Ihr Ratgeber zum Hitzeschlag

Der Sommer hat gefährliche Seiten. Steigen die Temperaturen, muss der Körper kräftig gegensteuern. Ein gesunder Organismus nutzt die Verdunstungskälte und schwitzt. Misslingt das, weil nicht ausreichend Schweiß gebildet wird oder andere Komplikationen eintreten, droht der Hitzschlag. Bei diesem auch Hyperthermie-Syndrom genannten Effekt handelt es sich um einen der gefährlichsten Hitzeschäden. Gute Vorbeugung und schnelle Hilfe im Notfall sind an heißen Tagen unabdingbar.

Wussten Sie, dass Ihnen TeleClinic neben dem Ratgeber auch einen schnellen Zugang zu Fachärzten ermöglicht?

Hitzschlag-Ratgeber

Kurzfassung

  • Ein Hitzschlag tritt ein, wenn der Organismus überhitzt.
  • Das kann durch Außentemperaturen wie heißes Wetter oder den Aufenthalt in aufgeheizten Räumen geschehen.
  • Dem Hitzschlag gehen oft Krämpfe oder Erschöpfungszustände voraus. Es kommt zu akuten fieberartigen Symptomen und Bewusstseinstrübungen.
  • Wenn der Körper seine Eigentemperatur nicht mehr regulieren kann, können organische und Hirnschäden folgen. Es droht Lebensgefahr.
  • Bei einem Hitzschlag sind unverzüglich Erste Hilfe und notärztliche Versorgung nötig.

Definition

Ein Hitzschlag liegt vor, wenn die Eigentemperatur des Körpers ohne Einfluss von Fieber über einen Schwellenwert von 40 °C ansteigt. Eine solche Aufheizung entsteht bei längerem Aufenthalt in einer extrem warmen oder schwülen Umgebung. Typische Szenarien sind etwa:

  • Aufenthalt im Freien bei extremen Sommertemperaturen
  • Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit
  • Körperliche Anstrengung in stark geheizten, geschlossenen Räumen
  • Zu warme Bekleidung bei großer Hitze

Im Gegensatz zum Sonnenstich muss ein Hitzschlag nicht zwingend durch das Wetter induziert werden. Relevant ist lediglich das Verhältnis vom Körper zur Umgebungstemperatur. Diese kann auch künstlichen Ursprungs sein, etwa Abwärme, Feuer oder Dampf.

Ursachen

Der Hitzschlag wird ausgelöst, wenn der körpereigene Wärmehaushalt die Außentemperatur nicht mehr kompensieren kann. Das geschieht zum Beispiel, wenn durch Flüssigkeitsmangel die Schweißbildung aussetzt.

Risikofaktoren

Medizinisch werden zwei Typen von Hitzschlag unterschieden.

Klassischer Hitzschlag

Zu den besonders durch Hitzschlag gefährden Personengruppen gehören

  • Senioren
  • Babys und Kleinkinder
  • Chronisch Erkrankte
  • Personen mit Nervenschäden (zum Beispiel Diabetiker)
  • Patienten, die entwässernde Medikamente einnehmen müssen
  • Personen in stark aufheizenden Räumlichkeiten (Mansardenwohnung, Kfz)

Selbst kerngesunde Menschen, die an hohe Temperaturen nicht gewöhnt sind, haben ein erhöhtes Risiko für den Hitzschlag. So kann beispielsweise ein Aufenthalt in Tropen- oder Wüstenregionen ohne vorangehende ausreichende Akklimatisierung für Europäer riskant sein.

Anstrengungshitzschlag

Im Vergleich zum klassischen kommt beim Anstrengungshitzschlag der Faktor der körperlichen Betätigung hinzu. Ein solcher Hitzschlag kann auch junge Menschen ohne irgendwelche Vorbelastungen ereilen. Betroffen sind Personen, die Anstrengung bei Hitze nicht ohne Weiteres vermeiden können:

  • Werktätige an hitzeintensiven Arbeitsplätzen (Stahlarbeiter, Straßenbauarbeiter)
  • Leistungssportler
  • Arbeiter in offenem Gelände (Landwirtschaft, Tagebau und Ähnliches)

Symptome

Ein Hitzschlag äußert sich durch eine Reihe unterschiedlicher, für sich genommen unspezifischer Symptome. Das Tückische daran: Die Alarmzeichen können sich gelegentlich erst mit gewisser Zeitverzögerung zur auslösenden Situation zeigen. Die Möglichkeit eines Hitzschlags sollte daher immer in Erwägung gezogen werden.

Typische Anzeichen des Hitzschlags sind:

Sichtbar

  • Heiße, gerötete oder bläulich-rot verfärbte Haut
  • Keine Transpiration
  • Hilfebedürftiger Eindruck

Messbar

  • Hohe Körpertemperatur
  • Erhöhter Puls
  • Fallender Blutdruck
  • Flacher Atem
  • Herzrasen

Beschwerden

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schmerzen und Versteifung im Genick
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Bewusstseinstrübungen

Innerlich

  • Dehydration, das heißt innere Austrocknung
  • Organversagen

Sie möchten Ihre Symptome mit einem Facharzt abklären?

Sprechen Sie jetzt direkt online per Videogespräch oder Telefon mit einem Arzt. Bequem von zu Hause oder unterwegs. Und das zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Verlauf

Durch das im Körper herrschende Missverhältnis von Temperatur und Flüssigkeit kommt es zu Effekten wie Störungen der Druckverhältnisse in den Körperzellen und der Konsistenz von Körperflüssigkeiten. Das bedeutet, dass beispielsweise das Blut zähflüssiger wird. Dies wiederum wirkt sich auf Blutdruck und Organfunktionen aus. Auch Einlagerungen von Wasser im Gehirn sind möglich.

Zugleich erweitern sich die Blutgefäße in der Haut. Auf diese Weise versucht der Organismus, zusätzlich über das in die Nähe der Haut transportierte Blut Wärme nach außen abzugeben. Wird der Körper nun nicht schleunigst gekühlt und mit Flüssigkeit versorgt, droht ein tödlicher Kollaps.

Diagnose

Die Diagnose Hitzschlag trifft zu, wenn der Patient mehrere der oben gelisteten Symptome aufweist. Eventuell kommen noch offensichtliche Indizien wie situationsunangemessene Bekleidung oder vorangegangene körperliche Verausgabung hinzu. Anhand dessen können Sie auch als Laie ohne medizinische Kenntnisse eine Beurteilung abgeben.

Behandlung und Erste Hilfe

Bei Verdacht auf einen Hitzschlag kontaktieren Sie umgehend einen Notarzt. Bis zu dessen Eintreffen beachten Sie folgende Punkte:

  • Betroffene Personen müssen unter Aufsicht bleiben, da sie das Bewusstsein verlieren können. Kontrollieren Sie Puls, Atmung und Temperatur.
  • Schaffen Sie den Patienten in eine kühle Umgebung, aus der Sonne heraus und lagern Sie ihn flach. Lockern Sie gegebenenfalls zu enge Kleidung.
  • Verschaffen Sie dem Betroffenen Kühlung durch kalte Umschläge, Coolpacks und Zufächeln von Luft. Wichtig ist zudem die Zufuhr von Flüssigkeit, sofern der Patient aufnahmefähig ist.
  • Benutzen Sie keinesfalls eiskaltes Wasser oder Eis. Ein solch gravierender Temperaturunterschied kann die Körpertemperatur weiter ansteigen lassen.

Falls der Patient mit Hyperthermie-Syndrom vor Eintreffen des Notarztes das Bewusstsein verliert, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Sollte zusätzlich die Atmung aussetzen, ergreifen Sie unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen.

Prävention

Wichtig: Ein Hitzschlag ist lebensbedrohlich. Trotz Therapiemaßnahmen endet das Hyperthermie-Syndrom für jeden zehnten Patienten tödlich. Umso wichtiger ist es, einen Hitzschlag unter allen Umständen zu vermeiden.

Wenn Sie sich in einer heißen Umgebung aufhalten, können Sie sich selbst in folgender Weise schützen:

  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit körperliche Anstrengungen.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser über den Tag verteilt.
  • Wählend Sie luftige, kühlende Kleidung in hellen Farben. Auch eine Kopfbedeckung darf bei Sonneneinstrahlung nicht fehlen.
  • Halten Sie sich nach Möglichkeit im Schatten oder in kühlen Innenräumen auf.

Wann muss ich mit Hitzschlag zum Arzt?

Das Hyperthermie-Syndrom ist ausnahmslos ein medizinischer Notfall. Die Behandlung des Hitzschlags gehört unbedingt in die Hand von Medizinern. Die Therapie erfolgt im Krankenhaus auf der Intensivstation, wo der Körper professionell gekühlt und der Flüssigkeits- und Mineralienhaushalt wieder ausgeglichen wird.

Fragen und Antworten

Helfen fiebersenkende Mittel bei Hitzschlag?

Finger weg von Tabletten: Hitzschlag-Patienten dürfen auf keinen Fall mit Fiebersenkern behandelt werden. Diese Medikamente wirken nicht gegen diese Form der Überhitzung. Sie können vielmehr die ohnehin belastete Blutgerinnung, Leber und Nieren zusätzlich belasten.

Woran erkenne ich Hitzschlag beim Baby?

Die sicht- und messbaren Hitzschlag-Symptome bei Babys und Kleinkindern entsprechen denen bei Erwachsenen. Da das Baby individuelle Empfindungen wie Kopfschmerzen und Übelkeit nicht artikulieren kann, sind Apathie, schrilles Weinen und Nahrungsverweigerung alarmierende Indizien.

Was soll ich bei Hitzschlag trinken?

Einem Hitzschlag geht in aller Regel eine starke Austrocknung voran. Dabei verliert der Körper auch Salze und Mineralien, die dringend zur Aufrechterhaltung bestimmter organischer Funktionen benötigt werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei und zur Verbeugung gegen einen Hitzschlag eignen sich besonders:

  • Mineralwasser
  • Isotonische Getränke
  • Fruchtschorle
  • Alkoholfreies (!) Bier
  • Leicht (!) gesalzenes Leitungswasser
  • Bouillon

Quellen

Die über TeleClinic bereitgestellten Ratgeber dienen der allgemeinen Information über Krankheiten und Gesundheitsthemen. Da sich das medizinische Wissen jedoch laufend erweitert, können wir keine Garantie für die Richtigkeit und Aktualität der redaktionell gestalteten Beitrage und der verwendeten Quellen übernehmen. Die Haftung ist ausgeschlossen. Die Informationen ersetzen keinen Besuch beim Arzt.

  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96809/Hitzewelle-macht-Frauen-staerker-zu-schaffen-als-Maennern
  • https://www.tk.de/techniker/magazin/reisen/reisen-ohne-risiko/hitzschlag-2009174
  • https://www.onmeda.de/krankheiten/hitzschlag.html
  • https://www.toppharm.ch/krankheitsbild/hitzschlag
  • https://www.babycenter.de/a23879/hitzschlag