  • Krebsauslösende Substanzen wie Arsen und Azofarbstoffe
  • Chronische Hautschäden in Form von Narben, Wundheilungsstörungen, Verbrennungen, im Rahmen einer Strahlentherapie
  • Autoimmunerkrankungen

Diagnostik

Ein Facharzt für Dermatologie (Hautarzt) inspiziert zunächst die betroffene Haut auf Basis verschiedener Kriterien, zum Beispiel: 

  • Basalzelltyp und Gefäßmuster
  • Größe und Lage
  • Begrenzung

Die Diagnose wird sicherer durch

  • Auflichtmikroskopie (Dermatoskopie), vor allem bei kleinen Karzinomen, und zur Abgrenzung zum Melanom (schwarzer Hautkrebs)
  • hochauflösende Gewebediagnostik mittels Laserlicht in bestimmter Wellenlänge (konfokale Lasermikroskopie)
  • grafische Darstellung von Gewebestrukturen mittels Laserlicht, das hochaufgelöste Schichtbilder im Querschnitt liefert (optische Kohärenztomographie, OCT)

Beide letztgenannte Verfahren werden in der Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) auch eingesetzt, um bei einer topischen Therapie mit Salben den Verlauf zu überprüfen.

Im Zweifel ist eine Gewebeprobe angezeigt.

Behandlungen

Wird ein Basalzellkarzinom diagnostiziert, ist die vollständige operative Entfernung das sicherste Verfahren. Alternativen sind:

  • Photodynamische Therapie (PDT): Mit einer lokal aufgetragenen oder injizierten Substanz wird die Läsion lichtempfindlich gemacht. Anschließend verwendet der Dermatologe einen Blaulicht- oder Pulsfarbstofflaser, der das Basalzellkarzinom zerstört.
  • Vereisung (Kryotherapie): Mit flüssigem Stickstoff wird der Tumor eingefroren und zerstört.
  • Lasertherapie: Einige Laser verdampfen den Krebs, andere wandeln den Lichtstrahl in Wärme um, wodurch er zerstört wird.
  • Strahlentherapie (Radiatio): Bei schwierig zu operierenden Basalzellkarzinomen und bei (älteren) Patienten mit schlechtem Gesundheitszustand zerstören energiearme Röntgenstrahlen den Krebs. Die Behandlung kann einige Wochen dauern oder täglich für eine bestimmte Zeit erfolgen.
  • Medikamente (Externa): Bei oberflächlichen Basalzellkarzinomen mit geringem Narbenrisiko können Immunologika in Form von Cremes oder Gelen direkt auf die Läsion aufgetragen werden. Zugelassen sind Imiquimod (aktiviert das Immunsystem, um Krebszellen anzugreifen) und 5-Fluorouracil (5-FU; topische Chemotherapie, die Krebszellen tötet).
  • Hedgehog-Signalweg-Inhibitoren: Bei fortgeschrittenem Basalzellkarzinom, das nicht operativ entfernt werden kann, können die neuartigen Medikamente Vismodegib und Sonidegib ein normalerweise nicht aktives Gen bzw. einen Signalweg blockieren, deren Zellen plötzlich auf äußere Signale reagieren (Hedgehog-Signalweg). Bei Basalzellkarzinomen und anderen Tumoren ist der Hedgehog-Signalweg häufig hyperaktiv.

Frühzeitig erkannt und behandelt können fast alle Basalzellkrebse erfolgreich und ohne Komplikationen entfernt werden. Eine schnelle Behandlung ist wichtig, da der Tumor mit zunehmendem Wachstum aggressiver wird und entstellend wirken kann. Das macht die Therapie aufwendiger.

Grundsätzlich sollte das therapeutische Vorgehen im ausführlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient geklärt werden. Welche Methode am besten geeignet ist, wird idealerweise sorgfältig abgewogen.

Prävention

Um das Risiko einer Erkrankung möglichst gering zu halten oder um eine Erkrankung frühzeitig zu erkennen, ist konsequenter Lichtschutz sinnvoll:

  • UV-Schutz mit hohem Lichtschutzfaktor – gegebenenfalls Sunblocker – und geeignete Kleidung einschließlich Kopfbedeckung und UV400-klassifizierter Sonnenbrille
  • auf Solarienbesuche verzichten

Zur sogenannten Sekundärprophylaxe gehört es,

  • alle zwei Jahre eine Hautkrebsfrüherkennung (Hautkrebsscreening) beim Hausarzt durchführen zu lassen 
  • die Haut regelmäßig selbst zu untersuchen, vor allem nach ausgedehnten Sonnenbädern
  • bei suspekten Hautveränderungen einen Arzt aufzusuchen
  • an der Krebsnachsorge teilzunehmen, um ein Rezidiv zu vermeiden

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/160390/Basalzellkarzinom-Therapieoptionen-fuer-den-haeufigsten-Hautkrebs
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/72017/Basaliom-Imiquimod-Creme-(fast)-gleich-gute-Alternative-zur-Operation 
  • https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/basalzellkarzinom.html
  • Staroszkik C. Leitlinien-Update zum Basalzellkarzinom. Hautnah dermatologie 2019;35(1)
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Basaliom
  • https://www.gelbe-liste.de/krankheiten/basalzellkarzinom
  • https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-021l_S2k_Basalzellkarzinom-der-Haut_2018-09_01.pdf
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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