Ihr Ratgeber zur ABCDE-Regel

Unser ABCDE-Regel-Ratgeber liefert Ihnen hilfreiche Informationen rund um das Thema. Bei Bedarf haben Sie auch die Möglichkeit sich einfach & schnell von einem Facharzt per Video beraten zu lassen.
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ABCDE-Regel

Erfahren Sie mehr über die ABCDE-Regel als Diagnosemöglichkeit, Hautkrebs zu erkennen.

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken jährlich zwei bis drei Millionen Menschen neu an hellem Hautkrebs und rund 250.000 am malignen Melanom (schwarzem Hautkrebs). In Deutschland werden zwei Drittel der Fälle in einem frühen Stadium erkannt und haben hohe Heilungschancen. Doch nur jeder fünfte nimmt die Möglichkeiten zur Früherkennung in Anspruch.

Kurzfassung

  • Mit der ABCDE-Regel wird die Haut auf krankhafte Veränderungen untersucht.
  • Die Regel ist ein wichtiger Faktor im Rahmen der Hautkrebsfrüherkennung.
  • Ab dem 35. Lebensjahr ist eine regelmäßige Hautkrebsvorsorge angezeigt.
  • Die Untersuchung kann vom Patienten zwischen der ärztlichen Vorsorge selber durchgeführt werden.

Was ist die ABCDE-Regel?

Bei der Hautkrebsvorsorge werden Muttermale und andere Pigmentflecke auf Unregelmäßigkeiten untersucht. Die ABCDE-Regel hilft bei der Bestimmung von Veränderungen. Sie gibt vor, nach welchen Kriterien sie begutachtet werden:

  • Asymmetrie
  • Begrenzung
  • Color (Farbe)
  • Durchmesser
  • Erhabenheit

Wann wird die ABCDE-Regel angewandt?

Die ABCD-Regel ist ein vergleichsweise einfach durchzuführendes Mittel für das Selbst-Screening. Es ist ratsam, den Check etwa einmal im Monat durchzuführen. So ist gewährleistet, dass eventueller Hautkrebs frühzeitig erkannt wird. Die Früherkennung ist ein wichtiger Faktor für die Heilung.

Ab einem Alter von 35 Jahren haben gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf einen kostenlosen Hautkrebs-Check im zweijährigen Turnus. Hautärzte fordern, die Grenze auf 18 Jahre abzusenken, vor allem bei Hochrisikopatienten wie Menschen mit sehr heller Haut oder familiärer Disposition.

Warum sollte ich die ABCDE-Regel beachten?

Hautkrebs zählt zu den Tumorarten, deren Häufigkeit sich am schnellsten verbreitet. Seit den 70er-Jahren verdoppelt sich die Anzahl neuer Krankheitsfälle circa alle zehn Jahre. In Deutschland erkranken einer Erhebung der Techniker Krankenkasse zufolge rund 270.000 Menschen neu an Hautkrebs – jeder siebte am malignen Melanom.

Während weißer Hautkrebs (Basaliom) vergleichsweise gut therapierbar ist, endet ein malignes Melanom meist tödlich, wenn es zu spät erkannt wird. Mit einer rechtzeitigen Diagnose sind die Heilungschancen dagegen gut.

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?

Ergibt die Eigenuntersuchung Abweichungen vom Normalzustand, übernimmt ein Arzt die weitere Untersuchung. In der Tabelle finden Sie die wichtigsten und häufigsten Merkmale für auffällige Muttermale und Pigmentflecken.

AsymmetrieEine unregelmäßige Form kann ein Indiz für eine krankhafte Veränderung sein.
BegrenzungHarmlose Muttermale sind klar begrenzt. Unklare, zackige oder unebene Ränder sind ein Grund für eine weitergehende Untersuchung.
Color (Farbe)Farbunterschiede innerhalb eines Muttermals oder Pigmentfleckes sollten vom Arzt näher betrachtet werden.
DurchmesserIst der Durchmesser einer Hautveränderung größer als 6 Millimeter oder tritt in Form einer Halbkugel auf, ist ein Arztbesuch anzuraten.
ErhabenheitErhebt sich das Muttermal/der Pigmentfleck höher als einen Millimeter, kann dies als ein Alarmsignal sein.

Trifft mindestens ein Merkmal der ABCDE-Regel zu, sollten Sie das betreffende Pigmentmal einem Dermatologen zeigen. Auch wenn weitere Auffälligkeiten beobachtet werden, ein Muttermal sich in Form, Farbe oder Größe ändert oder blutet, ist eine weitergehende Untersuchung angebracht.

Welche weiteren Untersuchungen nimmt der Arzt vor?

Der Hautarzt nimmt in einem ersten Schritt eine Sichtprobe vor. Erweist sich ein Hautareal als vermutlich auffällig, entnimmt er eine Gewebeprobe. Hierbei wird üblicherweise das gesamte Muttermal entfernt.

Laut gesetzlichem Früherkennungsprogramm erfolgt die Sichtprobe mit bloßem Auge. Das Hinzuziehen einer beleuchteten Lupe oder eine Computervergrößerung ist als individuelle Gesundheitsleistung zu zahlen.

Im Labor wird unter dem Mikroskop beurteilt, ob es sich um Hautkrebs handelt. Sollte dies der Fall sein, entscheidet der Arzt über das weitere Vorgehen. Entscheidend dafür ist unter anderem, ob das Melanom bereits gestreut hat.

Die Entnahme der Gewebeprobe erfolgt unter örtlicher Betäubung. Sie ist weder schmerzhaft noch gefährlich. Je nach Größe der Probe kann es erforderlich sein, die Wunde zu nähen.

Was passiert bei der Gewebeuntersuchung?

Eine histopathologische Untersuchung ist das zurzeit sicherste Verfahren, gut- und bösartige Hautveränderungen voneinander zu unterscheiden. Unter dem Mikroskop werden folgende Faktoren beurteilt:

  • Art des Melanoms
  • Dicke/Größe des Tumors
  • Invasionsgrad – wie tief der Tumor in untere Hautschichten vorgedrungen ist
  • Geschwürbildung – ob das Melanom die oberste Hautschicht durchbrochen hat

Fragen und Antworten

Welche Ursachen hat Hautkrebs?

Eine übermäßige UV-Einstrahlung ist die häufigsteHautkrebs-Ursache. Ausgiebige Sonnenbäder, Besuche im Solarium oder ein Beruf, der vor allem unter freiem Himmel ausgeführt wird, gelten als die häufigsten Risikofaktoren.

Darüber hinaus können eine erhöhte Anzahl Muttermale und Pigmentflecken sowie eine familiäre Vorbelastung das Risiko einer Erkrankung erhöhen.

Wie kann Hautkrebs aussehen?

Es gibt verschiedene Formen von Hautkrebs. Die häufigsten sind der schwarze und der weiße Hautkrebs. Darüber hinaus kann die aktinische Keratose eine Vorstufe für das Stachelzellkarzinom, auch Plattenepithelkarzinmo genannt, sein. Die aktinische Keratose zeichnet sich durch scharf begrenzte gerötete Hautstellen auf, die sich rau anfühlen und mit der Zeit verhornen können.

Das Stachelzellkarzinom tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Es zeigt sich in verschiedenen Hautveränderungen – von schuppigen, erhabenen Flecken bis zu blutenden Knoten.

Ein malignes Melanom zeigt sich häufig durch Veränderungen der Größe und einer unregelmäßigen Form. Er kann braun bis schwarz, aber auch bläulich oder rötlich aussehen oder als Knötchen auftreten.

Wie erkenne ich weißen Hautkrebs?

Ein Basaliom oder Basalkarzinom sieht zu Anfang meist aus wie ein kleiner Pickel mit winzigen Blutgefäßen auf der Oberfläche. Später bildet sich in der Mitte eine Mulde mit Gefäßrändern. Unter Umständen kommt es zu Blutungen.

Nicht jede Hautveränderung ist bösartig. Zu den harmlosen gehören neben gutartigen Pigmentmalen etwa auch Warzen, Lipome (Fettgeschwulste) oder Blutschwämme.

Quellen

  • https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs/definition-und-haeufigke/articles/onko-internetportal-basis-informationen-krebs-krebsarten-hautkrebs-malignes-melanom-schwarzer-hautkrebs-definition-und-haeufigke.html
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/103482/Nur-jeder-fuenfte-geht-zur-Hautkrebsfrueherkennung
  • https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97409/Hautkrebsfrueherkennung-ab-18-Jahren-gefordert
  • https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/hautkrebs/frueherkennung.php#inhalt4
  • https://www.kbv.de/html/9242.php
  • https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/hautkrebs/frueherkennung.html
  • https://www.krebs.de/krebsarten/malignes-melanom/diagnose
  • https://www.beobachter.ch/gesundheit/krankheit/spinaliom-plattenepithelkarzinom
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