Ihr Ratgeber zu Erbrechen

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Ratgeber zu Erbrechen

Mögliche Ursachen, begleitende Symptome und Behandlung von Erbrechen

Etwas Falsches gegessen, Schwindel, Magen-Darm-Infekt: Auslöser für das Erbrechen gibt es viele. Laut der offiziellen Statistik des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind gastrointestinale Symptome beispielsweise auch bei einer COVID-19-Infektion so häufig wie Geruchs- und Geschmacksstörungen. Was auch immer dahinter steckt – sicher ist: Starkes oder länger anhaltendes Erbrechen muss behandelt werden. In einigen Fällen ist ein Arzt zu konsultieren, oft können Sie zunächst selbst aktiv werden.

Kurzfassung

  • Erbrechen – auch Emesis – ist eine reflexartige, rückläufige Entleerung des Magens.
  • Erbrechen ist ein Symptom, keine Erkrankung an sich.
  • Mögliche Ursachen sind Infektionen, eine Lebensmittelvergiftung oder zahlreiche Krankheiten.
  • Starkes und lang anhaltendes Erbrechen schwächt den Körper stark.

Definition

Unter dem Begriff „Erbrechen“ versteht man die rückläufige Entleerung von Magen- und sogar Darminhalt sowie Gallenflüssigkeit durch Speiseröhre und Mund nach außen. Der Magen zieht sich reflexartig zusammen. Die Emesis – wie das Erbrechen medizinisch genannt wird – ist nicht willkürlich steuerbar. Man kann es nicht gezielt verhindern. Das Erbrechen selbst ist keine Erkrankung, sondern hat immer eine medizinische Ursache. Es ist eine Schutzreaktion des Körpers.

Symptome

Dem Erbrechen geht ein unangenehm spürbarer Brechreiz voraus. Aber auch schon, bevor dieser spürbar wird, bereitet sich der Körper auf das Erbrechen vor. Typische Symptome sind:

  • Flaues Gefühl im Magen
  • Druckgefühl im Oberbauch
  • Bauchkrämpfe
  • Schmerzen im Kiefer
  • Wiederholtes, starkes Gähnen
  • Aufstoßen

Viele weitere Symptome wie Durchfall, Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus oder Bewusstseinsstörungen geben Hinweise auf mögliche Ursachen des Erbrechens.

Ursachen

Die Bandbreite möglicher Ursachen ist riesig. Erbrechen kann völlig harmlos sein, aber auch ein Hinweis auf eine schwere Erkrankung. Grundsätzlich kann das Erbrechen über periphere Reize direkt am Verdauungssystem oder über zentrale Reize im Nervensystem ausgelöst werden.

Bei der Suche nach den Ursachen hilft ein Blick auf die begleitenden Symptome. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über mögliche Ursachen und Zusammenhänge. Sie ist keinesfalls vollständig.

Auslöser des ErbrechensWeitere SymptomeUmstände

Kinetose, auch „Seekrankheit“

Keine

Verursacht durch die Bewegung des Fahrzeugs: Bus, Bahn, Auto, Flugzeug oder Schiff

https://www.teleclinic.com/behandlungen/corona/” >COVID-19 (Corona)

Fieber, Husten, Geschmacks- und Geruchsstörungen

Infektion mit COVID-19-Virus

Magen-Darm-Virus

Durchfall, evtl. Fieber, Bauchkrämpfe

Infektion mit einem Virus wie dem Norovirus

Unverträgliches Essen

Durchfall, Bauchkrämpfe

Lebensmittelvergiftung

Zu viel Alkohol

Übelkeit, Schwindel

übermäßiger Alkoholverzehr

Sturz oder Unfall

Schwindel, Kopfschmerzen, andere Verletzungen

Gefahr einer Gehirnerschütterung

Migräne

Kopfschmerzen, Aura

Begleitsymptom Erbrechen

Morgenübelkeit

Schwangerschaft

Typisches Symptom in den ersten Monaten

Die meisten dieser Erkrankungen sind vergleichsweise harmlos. Es gibt aber auch Erkrankungen wie die Strahlenkrankheit, der mit akuten Koliken verbundene Darmverschluss, Glaukomanfall oder Herzinfarkt, für die die Emesis ein alarmierendes Anzeichen sein kann.

Diagnose

Da das Erbrechen nur ein Symptom ist, muss es selbst nicht diagnostiziert werden. Die Diagnose erstreckt sich auf mögliche Ursachen und den Auslöser des Erbrechens. Entscheidend für die Differentialdiagnose sind folgende Fragen:

  • Wann hat das Erbrechen angefangen?
  • Wie oft kommt es zum eigentlichen Erbrechen und wie lange dauert ein Krampfanfall?
  • Kann ein Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme bestehen?
  • Wann war die letzte Nahrungsaufnahme?
  • Wie sieht das Erbrochene aus?
  • Welche Begleitsymptome bestehen?

Für Betroffene zu Hause, die einordnen müssen, wie schwerwiegend die Erkrankung ist, sind folgende Fragen zusätzlich wichtig:

  • Wie alt ist der Patient?
  • Wie ist sein Gesamtzustand?
  • Ist er ein Risikopatient für Herzinfarkt oder Schlaganfall?
  • Sind Vorerkrankungen bekannt?
  • Ist der Patient in der Lage, zwischen dem Erbrechen zu trinken oder evtl. eine Kleinigkeit zu essen?
  • Wie lange hält der Zustand schon an?

Generell gilt: Je jünger bzw. älter der Patient und je länger das Erbrechen anhält, desto kritischer ist der Zustand des Patienten und desto wichtiger sind eine engmaschige Beobachtung, Behandlung und unter Umständen ärztliche Hilfe.

Folgen

Ein einmaliges Erbrechen im Rahmen einer Reise oder eine Reihe von Brechanfällen ausgelöst durch eine Infektion mit einem Virus oder Bakterium steckt der menschliche Körper recht gut weg.

Negative Folgen hat das Erbrechen jedoch, wenn sich der Betroffene öfter als zehnmal übergeben muss, nur noch Galle spuckt und zugleich Durchfall entwickelt: Der Stoffwechsel gerät aus den Fugen. Das betrifft vor allem folgende Körperhaushalte:

  • Wasser: Es kann schnell zu einer Dehydrierung kommen. Bewusstseinstrübungen sind die Folge. Zieht man an der Hand eine Hautfalte hoch und bleibt sie stehen, braucht der Patient dringend Flüssigkeit.
  • Elektrolyte: Es kommt zu einer übermäßigen Ausscheidung von Salzen und Mineralien mit dem Erbrochenen, beim Durchfall und dem häufig zugleich auftretenden Schwitzen. Ein Elektrolytmangel ist die Folge. Blutdruck und Kreislauf verändern sich ungünstig.
  • Zucker/Energie: Nimmt der Patient länger keine Nahrung zu sich oder erbricht sich sofort wieder, steigt das Risiko für einen Unterzucker. Ein Blutdruckabfall ist möglich.

Bei der Diagnose und Behandlungsplanung spielen also nicht nur die Auslöser und Grunderkrankungen eine Rolle, sondern auch die Auswirkungen des Erbrechens.

Behandlung

Für die Behandlung des Erbrechens stehen in Abhängigkeit von Ursachen, Auslösern und Schwere der Erkrankung verschiedene Optionen zur Verfügung.

  • Medikamentöse Vermeidung des Erbrechens: Wirkstoffe wie Dimenhydrinat oder Metoclopramid (verschreibungspflichtig) verhindern das Erbrechen, indem sie in die Signalwege eingreifen.
  • Medikamentöse Behandlung bereits bestehenden Erbrechens: Der verschreibungspflichtige Wirkstoff Metoclopramid kann präventiv oder zur Therapie eingesetzt werden.
  • Behandlung der auslösenden Grunderkrankung: Diese ist komplett abhängig von der eigentlichen Ursache mit einer riesigen Bandbreite an Medikamenten.

Zu den alternativen Methoden gehören die Homöopathie, Bachblüten, Akkupressur und pflanzliche Wirkstoffe wie zum Beispiel Ingwer. Sie sind für leichte Formen der Emesis geeignet, können schon bei Übelkeit und vorbeugend bei Brechreiz oder in bekannten auslösenden Situationen wie vor einer Busfahrt eingenommen werden.

Fragen und Antworten

Wann ist ein Arztbesuch angezeigt?

Ein Patient mit starkem Erbrechen kann körperlich sehr schnell abbauen. Ob ärztliche Hilfe notwendig ist, ist eine Einzelfallentscheidung. Die folgenden Umstände sprechen für eine Konsultation:

  • Lange anhaltendes Erbrechen über mehr als sechs Stunden mit mehr als fünf Brechanfällen, insbesondere bei älteren Menschen, kleinen Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen
  • Blut im Erbrochenen
  • Galliges Aussehen des Erbrochenen von grünlicher Farbe
  • Fäkales Erbrechen, was an Geruch und Farbe zu erkennen ist

Gleiches gilt, wenn es zu einem Schwächeanfall, Bewusstseinsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Unterzucker, Blutdruckabfall, Herzrasen oder Atemproblemen kommt. Wer eine Krankschreibung bei Erbrechen benötigt, sollte ebenfalls Kontakt zu einem Arzt aufnehmen.

Gibt es Hausmittel gegen Brechreiz?

Wer sich lediglich den Magen verdorben, einen Magen-Darm-Infekt aufgesammelt oder zu viel Alkohol getrunken hat, kann sich mit einigen Hausmitteln behelfen. Der Körper benötigt Salz, Zucker und Wasser. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Therapie mit Cola und Salzstangen ist bis heute im Notfall anwendbar, aber sicher nicht optimal. Ein schwarzer Tee mit Honig und Zwieback ist besser verträglich und gibt dem Körper alles, was er braucht, um die Übelkeit durchzustehen.

Quellen

  • https://www.pharmazeutische-zeitung.de/magen-darm-covid-haeufiger-als-gedacht-121786/
  • https://flexikon.doccheck.com/de/Erbrechen
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/139966/LEITSYMPTOME-Uebelkeit-und-Erbrechen
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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