Behandlung bei Müdigkeit

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Ratgeber zu Müdigkeit

Informationen rund um Ursachen, Symptome und Behandlung

Übermüdung ist häufig auf Stress und Schlafmangel zurückzuführen. Andauernde Müdigkeit kann jedoch das Signal einer ernsthaften Erkrankung sein. Dauerhafte Mattigkeit und Erschöpfung sind ein Anzeichen für ein krankhaft erhöhtes Schlafbedürfnis. In diesem Fall ist ein Gespräch mit dem Hausarzt notwendig.

Kurzfassung

  • Müdigkeit geht mit Antriebslosigkeit und verminderter Aufmerksamkeit einher.
  • Chronische Übermüdung trotz ausreichender Schlafmenge ist ein Symptom von Mangelerscheinungen, Schlafstörungen oder Krankheiten.
  • Einer erfolgreichen Diagnose und Behandlung gehen umfassende Untersuchungen voraus.

Was ist Müdigkeit und welche Symptome sind typisch?

Der Körper zeigt durch Müdigkeit an, dass der Organismus Ruhe benötigt. Das Gehirn steuert die Ausschüttung von Hormonen und Nervenbotenstoffen. Es beeinflusst durch Eiweißstoffe das Immunsystem und verändert die Körpertemperatur.

Ein erstes spürbares Symptom ist verringerte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Länger andauernder Schlafmangel äußert sich durch weitere physische und psychische Beeinträchtigungen wie:

  • Wahrnehmungsstörungen
  • Gereiztheit
  • Antriebslosigkeit
  • Visuelle, taktile und auditive Halluzinationen (Hypnagogie)
  • Kältegefühl
  • Allgemeine Halluzinationen

Nach einem langen, anstrengenden Tag oder nach Aktivitäten ist Ermüdung eine normale Erscheinung. Nächte mit stressbedingtem Schlafmangel ziehen Tagesmüdigkeit nach sich. Eine ruhige Nacht mit ausreichendem Schlaf oder eine kleine Schlafpause wirkt belebend und schafft neue Energie.

Besteht das Müdigkeitsgefühl über einen langen Zeitraum, liegt eine gesundheitliche Störung vor.

Mögliche Ursachen für dauerhafte Müdigkeit

Lang anhaltende Übermüdung bei stets ausreichendem Schlaf ist ein Symptom für ein gesundheitliches Problem. Zur Regulierung des Schlaf-wach-Rhythmus benötigt der Organismus Sauerstoff und Nährstoffe in ausreichender Menge. Beides erhält er durch folgende intakte Funktionen:

  • Stoffwechsel
  • Blutkreislauf
  • Herzfunktion
  • Hormonproduktion
  • Immunabwehr
  • Nervenaktivitäten

Ist eine dieser Funktionen gestört, entstehen Schlafstörungen (Insomnien) oder ein erhöhtes Schlafbedürfnis (Hypersomnie).

Einige gesundheitliche Erscheinungen können sowohl Schlafstörungen als auch ein erhöhtes Schlafbedürfnis auslösen. Dazu zählen das prämenstruelle Syndrom sowie das Klimakterium (Wechseljahre) bei Frauen.

Ursachen für Schlafstörungen

Schlafstörungen gehören vorwiegend zur Gruppe der nichtorganischen oder physiologischen Müdigkeit. Der Körper benötigt Schlaf und bekommt ihn nicht in ausreichendem Umfang.

  • Einschlafstörungen, unruhiger Schlaf und häufiges Erwachen in der Nacht sind meist Folgen von psychischem Stress und emotionalen Belastungen. Sind diese nicht nur vorübergehend, entwickelt sich unter Umständen eine Depression. Burn-out, Ängste und Depressionen sind typische Erkrankungen, die mit Schlafmangel und dauerhafter Müdigkeit einhergehen.
  • Eine Schlafapnoe (starkes Schnarchen mit häufiger Atemaussetzung) stört durch die Unterversorgung mit Sauerstoff den erholsamen Schlaf. Die Folge ist Übermüdung am Tag.
  • Essstörungen, eine ungesunde Ernährung sowie Alkohol- und Drogenmissbrauch stören den Schlaf-wach-Rhythmus.

Ursachen für ein erhöhtes Schlafbedürfnis

Bei Menschen mit erhöhtem Schlafbedürfnis besteht ein hohes Müdigkeitsempfinden trotz ausreichender Schlafdauer. In diesem Fall sprechen Mediziner von der organischen, pathologischen Müdigkeit.

  • Müdigkeitsgefühle können eine Nebenwirkung von Medikamenten sein. Das gilt für Arzneimittel zur Regulierung der Nervenfunktionen, des Gehirnstoffwechsels oder des Blutdrucks.
  • Bewegungs-, Flüssigkeits- und Sauerstoffmangel fördern die Ermüdung und tragen wesentlich zur Tagesmüdigkeit bei.
  • Magnesiummangel ist eine Ursache für Müdigkeit und Energieverlust.
  • Der Mangel an Vitaminen und Mineralien trägt zu schneller Ermüdung bei.
  • Umweltbelastungen durch Gift- und Schadstoffe können das Schlafbedürfnis erhöhen.
  • Wehrt das Immunsystem sich gegen Infektionen, belastet es den Organismus und verursacht Übermüdung.
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Erkrankungen als Ursache chronischer Müdigkeit

Bei bestimmten Krankheitsbildern gehört die anhaltende Müdigkeit zu den typischen Symptomen oder Begleiterscheinungen:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Blutarmut
  • Diabetes mellitus
  • Herzrhythmusstörungen
  • Migräne
  • Herzinsuffizienz
  • Krebs
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS)
  • Narkolepsie (Schlafsucht)
  • Multiple Sklerose
  • Lungenerkrankungen
  • Morbus Parkinson
  • Leber- und Nierenschäden
  • Verschiedene Autoimmunerkrankungen
  • Hoher oder niedriger Blutdruck
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Fibromyalgie-Syndrom

Müdigkeit – Diagnose beginnt mit ausführlichem Gespräch

Ist das belastende Müdigkeitsempfinden die Begleiterscheinung einer bekannten Erkrankung, wird der Arzt die Ursache schnell benennen. Tritt es bei einem bis dahin gesunden Menschen auf, sind zahlreiche Untersuchungen erforderlich.

Zunächst wird der Hausarzt in einem ausführlichen Gespräch die Anamnese (Krankengeschichte) erheben. Im Rahmen des Gesprächs stellt er typische Fragen, beispielsweise:

  • Besteht nach dem Aufwachen das Gefühl der Erschöpfung?
  • Wann tritt die Ermüdung ein?
  • Kommt es zum Sekundenschlaf?
  • Ist der nächtliche Schlaf von Schnarchen begleitet?
  • Wie lang und wie gut ist der nächtliche Schlaf?
  • Wie stark ist die Müdigkeit?
  • Bestehen weitere Beschwerden?
  • Wie stellt sich die familiäre, soziale und berufliche Situation dar?
  • Gibt es Hinweise auf Angstzustände oder Depressionen?
  • Sind chronische Erkrankungen bekannt?
  • Kam es in letzter Zeit zu starken Gewichtsschwankungen?
  • Erfolgt die regelmäßige Einnahme von Medikamenten?
  • Wie stellt sich der Alkoholkonsum dar?
  • Liegt Drogenkonsum vor?
  • Sind Belastungen durch schädliche Umwelteinflüsse oder extreme Lärmbelästigung bekannt?

Mit diesen Fragen versucht der Arzt, die Ursache für die ständige Erschöpfung zu ermitteln. Dazu ist eine wahrheitsgemäße Beantwortung notwendig. Auch intime oder unangenehme Auskünfte zu Ehe- und Familienproblemen oder finanziellen Schwierigkeiten liefern wichtige Hinweise.

Körperliche Untersuchungen

Im Anschluss an die Anamnese finden folgende körperliche Untersuchungen statt:

  • Abhören der Atemorgane und des Herzens
  • Überprüfung der Lungenfunktion
  • Kontrolle der Lymphregionen
  • EKG (Herzfrequenzmessung)
  • Blutzuckermessung
  • Allgemeine Blutuntersuchung

Abhängig von der Anamnese und den Untersuchungsergebnissen wird der Hausarzt unter Umständen Fachärzte hinzuziehen.

Bestehen Risiken oder besondere Belastungen bei der Berufsausübung, wird der Arzt seinen Patienten wegen der Müdigkeit krankschreiben. Dazu stehen ihm abhängig von der möglichen Ursache verschiedene Diagnosecodes des ICD-Systems zur Verfügung. Dieses System ordnet jeder Diagnose einen international gültigen Code zu.

Behandlung der chronischen Müdigkeit

Die Therapie zur Bekämpfung des ständigen Müdigkeitsempfindens hängt von der Diagnose ab.

  • Besteht die Ursache in den Lebensumständen des Patienten, sollten sich diese ändern. Dazu bieten sich Methoden der Psychotherapie an.
  • Ist die Müdigkeit Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung, erfolgt die Therapie mit der Behandlung der Grunderkrankung.
  • Handelt es sich um die Nebenwirkung eines Medikaments, wird dieses nach Möglichkeit durch ein anderes ersetzt.
  • Schädliche Umwelteinflüsse als Ursache sollten beseitigt werden.
  • Ist eine eigenständige Erkrankung wie das Chronische Erschöpfungssyndrom oder Narkolepsie ursächlich, erfolgt eine medikamentöse Behandlung mit Unterstützung verhaltenstherapeutischer Maßnahmen.

Fragen und Antworten

Gibt es Hausmittel gegen belastende Müdigkeit?

Hausmittel helfen nur gegen Müdigkeit, die nicht durch psychische oder organische Erkrankungen entsteht. Reicht die Schlafmenge nicht aus oder ist Stress der Verursacher, sind eine längere Schlafdauer und Entspannungstechniken hilfreich.

Bewegung an der frischen Luft, fettarme und vitaminreiche Ernährung sowie ausreichende Flüssigkeitszufuhr können einer schnellen Ermüdung vorbeugen.

Wer ist hauptsächlich von Müdigkeit betroffen?

Das IGES-Institut Berlin ermittelte 2017 im Auftrag der DAK Zahlen über Schlafstörungen bei Erwerbstätigen. Danach leiden 9,4 Prozent der männlichen Befragten unter Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. Bei den Frauen beträgt der Anteil 11 Prozent.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Der Arztbesuch sollte erfolgen, wenn die Müdigkeit eine Belastung darstellt und länger als drei Monate andauert.

Quellen

  • https://www.patienten-information.de/kurzinformationen/narkolepsie#
  • https://www.berlin.de/special/gesundheit-und-beauty/gesundheit/psychologie/1327443-2260865-chronisches-erschoepfungssyndrom-muedigk.html
  • https://www.apotheken-umschau.de/Muedigkeit
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/46725/Chronic-Fatigue-Syndrom-Mit-Psychotherapie-gegen-die-Muedigkeit
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/47249/Chronische-Muedigkeit-Trainingsplaene-kontraproduktiv
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/80276/Muedigkeit-und-erhoehte-Leberwerte
  • https://www.apotheken.de/symptome/12271-muedigkeit-und-abgeschlagenheit-anhaltend
  • https://www.dak.de/dak/bundesthemen/muedes-deutschland-schlafstoerungen-steigen-deutlich-an-2108960.html#/
  • https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2009/daz-38-2009/was-steckt-eigentlich-hinter-abnormer-muedigkeit
  • https://www.dgsm.de/downloads/fachinformationen/rki-bericht/schlafstoerung.pdf
  • https://www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/immer-erschoepft-wachsam-sein-bei-mueden-patienten-und-keine-pseudodiagnosen-stellen/
  • https://www.laekh.de/heftarchiv/ausgabe/artikel/2020/oktober-2020/hypersomnie-und-insomni
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Dieser TeleClinic-Ratgeber wurde nach höchstem wissenschaftlichen Standard von unseren Medizinredakteuren verfasst. Die Artikel sollen Ihnen lediglich Erstinformation zu diversen Themen bieten und können keine ärztliche Diagnose ersetzen. Gerne beraten Sie unsere Fachärzte weiterführend in einem Online-Arztgespräch.

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