Ihr Ratgeber zu Hühneraugen

Schmerzende Druckstellen an den Füßen sind häufig die Folge schlecht sitzender Schuhe. Drückt der Schuh dauerhaft auf die Zehen, verdickt sich an dieser Stelle die Haut – und es bildet sich ein Hühnerauge. Dabei handelt es sich um eine Hornhautschwiele, dessen in die Tiefe gerichteter Sporn zum Teil intensive Schmerzen verursacht. Durch geeignete Maßnahmen und Fußpflegeprodukte verschwinden Hühneraugen in den meisten Fällen wieder.

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Hühneraugen-Ratgeber

Kurzfassung

  • Hühneraugen – der Mediziner bezeichnet sie auch als kegelförmige Hyperkeratose oder Clavus – sind Verhornungen an den Füßen, die meist durch zu enges Schuhwerk oder Fußfehlstellungen entstehen.
  • Der in das tiefere Gewebe vordringende Hornhautkegel ruft mitunter starke Schmerzen hervor. Als Behandlung bieten sich die Entfernung der Hornhaut durch einen Podologen sowie Cremes, Hühneraugen-Pflaster und spezielle Schuheinlagen an.
  • Bei Diabetikern besteht ein erhöhtes Risiko von Komplikationen, weshalb die Beratung durch eine professionelle Fußpflegekraft (Podologe) empfehlenswert ist.

Was sind die Ursachen von Hühneraugen?

Ein Hühnerauge entsteht meist durch einen drückenden Schuh. Bei schlecht passenden Schuhen ist in der Regel der Bereich der Zehen betroffen. Deshalb findet sich die Verhornung häufig auf dem zweiten Zeh neben dem großen Zeh oder zwischen dem vierten und dem fünften Zeh. Abhängig von der Art des Hühnerauges tritt die Hyperkeratose auch auf den Fußunterseiten auf.

Weitere typische Ursachen sind Fehlstellungen des Fußes, wie:

  • Spreizfuß
  • Hammerzehen
  • Hallux valgus (Ballenzeh)

Was sind die Risikofaktoren?

Neben ungeeignetem Schuhwerk (z. B. spitze Stiefel oder High Heels) bzw. Fußfehlstellungen spielen bei der Bildung einer Reihe weiterer Faktoren eine Rolle:

  • Genetische Veranlagung zur Entstehung von Verhornungen
  • Trockene Haut am Fuß
  • Socken mit harten Nähten
  • Stoffwechselerkrankungen

Welche Symptome treten bei Hühneraugen auf?

Hühneraugen machen sich zunächst optisch am Fuß und später teilweise durch Schmerzen bemerkbar. Der verdeckte Hornkegel aus Keratin ist von gelblicher Farbe und sichtbar abgegrenzt zur umgebenden Haut, was ihm die Bezeichnung Hühnerauge verleiht. Ärzte kennen verschiedene Arten von Hühneraugen, die sich nach dem Ort ihres Auftretens, der Beschaffenheit und der Härte der Verhornung unterscheiden.

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Wie ist der Verlauf?

Durch den Druck der Schuhe bilden sich auf der Oberseite der Zehen erst Schwielen, die mit der Zeit verhornen. Die Verhornung dringt kegelförmig in die tieferen Hautschichten vor und drückt auf die Nervenstränge. Dadurch entstehen wiederum Schmerzen und es kommt zu einer Entzündung. Bei manchen Patienten sind von der Verhornung auch die umliegenden Blutgefäße und Nervenfasern betroffen.

Wie erfolgt die Diagnose beim Hühnerauge?

Die Diagnose eines Hühnerauges ist in den meisten Fällen anhand des Aussehens der Verhornung möglich. Das Zentrum des Clevus – des dornartigen Hornhautkegels – erkennt der Arzt oder der Podologe mithilfe einer Lupe.

Hühnerauge oder Warze?

Warzen haben mit dem Hühnerauge zwar zum Teil eine ebenso starke Verhornung gemeinsam. Die Haut über der Dornwarze erscheint aber bräunlich verfärbt und hat dunkle Einschlüsse in ihrer Mitte.

Welche Behandlung hilft gegen das Hühnerauge?

Die Therapie von Hühneraugen ist oftmals durch einfache Mittel wirkungsvoll. Zu den empfohlenen Behandlungsmethoden gehören:

  • Hühneraugen-Pflaster aus der Apotheke, die Keratolytika (z. B. Salizylsäure) enthalten und die verhornte Stelle aufweichen
  • Abtragung der Verhornung durch ein Skalpell – diese Prozedur sollte nur ein erfahrener Podologe vornehmen
  • Salicylhaltige Tropfen, die Sie regelmäßig auf das Hühnerauge geben, um anschließend die Hornhaut vorsichtig zu entfernen
  • Rückfettende Cremes, die Sie nach jeder Behandlung auftragen und die Haut dadurch geschmeidig halten

Kommt der Schuh als Verursacher infrage, wechseln Sie auf bequemes Schuhwerk. Die Ursache zu beseitigen, gehört zu den wichtigsten Maßnahmen bei der Behandlung von Hühneraugen. Auch hilft es vielen Betroffenen, sich orthopädische Einlagen in die Schuhe zu legen. Diese entlasten den Fuß und verhindern dadurch, dass Hühneraugen zurückkehren.

Prävention – wie Hühnerauge vermeiden?

Durch komfortables Schuhwerk in der richtigen Größe sind die meisten Fälle von Hühneraugen vermeidbar. Gerade Frauen leiden aufgrund ungeeigneter Schuhe häufiger unter Hühneraugen. Verzichten Sie auf Modelle, die Ihre Zehen einschränken oder unangenehmen Druck verursachen. Schaffen Sie sich außerdem Entlastung durch Schaumstoffeinlagen und tragen Sie weiche Socken aus Baumwolle.

Wann mit Hühneraugen zum Arzt?

Wenn ein Hühnerauge zurückkehrt oder die Schmerzen sehr stark sind, empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Arzt. Gegebenenfalls ist es notwendig, eine hartnäckige Verhornung operativ zu entfernen. Versuchen Sie auf keinen Fall, das Hühnerauge selbst herauszuschneiden, da hierbei die Verletzungsgefahr zu groß ist.

Fragen und Antworten

Was müssen Diabetiker beachten?

Bei Patienten, die unter Diabetes mellitus Typ 1 oder Diabetes mellitus Typ 2 leiden, besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Besonders wichtig ist daher eine geeignete Fußpflege. Nehmen Sie dazu am besten die Beratung durch Ihren Arzt oder einen Podologen in Anspruch. Bei Diabetikern besteht zudem die Gefahr von Komplikationen, da mitunter die Schmerzwahrnehmung aufgrund von Nervenschädigungen gestört ist.

Wie ist ein Hühnerauge bei Kindern zu behandeln?

Für Kinder sind Hühneraugen-Pflaster und salicylhaltige Tropfen eher ungeeignet, da diese die empfindliche Kinderhaut angreifen. Wenden Sie sich bei Auftreten von schmerzenden Verhornungen an einen Arzt, der das Hühnerauge behutsam entfernt. Achten Sie auch darauf, dass die Schuhe Ihrem Kind gut passen und nicht zu klein sind.

Wie wirken Hühneraugen-Pflaster ohne Wirkstoffe?

In der Apotheke gibt es Pflaster ohne Keratolytikum, das die Hornhaut auflöst. Diese Pflaster enthalten stattdessen hydrokolloidale Partikel, die Flüssigkeit speichern. Dadurch wirken die Pflaster wie ein dämpfendes Polster und verringern die Schmerzen. Gleichzeitig weicht die Flüssigkeit die Verhornung am Fuß auf.

Wie kann ich die Verhornungen abtragen?

Bereiten Sie sich dafür zunächst ein Fußbad zu und warten Sie, bis die Haut weicher ist. Dann nehmen Sie einen Bimsstein oder eine Fußfeile, mit denen Sie die Haut sanft abtragen. Seien Sie dabei vorsichtig, damit keine offenen Wunden entstehen, durch die Keime eindringen können.

Was hilft bei Fußfehlstellungen?

Wenn den Hühneraugen eine Fußfehlstellung zugrunde liegt, empfiehlt sich der Besuch bei einem Orthopädie-Schuhtechniker oder einem Sanitätshaus. Dort erhalten Sie spezielle Gesundheitsschuhe sowie Silikonpolster und andere Einlagen. Alternativ fertigt der Schuhtechniker für Ihren Fuß passgenaue Schuhe an, die eine optimale Entlastung bieten.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/180768/Diagnostik-und-Therapie-von-Nagelerkrankungen
  • https://www.apotheken-umschau.de/Fuesse/So-werden-Sie-Huehneraugen-los-108297.html
  • https://www.gesundheitsinformation.de/huehnerauge.3340.de.html