Behandlung bei Fußpilz

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Fußpilz, medizinisch Tinea pedis, ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Tinea pedis zählt zu den häufigsten Pilzinfektionen in Europa und ist hochansteckend. Verursacher ist meist ein Fadenpilz. Tinea pedis muss behandelt werden, sonst heilt er nicht und richtet weiteren Schaden an. Feuchtwarme Milieus und offene Hautstellen begünstigen die Infektion. Warum Sie die Symptome nicht selbst behandeln sollten und wie Sie vorbeugen können.

Fußpilz-Ratgeber

Kurzfassung

  • Fußpilz (Tinea pedis) ist eine häufig chronisch verlaufende Pilzinfektion der Füße.
  • Erreger sind überwiegend Fadenpilze (Dermatophyten).
  • Die Infektionsquelle immer ein Mensch, der bereits Fußpilz hat. Die Krankheit wird meist durch Pilzsporen in Hautschüppchen übertragen, die auf Böden liegen und dort viele Monate überleben können.
  • Ge­sunde und intakte Haut infiziert sich nicht so einfach. 
  • Ein besonders hohes Ansteckungsrisiko haben Menschen, die krankheits- oder hygienebedingt unter Hautproblemen am Fuß leiden, ein geschwächtes Immunsystem oder einen gestörten Säureschutzmantel der Haut haben.
  • Männer sind häufiger betroffen als Frauen. 
  • Hautärzte unterscheiden drei Erkrankungsformen: Infektionen der Zehenzwischenräume (häufigste Form), der Fußsohle/Fußkanten/Fußrücken, des Fußgewölbes.
  • Typische Symptome der häufigsten Form sind Juckreiz und Hautschuppungen zwischen dem vierten und fünften Zeh, Rötungen, Brennen. An den Zehenseiten bilden sich Hautrisse und Bläschen, die Haut ist etwas verdickt und weißlich und riecht unangenehm.
  • Pilzhaltige Schuppen finden sich vor allem in warm-feuchten Milieus, da sie dort besonders gut gedeihen, und an öffentlichen Orten, wo häufig barfuß gegangen wird.
  • Die Pilzerreger suchen sich auch andere Wege und gelangen durch kleinste Verletzungen, Risse und Schrunden ins Körperinnere.
  • Tinea pedis sollte behandelt werden, sonst heilt er nicht.
  • Zu spät oder unbehandelt breitet sich Tinea pedis oft auf die Fußnägel aus. 
  • Eine erfolgreiche Behandlung dauert meist einige Wochen, bei fortgeschrittener Erkrankung einige Monate. 
  • Je nach Stärke des Befalls werden pilzabtötende Medikamenten in Form von Cremes, Sprays, Gels, Puder, Tinkturen angewendet. Bei fortgeschrittener Infektion werden Präparate zum Einnehmen verordnet.
  • Vorbeugend lässt sich eine Menge tun.

Definition und Ursachen

Fußpilz (Tinea pedis) ist eine häufig chronisch verlaufende Pilzinfektion (Dermatophytose) der Füße und die häufigste Pilzerkrankung, die Hautärzte (Dermatologen) feststellen. Erreger sind überwiegend Fadenpilze (Dermatophyten), und hier besonders einer mit Namen Trichophyton rubrum, der zu seiner Vermehrung widerstandsfähige Sporen bilden kann. Die Sporen fühlen sich im warmen und feuchten Milieu der Füße wohl und breiten sich bei ausbleibender Behandlung über den Fuß aus. Hierbei schilfern sie von der Haut ab.

Selten sind Sprosspilze wie Candida albicans, Schimmel- oder Hefepilze verantwortlich.

Die Infektionsquelle immer ein Mensch, der bereits Fußpilz hat. Die Krankheit wird selten durch direkten Hautkontakt übertragen, meist liegen die Pilzsporen in Hautschüppchen auf Böden, in Socken und Schuhen, und können dort viele Monate überleben. Die Pilzsporen suchen sich aber auch andere Wege und gelangen durch kleinste Verletzungen, Risse und Schrunden ins Körperinnere.

Drei Erkrankungsformen

Dermatologen unterscheiden drei Erkrankungsformen, die Infektion

  • der Zehenzwischenräume (interdigitale Form); ist die häufigste Form, da hier Haut auf Haut liegt und sich leicht feuchte Kammern bilden
  • der Zehen selbst, der Fußsohlen/Fußkanten/Fußrücken (squamös-hyperkeratotische Form, auch Mokassin-Mykose genannt); ist häufig bei Diabetikern
  • des Fußgewölbes (vesikulös-dyshidrotische Form); ist insgesamt selten

Befällt der Pilz auch Zehennägel, haben Sie es mit einem Nagelpilz (Onychomykose) zu tun. 

Symptome

Eine Pilzinfektion der Füße geht mit leicht erkennbaren Merkmalen einher. Typisch sind für die

  • interdigitale Form: Juckreiz, Rötungen und Hautschuppungen zwischen den Zehen, Hautrisse und Bläschen an den Zehenseiten, die brennen und schmerzhaft sind. Zudem entwickelt sich oft ein unangenehmer Geruch
  • squamös-hyperkeratotische Form: Von der Fußsohle über die Fußkanten auf den Fußrücken breitet sich eine leichte Entzündung aus, es bilden sich Schuppungen. Im weiteren Verlauf können sich an der Fersenhornhaut schmerzhafte Rissen entwickeln
  • vesikulös-dyshidrotische Form: Im Bereich des Fußgewölbes und an den Fußkanten entstehen Bläschen, die Haut juckt und spannt

Schreitet die Pilzerkrankung ungebremst voran, können durch die Risse in der Haut weitere Keime in den Körper gelangen und noch größeren Schaden anrichten: zum Beispiel eine Wundrose (Erysipel), eine schmerzhafte Streptokokken-Infektion der Haut entlang der Lymphbahnen.

Risikofaktoren und Risikogruppen

Eine ge­sunde und intakte Haut infiziert sich nicht einfach so. Es braucht einige Faktoren, die eine Vermehrung der Fadenpilze im menschlichen Körper und damit einen Tinea pedis begünstigen. Dazu gehören:

  • Familiäre Veranlagung
  • Fehlstellungen und Verletzungen im Fuß- und Zehenbereich
  • Nervenschädigungen (Polyneuropathie; periphere Neuropathie)
  • Durchblutungsstörungen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK)
  • Systemerkrankungen, wie Diabetes mellitus, und andere Immunschwächen
  • Transplantationen
  • Männer
  • Bestimmte Sportarten wie Fußball, Laufen, Schwimmen; im Englischen heißt Tinea pedis Athlete’s foot
  • Adipositas
  • Schweißfüße bzw. übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)
  • Haustiere
  • Verletzungen des Nagelbetts
  • Kleinste Verletzungen durch enges, ständig reibendes Schuhwerk
  • Wärmestauende Gummistiefel, schweißfördernde Schuhe und Strümpfe
  • Öffentliche Schwimmbäder und Thermen
  • Saunen, Dampfbad- und Duschanlagen, Umkleidekabinen
  • Hotels, Hostels
  • Fitnesscenter
Füße in Wasser
Eine ge­sunde und intakte Haut infiziert sich nicht einfach so. Es braucht einige Faktoren, damit Pilzsporen in den menschlichen Körper eindringen und einen Fußpilz begünstigen können.

Diagnose

Obwohl die Selbstdiagnose und Selbstbehandlung durch rezeptfreie pilzabtötende Medikamente (over the counter-Antimykotika und -Fungizide) gefördert wird, sollte die Diagnose und Therapieempfehlung von hautärztlicher Seite kommen. Warum? Darum: 

Fußpilz ist ausgesprochen hartnäckig. Werden die Medikamente nicht regelmäßig und lang genug angewendet oder eingenommen, können Sie nicht sicher sein, dass der Pilz komplett verschwindet. Entsprechend wird er sich bei nächster Gelegenheit wieder zeigen. 

Außerdem soll die Behandlung über die symptomfreie Zeit einige Wochen weitergeführt werden. Wie lange, das geschieht in Absprache mit dem Dermatologen. Der Erreger schlummert nach der Akuttherapie noch in tieferen Hautschichten.

Nicht zuletzt werden bei fortgeschrittenem Fußpilz in aller Regel Medikamente zum Einnehmen verordnet.

Die exakte Diagnose ist mehrstufig, wobei an erster Stelle das Gespräch mit vielen Fragen steht. Es folgt:

  • Blickdiagnose und Untersuchung der typischen Hautveränderungen
  • Abschaben von verändertem Hautgewebe zur Identifikation des PIlzes
  • Mikroskopische Untersuchung
  • Anlegen einer Pilzkultur

Ist die Diagnose gestellt und es liegen keine Komplikationen vor, führen Sie die Therapie und Hautpflege selbst durch.

Behandlungen

Tinea pedis sollte behandelt werden, sonst heilt er nicht. Und das möglichst schnell, da der Pilz sich rasant ausbreitet. Eine Behandlung dauert in aller Regel zwischen drei und sechs Wochen. Je nach Intensität des Pilzbefalls werden verschiedene Maßnahmen ergriffen.

Lokale Behandlung

Ist der Pilz noch im Anfangsstadium, reicht eine äußerliche lokale Behandlung aus. Eingesetzt werden pilztötende Medikamente, sogenannte Antimykotika und Fungizide. Die Wirkstoffe reduzieren das Wachstum der Pilze oder töten sie ab. Dafür gibt es Gele, Sprays, Cremes, Tinkturen und Puder.

Systemische Behandlung

Die Grenzen der lokalen Therapie sind erreicht, wenn die Infektion fortgeschritten ist, sich großflächig ausdehnt und folgende Bereiche befällt:

  • Fußsohle, -ballen
  • Fersen
  • Nägel

Dann werden Medikamenten eingenommen. Die systemische Therapie hängt außerdem vom Risikostatus ab. 

Geduld haben und durchhalten

Egal, welche Therapie zum Einsatz kommt, gefragt sind Geduld und Durchhaltevermögen. Halten Sie sich genau an die Anweisungen. Oft verschwinden die Symptome rasch nach Beginn der Behandlung, dennoch sollten Sie diese dann nicht einfach abbrechen, sondern weitere drei bis vier Wochen nach Abklingen der Symptome weitermachen. Sonst rächt sich der Pilz mit einem Rückfall (Rezidiv) und dem Risiko für einen „Flächenbrand”.

Bei starken Hautentzündungen kommen auch entzündungshemmende Mittel zum Einsatz, zum Beispiel Jodtinktur, Glucokortikoide oder Kaliumpermanganat-Bäder.

Bleibt ein Fußpilz unbehandelt, kann sich dieser lokal ausbreiten oder zusätzlich bakteriell infizieren. Die Gefahr für eine bakterielle Superinfektion besteht vor allem bei Patienten mit Diabetes oder Erkrankungen, bei denen mehrere oder viele periphere Nerven geschädigt sind (Polyneuropathie). Im Extremfall kann eine Blutvergiftung (Sepsis) resultieren.

Prävention

Fußpilz lässt sich prima vorbeugen. Folgende Tipps können hierbei helfen:

  • Besonders gefährdete Bereiche wie Schwimmbäder, Thermen, Saunen, Hotel- oder Hostelzimmer, Gemeinschaftsduschen oder Umkleidekabinen mit Flipflops betreten.
  • Socken, Strümpfe, Strumfhosen aus Baumwolle oder Wolle tragen und täglich wechseln.
  • Keine Schuhe aus Kunststoffen tragen. 
  • Gute und gut sitzende (nicht zu enge) Schuhe aus atmungsaktiven Materialien tragen, um Verletzungen an Füßen und Nägeln zu vermeiden.
  • Schuhe täglich wechseln, regelmäßig und lang genug lüften und trocknen lassen.
  • Nur eigene Schuhe tragen.
  • An warmen Tagen den Füßen möglichst viel Luft gönnen und offene Schuhe tragen, um Wärmestaus zu verhindern.
  • Nur eigene Handtücher nutzen.
  • Handtücher und Matten, Socken und Bettwäsche bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Immer auf trockende Füße achten, Pilze mögen es warm und feucht.
  • Füße nach dem Schwimmen, Duschen, Baden auch zwischen den Zehen gut abtrocknen und 20 Minuten warten, bis die Füße mit einer Fußpflegecreme eingerieben werden. In dieser Zeit können sie gut nachtrocknen.
  • Keine Socken und Schuhe anziehen, wenn die Füße noch feucht sind.
  • Füße regelmäßig inspizieren, Hornhäute entfernen und pflegen.
  • In regelmäßige professionelle Fußpflege investieren, am besten bei einer Podologin.
  • Besonders Diabetiker sollten darauf achten, dass die Fußhaut nicht rissig wird oder sich entzündet.
  • Die berühmten 10.000 Schritte täglich sorgen auch dafür, dass die Füße gut durchblutet und warm sind. Schlecht durchblutete Füße fördern die Entwicklung eines Tinea pedes. 
  • Während einer Fußpilzbehandlung nachts im Bett Baumwollsocken tragen, um die Bettwäsche nicht mit dem Pilz in Kontakt zu bringen. Und auf noch mehr Hygiene achten als sonst.

Quellen

  • https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/haut-krankheiten/article/843482/frische-socken-40-grad-waschgang-laesst-fusspilz-kalt.html?sh=10&h=342535914
  • http://www.oegstd.at/res/013-002.pdf
  • https://eref.thieme.de/cockpits/0/0/coDerma0347/0
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/48809/Sportbedingte-Hauterkrankungen
  • https://www.universimed.com/ch/article/dermatologie/pilzinfektionen-von-haut-und-naegeln-korrekt-diagnostizieren-2104687

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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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